Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1928-01-05 · Heft 1 (5.1.1928) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 1 (5.1.1928)
Date
1928-01-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450495-2450496--74597-2532078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«c 7 J, v S.IaWar 1928 Frankfurt a. M., den 12. Teweth 66K9 Nr. 1 Begründet von Dr. Lehmann in-Mainz. Abonnement ab Januar 1834: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Bterreljahrpreffe (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Stretfband-Berfandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1. Juli Pengö 6 ab 1.Juli 1927; Dänemark 3. 30 Krön.; Norwegen 3.60.Krön.; Schweden 3.80 Krön. Einzelnummer dreißig Toldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 48 Toldpf. für die fiebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 3V Pf. Die 73 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 1.80 Mk., vorletzte Textseite 2.— Mk.; Chiffregebühr in Höbe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt.nach Tarif. Bei laufende« Jnserataufträgen karifm. Preiserhöhung jedem. Vorbehalt.. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit D. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 6843 sow. durch siimtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands Alleinige Jnierakenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt. Langrstr 7, U, Tel. Hansa 4641. Platzvorschr. ohne Bei bindlicht. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) 8r. 19803. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Ätr. 79bik,.. —Poftsparkassenamt Budcweft Nr. 18434.— Postscheckkonto Warschau Nr. 1907S7. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7m — Inkasso-Bank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 24819 - Böhmische Unionbank in Prag - Banca Marmarosch Blank & Co^m Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins i» Agram. — Der Gerichtsstand kür alle au? Abonnements oder, aus Inseraten stch ergebend« n Zahlungsverpstichtungen ist Frankfurt a. M.! und daß auch die aus Mangel an Mitteln des (£U(f) Alt TStbZVi“ Ausbauesnoch stark bedürftige Organisation des S'v-juv* -iw «rrt S Rabbinischen Rates mfev dem Drucke Ern Rückblick auf dre Aguda-Woche. j der Notwendigkeit rascher voranschreiten wird, Wer die festlichen und arbeitsreichen Tage in als es bisher der Fall war. Frankfurt und Berlin vom Sabbath Chanucka^ Mit einiger Sorge hatte man der großen bis zum Ende der Woche innerlich miterleben.Auseinandersetzung zwischen Polen und der durfte, wird seine Eindrücke vielleicht in dem j<5 tot» cif et über die palästinensischen Geulten, so ganz urjüdischen Worte des Psalmiften! meindebildungsfragen entgegengesehen. War es wiedergespi-egelt finden, navia „jauchzet in, doch kein Geheimnis, daß die neugebildete „Adas Beben." ~ IIsrael hacharedis", die bereits in starken Ge- Es war ein Gefühl zukunftsfrohen Glückes, - genfatz mit dem „Waad hair aschkenasi" geraten das der Blick auf die Versammlungen in Frankwar, von Polen aus protegiert wird, und daß furt wie in Berlin auslöfen durfte. Dort eine in überraschend großer Zahl'herbeigeströmte Jug e n d, die ein wahrhaft lebendiges, aller schwächlichen Anpassung an Fremdes widerstrebendes Judentum ersehnt, eine Jugend, die zum treuen Gehorsam bereit ist, wo immer sie echte Begeisterung und selbstlose Hingegebenheit an Gott und sein Gesetz spürt, und der ein Verständnis -aufgegangen ist für die alles überragende welthistorische Aufgabe des agudistischen Einigungswerkes. - Hier in Berlin eine Kenessio ketano, numerisch klein vielleicht mit ihren etwa 70 Köpfen, aber doch, weil fast alle Länder mit ihrennnin repräsentativ vertreten waren, umflossen von der Würde des thoratreuen jüdischen Volkes, das in dem zähen Ringen um feine Organisation zum Leben erstehen will. Von aufwärts führenden, beschwingten Ideen und ntederdrückendsten Problemen waren diese man umgekehrt in der Slowakei an dem Gang der Dinge in Erez Israel schon mit Rücksicht auf Analogien zum eigenen Land einen leidenschaftlichen Anteil nimmt. Allein es zeigte.sich wieder einmal, daß der Boden der „Agudas Israel" tragfähig genug ist, um die natürlichen Gegensätze der Länder zum Ausgleich gelangen zu lasten, sobald weitblickende und von ehrlicher Frömmigkeit beseelte Männer einander gegenüberstehen, wie es diesmal der Fall war. Man hatte den Kampf gänzlich in die verschwiegenen Sitzungsräume des Geschäftsausschusses verlegt, so daß dem Zentralrat die von beiden Parteien genehmigte Resolutionzur debattelosen Annahme unterbreitet werden konnte. Praktisch wird die schwerste Aufgabe allerdings Dr. Pinchas K o h n Zufallen, der, mit den Instruktionen des Zentralrates versehen, in Kürze nach . Erez Jisroel zurückzukehren gedenkt, um dort sein Werk der Befriedung fortzusetzen. Seine tiefdringenden Beacht Tage bis zum Bersten voll; man schwebterichte über Erez Israel, zum Teil im Geschäfts- 11fTiftnl rtiltrt S st*.«* * f» /»f S/tt« ft* w« * 5V-* a i . . PL 1 . IT . V . A O ... J.. i ....V i . ff .. zwischen' dem Jubel der-Ewigkeit, die ,!,w "nas na nm verheißen ist sd dem Schmerze über die Unzulänglichkeiten in Menschen und Verhältnissen, die nur in unkdlicher, über Generationen reichender Ausdaüer ser-wunden werden können. Aus dieser freudig-ernsten Stimmung heraus auch die Einberufung der Kenessio G e - ulo beschlossen worden. Man verkennt gar )t die äußeren Schwierigkeiten, die ihr entjgenstehen, aber die große Mehrheit war von l Wahrheit hes^ipp -spmadurchdrungen, Sn der UeberzeugunN daß dein tma selber, der Nnnmlung.'der ' Treuen ausasten Enden. d er che eine', heilende, äufriichtende/ rettende Kraft rewohnen werde. Man, hofft, daß angesichts r bevorstehenden großen Generalabrechnung ^Landesorganisationen, in höherem Maße ihre ausschuß, teilweise dem Zentralrat und teils m einer grandiosen öffentlichen Versammlung am Mittwoch abend erstattet, boten ein klares Bild der gegenwärtigen Gesamtlage in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht und führten am Schluffe der Tagung zu einer starken Vertrauenskundgehung des Zentralrates für- .die politische Leitung der Aguda. Innenpolitisch 'brachte die allgemeine. Aussprache über den Geschäftsbericht ein kleines.Geplänkel um den Paragraphen v i e r der Aguda-i fatzung, durch den aus den zentralen Vermalj tungskörperschaften der G e s amt - Aguda (flicht, der. Landesorganisationen) solche.- Mitglieder ausj geschloffen werden, die einer „in Prinzip i e li l e m.G'e g en satz zu r Agudas Jsr o ei st e h e n d e n , O rganis a t i o .n angehören.", Dieser . Paragraph wurde' bei der Kenessio ge-. lttyl auch m sinHnziell^r Hinsicht tun werden, l daulo auf Antrag der slowakischen Landesorgänifation und unter besonderer Zustimmung Polens geschaffen, weil es die Slowakei für nötig hielt, das Eindringen misrachistischer Führer in die Leitung der Welt-Agudo und eine Schwächung des Selbständigkeitsgedankens einfür allemal zu verhindern. An die deutschen Gemeindeorthodoxen haben damals weder die Antragsteller gedacht, noch die polnische Mehrheit, und man konnte diese Gruppe gar nicht im Auge ha-, den, weil sie zu jener Zeit üb er lokal noch gar nicht organisiert war und die ganze Formulierung sich ohne Zwangauf die Zugehörigkeit zu einer einzelnen „Einheitsgemeinde" gewiß nicht anwenden läßt. Inzwischen hat sich nun die Gemeindeorthodoxie in „Achduth" und „Konservativer Vereinigung" als L a n d e s o r g a n i - s a t i o n , wenn auch noch nicht als Weltorthodoxie organisiert. Es wäre also gemäß Aguda- Satzung zunächst durch den deutschen rabbinischen Landesrat festzustellen gewesen, ob Achduth und Konservative Vereinigung „im prinzipiellen Gegensatz zur „Agudas Jisroel" stehen." Die Gemeindeovthodoxie hat diese Feststellung weder verlangt, noch abgewartet, sondern, ebenso wie Misrachi, seit vier Jahren die Aguda und zwar die deutsche Aguda boykottiert, obgleich in der d e u t s ch e n Aguda die Wählbarkeit und die persönliche religiöse Gleichwerttgkeit der Gemeindeorthodoxen und Misrachisten durch keinerlei statutarische Bestimmung irgendwie in Frage gestellt worden ist. Der „Agudas Israel" sind dadurch innerhalb Deutschlands wertvolle Kräfte und finanzielle Mittel verloren gegangen, so daß es begreiflich erscheint, wenn insbesondere die an einer großzügigen praktischen Arbeit interessierten Persönlichkeiten, Männer wie Julius Holländer und Leo W r e s ch n e r , nach Wegen suchen, um die Fernstehenden zu gewinnen.^ Aus der Art, wie die genannten Männer in der Zentralratssitzung eine Aenderung des 8 4 vorzubereiten suchten, erkannte man deutlich, daß sie selbst sich der Schwierigkeit, ja vielleicht der Unmöglichkeit wohl bewußt sind. Die erdrückende Mehrheit der Leitung ist für eine Aenderung des § 4 nicht zu haben, weil er angesichts der Lebensnotwendigkeiten g a nz e rDän d er voll b l ü h enden T h o r a leb e ns, auf welche Agudas Israel nicht verzichten kann und wird, nun einmal -die Voraussetzung für das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb der Weltorganisation darstellt. Diejenigen Gemeindeorthödoxen, denen die Einheit der Orthodoxie wahrhaft am Herzen liegt und die sich, dem D-n-nnn tta innerlich 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.