Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1928)
- Date
- 1928-02-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Seite 7 9. Februar 1928 _ in seinem Beruf eine treue Begleiterin war. Drei Jahre war er dann Lehrer in Alzenau (Ufr.) und hierauf wählte ihn die. Gemeinde Künzelsau im Jahre 1892 zu ihrem Lehrer und Führer. Bis zu seinem so plötzlichen und unerwarteten Tode war es fein Streben, die Gemeindet zu Thauro, Awaudo und Gemilus Chafodim zu erziehen, gerade..so wie es fein Streben war, feinen sieben Kindern die gleich innige Liebe zu Gott und seinen Geboten einzupflanzen,, die ihn beherrschte. Sein stetes Streben war. auf Frieden gerichtet. Dadurch verstand er es auch sich bei. Juden und Nichtjuden gleich große Achtung und. bei seiner Vorgesetzten Behörde die allergrößte Wertschätzung zu erwerben. Das zeigte sich bei seiner Beerdigung, bei welcher nicht weniger als dreizehn Nachrufe gehalten wurden. Die Gemeinde hatte nach 35 Jahren ihren treuen Führer, das Land Württemberg einen seiner besten Lehrer, das Judentum einen feiner treuesten Anhänger, der mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzem Vermögen seinem Gotte diente, verloren. ■ rramn. Scharrachbergheim. 27. Januar. Am 27. Januar wurden die irdischen Reste des Moise Bi och zur letzten, Ruhe gebracht. In seinem 82 Lebensjahre ist ein Mann dahingegangen, dessen Leben und Wirken wir noch langt verspüren! werden als in einer Zeit und einem Lande, das arm ist an Männern von solcher Glaubensstärke, gepaart mit wahrer Menschenliebe. Welche Achtung er sich bei seinen Mitmenschen erwarb, zeigte sich bei dem imposanten Leichenbegängnis^ Mit aller Kraft trat er für die Wahrheiten des Judentums ein und wich auch nicht um Haaresbreite vom Althergebrachten. Am Freitag wurde der Verblichene zur ewigen Ruhe gebettet. Den Ovaun trug man in die hellevleuchtete Synagoge, an die Stätte, wo der Verblichene ein Menschenalter hindurch, während 60 Jahre als freiwilliger Schliach Zibbur gewirkt hat. Nach Psalmengesängen des Herrn Kantor Schwarzfuchs-Bischheim hielt Herr Rabbiner Dr. Bloch, Barr, die Trauerrede und entwarf in markigen Worten ein Lebensbild des. Verstorbenen. Herr Kantor Kauffmann -Obernai, ein Reffe des Derstorbenen und Herr Kantor Schwarzfuchs-Bischheim beschlossen die Trauerfeier mit weiteren Psalmengesängen. Man sah in der Synagoge auch den greisen protestantischen Pfarrer- Herrn Heyden. mn^xn Nürnberg, 31. Januar. Heute wurde unter zahlreicher Beteiligung seiner vielen Freunde Simon Feuchtwanger bn nach vollendetem 84. Lebensjahre zur ewigen Ruhe bestattet. Unsere Gemeinde Ahas Jisroel verliert durch den Heimgang Simon Feuchtwangers einen ihrer treuesten und besten Mitglieder. Schmerzlich beklagt jeder, der von dem leider eingetretenen Verlust hörte, das Ableben dieses wackeren edlen Jehudi und das Fehlen dieses freundlichen, liebenswerten und bescheidenen Mannes in unseren Kreisen. Simon Feuchtwanger bn war bis zum Jahre 1913 in Schwabach ansässig, wo er neben seiner anstrengenden geschäftlichen Tätigkeit stets seine Zeit und Kraft der dortigen Kehilloh zur Verfügung stellte als, vorbildlicher Jehudi und feine Kinder im gleichen Sinn erzog. Mit seiner Uebersiedlung nach Nürnberg widmete der Verblichene dann sein ganzes Wirken nur rrnay »min und tznon mH'vr. Kein Lehrvortrag war ihm des Abends zu spät, keine Morgenstunde war ihm zum rn'inV-Gebet -na'*:! zu früh und keine Etage war ihm zum Ausüben von mion mVraa zu hoch, und dies Alles übte er mit einer herzlichen Freundlichkeit und mit einem steten Eifer trotz seines hohen Alters bis an sein Lebensende. An seinem 80. Geburtstag wurde der Verblichene mit dem Chower-Titel geehrt und die ganze Gemeinde nahm freudig an dieser Ehrung anteil, denn jeder wußte, daß Simon Feuchtwanger -pm' bob nan war. Herr Rabbiner Dr. Klein schilderte bei der rnrp die vielen Vorzüge des Verblichenen und gab in beredten Worten den schmerzlichen Gefühlen Ausdruck, die seinevielen Freunde ob des Heimgangs erfüllte. Im Namen dev Verwandten sprach Herr Würzburger, Mannheim, Worte des Abschieds und des , Dankes. Außerdem ehrte Herr Rabbiner Dr. Manes, Schwabach, in einem Hesped im Trauerhaufe den Verblichenen. iV'axjn- Der Israeli! > Fritzlar, 29. Januar. Herr Salomon Speier, ein allgemein angesehener und beliebter Mitbürger dahier, begeht heute seinen 80. Geburtstag in größter körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische. Borken (Dez. Kassel), 29. Januar. Seinen 96. Geburtstag' beging dieser Tage in größter Rüstigkeit, und Geistesfrische Herr Feist R o s e n b u s ch, früher Metzgermeister und jetzt Rentner. Der alte Herr hat noch für alles Interesse. Fritzlar, 31. Januar. Ihren 80. Geburtstag beging Frau Hänchen Krohn dahier in seltener Frische. Vermischtes. Berlin, 30. Januar. Die Chewra Kadifcha dev Israel. Synagogengemeinde (Adaß Jisroel), die älteste Chewra in Berlin, veranstaltet am Sonntag, den 26. Februar (6. Adar) in sämtlichen Räumen des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstr. 116/117 - anläßlich ihres Sijums auf mvn mo rvv ein Festessen. Für den weiteren Teil des Abends sind namhafte Künstler bereits verpflichtet, worden, so daß die Veranstatlung, bei der es an Ueberrafchungen nicht fehlen wird, bestes Gelingen gewährleistet. Gedeckbestellung kann durch das Büro Artilleriestrahe 31 erfolgen. Leipzig. 2. Februar. Mit Bezug auf Ihren kürzlichen Artikel wegen Arbeitsbeschaffung für schabboshaltende Kräfte wollen Sie gefl. veröffentlichen, daß hier gut Platz ist für eine selbständige tüchtige Kindergärtnerin. Viele fromme Familien würden der Dame nicht nur ihre Kinder überlassen, sondern ihr alle Förderung zuteil werden lassen. Lrumsiadk, 14. Januar. Am nns? 'o p~v beging die Israelitische Gemeinde Crumstadt das Fest des hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge. Schon ] der Rüsttag des Sabbath und der Freitagabendgottesdienst in eineö festlich geschmückten Synagoge ließen erkennen, welche Arbeit ein rühriges Festkomitee unter der bewährten Leitung des Herr Lev F. Bruchfeld geleistet hatte. Die.Feier, die um y211 Uhr ihren Anfang nahm, versammelte neben den Gemeindemitgliedern und ehemaligen Crumstädtern eine Reihe auswärtiger Ehrengäste u, a. Herrn Kveisdirektor Dr. Merck, den Bürgermeister und den Vertreter des evangelischen ' Kirchenvorstandes. Als Einleitung diente ein Prolog einer kleinen Schülerin zu Ehren des Stifters Zacharias Bruchfeld, dem sich ein Chorgesang anschloß, worauf der zweite Vorsitzende, Herr Max Bruchfeld, die Begrüßungsansprache hielt, in der er ganz besonders die Verdienste des seit 27 Jahren amtierenden, ersten Vorsitzenden Herrn Gustav Bruchfeld würdigte. Dem folgte Herr Rabbiner Dr. Merzbach-Darmstadt mit einer groß! angelegten Festrede, in deren Verlauf er es meisterhaft verstand, den höheren Gottesbegriff und den erzieherischen Wert der 'Synagoge sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtheit klarzulegen. Nach einem Tenorsolo des Herrn Gottlieb-Frankfurt brachten nacheinander Kreisdirektor Dr. Merck für die hessische Regierung, Bürgermeister Heil für die politische Gemeinde und Pfarrer Högy für den evangelischen Kirchenvorstand der israelitischen Kultusgemeinde ihre besonderen Glückwünsche dar, alle immer wieder betonend, welch gutes Einvernehmen zwischen den einzelnen Bürgern und den Konfessionen hier herrscht. Den Schluß der Ansprachen bildete die des seit mrzem hier amtierenden Lehrers Herrn Benjamin Saffra, . der in markanten Worten auf die Bedeutung des Gotteshauses im öffentlichen wie im privaten Leben hinwies. Er dankte nochmals der politischen und kirchlichen Gemeinde für ihr freundliches Erscheinen und mit einem kurzen Ueberblick über die Geschichte der Emanzipation, der Entstehungszeit der Synagoge, im Vergleich zum momentanen Stande des jüdischen Volkes wünschte er allen Anwesenden, daß diese Stunden recht lange bei ihnen nachhalten mögen. Ein Chorgesang beschloß die ca. zweistündige Foier, die auf jeden einen tiefen Eindruck machte. Der Abend versammelt« sämtliche Gemeindemitglieder und auswärtige Gäste zum gemütlichen Zusammensein bis in die späten Nachtstunden hinein. Es wird dieser Tag der Gemeinde sowie den Gästen ein Tag besonderer Erinnerung sein. Topolcany, 18. Januar. Die R. Chaim Fürst- Jubiläumsaktion in Topolcany, die von den Schülern der Topolcanyer Machsike Thora gelegentlich des 50jährigen Jubiläums der Schule und der Lehrtätigkeit ihres geliebten Lehrers und Meisters in die Wege geleitet wurde, hat bereits, wie dies garnicht anders zu erwarten war, einen schönen Erfolg zugunsten des „R. Chaim Fürst Pensionsfonds" gebracht. Alle Schüler beeilen sich 'zu diesem erhabenen Zwecke beizutragen. Schon in kürzester Zeit wird das Datum des Jubiläumsfestes bestimmt werden. Indessen ersucht das Aktionskomitee alle Schüler und Verehrer der Thora, welche die zu diesem Zwecke bestimmten Beiträge noch nicht einsandten, diese ehestens an die Adresse des Herrn Hermann Friedmann jun., Topolcany, Stefanikowo nam. 38 zu senden. Heidelberg, 18. Januar. Immer, wenn ein neues Verzeichnis des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser erscheint, bedauern wir hier und mit uns vielt badische und außerbadische Glaubensgenossen, daß es noch nicht gelungen ist, hier ein auch nur in einfachster Form gehaltenes rituelles Speisehaus zu schaffen. Heidelberg, die vielbesuchte Stadt der Fremden, die Stadt der Studenten, Heilungsuchenden, Weekendort und Ausländerziel bietet dem gesetzestreuen Juden keine Möglichkeit, sich da aufzuhalten! Wir wissen, welche Entsagung dieser Mangel schon für manchen Stuben» t.e n, welch seelisches Leiden es schon für manchen K ra n k e n. bedeutet hat, hier weilen zu müssen, aber hier nicht richtig koscher leben zu können. Viele haben sich schon bemüht, und wir wissen, haß es gerade der „Verein zur Wahrung" istder dieses Arbeitsgebiet seit langem in erster Linie beackert. Man muß schon so , sagen, denn der Boden in der Stadt Heidelberg ist recht «steinig und die Mittel, die nötig wären, fehlen. Vielleicht hätte doch vom „"Hamburger Verein" die Angelegenheit intensiver bearbeitet werden sollen. An vielen Orten des In- und Auslandes — das Verzeichnis beweist es — sind rituelle Speisehäuser, die kaum notwendiger sind, als in Heidelberg es eines wäre. Mit vieler Mühe und mit Opfern haben die Heidelberger Gesetzestreuen sich ein Minjan geschaffen. Es wäre schön, wenn die Möglichkeit vorhanden wäre, daß einmal wieder viele j nav-Gäste zu diesem Minjan gezählt werden könnten und daß — wie einst — wieder eine V. I. A. ihren Stammtisch und die Stätte echt jüdischen Zusammenseins in einem rituellen Speisehaus eröffnen könnte. Die hier mithelfen, etwas Neues zu schaffen, machen sich nicht nur um Bequemlichkeit zu bieten, sondern vor allem ms» avb um Gesunde und Kranke, um die lernende Jugend vor allem, verdient. Familiennachrichten. Barmizwo: Walter, Sohn des Herrn Leopold Neumann und Frau Helene geb. Strauß. Fürth i. B.. Moststraße 10p. wvaV» D« — Julius, Sohn des Herrn Philipp Heinrich, Frankfurt a. M, Mainstr. 23. Synagoge Friedberger Anlage, 's — Siegfried, Sohn des Herrn Mos. Goldschmidt. Frauksurt a. M.. Herderstr. 51. ö’ösff» nana. Briefkasten. Alter A bonn ent. jüdische Haushaltungsschule. Frankfurt a. M., Königswarterstratze. Treue Iehudim. Man kann Ausrufe nicht anonym erscheinen lassen. T. in F. Wenden Sie sich an den Sofer Herrn M. Schreiber, hier, Ostendstr. 45. Besten Gruß! A. W. in R. Wir empfehlen Ihnen den deutschen „Ktzzur", der bei A. I Hofmann. Frankfurt a. M.. Allerheiligenftraße in Lieferungen erscheint. Ebenso würde Ihren Zwecken da- Luach des Vereins für jüdische Volksbildung gut dienen. sind stets unsere Weißen Wochen! Tüll, Mull, VOIle, Madras usw. cilles Qualitätsware, sind in großen Mengen von verblüffender Billigkeit bereitgestellt. Auf alle vorgenannten, nicht reduzierten Artikel gewähren wir lÖP/0 Rabatt Vertrieb von Erzeugnissen sächsischer Gardinen~Fabriken F.W.Hollz Stiftstr. 29-33 Stiftstr. 29-33