Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1928)
- Date
- 1928-01-19
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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Nr. 2 Seite 7 19. Januar 1928 Der Israelit Blätter Erschienenen zu fassen. Viele wurden abgewiesen, viele stanven in drangvoller Enge, Polizei drohte mit Schließung. Dr. Willy Hofmann, Vorsitzender der deutschen Jugendorganisation, begrüßt die Teilnehmer und gedenkt mik Dank und Wehmut der Männer und Frauen, die am Aufbau der Organisation, an ihren Sorgen und ' ihren Freuden mitarbeiteten und den wunderbaren Erfolg dieser Masfentagung nicht mehr erleben durften. Bei Nennung der Namen der verewigten Rabbinen Dr. Sal. B teuer, Dr. E h r e n t r e u und Dr. C a r - leb ach b"T. erhebt sich die Versammlung spontan, ebenso, als des Mannes gedacht wird, der die Grundlagen der Jugendorganisation gelegt, ihr seine Kraft gewidmet und seinen Geist eingehaucht hat: Dir. Gerson Senge H- Als Ziel der Tagung, als Aufgabe der Zukunft bezeichnet der Redner: Menschen zu bilden, die. der Idee der Agudas Jisroel getreu, Werber^ fein tonmn für bhe endliche Sammlung aller vm-v- Es folgt die lange Reihe der Begrüßungen: die Frankfurter Jugendgruppe grüßt durch Herrn Hermann Frankenthal, die Ortsgruppe durch Herrn Leopold O p p e n h e i m e t, für den Eeschäftsführenden Ausschuß spricht Herr Leo Wre schner, für die Palästinazentrale Dr. S. Ehrmann, im Namen der deutschen Landesorganisation und des Keren Hatorah Wolf S. Jacobsohn, der Esra grüßt durch Mar F e u ch t w a n g e r, der Bund jüdischer Akademiker mit Herzlichkeit durch Dr. Mar Ephraim, Lewenstein- Z ü r i ch wünscht im Namen des Westeuropäischen Jugendverbandes der Agudas Jisroel — dem Deutschland, Holland, Oesterreich, England, Tschechoslowakei und die Schweiz angehören — sowie für die Schweizer Gäste der Tagung Glück und Erfolg, Stern-Wien im Auftrag seiner Landsleute Glückmann-Porusch-Jerusalem verliest die innigen Wünsche der Agudajugend Erez Jisroels. - Die Stunde ist bereits vorgerückt, als der eigentliche Redner des Abends, Jacob Rosenhe im, das Wort ergreift zum Thema: „Die Politik der A g u d a s Jisroel". Mit gewohnter Meisterschaft, in Gedankenklarheit und hinreißendem Schwung, legt er die Wurzeln jüdischer Gesamtheitsaufgabe klar. Politik ist ihm Kunst und Wissenschaft der Verwirklichung sittlicher Grundsätze im öffentlichen Leben, für Agudapolitik sind diese Grundsätze die von der Tauroh gegebenen, vom jüdischen Menschen zu erfüllenden Heiligungsprinzipien. Sie zu verwirklichen durch Heiligung des Einzelmenschen, durch Hinemtragen dieser Heiligung in das Gesamtdasein des jüdischen Volkes, endlich in die außerjüdische Welt, das ist Aufgabe des organisierten Klall, Aufgabe, die durch „Politik" in diesem höchsten Sinne gelöst wird. Nur die Gemeinschaft, nur die Organisation derer, die zur Selbstheiligung streben, kann die Heiligung der Weilt, kann den Ausbau des Thora-Reiches auf Erden vollbringen. Der Redner skizzierte noch, wie Agudas Jisroel bisher bemüht war, in diesem.Sinne „Politik" zu treiben, wie durch die Organisation der Thoratreuen große Aufgaben gelöst wurden und wie andere noch der Lösung' harren, die der Mitarbeit der Jugend vor allem bedürfen. Der Beifall raste und wurde zu begeisterter Huldigung. Der Inhalt dieses sowie deranderen Referate kann in diesem Rahmen nur kurz skizziert werden. Deer Wortlaut der Reden wird aus dem vom Pressebüro des B. T. (Frankfurt a. M., Langestr. 18) herausgegebenen, in Kürze erscheinenden stenographischen Protokoll ersichtlich sein. Die Sonntags-Tagung (Beginn 10 Uhr) wird durch den Dank Dr. Hof Manns an Herrn Dir. Fink, den Leiter der Realschule der Israelitischen Religions- Gesellschaft, in deren Räumen die Beratungen nunmehr stattfinden, eröffnet. Dieser selbst begrüßt die Versammelten in besonders herzlicher Weise. Dr. Ascher-Ber-les-Bains zeichnet in seinem tiefgründigen Mussarvortrage ein Bild der zerrissenen europäischen Welt, von deren Oberflächlichkeit auch die Kreise des thoratreuen Judentums zu sehr ersaßt werden. Das wahre Gefühl für die Zusammengehörigkeit der Juden auf dem Erdenrund fehlt, die Begeisterung für Weiterverbreitung der Tauroh-Jdee mange.lt. Die Zeitgeschichte zeigt, daß alle Kultur, alle Wissenschaft nur relativ zu werten, Taurohkultur allein die ewige Wirklichkeit darstellt, allein befähigt ist, die Leidenschaften einer aufgewühlten- Menschenwelt zu veredeln und zu bekämpfen. Die glänzende Rethorik des Redners, sein Wissen um die Zeit und sein tiefes Verständnis für jugendliches Denken machte starken Eindruck. Dr. H o f m a n n begrüßt den kurz aus prr zurückgekehrten Vorsitzenden des Wiener Geschäftsführenden Ausschusses, Rabb. Dr. Pinchas K o h n und läßt die Wahl des Tagungs-Präsidiums vornehmen. Auf Vorschlag von «Wolf S. Jac.obsohn werden zu Präsidenten gewählt: Dr. Siegmund Sk ein-Köln, Rabb. Dr. Elie Munk-Ansbach, Dr. Willy. Hofmann und Dr. Gustav Münz- Nürnberg, zu Schriftführern: Hermann Bing-Frankfurt a. M., Friedrich Lohn- Hamburg - und Abraham Lohn-Marburg. Siegmund Stern übernimmt die Leitung. Dr. Eli Munk-Berlin referiert über: „Die Aufgaben der Agudas Jisroel-Jugendorganisation". Er gibt eine scharfe Analyse der deutschen Agudabewegung, konstatiert, daß der Jugend, die, fremden Einflüssen ausgeliefert, nach Hilfe für Reinhaltung der jüdischen Seele sich sehnt, von Agudas Jisroel noch nicht geholfen wurde, daß für Deutschland das Betätigungsfeld der Aguda noch nicht gefunden worden sei, die Betätigung für das Ausland zwar das Klallbewußtsein wecke, aber zur Bildung jüdischer Einzelmenschen nicht beitrage. Man dürfe nicht wie bisher Deutschlands Agudisten so nehmen, wie sie. sind, muffe sie vielmehr zu Aguda- Knltur, zu Selbstheiligung Herangehen; Birnbaums „Au- Iim"-Programm ser vielleicht der Weg zur Vervollkommnung, in dieser Richtung jedenfalls sieht der Redner den Weg der Zukunft. Bisher war Agudas Jisroel-Jugend da, um der frommen Jugend zu zeigen, daß die Möglichkeit des Zusammenschlusses mit Gleichgesinnten in der Orthodoxie besteht, daß sie nicht außerhalb der taurohersüllten Krreise ihr Ideal suchen muß. Daß sie abe,r nun auch in Agudas Jisroel findet, was sie außerhalb, suchte: Bewegung, jugendliches Milieu, Wege zur Verinnerlichung, das muß sich jetzt in naher Zukunft -erweisen: der Jugend, die Kleinkram de,r. Organisation nicht mitmachen will, muß das Feld zu jugendbewegter Tatmöglichkert gewiesen werden- Sache der Jugend ist Menschenbildung, nicht straffe Organisation.. „Viele Wege führen nach Wien, möge Wien seine Tore weit öffnen!" Eine Hymne an die Jugend von Rabbi Awrohom Elia Kaplan Vst beschließt die Rede. ' David Ullman n-Kassel teilt sein Korreferat in zwei Teile: Stadtarbeit und Landarbeit, zwischen denen die Mittagspause eintritt. ■ Erstes Erfordernis für die Stadt ist: Führer zu gewinnen. Weg hierzu ist Bildung kleiner Arbeitsgemeinschaften, deren Programm: Durcharbeitung jüdischen Weltanschauungsstoffes, gestützt auf Erkenntnis von den Zusammenhängen der jüdischen Geschichte, ferner pädagogische Schulung, alles muß natürlich basieren auf wirklich gediegener Kenntnis der jüdischen Quellen. Um die passive Masse der Mitglieder heranzuziehen, bedarf es aktueller Problemstellungen, Auseinandersetzung mit allen Kulturfragen. Politische Schulung mutz vor allem das^ Selbstbewußtsein, den Stolz auf Agudas Jisroel und ihre Idee stärken, erst wenn die Grundlagen zuni Verständnis der Gesamtheitsaufgaben gelegt sind, soll praktische Mitarbeit der Jugend gefordert werden, die aber dann zur Hebung des Pslichtbewußtseins und des Klallgefühls wichtig ist. Die Gruppe muß ein Milieu schaffen, in dem das Mitglied seine Gemeinschaft sehen muß. Um dies zu gestalten, ist Jndioidnalerziehung, Veredlung der Persönlichkeit, auch durch Hinemtragen von Mussargedanken wesentlich. Die gewaltige Ausgabe, auf dem Land für Tauroh-Erziehung zu wirken, kann die Aguda-Jugend allein nicht bewältigen. Deshalb ist hier Selbstbeschränkung am Platze. Die bisher eingeschlagenen Wege — Bezirkssekretariate, Bezirlstagungen — sind ausgubauen. Die Verländlichung, die wesentlichen Bestandteil des „Aulim"- Programmes darstellt, ist vielleicht ein wichtiger Beitrag zur Landarbeit, wie überhaupt die „Aulim" zu begrüßen sind, wenn Gewähr dafür besteht, daß sie innerhalb der Organisation bleiben und arbeiten. Nachdem Siegmund Stein den Rednern gedankt hat, beginnt die Diskussion, bei der von vornherein Beschränkung der Redezeit auf 10 Minuten eintritt. Dr. Mar Köhler -Berlin propagiert verstärkte Heranziehung von Lehrern und Rabbinern, speziell um Führer zu erziehen. Für die lehrerlosen Landgemeinden könne bei gutem Willen und Opferleistung der Einzelnen viel getan werden. Der Ton in der ganzen Bewegung müsse jugendlicher sein, vor allem in der Leitung. Soziale, Arbeit sei wertvolles Mittel zur Selbsterzieihung. _ Frl. Lewen stein -Zürich hat starke Bedenken gegen den „Aulim-Orden", der zu Zersplitterung oder gar Kastenbildung führen müsse, unter Umständen auch von Agudas Jisroel abführe. Das Programm der Verinnerlichung des jüdischen Lebens müsse alle umfassen, nicht nur die Aulim. Rabbiner Dr. Elie Munk-Ansbach: Schon feit langer Zeit habe er nach der höheren Einheit geforscht, in der sich Arbeit für die Gesamtheit, also das organisatorische Prinzip der Jugendorganisation, mit der Erziehung des Individuums wie sie der Esra erstrebe, vereine. Die Möglichkeit zu dieser harmonischen Einheit sieht er im Aufruf der Aulim gegeben, deshalb begrüßt er die Bewegung, die die Verbindung der Gesamtheitsaufgaben mit der Einzelausgabe der Menschenerziehung' erstrebe. Josel Kahn -Kopenhagen wendet sich gegen Eli Munks, „Los von der Organisation". Martin K a tz - Frankfurt stellt fest, daß Dr, Köhler seinen Artikel mißverstanden habe. Er habe nur festgestellt, daß die Eemeindeorthodorie sich tatsächlich von Agudas Jisroel fernhalte, nicht aber diesen Zustand gebilligt. Rabb. Dr. Pinchas K o h n - Wien macht darauf aufmerksam, daß die historische Aufgabe der "Agudas Jisroel-Jugendorganisation bis jetzt gewesen sei, den nnw iinr bei der Fahne der Thora zu halten. Wäre sie nicht gewesen, so wären alle Anwesenden „im besten Falle" heute — neutral. Neutralität aber sei unjugendlich. Er berichtet von dem weltgeschichtlichen Ringen in Erez Jisroel, wo es um die Zukunft der Tauroh-Jdee auf heiligem Boden gehe. Um jede einzelne Seele müsse ge-- rungen werden, weil letzten Endes die Majorität über die Zukunft der Gemeindeordnung entscheide. Dr. Heinrich Cohn-Köln: Die Jugend hat nicht Schuld daran, daß Agudas Jisroel sich keiner großen Sympathie in Deutschland ° erfreut. Die Leitung hat noch nicht die Entschlußkraft gefunden, um ausdrücklich zu betonen, daß jeder dw sr zu uns gehört. Redner betont seine persönliche Zugehörigkeit zur Austrittsorthodorie, dennoch soll Agudas Jisroel alle dw umfassen. Wenn erst einmal Klarheit hierüber herrschte, dann werden auch die persönlichen Zwistigkeiten in der Leitung aufhören, die den Führern das Leben verbittern. Auch er hält Birnbaums Programm für die Grundlage der Zukunftsarbeit, wenn er ihin auch nicht ganz zu folgen vermag.. Dr .Willy Hofmann dankt im Namen des O. V. für die offenen Worte der Kritik, gibt aber zu bedenken, daß der „Kleinkram der Organisation" solange das Geld nicht für bezahlte Kräfte reicht, eben die Kräfte der Leitung zu großem Teile absorbieren muß. Der O. V. hat die Strömungen der „unpolitisch" sein wollenden Jugend ernst genommen, deshalb Jacob Rosenheim gebeten, als Einleitung der Tagung ein Bild von der notwendigen und religiös-ethisch fundierten „Politik der Agudas Jisroel" zu zeichnen. Die Art, wie Politik gemacht wird, darf ruhig von der Jugend kritisiert werden, wenn sie andererseits bereit ist, auch praktisch mitzu arbeiten. Heinrich Landau -Fürth sieht in der Struktur des Esra eine Gefahr für Agudas Jisroel, weil der Esra ganz aufs Individuum eingestellt sei. Von Agudas Jisroel fei nichts geschehen, um junge Mensche,n zu gewinnen, der geistige Inhalt der Bewegung sei zu wenig ausgeschöpst worden. Er sieht die Synthese Organisation — Jugendbewegung, die auch er für nötig hält, nicht in den „Aulim". Rechtsanwalt Jsaac R o s e n h e i m -Fransinrt erkennt an, daß die Erziehungsarbeit des Esra wertvoll aüch für uns sei, die historische Größe jedoch ist bei Agudas Jisroel, der Organisation des Klall. Natürlich müsse auch sie den Menschen erfassen, er schlägt deshalb vor, für die Erziehungsarbeit im O. V. ein besonderes Dezernat zu gründen. v. d. Walde- Köln betont die Wichtigkeit der Landarbeit. Die Bezirkssekretariate müssen ausgebaut werden, auch in bisher vernachlässigten Gegenden. Als letzter Debatteredner hebt Wolf S. Jacobf o h n - Hamburg noch einmal die Wichtigkeit der Verinnerlichung hervor, er hält die Anregung Jsaac Rosenheims für wertvoll, will auch die agudistischen Esraführer zur Verantwortlichkeit für die Zukunft der Agudas Jisroel aufgerufen wissen. „Aulim" seien die Zellkerne der Verinnerlichung. Schluß der Plenartagung 8.20 Ilhr abends. Die Delegierten vereinigen sich noch zu einer Nachtsitzung, die erst um 2.30 Uhr morgens ihr Ende findet und wertvolle Einsicht in die Arbeit des O. V. sowie Anregungen für künftige Arbeit bietet. Die Ergebnisse der Besprechung, die vertraulichen Charakter trug, sollen am Montag bei der öffentlichen Delegiertgntagung von einem zu beauftragenden Teilnehmer dargelegt werden. Der Montag Morgen beginnt (10 Uhr) mit dem Vortrag von Bernhard 8.. Jacobsohn -Hamburg über „Sittliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend^. Erhält das Hineinziehen der Jugend von 15—20 Jahren in politisches Getriebe (Wahlkämpfe!) für Versündigung am jugendlichen Charakter, will Wege für die geistige Erziehung zum „Kulturagudismus" zeigen, der auf dem systematischen, dem jugendlichen Geiste gemäßen Lernen basiert. Der Planlosigkeit des heutigen Thoralernens muß ein detailliertes Lernprogramm gegenübergestellt werden, eine richtige Verteilung des Lernstoffes muß dafür sorgen, daß in Zukunft nicht mehr Gebiete, die für die Menschenbildung und Vervollkommnung besonders wichtig sind — beispielsweise -pn — vor anderen vernachlässigt werden. Intensives Studium der Grammatik und Syntax erleichtert das Selbststudium, das auch durch schriftliche Fixierung des Erlernten gefördert wird. Wichtig ist es auch, in die Methodik des „Paskenens" einzudringen, so wird die Ehrfurcht vor den Rabbonim und ihren Entscheidungen vertieft. Geschichtskenntnis ist von grundlegender-Bedeutung, dckrft aber aus zweifelhaften Queller, nur dann gewonnen werden, wenn zuvor aus Hirsch, Halevy usw. die Erkennnis von der zweifelthaften Zuverlässigkeit dieser Quellen erlangt ist. Das Gefühl für die Schönheit von Piut und Midrasch ist zu wecken. Immer und immer wieder muß die Synthese von min und ps T-n versucht werden; Bildungsfeinlichkeit ist ein sich bitter rächendes Unverständnis. Die Schlußworte des Jacobsohn'schen Referates gaben die Ueberleitung zu den eigentlichen „Erziehungs"- Referaten die jetzt folgten: für die Mädchen spricht. Frl. Studienrätin Lilli Freimann -Hamburg (die Mädchen siedeln in einen anderen Saal über), für die Jungen Dr. Arnold M e r z b a ch - Frankfurt a. M. über „sittliche Ertüchtigung" im Sinne der Auseinandersetzung mit der nichtjüdischen Zeitkultur. Beide Referate zogen mit dankenswerter Ehrlichkeit und leider in unserem Kreisewohl noch nie gehörter Scho nungslosigkeit den Schleier, mit dem man so manches wichtige Erziehungsproblem zu verhüllen liebt, fort und zeigten die Nöte frommer jüdischer Jugend, sowie Wege zu ihrer Bekämpfung und Milderung. Es paarte sich bei ihnen pädagogische Führerbegabung mit tiefstem Wissen um die Zeit und die Seele dqc Jugend, beide forderten den Mut zur Auseinandersetzung mit der Umwelt entgegen der „Zurück ins Ghetto"-Resignation gewisser Kreise, zeichneten ein Bild geheiligter Lebensbetrachtung und verjüdischter Lebensgestaltung. Weihe des Berufslebens im Sinne jüdischer Sozialverpflichtung, Weihe des Gesellschaftslebens durch Achtung jedes Menfchenbruders, Hilfe und Schuh statt Spott für Sinkende und Gesunkene, Meldung des Klatsches, der Unehrlichkeil, der doppelten Moral, Eindämmung und Veredelung des Trieblebens statt zu Seelenkrankheit führender Ver-