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Der Israelit · 1927-12-29 · Heft 52 (29.12.1927) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 52 (29.12.1927)
Date
1927-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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©etit 10 Nr. 52 D « r d 9 F ff? t T t Juden mit wittern Satze im Dktw=Gkbete angeblich den christlichen Glauben beschimpfen. Wir sprachen und schrieben und wiesen nach, daß dieses Gebet von einem Talrnudletzres &S68I Juden in christlichen Ländern wohnten verfaßt wurde. Aber wer hörte unsere Stimme, wer gab etwas auf unsere Verteidigung? Man fabelte, daß Juden am Pessachfeste Christenblut gebrauchen. Wir schlugen bte Auch er unserer. Lehre aus und zeigten, wie ein einziger Vlutstropfen uns das Ei ungenießbar macht. Doch wer glaubte das? Wir riefen die nichtjüdischen Gelehrm an; MNMn UNS an W Männer, die dm Hofe des Königs Friedrich nahe standen, es kostete' immer Geld. Die Berliner jüdische Gemeinde ist klein und in zwei Parteien zerrissen durch den Erbstreit Zwischen dem Hause ßiebmaitn und ham Hösjichrn Magnus. Fch suchte vergebens aus dem Wege hierher, dort Frieden zu stiften. Ihre Kraft braucht sich in diesem Gezanke auf und die Wacht über die La^e der Ju- &<m nach rechis unb links war uns in Posen überlassen. Man brauchte einen Mann von Klugheit, Erfahrung und Umsicht, um mit Geld und guten Worten Verhängnisse abzuwenden. Ltrje Löb iNNf lMNiök äekeil, nimmer mübe, immer erfahren und gerüstet, er hat Großes zur Rettung Israels geleistet. Segen über ihn und gesegnet auch Du. „Der wackeren Frauen hohes Verdienst, sagt der Talmud, ists, dah sie ihrer Männer harren . . .h Tränen traten in die Augen Elsbes, Tränen des Stolzes und der heißen Liebe, der sich ein fast wohltuender Schmerz gesellte, d°ß d» g°tt°bte Msnn lutfttnjr allein W hörte. Noch hatt.e sie kein Wort vernommen über seinen jetzigen Aufenthalt, warum er m'cht kam und wann er zu kommen gedachte (Fortsetzung WBM vom akademischen Antisemitismus vor 70 Jahren. Es rrnrl, un? sin Brief Professor Sulzdachs «us dem Jahre 1860 zur Verfügung gestellte Was der bamals junge Student an den antisemitisch gesinnten Professor schrieb, ist heute noch, oder heute wieder von -größter Aktualität: WükMkA, im U. Febr. IsZS. i Geehrter Herr Professor! Auf eine kürzlich von Ihnen selbst ausgesprochene Erklärung hin, daß es in der Philosophie keine Autorität gäbe, und kein Philosoph ZU groß fei, als daß er Mt WMkli mgrüen fönno, nshM ich mir- &U FrÄheit, auf eine heute im Eolleg von Ihnen aufgestellte Behauptung manches entgegnend zu bemerken. Sie behaupteten heute, daß alle Religionen, mtt Ausnahme der christlichen der Barbarei und Vernunftgebundenheit an jjt.Unfällen. lieber alle Religionen, die außerhalb der christlichen liegen, haben Sie also den Stab gebrochen, mithin auch über die jüdische. Ich als Jude darf und will es nicht dulden, daß meine Religion öffentlich angegriffen merke und glaube ira^er xrn Nec^t qu feiNj £i{]£ gp Nürung von'Ihnen zu verlangen. Ihnen als Christen steht es ja an, ja, ist es Pflicht, die christliche Religion so hoch wie nur möglich zu achten und zu ehren, dürfen aber nimmermehr ein - Verdammungsurteil fällen über die übrigen Religionen und gewiß nicht öffentlich und gemii nicht als deutMr WofMx an mm LzuiWn Universität vor einer deutschen Studentenschaft. Solche Derbannungs- und Derdammungsurteile find immer die ersten Schritte zu den so schrecklichen und menschenentwürdigenden Religionsverfolgungen gewesen Das Anschwärzen der Religion führte immer den Aß gegen deren Bekenner nnch sich. DsZplb ja auch fieffing in seinem letzten Willen an die Menschheit, in seinem „Nathan der Weife", daß man nicht mehr sagen solle: „mein Ring ist echt und der deinige unecht", sondern jeder solle den seinigen für den echten halten und den des andern nicht verachten, und jeder \m durs gröfe ZulMkMMNheit. MS größere Liebe, durch größere Zeichen der Menschlichkeit die Echtheit des seinigen wahren. Daher hätte ich Ihren Satz bekämpfen müssen, auch wenn ich nicht Jude wäre. Als Mensch schon wäre ich verpflichtet, mich demselben entgegenzustellsn. jagen, aüe anderen Religionen verfallen ln Barbarei, was verstehen Sie unter Barbarei? etwa das Sichfremdhalten, die Feindseligkeit gegen Andersgläubige? Dessen hat man die jüdische Religion gewiß nicht zu zeihen; sie predigt allgemeine Menschenliebe; sie läßt alle guten Menschen, sofern st« nur an Gott gfaU&eTlj Mg werben-, sie will nicht die Bösen, sie will das Bose vertilgen. Sie sprechen auch von Vernunftgebundenheit bei andern Religionen. Demnach hat also nur der Nichtchrist seiner Vernunft eine Schranke zu ziehen; demnach hat also nur die christliche Religion Denker unter ihren BekMmrn. nicht abök die nWchkisDHL. 3ll jsder stasMoeu Religion gibt es gewisse Grenzen, welche die kritisierende Vernunft nicht überschreiten darf, und so auch in der jüdischen, aber vernunftbindend sind sie nicht die Dogmen der jüdischen Religion. Moses Mendelssohn sagt in seinem Mresvxn fljy xjMli MMli STUTOin: „Wß (Me Bücher des alten Testaments) harmonieren mit meiner philosophischen Ueberzeugung oder widersprechen derselben wenigstens nicht." Der Jude braucht nicht feine Vernunft zu binden, um an feine Religion glauben zu können; sie hat keine Dogmen, die der Vernunft gumidökläuföll, WiL sie in ändern Neligwnssysiemen zu finden sind. Nur da, wo die Dogmen der Vernunft züwiderlaufen, ist die Vernunft durch die Religion gefesselt, und dem, der in solchem Glauben beharrennicht mit ihm brechen will, ist ein geistiger Aufschwung unmöglich. Daß das Judentum keineswegs vernunftbindesih ijlj W tamifcn fihsn dir vielen Mifchrn PMlvfvMn, die auch gleich feste unerschütterliche Anhänger der jüdischen Religion waren, wie Maimonides, Bechai, Aldo, Jehuda Halevi (der Verfasser des Kusari) und der große jüdische Philosoph der «n Mt MeskZ MnöklZsgW. welchen allen gewiß keine beschränkte oder gebundene Vernunft zugeschrieben werden kann. Dies sind also die Bemerkungen, Herr Professor, die ich Ihnen in Bezug auf Ihre heutigen Behauptungen ettigegengufietten habe und erwarte mit Gewlßk^eis^ hgtz §!e sich auf tnefes Schreiben beziehend, in der morgigen Vorlesung näher erklären werden, wie Sie Ihre Behauptung verstanden wissen wollen. Es würde mich freuen, wenn Sie Nachweisen könnten, daß ich Sie mißverstanden habe, und Sie keineswegs die Absicht gehabt hätten, irgend etwas gegen bie außerchristlichen Religionen zu sagen und werde sortsahren, wie bisher. Sie hochzuschätzen. Ergebenst A. I. Sulzbach, stud. phil. Ainderecke. Alkimos, der Feind feines Volkes. Von Heinrich Einftädker. Zur Zeit Der Makkabiwr gab m mU MkMnige Männer, die sich von ihren frommen Brüdern getrennt hatten und den syrischen Machthabern dienten. Sie suchten, durch ihren. Vorrat für sich allerlei Vorteile zu erringen. Die Slsrer bedienten sich ihrer gern, um mit ihrer Hilfe Herren des Landes zu werden, und sie belohnten ihre Dienste durch hohe Stellen und große Güter auf Kosten der unterdrückten Juden. Einer öf? Ml AlkiMÜS. Cf stellte sich an die Spitze der Gottlosen und klagte die Mackabäer bei dem Syrerkönig Demetrius an, indem er sprach: „Juda und seine Brüder haben deine Getreuen getötet und uns aus dem mtWeten. §o fenbe denn einen Mann hin, dem du vertraust, daß er all das Unheil sehe, das sie im Lande des Königs angerichtet haben, und sie strafe und auch alle, die ihnen hMßkM-" Da schickte der König einen seiner Freunde, den Feldherrn Bakchides, sowie den Verräter Alkimos mit einem Heere in das Land Juda und befahl ihnen, an den Sühnen Israels Räche gu nehmen. Dem Alkimos, der aus dem Stamme Ahrons war, versprach er die Hohepriesterwürde. Als Alkimos und Bakchides in Jerusalem einzogen, versuchten sie, die Juden durch friedliche tmb fremÄcäje Worte gu täuschen. Juda und seine Brüder trauten ihnen nicht und achteten nicht auf ihre Botschaften. Aber viele harmlose, fromme Menschen dachten: „Ein Priester aus Don MWlW Aarons ist mit bW fym gekommen; er wird gewiß nicht den Schwur brechen und uns kein Unrecht zufügen." Denn Alkimos hatte geschworen, ihnen nichts zuleide zu tun. Trotzdem nahm er sechzig Männer von' ihnen ngen unh iÄeie ste an einem Tage. Da geriet das Volk in Furcht und Schrecken. _____ _29. Dszsmbsk 192? Bakchides zog wieder weg und ließ Alkimos mit einem Heere in Jerusalem zurück. Dieser sammelte die Abtrünnigen um sich und suchte dir Würde Hohspriesters zu behaupten, indm er unerhörte Gewalttaten verübte. Als aber Juda, der Mackabäer, gegen ihn heranzog. und die Frevler bestrafte, da entfloh Alkimos zum Könige Md brachte SW Anklagen gegen die Frommen vor. Später sandte König Demetrius abermals Bakchides und Alkimos mit einem noch stärkeren Heere nach Jerusalem. Es WWNÜKN lMgwierige Kampfe, die zuerst zwischen Bakchides und Juda und nach dem Heldentod des Mackabäers zwischen seinem Bruder Jonathan und den Syrern ausgefochten wurden. Im Laufe dieses Krieges segle mumm feinan Frsvöttuten 04 Kvsn^ auf, indem er geöot, die Mauer des inneren Tempelvorhofs niederzureißen! Man hatte gerade das ZerftörUNgstverk degÜUU6N, du ss-lsik del? s8ysevsscht pfvtzlich die Sprache; fein Körper wurde gelähmt und er konnte kein Wort mehr sprechen, um sein Haus zu bestellen. Er starb unter den größten TMerzeu. Dieses Vorkommnis machte großen Eindruck auf Bakchides. Er kehrte in fein Land zurück. Als auch ein späterer Angriff von Jonathan und dessen Bruder Simon abgeschlagenwurde, zürnte döi 8h?ödie ruchlosen Äsünner, die ihm geraten hatten, in das Land zu kommen, tötete viele von ihnen und schwur dem Jonathan, nie mehr die^ Grenze Judas zu überschreiten. Von jetzt ab wohnte Jonathan ^rieblfttz jfs Nlchmas. §r richtete das Volk, und die Gottlosen wichen aus Israel. Annonc6n-Büro Julius SGlimidt Frankfurt a. M., Langesfr. 7 Telefon Hansa 4641 , Postscheck-Konto Frankfurt am Main 14§ Einzige Inseraten-AHHahme für Frankfurter Geschäftsinserate des ISRAELIT“ Ausserdem Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Taasszslttmoeii; Woohin» u. Faehhlslftsr zu Originalpreisen APARTE BELEUCNTUNGSK6RPB HLICHTj.KRAFT-ßNLAGEN Äerantwortllch für de» allgemeinen Teil und da» Feuilleton S. Schach nowtfe, SrvauXfuct a. 30.; Snfexate f. S3.: €. SchachttDIDtl. IBBäDS. 5ÖI' lll pRäaygiflv Äeliag»: Lvhrcr L> Kaufmann in Sprendlingen (Sx. Offenbach). — Verlag .Israelit", G.m.b.H., Frankfurt a.M. — Druck Sermon Verlag»' engesellfchaft. Frankfurt a. M.

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