Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1928)
- Date
- 1928-01-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Seite 7 5. Januar 1928 Der Is r ael i t war dessen Plätz mit Blumen geschmückt, woselbst auch für das Jubelpaar ein besonderer Mischeberach eingeschaltet wurde. .Ms Herr Hirsch nach Schluß des Frühgottesdllnstes sich nach der alten Schul Heidereutergasse begeben hatte, wurde er mit verschiedenen Mizwaus bedacht. Herr Rabbiner Dr. L ö w enth a l feierte das Jubelpaar von der Kanzel in einer längeren Ansprache und wies auf die vielseitigen Verdienste desselben hin, ganz besonders auf' dessen Eifer für Mizwaus und Gemillus Chesed. Am darauffolgenden Sonntag, wo die offizielle Feier im Hause war, fanden sich viele. Deputationen ein: Bes-Hamidrasch, alte Synagoge, Schäumer Habauker-Verein, Mrschan Aweilim, Oldfellowloge, Chewra Kadifcha, Adaß Jisroel, Krieger-, und Veteranen- Verein, Rabb. Dr.Esra Munk, Rabb. Dr. M. Hildesheimer usw. Das Jubelpaar wurde von allen Deputationen durch Ansprachen gefeiert, und es zeigte sich die persönliche Beliebtheit des Jubelpaares, auf welche Herr Hirsch sofort dankend erwiderte. Ganz besonders wurde Herr Hirsch von der Deputation des Bes-Hamidrasch, gefeiert, welche durch die Herren Rabb. Dr. Biberfeld, Dr. Auerbach und Prof. Mittwoch vertreten waren. Letzterer sprach seinen tiefsten Dank aus für das warme Interesse, welches der Jubilar seit 40 Jahren dem Bes-Hamidrasch entgegengebracht hatte, und wies darauf hin, daß diese alte, ehrwürdige Institution keine weiteren Ehrenämter mehr zu vergeben hätte, da solche bereits. Herr Hirsch alle besäße. Als weiteren. Ausdruck der Dankbarkeit überreichte Herr Prof. Mittwoch eine neue Radierung von Herm. Struck, einen Lamden im Bes-Hamidrasch darstellend. Es war ein wechselreiches Bild, diese vielen Deputationen dort zu sehen, und mit diesen verbanden sich tausende von Gratulanten. Die Anteilnahme an diesem Fest in den gut jüdisch gesinnten Kreisen war eine gewaltige. Möge es dem Jubelpaar v'IV nxn iN in gleicher Rüstigkeit und Frische vergönnt sein, seinen Lebenswandel in diesem Geiste weiter zu betätigen. Köln, 28. Dez. Am 1. Januar scheidet Herr Lehrer Grünewald aus dem Lehrkörper der Seminarübungsschule, an der er fast ein Jahrzehnt gewirkt hatte, um die Stelle als Lehrer, Prediger und Kantor der Genleinde Hamborn (Rheinland) anzutreten. Die Lehrer des Seminars ehrten den verdienstvollen Kollegen durch eine weihevolle Abschiedsfeier, an der sich alle Seminar- und Seminarübungsschullehrer (die Seminaristen waren bereits in die Ferien gegangen), Vertreter des Kuratoriums und die Schüler der Uebungsschule beteiligten. Di« Feier wurde durch einen Schülerchor, der unter der bewährten Leitung des Oberkantors Söffe stand, stimmungsvoll eingeleitet. Sodann ergriff der Seminarlehrer, Herr Dr. Harth, das Wort. Er würdigte die großen Verdienste des scheidenden Lehrers um Seminar und Seminarübungsschule, mit deren Entwicklung der Name Grünewald für alle Zeiten verknüpft^ bleibe. ' Herr Grünewald seil nicht allein ein Meister; sonder nein Künstler seines Berufes, da er es, wie kein anderer, verstanden habe, dis Kinder zu sich emporzuheben, dessen Glanzleistungen und Erfolge unerreicht daständen, -er Elternhaus und Schule in stete, innigste Verbindung zu bringen wußte, durch dessen Unterricht, der jeden Hörer in Bann hielt und .Bewunderung .erregte, die1 Arbeitsmethode erst verstanden worden sei, der durch seine reichen, pädagogischen Kenntnisse und seine praktischen Vorführungen einer großen Anzahl Seminaristen und Seminaristinnen wertvolle Anregungen und bedeutsame Winke erteilte. In ähnlichem Sinne sprach hieraus Herr Dr. Stein. Auch er dankte dem gewissenhaften Lehrer, dem Freunde der Jugend, dem braven Kollegen für den reichen Segen, den er ausgestreut habe. Herr Levr dankte im Namen des Kuratoriums und der Eltern, die mit tränendem- Auge dem warmen Freund und Erzieher ihrer- Kinder scheiden sahen. Herr Lehrer Simons bedauerte das Scheiden des lieben Freundes und dankte für die unvergänglichen Verdienste, die er sich erworben habe. Sodann ergriff Herr Grünewald das Wort, um zunächst in launiger Weise auf die vielen, unverdienten Lobreden einzugehen. Er könne es nicht begreifen, daß man seine bescheidenen Leistungen so hoch einschätze, da er sie doch als selbstverständliche Pflicht betrachtet habe. Sodann nahm er mit tiefbewegten Worten Abschied von seinen lieben Kindern, ermahnte sie, in den Bahnen des unvergeßlichen Lehrers, Herrn Dr. Carlebach zu wandeln, nach seinem Beispiele zu leben, ihm in Gottesfurcht und Pflichterfüllung nachzueffern, dankte den Kollegen für ihr verständnisvolles Entgegenkommen, für die Freundschaft und Liebe, sowie für die Anerkennung seiner Lehrer- und Erziehungsarbeit, dankte allen, die seiner durch liebevolle und treue Worte gedacht ten und versprach, Lehrern und Schülern ein treues Andenken zu bewahren. Ein Schlußchor beendigte die herrliche Abfchredsfeier. Fritzlar, 26. Dez. Am Sonntag nachmittag wurd< das allseitig beliebte und hochgeachtete Mitglied unserer Gemeinde, Moritz Stern, abgerusen. Der Verblichene besaß, besonders im Jüdischen, ein großes Wissen. Sein gutes Herz leitete ihn bei der Pflege seiner lange kranken Mutter, bei seiner Sorge um Kranke und Hilfsbedürftige, bei seinem Streben um die Förderung des Jüdischen Frauenvereins, dessen Rechner er lange Zeit war. n"33MJV Raboldshausen, 26. Dez. Die Gemeinde Raboldshausen wurde vorerst aus 3 Jahre der Gemeinde Homberg zugeteilt. Schölllrippen, 1. Jan. Am 14. Januar, s. G. w., feiert der' in weiten Kreisen bekannte Herr Josef Strauß in Schöllkrippen seinen 84. Geburtstag. Vermischtes. Erfurt, 27. Dez. Am 27. November 1927 fand in Erfurt eine stark besuchte Hauptoorstandssihung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands statt. In vierzehnstündiger Beratung wurden die gesamten Fragen der Organisation und Arbeit des Verbandes und seiner Glieder einer eingehenden Erörterung unterzogen. Die nächste Delegiertentagung wird zu Pfingsten 1928 nach Dresden einberufen. Dieser Delegiertentagung wird ein neuer Statutenentwurs, der u. a. auch, das Verhältnis der Landesverbände zum Reichsverband einer Neuregelung unterzieht, sowie ein in allen Posten stark erhöhter Etat oorgelegt werden. Crumstadt b. Darmstadt, 3. Jan. Am 14. Januar 1928 nivv rwna p"v begeht die israelitische Kultusgemeinde Crumstadt das Fest des hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge. Dem am Vormittag stattjindenden Festgottesdienst schließt sich eine öffentliche akademische Feier an. Bad Ems, 27. Dez.. Im Israelitischen Zentral- Waisen- und Mädchenheim in Bad Ems sind Plätze frei. Anmeldungen sind an Dr. Weingarten, Bad Ems, zu richten. Oberaula, 26. Dez. Hier fand eine Versammlung des Centraloereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt. Der stellvertretende Syndikus des Landesverbandes, Herr Erwin B a e r - Frankfurt a. M., gab einen eingehenden Bericht über die politischen Verhältnisse angesichts der kommenden Reichstagswahlen. An den Vortrag knüpfte sich' eine rege Aussprache, in der besonders die Schul- und die Schächtfrage erörtert wurde. Bad Harzburg, 26. Dez. Vom 1. Dezember 1927 ab hat Herr L. T a r l o w s k y (bisher Pächter der Villa „Charlotte" hier) das hiesige Pensionshaus: Haus „Strohmeyer, Bad Harzburg", Dommestraße 12, übernommen und darin eine rituelle Pension unter* Aussicht des Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt, eröffnet. Familiennachrichken. Barmizwo: Theodor Morres, Sohn des Herrn Adolf Friedmann aus Bojonne (U. S. A.), bei Dr. Weger, Frankfurt a. Dl., Zodelstratze ö. Synagoge Friedberger Anlage. Schabbos •>m. In der gegenwärtigen Saison unterstehen nur die folgenden Restaurationen an der Riviera der Aufsicht unseres Vertrauensrabbiners: 1. Cannes: Mme. E. Kaltbaum; 2. Menton: Mme. C. Partakowski; 3. Menton: K. Nisselbaum; 4. Nizza: Mme. Jenkelowitsch; 5. Nizza: A. Mitzengendler; 6. San Remo: Kokisch. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. B., Hamburg. fc, Kaiser.- «5k?- i-k das altbewährte Schönh^itemiff^^ür den täglichen GelhWüch " eoRAjr Tüchtige, intelligente ifl Iö n gtie für Kölner Metallgeschäft Sonnabend geschlossen. Off. unt. 86295 an die Erp. Erfahrene streng orthodoxe Lrzieberia svcht zum 1. 8. 28 Anstetkung Off, unt. 86263 an die Exp. §ekil«let. Mein streng relig., äußerst tüchtig in Küche und Haus, fucfif Sfeffüiig in frauenlos. Hause. Evtl, auch als Schaumeres Gute Seugniffe u. beste Referenz, ff. unt. 28374 an die Exp. per? jfid. IltSdcfien düs kochen kann und etwas Hausarbeit mit übernimmt Uhlandstratze 58,3. Jjausfiäfrepin mit gut. langjähr. Zeugn. und erstklaff. Refer., sucht am liebsten in Frankfurim. Sfefluiig in frauenl Haush. od iihnl. selbst. Posten. Off. u 2.117 ^.Schmidt. Ffrn.,Langeftr.7 Für streng rituellen Haushalt tüchtige zuverlässige Köchin in grötz. Stadt Süddeutsch!. Off. mit Gehaltsanspr. und mögl. 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