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Der Israelit · 1927-12-22 · Heft 51 (22.12.1927) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 51 (22.12.1927)
Date
1927-12-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IBBJl Zum so. Todestage Rahbi Samuel Vondi's ^"Sl> Leitartikel aus Nr. 49 des «Israelit" vom Jahre UH (Fortsetzung.)^ Mainz, 5. Dezember. Die Gründung der israelitischen Religionsgejff{ äu Mhj m mit Don üWrgrößtm SWMerigteilen^ sowohl äußeren wie inneren, verknüpft. War. war Frankfurt a. M. mit gutem Beisxrele vorUngegangen; allein dort lagen die OMMO «WM 8kM>- tzrmäE^atte sch der Senat der damals freien Stadt zu der Gründung de!r. Religidnsgesellschaft entgegenkommende uerhaltW, während. Ue Großherzoglich Hessische Regierung M vollständig ablehnend öSkWIk. Dbk MlNWlMÄ., Der Dantaii Das Referat in judaicis hatte^ wollte nicht einmal die Erlasthms zur Mhaltustg eines „Minjan" außer der Orgel-Synagoge gestatten. Da galt es nun, rnit Energie, rnit Klugheit, rnit Ausdauer vor- -ugehen. Damals gg!) es nyl^)!e!ne Sircfic Eisenbahnverbindung zwischen Mainz und Darmstadt: die Reise in die Residenz war eine sehr umständliche. Nichts desto weniger reisten Rabbi "Samuel Bondi und Nadbr Jakob Levr allrvöthent-!! : -!■.!:!: i i i ü '■ -’M I v'7 sich einigemal.-.ahm und hörten nicht aus, bei den einflußreichsten Persönlichkeiten solange zu petitionieren, bis ihnen die Erlaubnis zur Er- Tidjjtung eines Hefonderen Gottesdienftes erteilt wurde — aber auch nichts als das; die Erlaubnis, einen Rabbiner anzustellen und von diesem die rabbinischen Funktionen vollziehen zu-lassen, mußte erst nach und nach — schrittweise — erlangt mpföeii. Nicht minder groß waren die Schwierigkeiten Im Innern der Religionsgesellschaft. Anfangs waren es nur sechzehn Familien und unter diesen nur wenig Begüterte. Es fehlte geradezu an a. .* **. m-(> 4*** «.r*««* 4« allem, namentlich an Geld. Trotzdem gelang es dem rastlosen, unermüdlichen Eifer der beiden obengenannten Männer, eine Synagoge zu erbauen, die ca. 36 000 fl. kostete. Arn Rü^tta^e bes ^ütten^e^tes bes Jahres 5815 (1854) trat der Herausgeber dieser Vlätt«' seine Stellung an der israelitischen Religionsgesellschaft an. Das Synagogengebäude war fertig; aber zur Vollendung der inneren Ausstattung Wik? iSS WM W MK M MW bis zur Einweihung. Wir wollen von den Zuständen, wie wir sie .hier angetroffen, schweigen. Liegt es uns ja Keüte nicht ob, eine Geschichte der israelitischen /Religionsgesellschaft zu Mainz zu Wniäin, fonDern nur Dtn DfraerrasrnDgn Mieif hervorzuheben, den der Edle, welchen unsere Äeberschrit nennt, an der Bessergestaltung der religiösen Zustände in unserer Stadt genommen. Er war der geistige Mittelpunkt des Ganzen. Mm MftgwjM Emst, fein Feuereifer, feine große talmudische Gelehrsamkeit, seine Liebenswürdigkeit im Umgänge, feine Strenge gegen sich selbst und -seine Milde gegen andere, seinem grenzenlose Vescheidenhe.it alle diese erhabenen Eigenschästen dQ Mißrs WWftM «MsM Mx l^kli8!kn§8bfbllschaft eine ideale Höl)e, die über die Kkelulichkert der materiellen Zustände hinweghalf; Rabbi Samuel Bondi verstand es, die Begeisterung, die sein edles Herz durchleuchtete, seiner ganzen Umgebung mitzutellen. Sy ruhte denn Gostes 8egen?!chü!ch ällf WE Die im Jühre §616 (1856) eingeweihte Synagoge, anfangs viel zu groß, ward bald zu klein. Im Jahre 5619 (1859) gelang es uns, eine Unterrrchtsanstalt zu gründen, die mit 53 Kindern eröffnet wurde und d!e jetzl Äer 150 und Schülerinnen zählt. Im Jahre 5618 (1858) hatte die Religionsgesellschaft nach vielen Mühen und Kämpfen <Korporativnsrechte erlangt. Im Jahreööffi (1Ö78) eeiong m ein mm v.&ß Garten neben der.Synagoge zu erwerben, UM die notwendige Vergrößerung vorzunehmen, die denn auch im verflossenen Frühjahr in Angriff genommen wurde. Unsere neue Synagoge wird mehr a!s noch einmal [6 gro| ħ 8(1 86kW werden. Ach, Rabbi Samuel Bondi sollte die Vollendung derselben nicht erleben! Nachdem wir uns in Kürze den Lebenslauf und eiruen Teil der Wrrklcrrnkeri des verehrten chtztlch •••!«•» «*»• I Mannes den Lesern vorgeführt, wollen wir zu einer Charakteristik seiner Persönlichkeit schreiten, damit sie beispielgebend weiterwirke. Der Lebensnerv, der Lebensquell des teuren Mk ie Gottes- Vom Allgütigen mit großen geistigen Fähigkeiten ausgestattet, hatte er von frühester Jugend an seine ganze Kraft dem Studium der Thora MiDM mmtirn lintr Mtymm Sr schiba, in Verbindung mit Genossen, von denen einige später hochberühmte Männer wurden — wir nennen nur Rabbi Mendel Karger, den Verfasser des sin» ’biT'i. dem er ein 12N vnbn war — wurde er, der W?n seines My.ßvaters, Rabbi Herz Scheuer. Daß alle diese Faktoren ein gryßes Resultat hervorbrachtey, braucht nicht erst gesagt zu werden. Rabhi Samuel Bondi ward nicht nur ein großer FpSn* er war auch em 722'p2r sem Wissen war ein ansgebrestetes, sein „Lernen" von einer ungewöhnlichen Tiefe und Gründlichkeit. Seit mehr als dreißig Jahren von allen weltlichen Geschäften Zurückgezogen, war außer 3 h'^:o:,V ' * « <« < *• >J seinem Wirken für die Religionsgesellschast die Thora seine einzige Beschäftigung bei Tag und Nacht. Selten suchte er vor 12 Uhr nachts fein Lager auf, das er nach wenigen Stunden der MN Mök'WllT am aufs Mm in Dir Thars zu forschen. Er „lernte" mit jedem, der es wünschte. Seine Liebe zum Thorastudium, sein Verlangen nach demselben war unbegrenzt. Als in den letzten Wochen seines Lebens seine Augen ISffißgl ffiHF» 88 MM sk bis zu seinem letzten Atemzug. Täglich hielt er Borträge in der Chebrah Gemiluth-Chassidim über Tenach und Mnorath Hamoor. Jährlich zweimal, am Rosch Chodesch Schebath und am Simchalh Thvra -Hilst erjnwuliftiWe fiurttm sm letzteren Tage m der Synagoge. Seine Festreden bei Befchneidungen — er war Mohel — waren außerordenilich anregend und begeisterten stets die Hörer. Wie er nun Me ÄMMMole, Deren ©fuMum er seine große, geistige Kraft widmete, praktisch aussührte, bas zu schstberni, ist unstry Fedöp zu schwach. Seine ms» by nnvvseine Freude an der Erfüllung der göttlichen Gebote, war unbeschreiblich. Mit dieser herzinnigen Freude wußte er auch seine UmPduna, seine MnDer unD Enkel zu erfüllen. Man mußte chn an einem Sabbate oder an einem Festtage sehen! Die ganze Woche hindurch führte er em asketisches Leben; er aß kein Fleisch, trank weder Wein noch Bier noch anDere Derartige Getränke, fastete sehr meu n!W allein an jedem «rm wn :iy und anderen derartigen Tagen, sondern auch in.den acht Wochen von Parchchäth ScheMöth bis Paraschäth Ki-ssissa an jedem Montag und Donnerstag, ani den Sabbaten und Festtagen aber, da ste'me er sich imt jeder Mahlzeit. Wie streng er es mit der Beobachtung jeder einzelnen Mizwäh nahm, ist gar nicht darzustellen. Zum Peßach-Feste mahlte er Deo lschemarahMiWa sw sitae Maggath ver mittels der Handmühle; auch buk e? bie Mazzöth, er selbst, am Erew Peßach mit der minutiösesten Sorgfalt. Am Seder-Abend glich er einem In der liebenswürdigsteni Weise er Me §aga£a| öen an seinem Ü[$?!!- wesenden Frauen und Kindern verständlich zu machen, daran die schönsten Erzählungen und Erklärungen aus Talmud und Midrasch knüpfend. Während 'des Essens aber sprach er an diesen Abenden nur Hebräisch, iamii fein unheiliges Wort die Heiligkeit des Festes störe. (Schluß folgt.) Die tVoche. Aus dem Gemeinderai der synagogengemetnoe Zsraelltisch'e Religionsgefellschaft. In den Sitzungen am 5. und 12. Dezember veranlatzte die Frage der Mazzoversorgung unserer Gemeinde längere Debatten. Wie m vielen Gemeinden hatte auch in b.er unseren die Mazzobäckerei in den letzten fuhren 11 j;a> CI II c n i; ox . li . — ."d^9 mit "Defizit gearbeitet. Es galt nun zu entscheiden, ob überhaupt in eigener Regie gebacken werden sollte; auch war der Gedanke geäußert worden, man solle unter eigener Aussicht auswärts backen lassen. Aber Vorstand und Genieinderat waren sich in ihrer überwiegenden Mehrheit darin einig, datz die Mazzoherstellung rnit zu den - jU4U MMf«* lß4»,.i»,dq IMd d»Ü ufgaben einer ludlschen Gemeinde gehöre und dag dafür nötigenfalls auch Opfer gebracht werden mühten. Dah gerade die unter Aussicht unseres Rabbinats hergestellten Mazzos den denkbar höchsten Anforderungen in Bezug aus hvbs genügen, müsse die Mitglieder mit Genuatuunn.erfüllen, so datz sie es .qeroitz mit fyreuim« [.. .. ß. B ö den begrüßen, daß hier wieder gebacken werde. Der Vertreter der Mazzoko.mmifsion erklärte, daß besonders rationell verfahren werde; es könne jedes Defizit vermieden werden, wenn der Preis — wie das auch früher in der Regel war — einige Pfennige mehr als ber dem Verband der Mazzobäckereien betrage and wenn die mt sjz smelsUM MshklüslM WU tiüi gen. Die sicherlich nur unbedeutende Mehrbelastung werde gewiß hingenommen jin Bewußtsein der besonders gewissenhaften Erfüllung der rm> msn» wo doch gerade bei dieser ms» eine wahrlich nicht kleine» Verantwortung aus jedem Einzelnen ruht. Die von dem Vorstande tzMWW mfßmnsjm MonMmMßi für Die D’-rm (die Mitglieder, die die Herstellung ihrer Mazzos selbst überwachen), wurde vom Gememderat nicht genehmigt. Obwohl durch dir . Anwesenheit von Privaten sicherlich.der Betrieb.verlangsamt und .aufgehakten wird und dadurch nachweislich eine Berteuerung entsteht, konnte sich Der fceinDerat Doch Ml MchliM: chiksk DM

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