Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1928)
- Date
- 1928-03-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-’i-'- %-r~' 18 MSrz 1928 Der Israelit «I ättcr Nr. 7 Seite 8 nochmals nach Mitteln und Wegen zu suchen, um 'diesen Plan verwirklichen zu können. Derselbe wurde dem Vorstand zur näheren Behandlung übergeben. Hierauf wurden zählreiche Begrüßungen zur Verlesung gebracht: ü. ä. vom G. A. Wien und Frankfurt a. M. von der Jeschiwoh in Montreux, Dr.! Michalski,^ Rabbiner Kraus, Baden üfw. Daran schlössen sich die gedankenreichen. Ausführungen von Herrn Rabbiner Dr. L e wen st e in über die „Kenesfio Gedauloh". Der Referent berichtete über den gewaltigen Eindruck, welchen die vor 5 Jahren stattgefundene Kenesfio auf die Teilnehmer gemacht hatte und gab sodann einen Ueberblick über die Erfolge, die sie gezeitigt Hatte. Uebergehend zur kommenden Kenesfio Gedauloh entwarf der Redner ein Bild von derselben und. hob dabei im Speziellen hervor, Laß sie eine Reihe ganz anders gearteter Fragen zu lösen haben werde, als die vergangene. Mit Rücksicht auf die bereits vorgeschrittene Zeit entspann sich anschließend an dieses Referat-'nur eine kürzere Diskussion. Die im Laufe des Tages eingelaufenen zahlreichen -Anträge wurden nun zur Beschlußfassung vorgelesen und zum größten Teil von der Versammlung als Anregung entgegengenommen. Um 7 Uhr wurde die Tagung von Herrn E. Sternbuch mit einer gehaltvollen kürzeren Ansprache geschlossen, in welcher die Anwesenden aufgefordert wurden, die Aguda-Zdee hochzuhalten und für Dieselbe weitere Freunde zu werben. keren-hakhora-Woche in der Grenzmark.! Auch in diesem Jahre hatte das Bezirkskommisiariat des K. H. in der Grenzmark Posen- Westpreußen die Freude, den Abgesandten des .Landesdirektoriums zu begrüßen. In Schönlanke selber hielt Herr Jacobson am Vorabend Des sechsten Adar seinen Vortrag über Leistung und Aufgabe des K, H. Der Vorsitzende des Be- Mkskommisiariats, Herr Tobias, leitete die überaus zahlreiche Versammlung. Zur Einleitung gab Rabb. Dr. B. Cohen einen Ueberblick über die Leistungen Des K. H. in der Grenzmark. Dörfer mit vereinzelt wohnenden Juden wurden regelmäßig besucht und in Kreuz (Ostpr.) wöchentlicher Religionsunterricht eingerichtet. Dann erinnerte er an die Bedeutung des 6. Adar 5684 für die 'Welt: Gründung des Keren hathora beim Halberstädter Delegiertentag, und für Schönlanke: Jahrzeit des Rabbiners Dr. M. L. Bamberger. Mit zündenden Worten wußte sodann als Referent des Abends, Herr Jacobson, die Anwesenden für die Ideale des K. H. in Ost und West zu begeistern und zugleich durch klaren Rechenschaftsbericht über das in Polen und Deutschland Geleistete die Realität und " Notwendigkeit des Wirkens des K. H.. überzeugend darzutun. Bis in die indifferentesten.Kreise der Gemeinde hinaus bleibt dieser Abend das Ereignis der Saison, und von der Nachhaltigen Wirkung zeugen die Erfolge der Sammlung, die das Bezirkskommissariat in der. darauffolgenden Tagen veranstaltete.'Am darauffolgenden Tage geleitete der Vorsitzende desselben, Herr Tobias, im eigenen Auto den Redner sowie Rabb. Dr. B. Cohen zu wirrer unvergleichlich schönen Fahrt nach Deutsch- Krone, woselbst Herr Tobias in Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden des Kroner Ortskommissariats, Herrn Max H. Cohn, die Versammlung leitete und wo auch die gleiche Begeisterung für die herrlichen Darlegungen des Herrn Jacobson über „Volkstum und Organisation im Judentum" entflammte. Unsere Grenzmark-Gemeinden sind für solche alljährlichen seltenen Geistesgenüsse ein äußerst dankbares Publikum, und sie sind auch wochenlang vorher von Erwartung erfüllt. Der Dritte Vortragsabend galt dieses Mal einer nicht grenzmärkischen Gemeinde, Prenzlau, wo Empfang, Verlauf, Begeisterung und Erfolg die Gleichenwaren: ein Bezirkskommissariat auch für die Uckermark konstituierte sich, in welchem nächst Dem Herrn Rabb. Dr- Bähr Herr Ascher Meyer und Herr Dr. Liebrecht sich unserer Sache widmen. . 1 .! Unsere Stellung zum Esra. (Replik eines jungen Agudisten.) Auf den Artikel „Für oder wider" in der letzten Nummer der „Blätter" möchte ich einiges erwidern. — Befremdend wird manchen jungen Agudisten die Forde-- rung, die der Verfasser aufstellt, b-erührt haben. Dieselbe landet: „Benutzt den Weg der Jugendlichen und -ihre revolutionäre Jugendlichkeit." Was ist diese Revolution denn anders als „eine Anleihe bei der deutschen Jugendbewegung", die der Schreiber so sehr im Esra verneint, Was bedeutet der Kampf, den Esra gegen „Alter und Bevormundung" — siehe auch den Artikel von Felix Munk, Nr. 4 der „Blätter" — führt? Darf uns Agudisten diese Nachäffung außerhalb des Judentums stehender Maximen ms Folie für unser auf mm - basierendes Streben. dienen? Man versuche keine Brücken zu schlagen — denn Brücken sind nur dort vonnöten, wo ein Spalt vorhanden ist, während der Schreiber doch behauptet, Agudas Jisroel und Esra gingen in der Idee grundsätzlich einig — sondern man suche sich dadurch gegenseitig zu fördern, daß man alle junge Juden — ob Esräer oder Misrachisten — unter eine Leitung bringt, die es sich zum Ziele gesetzt s-iv-npa mm wieder zur Verwirklichung zu bringen — unter Leitung der ‘»mw m •>» Jugend muß erzogen werden, ist aber nicht berechtigt zu erziehen, noch viel weniger sich als Führer ihrer selbst auszuspielen, tut sie es doch, so werden.die Folgen bald in die Erschei- - nung treten. Einzelne Symptome können wir schon am Esra bemerken.; denn, Hand aufs Herz, hat der jEsra sein Programm von 1919, echt jüdische Jugend heranzubilden, verwirklicht? Oder hat er ein „Jung- Judentüm" erzogen, das uns für die Zukunft bedenklich erscheinen mag? Es ist z. B. unleugbar, daß der Esra einige feiner Ideen der deutschen revolutionären Jugend entlehnt hat, die auch mit unserem Gesetze nicht so voll und ganz in Einklang zubringen sind. „Kampf gegen gesellschaftliche Unsitten und falsche Vorurteile der Umgebung", so kleidet mannichtjüdische Forderungen in Formeln, unter denen sich jeder etwas anderes denkt. Jedenfalls aber möchten viele den Klassenkampf in die jüdische Jugend hineintragen, den Kampf gegen das Kapital. Man weiß nicht mehr, daß uns die mm einen solchen Kampf strengstens untersagt, legt sie doch größten Wert auf die Achtung auch dem gegenüber. Wir finden überall in der Thora den -"w und den ™ in gleicher Würde nebeneinander, sind diese beiden Abstufungen doch Voraussetzung für das Gedeihen einer Nation in ideeller und materieller Hinsicht. So bleibt den Alten die Aufgabe, die Jugend nicht zu einem Augenblicksideal — wie man es wohl nennen könnte — zu begeistern, das vielleicht im nächsten Moment der Vergessenheit anheimfällt. Noch viel weinger ist es uns erlaubt, solche Ideen bei den Nichtjuden zu suchen und uns durch diese zu modernen Menschen erziehen zu lassen. „Ist das Judentum eine Gottesstiftung, so ist es bestimmt, die Zeiten zu erziehen, nicht aber sich von den Zeiten erziehen zu lassen". (Hirsch.) Die jüdische Jugendbewegung des Esra ist hiervon nicht ausgeschlossen. Und nun noch eins, was uns trennt — die Politik. „Esra ist neutral", so hört man häufig eifrige Esräer sagen, denen ich das Gegenteil jetzt beweisen werde. Goethe hat -einmal gesagt: „Aufrichtig zu sein, kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nichl." E-r.. aber ist neutral, d. h. es nimmt eine vermittelnde Stellung ein zwischen der Organisation, der die Religion Privatsache oder Fraktionssache ist, und der Agudas Jisroel. Einer Erläuterung bedarf diese Neutralität nicht. Eine solche Neutralität kann man wohl als eine absurde Politik bezeichnen. Man muß den Esra von der Seite betrachten, will man seinen Januskopf sehen. Möge doch der Esra die Worte begreifen, die Pinchas Kohn auf dem letzten Bundestag der A. I. I. O. ausgesprochen hat: „Sei für . mich oder gegen mich, aber um Gottes willen nicht neutral." Und möge er doch endlich einmal merken, daß es ein logischer Widersinn ist, die Ideologie der A. I. theoretisch anzuerkennen und sie praktisch durch Neutralität zu verleugnen. Die nächste Frage wird nun sein: wie schaffen wir diese Unstimmigkeiten, die zwischen Agudas Jisroel und dem Esra bestehen, aus der Welt? Es ist ganz klar, daß dies nur unter beiderseitiger Anstrengung möglich ist. Möge der Esra doch endlich einsehen, daß der Name es nicht ist, der eine jüdische Jugendbewegung ausmacht. Warum nicht unter Agudas Jisroels Flagge? Man erkennt doch in jeder Stadt wie der Esra eingestellt ist — namentlich bei älteren Esräern —, ob agudistifch oder misrachistisch! Jüngst fragte ich einen Misrachisten, warum er denn nicht Mitglied des Esra sei. Natürlich die prompte Antwort: Esra ist agudistisch angehaucht. Einen besseren Beweis, daß es die „Neutralität" nichts nützt, kann ich nicht gntreten. In anderen Städten, in denen der Esra aus Misrachisten besteht, wird wohl kein Agudist demselben beitreten. Deshalb muß unsere erste Forderung, Abschaffung des „Neutralitätsideals", fein.. Wir werden bedeutend mehr - Anhänger gewinnen, wenn wir uns offen und gleich mit unseren Gegner unterhalten, als wenn wir uns mit dem Mäntelchen der Neutralität umgeben. Unsere Politik ist „die Verwirklichung der'sittlichen Ideen im öffentlichen Leben". Esräer, bezeichnet es doch nicht als „Politik", wenn man die zionistische Exekutive anklagt, wenn unter ihrem Schutze am «pt>p nqv Fußball in > ir' -rrngespielt wird! Bekenne? euch zur „Politik" der Agudas Jisroel, d. h. zur T h o rä in ihrer Anwendung auf das öffentliche Leben - und laßt uns endlich einen Weg finden; der uns. einander näher bringt.. Mit geteilten Kräften werden wir nie etwas erreichen Laßt uns zu einer Zeire Agudas Jisroel-Jugend uns vereinigen, auf daß wir den Kräften, die versuchen, diese zu unterhöhlenmit starker Hand begegnen. . Setze sich jeder sofort in seiner Stadt mit den jungen Agudisten in Verbindung, um eine gemeinsame Arbeit — bestehend aus Schiurim, hcimnachmtttagen, Wandrungen — anzustreben. Laßt ' felmltd^e, persönliche Bedenken fallen und denkt nur an das Große und Erhabene, was uns alle eint. Aber wartet nicht bis es zu spät ist! Neun Jahre habt ihr versucht, außerhalb einer die gesamte gesetzestreue i Süfettb umfassenden Organisation zu arbeiten. Ob es! euch gelungen ist, darüber möget ihr selbst entscheiden. ^Der letzte Bundestag hat bewiesen, daß Agudas Jisroel Jugend bereit ist, euch die Hand zu gemeinsamer Arbeit zu reichen, die Entscheidung liegt nun bei euch. Aus der Bewegung. Frankfurt a. 211; lieber die Keren hatauroh - Veranstaltung am 16. Februar, über die bereits kurz berichtet wurde, ist noch folgendes nachzutragen: Herr Oberrabb. Dr. Altmann-Trier führte aus: Das Mische Treuegelöbnis wird dem Gehirn eingeprägr, t»rr-v' y»,? nicht .1X1 Dementsprechend gelobte Israel in Stunde der Gesetzgebung: Wir wollen die gottgebotenen Gesetze ausüben, aber sie sollen auch niemals unserem Gehöre entschwinden, denn so lange der Klang des am Sinai Gehörten uns im Ohre liegt, wird es das -> ii n^i.1, das Durcheinander des wirtschaftlichen Lebens übertönen. Der Wahn, daß alle Kräfte für den Daseinskampf aufgewendet werden müssen, wird der Einsicht weichen, daß es die Aufgabe des jüdischen Menschen ist, mat6»i m’y mim die nun zur Hauptsache, den Erwerb zur Nebenbeschäftigung zu machen. Wenn nvus Selbstzweck ist und nicht im Dienste der n v, steht, dann ist ihr Bestand nicht von Dauer. Die Kenntnis der min und das Interesse an ihr schwindet, wenn der 'um nicht selber dem m- -Studium obliegt. Wenigstens sollte aber der Vielbeschäftigte, dessen Erwerbs« täligkeit ihn den größten Teil seiner Zeit dem „Lernen" entzieht, als Unterstützer und Förderer von mm na!m es andern ermöglichen, rnrn.i nrn^ia npvban den Toren, irr den Hallen der nia'v' und Lehrstätten dem Studium der hl. mm obzuliegen. Wer denkt da nicht an das ideale Verhältnis von r6i ti “ras^'/ den Taurohforscher und seinen edlen Förderer? Auf diese Verpflichtung der Gesamtheit den Thoraanstalten gegenüber hat der Keren Hatauroh die Aufmerksamkeit weiter Kreise gelenkt, was ein um so größeres Verdienst genannt weredn muß, als die alten Stiftungen für Taurohlernen zerfallen sind und neue nicht gemacht werden, hätten Agudas Jisroel und Kenesfio Gedaulo nichts anderes geleistet als den Keren hatauroh geschaffen, dann hätte ihnen schon diese große Tat für den ir-i-- bba den unauslöschlichen Dank der jüdischen Gesamtheit gesichert. Es ist ein Glück, daß in unserer Zeit der Zersplitterung eine solche Institution besteht, die ein einendes Band um die Gruppen verschiedener Anschauungen schlingt. Möge die Zusammenarbeit des ganzen jüdischen Volke» in Keren hatauroh sich verwirklichen und damit mit seiner Tauroh und dem himmlischen Vater die verheißene Einheit bilden. —sin in KirmiKi *>si»'i n"ai? Die von einer Fülle von interessanten Thoradeutungen durchwirkten, der Form und dem Inhalt nach vollendeten Ausführungen des geschätzten Redners hinterließen bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck. Der zweite Redner, Herr Wolf S. Jacobsonhamburg, knüpft an das Midraschwort von dem ‘•v oia und dem bv ow an, wonach es Jisroel obliegt nachdem der rwyi bv did bei der Cgelfünde zerbrach, da» bv oia um so treuer zu hüten. Jisroel ist von stolzer höhe herabgestürzt und krankt an allen Gliedern. Solange es aber noch hören will, hören, um das Gehörte in die Tat umzusetzen iaW>i .—navi» '13 nril» nwsb '13 ist es nicht verloren. -'i3i jjn mv m j-ik •d» tst ix*> is. ipb 1j? Damals wurde für alles, auch für das Kleinste Rat geholt in der min. o® tst bort, an ihren Maßstäben wurde alles gewesten. Anders heute, da alles an dem Maßstabe des Lebens gemessen wird. — Die mm wieder zum Herrscher in Jisroel zu erheben, muß unser Streben sein; jedoch soll sie nicht mit dem Schwerte raffeln, sondern der Purpurmantel der Königin sie zieren. Keren hathora will dafür sorgen, daß die mm in dem ihr gebührenden Königsgewande einherschreitet, nicht aber beschmutzt durch die jüdische Gaffe geht. Das der Zweck des Keren hathora. -!33'«^3n bv\ D'Vpcm by ■psrnwa msa irm- Beseitigung von b'kSo dient der Herstellung der homogenen Einheit, der Harmonie. Der Gedanke des bpvn Ji’sn» feftigi das Bewußtsein von der Unzulänglichkeit der Cinzelleistung und der Notwendigkeit der Zuammenarbeit. nm via nnnn ,iaia rmnn ,o'iirr nnnn wurden aus den Schekolim geschaffen. Auch wir im Keren hathora schaffen die Grundlage, das Fundament (ta':ii8) in den Talmud Thoraschulen, die wir in vernachlässigten Gegenden Westfalens, Sachsens usw. errichteten, senden Lehrer aufs Land, die mit/Aufopferung