Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1927)
- Date
- 1927-12-15
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Nr. 50 Der Israelit Gradmesser für jüdisches und religiöses Leben der Juden in Frankreich um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein Vergleich mil der, Gegenwart, wo skrupellose Sabbat entw-eihung leider das Alltä^li^ isst ||$ Jyj gj||j 15, Dezember 1927 Noch anderes zieht Lunteschitz in den Kreis der Besprechung, was schon wegen seiner ewigen Aktualität nicht unterdrückt werden darf. Es g^bt heute so viele, die die Thora, das Goltesbuch nur insoweit anerkenn-en. als SS lhrsrn persönlichen Gssthwlllkk enMW. Nur de» EMtsitt brechen Döf Krone der Thora, der mit beruhigendem Glanz ihnen ins Leben leuchtet. Daran ist die Unwissenheit schuld, die nicht von Schuld befreit. In überzeugender Beweisführung redet ihnen Lunteschitz zu Herzen, sie mögen auch das ihnen unbedeutend Scheinende als hochwichtig bewerteg uny ygfgtz öklMw Jfflfj fg W Mrs töottgs ist, die in allen Teilen ihren Lebensweg zu erhellen geeignetist. So berichtet der Talmud in ni:™ Ein Heide, der um Aufnahme ins Judentum bittet, unter der Voraussetzung, ein einziges Gebot unerfüllt zu lassen, wird zurückgewiesen. Auf denjenigen, der ausspricht, das gange Gefsg fxj MlWn Ursprungs, außer eiM m zigen Bestimmung, ist der Schriftvei-S angewandt: „das Wort Gottes hat er verworfen." (Tr. Sanhedrin). Auch die sogenannte Geseraus Hakofuv, derjenige Teil des Gottesgesetzes, der in seiner letzten Zweckbestimmung dem Sterblichen ein Rätsel bleiben jst (fl J)|j ttfchcn Erfüllung ein Mittel der seelischen Läuterung und Heiligung. Die Gesetze der Völker wechseln, weil äußere Momente, das Utilitätsprinzip für das einzelne Volk und Land, sie geschaffen haben. Im jüdischen Gesetz hat auch die soziale Abteilung Ewigkeitswert, weil der himmlische Schöpfer sie mit hoh^s^g l U U k s £ II Motion «u^gkftattel har. Es gibt für uns keine voraussetzungslose Wissenschaft. Wer den Glauben an die Tradition aufgegeben hat, soll die Schwelle des Thovaheiligtums nicht belreten. Große Denker mögen eine mathematische Aufgabe sfieienv Mn unD Anmut Mi Thora wird nur demjenigen bewundernd aufgehen, dem die Ue-berzegung von der Wahrheit der Üeberlieferung tief im Herzen verankert ist, und der mit einer nie vers ag e n d e n Mühe und Anstrengung sie täglich sich erringen muß. * hier!ommt er mit einem flammenden Appell, mit lohendem Feuer aus einen Mißstand zu sprechen, der heute gewiß nicht minder verderblich ist. Bequemlichkeit, das Scheuen von Mühe und Anstrengung im Felde der höchsten Erdenpfticht. die unselige Absplitterung der NWkiökil an Stelle fnifütäam WmntWkussjon, vor allem aber die Meinung, die süße Thorafrucht müßte auf dem Präsentierteller gerecht werden, alle diese Faktoren sind schuld an der religiösen Gleichgültigkeit und den mageren Erfolgen. „Dabei bringen es manche fertig, in mißverstandener Auslegung der Werke von mm in Sorael dem Pllsillt kW Tokmuktsil zll fpköchö». Sie verweisen auf das Werk w -to? meines berühmten Großvaters (Ollelos Ephrajim) und auf den Scheloh, die angeblich den Pilpul verpönt hätten. Nur oberflächliche Leser können dies behaupten. Die Methoden gewisser Pilsiuliste^ die von her FgyrstlkU des ghn-Men und deswegen zu falschen Schlüssen gelangen, werden mit Recht gegeißelt. Sie haben aber nicht unterlassen, daraus hinzuweisen, daß nur das Thoralernen Früchte trägt." Wer in viele Lernstuben der füdisc^ep Gegenwart hrnernbstA, wp die schwierigsten Talmudpartien in unverstandenr Hast, wie eine Maschine abgehaspelt werden, als wären es tote Buchstaben und nicht Worte des lebendigen Gottes, der fühlt die Berechtigung des zornigen Aufflammens, mit dem Rabbi Lunteschitz unter Hinweis auf Talmud Sabbat, Fol. 31 an unser Gewisse xßtzxtz Wir sehen, Abraham Jizchok Lunteschitz hat auch unserer Zeit noch Manches zu sagen, was Beachtung verdient. Das Komitee für die Erhaltung des Friedhofes in Endingen-Lengnau hat sich ein Verdienst erworben, daß es den Grabstein dieses Großen einer Renovation unterzogen hat. Wenn -es bewirken sollte^ da^ lt<i gol&enen llüortc von Raööi äunteschitz unser Herz zu jüdischer Tat begeistern, dann dürfen wir an einem Ferientag auch diese weltvergessene Stelle des Schweizerlandes in Dankbarkeit betreten. Die Wirkung für unser Innenleben wäre vielleicht nicht minder bereichernd und wohltuend wie das Alpenglühen im ewigen Sck,neeßslnrge. Mcherbesprechungen. ryrsim SkZ aöimnaj: Uellerfetzet und mit Mmm kungen versehen oon Marcus Sofjmann, Ph. D. Newyork, Columbia Umversity Preß. Nach dem Worte Kaufmanns, des feinsinnigen Historikers, ist das byzantinische Reich der dunkle Erdteil der MislAn Wschichü dss Mittzlsttärs. Uiibekanni unb deshalb in den Augen Vieler minderwertig steht dieser Zeitabschnitt da, und Graetz wagt es gar, jene Periode einer Zeit intellektueller Sterilität zu nennen. Doch Graetz wird durch die Chronik des A h i m a a z Lügen gestraft. Dieses Buch trägt, den sehr bescheidenen Tilöl. m m MH M QUimaIa$U. Mag diese Chronik im elften Jahrhundert in erster' Linie ihre Bedeutung für die Familie des vornehmen Verfassers gehabt haben: heut hat sie ganz besonderen Wert für uns, die wir ein Interesse haben, die Geschichte jener dunkeln Periode des Mittelalters zu erkunden. Wir erfahren — und dies ist für uns von höchstem Wert — wie man in jener Zeit über bestimmte weltgeschichtliche Ereignisse, über gewisse weltgeschichtliche Größen dachte. 6WMilh sind auch &U hiogrgphifchen Bemerkungen des Autors, der 1017 in Eapua geboren, im Alter von 37 Jahren die Chronik schrieb, später in Oria, dem Sitz seiner Vorfahren lebte, von Interesse. Dort in Oria, dem Zentrum für nn v,a . entwickelt Achimaaz ben Paltiel sich zum;??2< der bei aller Freiheit der GeyMttll Dennoüj allen Dingen geiM MA. DUser BJÜJier füllt die Lücke aus, die bisher IN der jüdischen Literatur jener Periode klaffte. Es ist durchaus nicht nötig, alle Erzählungen des Achimaaz wörtlich zu nehmen. Vergessen wir nicht, daß es in jener Zeit in der Art des Erzählens lag, die Dinge symbolisch ausgudrügen, Es war eine große Zeit, für üit Achimaaz schrieb, — eine Zeit, in der außergewöhnliche Talmudgrößen und Kabbalisten lebten, eine Zeit, in welcher Ahnen lebten, deren Größe wir kaum zu fassen vermögen. Wo aber auch kleine Jrrtümer sich eingeschlichen haben, interessant bleibt die Chronik immer and Sargmann yaz sjH gHfÖ) MMlWllk kW WIMULN Textes, durch -eine genaue und gute Ueberfeßung unt» last not least durch wertvolle Anmerkungen recht verdient gemacht. Dr. M. A. Hebrew Union College Annual. Volume HI. Cincinnati 1926, Wie verschieden die Themen auch sind, sie verraten alle tiefgründige Gelehrsamkeit. Man mag im Zweifel, ein, welcher Artikel wichtiger ist, der über -u und "122 der.über Kalenderwesen im alten Israel, der über Belohnung und Bestrafung von Tieren vom jüdischen LtgllkWlltt aus. Ml iiÖQF MllsikinstMMsntö ir» aikn Testament oder a. m. Auch die nicht so wichtig erscheinenden Themen sind so gründlich behandelt, daß nur Mangel an Raum uns gebietet« die Besprechung zu beschränken. Den Leser mag wohl am meisten der Brief der südfranzösischen Rabbinen an Maimonides und dessen Antwort intsrsssMSn, lvschslb wir einen kurzen Auszug dieser oon Prof. Alexander Marx wiedergegebenen Korrespondenz und Erläuterung nicht oorenthalten dürfen. Die Anfrage der südfranzösischen Rabbinen über den Nutzen der Astrologie ist einer der wichtigsten Dokumente der MnsHW. (2ü5 Mllilllsttipt ößfinM W in Lösjtz des Jüdisch-Theologischen Seminars, Newyork). Die Schreiber des Briefes sind zwar ursprünglich nicht Anhänger der Astrologie. Sie haben viel über deren Anwendungsmöglichkeit gehört und gelesen, können ich aber dennoch keine bestimmte Meinung bilden. Nach und noch fchiäll ihnen Me Astrologie immer mehr glaubhaft und sogar sympathisch. Sie können jedoch die Sterndeuterei nicht mit der Religion in Einklang bringen. Wenn das Schicksal der Menschen in den Sternen geschrieben stünde, dann würde es ja keinen Wert mehr jaden, sein Gebet zu sagen. So setzten denn jene Ge- 8h?teü lUi ihren Aemrffrnsflrupeln vollstes Vertrauen IN die Weisheit des Maimomdes, von dem sie klare Antwort auf ihre Fragen erwarten, indem sie vorausetzen, daß der große Meister auch diesen Stoff meistre. Sie hatten sich nicht getäuscht. Doch wenn sie irgendwie ttwkttkt hatten, daß MaimoniM untök gewissen Um ItönDen und Verhältnissen auch hfr Astrologie Wert beimesse, so hatten sie gründlich geirrt. 0-201 verurteilt dieselbe als reinen Götzendienst und schreibt ein gut Teil Schuld am Fall des jüdischen Staats solch blödem EMM an MW Dinge zn. Ln WrWr Wölsg ml er mit jenen Narren zu ericht, die vermeinen, aus den Sternen das Schicksal einer Person lesen zu können und die glauben, daß die Stellung der Gestirne zur Zeit der Geburt den Charakter eines Menschen bestimmen könne. Für uns aller gilt es 'einmal Mhk llsrr ZchMmn und das klare Denken des Mannes „der starken Hand" bewundern, der hier dem Wahne seiner ganzen Mitwelt mit Ruhe und Klarheit, mit Energie und Tiefe entgegentritt, diesen großen Geist, der durch sein umfassenndes Wissen und seine eindringende Kritik befähigt war, die Grenze ^kttlattM Und llkZ föKMfanS Müll 3U bestimmen. Dr. M. A. Der INutter Traum. Chanukkahmärchen in einem Aufzug von Dr. Siegfried Keßler. Verlag B. Heller, München. Preis M. —.80. Das Spiel ist leicht aufführbar^ und hat «inen r«!i- Ai5fäll her auf klein? ^pi?(?r und Zuschauer erzieherisch wirken wird. Die Kinder Israels. (Mose-Roman). Von Werner Jansen. Braunschweig 1927. Georg Westermann. (ES ist höchst bs^allsrlich, bcrß ein sich dazu hergegeben hat, einen antisemilischen Hetzroman schlimmster Sorte auf den Büchermarkt zu bringen. Alles, was Iudenfeindschaft gegen den jüdischen „Ausbeuter", „Wucherer", „Verführer" ersonnen hat, ist hier er formell künstl-erischen Ars Nsitz WÄsk in A'k bib'e Usche Geschichte hineinMstellt, die Damit zu politischen, noch dazu unsittlichen Zwecken mißbraucht wird. Es lohnt sich nicht, aus Einzelheiten einzugehen; der Roman ist als Ganzes abzulehnen. Berlin und Köln 1927. Ä. Marcus u. E. Weber. Preis M. 2.20i ’isn ja ft*™ 21 liM lZoMrMlk lliis I »um» von Dr. B. M. Lew in. Verlag Achte wer. T e l - Awi w. Walker Rathenau. Sein Leben und Wirken. Mit 20 Bildern von F e d e r n - K o h l h a a s, E l t a. V e rlag Carl Reißner. Dresden 1927. Pr«is s M, ■ Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen von Dr. A. Tänzer. Verla-g von W. Kohlhammer. Berlin / Stuttgart / Leipzig . 1927. Das unbekannte Böklin IM. a l l i e e. Grlfc^rvon A r N 0 s ss G. Kiepenheuer- Eiuzezängenc Dächer. Vorgeschichte des Zionismus von Dr. N. M. Gelber. Wien 1927. P h a i d o n - V e r l a g. Preis 6 M. Beiträge zur Frauenbiologie: Die jüdischen rituellen Sexualvorschriften von Dr. med. S. Weißenderg. Heiligtum oon Stime Hei ne - V und. Die Thesen zur neuen Moral und Erziehungstehre von Westermeyer, Rosenthal Anna, München. P a u l S t a n g l - V e r l a g. Der Streik Uw den Sergeanten -3 10 S i öiShg m Verlag. Palestine, the holy Land von Dr. Mendel Silber. Houston 1927. The H e r a l d P r i n t i n g C o. Vvw llMMN Md 88« ßEsi LghrrkulSfcn von Christian Vruhn. Hamburgs Verlag „ P a r u s ". Untersuchungen zur Phänomenologie der Erkenntnis, i. Teil von Dr. med. Hans Lips. Bonn 1927. Friedrich Cohen. Der Antifecnstismus in der franzvstsHen Literatur von Dr. Israel Schapira. Berlin 1927. Philo- Verlag. Gesammelte Werke von Arthur Pfungst. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. L). Franksurt a. M. 1036/?. . Deutsche Volks-Idee und Deutsch-oolktfche Idee oon Prof. Dr. Jul. Goldstein. Berlin 1927. Philo- Verlag. ZÄkMüm Md MWkkM von ls i i p h , £ » $, Werl. Ph 1 lo -V erlag. Berlin 1927. Der Sohn des Moses Mautner. Ein Wiener Roman oon Leopold H i ch l e r. Wien. R. L ö w i t - Verlag. TkUdiZtt tittfc Quellen zur ^es^ichte der Irankistischen Bewegung in Polen von Dr. Mayer Balaban. Frankfurt a. M. I. Kauffmann-V«rlag. Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft. Sitz Frankfurt a. M. XVIII. Verlag I. Souffmonn. FsNlMUN n. M. 1827. - Die Kinder Israel (Mose Roman) von Werner Jansen. G e o r g W e st e r m a n n - V e r l a g. Braunschweig/Berlin/Hamburg. Ces Mandats Inkernationaur von D, F, W, v g n N e e tz Naaff^g «. so.. Cdiieurs.^'Paris 1927 Joseph. Erzählung aus dem Lande der Pharaonen von I o h. Le d ro.it. Verlag Em i.l R o th. Gießen/ Die Pharisäer von R. Jröo«reT|o r J S, üterje^i von Sv, l«itu Fisch e l. 33 er lag non Gustav Eng el, Leipzig 1928. . Der Jüdische Scheidungsakt von Rabbiner Dr. Dünner. W o l f T o p i l o w s k y , Köln 1927. Die Religionen der INens^eit von 21 n t 0 f| Ästö? 8 Ük her. Verlag Herder u. C F i e i b u r g t. Br, Legenden. Sippurim. Prager Sammlung jüdischer R. Lö wi t-V erlag, W ien 1926. Der Messias von D. Mereschkowskij. Verlag Grethlsin u. Co. Le i p zi g - H ü r i c^. Quellenbuch II. Teil von Dr. Jul. Höxter. Verlag I. K a u f f m a n n. Frankfurt«. M. 1928. Preis M. 1.80. Die jüdische Religion von Dr. M i ch. F r i e d tuen d e r. I Kauffwann-Verlag>. Frankfurt a. M.- 1827. MS 10 M. Heimakgefchichke der badischen Juden oon Berthold Rosenthal. Konkordia A. G. Preis geb. 10M. kritische Reise durch Palästina von Alfred Wiener. Aus der Schriftensammlung „Jüdische Siedlung und MttMlltt" Berlin 1027. Phils-Lselag Bnchhandlung ®. m. k H. brosch. M. 2.^0, geh. M. 3.40. Dre Aufstieg des Hauses Rothschild von E g o n E o n te Corti. Leipzig. Insel-Verlag. Der gnsammenbruld der ZarenmonseOis ma Michel Smilg - Benari o. Z ü r r ch / L e i p z i g / W l e n. Amalthea-Verlag. Juden auf der deutschen Bühne.von Arnold Zweig (mit 16 Bildtafeln.) Der H e i n e b u n d, B e r l i n 1927. Ribllf^e Asstaften m €sgfirt>e von Stitöä 2Lriß^ mann. I. Kauffmann. Verlag. Frankfurt a. M. Preis geb. 2,80. Tierschutz im Judentum von Jsak Unna. I. Kauffinaitn Verlag. Frankfurt a. M. 1928.