Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1927)
- Date
- 1927-12-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Zum 50. Todestage Rabbi Samuel Vondi's Vst* Maiiitet 49 iu Jstaäil“ «SM Zchre 1877. : Mainz, 27. November 1877. Her groste und bedeutende Mann, den unsere Ueberschrift nennt, wurde am Purimseste lies Jahres 5554 geboren. Sein Vater, Rabbi Jonah Bondi, war aus Dresden, wohin dessen Vater, Rabbi Wolf Bondi. von Prag gezogen war. KMi Müh war ein gefiorensr UMrnn W vorragender Schüler des berühmten Rabbi Je- -cheskel Landau; noch ist in unserem Besitze der -erste Teil des Roda Bijehuda, den der Verfasser seinem Lieblingsschüler verehrt und mit einer elgcchL,.Ligen WMllNg MsShSN HÄ. RMt Jonah war nicht nur ein großer Lamdan, sondern,- rM währsten Sinne des Wortes, ein tf’v-ip,* zu feilten Ahnen zahlte er die hervorragendsten Männer ünser^er Nation: den Verfasser des fnp'p Tilden ^UMüWllbbi Schelemo 2urja^ Nafchl (Rabbo Schelemo ÄW^rki), und eine Familientradition führt den Stammbaum der Familie auf König David zurück. Die Mutter des teuren Sät)ffipfch!$Mkn, Bella^ war eine Tochter des weltberühmten MaiNAsr Oberrabbiner Nlldbi Herz Scheuer, dessen Vater, Rabbi Tewele Scheuer, ebenfallsdaselbst Oberrabbiner gewesen. Rabbi Tewele war ein geborener Frankfurter, einer der lleDeöl8N^st8N er wurde später, - als der große Verfasser des PVIN' ns Frankfurter Rabbiner war, Dajon in seiner Vaterstadt rÄnd ward dann zum Nachfolger seines SchmieMrväters, Rabbi Nathan Utitz, als Rab- $$£ bsknftn. Mn Rabbi Rllr than EGkmöge hier ein Eharaktergug erzählt .Mrdem Derselbe hatte außer seiner, später mit -Möb^Tewele vermählten Tochter, einen einzigen Hohn, .efeü WttlMZSvsllM Knaben VM llchd zehn Jahren. Als dieser einst mit seinem Lehrer ÄY8,' begegnete ihm ein Priester, welcher Äe Embleme der katholischen Religion trug. Die den Priester begleitende Menge wollte die HMMWdzg MmW, nVerzukmen,, Mr Mr ÄMWDrcM:' E^MÄSe- Mikt lieber beb Tod. Als man die Leiche des Knaben nach Hause brachte, saß der Rabbiner in seinem Studierzimmer. in welchem sich auch ein heiliger Schrein ruizMzs ThöMollö fiafanD. Als Der Mer Die verstümmelte Leiche seines einzigen Sohnes erblickte, riß er die Türe des Aron hakodefch auf und rief: „Allmächtiger Gott, ich danke Dir, daß Dü mich so hoch beglückt hast, daß mein Sohn sM Leben hat hingeg.eb'en zur Helligung Döittös grpßen Namens." Rabbr Teweles hatte in Bamberg einen grasten und schönen Wirkungskreis; Bamberg war Dmnals Me namentlich, durch Thorakenntnis <xu& gezeichnete Gemeinde; allein die Verfolgungen eines Apostaten (imV») verbitterten ihm das Leben. Der Apostat, wurde nicht müde, bei der surstbischöslichtzn/ Regierung den Rabbiner zu verleumden; damals ereignete stch b!e «eMerühmt gewordene Geschichte, daß der Apostat es als ein Verbrechen dargestellt hatte,/ daß der Rabbiner am Weihnachts-Abend mit feinen Schülern Karten spiele. Die heilige Hermandad übersiel wirklich den-Rabbiner; aber es mar gerade eine religiöse AWag« gekommen; öer Rabbiner und seineEchüler waren in der Erörterung -.der. n^rrv veHOft; die Karten waren vom Tisch verschwündGk,.Und Gemara, Alphassi, Ram- PgM Hgs Md Schulchan Aruch la^en, aufgeschlagen auf demselben. Wir haben diese einzelnen Züge nur erwähnt, um zu zeigen, in welchen Familien-Traditionen Rabbi Samuel Bondi Ti heranwuchs. — Es ffisp 2ifi? stiikMW Zeit, tn wßWr kl gfoorcn wurde; Mainz hatte soeben (1793) jene schreckliche Belagerung überstanden, die Mainz von der Republik Frankreich.lostrennte und den entflohenen Kurfürsten wieder zurückrief. Allein schon 17B5 wurde Mainz srmzijsisch, M öou Das Stammhaus R Samuel Bondis, in dem auch ein Bet- und Lehrhaus eingerichtet war. nah Hätte Rabbi Samuel in die Armee des ersten Rapotevn emtreten mafstü. ErWLV fH8N EtHQßs kleidet, als der Sturz des Imperators ersosgte. Als zwölfjähriger Knabe verlor Rabbi Mtmüel seinen eberMgelehrten wie frommenMälklj MutteHneine .noch-jugendliche Wtktve, verschmähte es,.Mnen. zweiten Chebünd emzugehen. und'wies die glänzendsten Anträge zurück; sie lebte nur > der Erziehung ihrer drei Kinder, öiner Tochter, die sich später nach Bingen. Wer- M Miss Eohne, im ’foin: te jüngere, der durch seine Gelehrsamkeit und Frömmigkeit rühmlichst bekannte Rabbi . Tewele Bondi W’ii* '" seit mehr als sechzig Jahren in Frankfurt wohnhaft. ' M siMtliche Erzieher unfern fäamM war sein Großvater, Rabbi Herz Scheuer. j \ Unter den zahlreichen - bedeutenden Schülern der damals in Majnz blühenden Jeschibah — ich nenne nur Rabbi Mendel Karge, Rabbi Mosche Merzig, Rabbi Mosche Reis. Rabbi Bär Scheuer — war Rabbi Crmurl Bsnöi bik hermrragMslk. üer Liehlingsschüler seines Großvaters. — Als zwanzigjähriger Jüngling schloß er den Ehebund Mit seiner edlen frommen Gattin Sophie*), einer geborenen Epstein aus Fulda, mit der er 56 Jahre lang m glücklichster Elje geleki hät. Als (litt Großvater im Jahre 5583 (1822) starb, übernahm Rabbi Samuel eine Zeit lang die Leitung der Jeschibah; aber die Ungunst der Zeiten versMNglk Lik so widmete sich Rabbi Samuel den Geschäften — er gründete eine Weinhandlung —, aber immerwährend das Geschäft als Nebensache, das Talmudstudium als Hauptsache betrachtend. Sein öffentliches Wirken begann erst im Anfang Der Dreißiger Mre, f? war im Jahre 5591 (1830), a(s am Versöhnungstage während des Neilah-Gebetes in., der großen, alten Synagoge die emp nso öits öem heiligen Schreine, dessen Türen geöffnet waren, heraus «ns iU Crdz sulrn. Wslchsk Echretken. welche Angst sich der Gemüter bemächtigte, kann man sich leicht vorstellen. In demselben Jahre wurde von der Regierung, die den sogenannten Fortschritt begünstigte, der damalige Gemeindevorflanü seines Amtes crckst^tstatt stmsr Männer in die Verwaltung berufen, die genugsam charakterisiert sind, wenn wir Mitteilen, daß der Präses des neuen Vorstandes später zum Christentum übertrat. ..Reform" allen Gebieten ward NUN das ^ofungsworl; W alle SR«l$tiUP, Rabbi Löb Ellinger, sollte als „Lungenbestchtiger" beibehalten werden; dagegen sollte das Rabbineramt' einem Jünger der damals aufstrebenden „Mnrar ÜDeMllgkN KkkDkNi Dagegen trat Naö'öi Samuel Vondr Mtt ällzt» KkSst UNd CNSIgiö aus; und seine Bemühungen waren von Erfolg gekrönt: der neue Vorstand mußte abtreten, und er selbst wurDe mit seinen MkMkw Mvi Mosche Reis und Rabbi Jakob Levi, an die Spitze der'Gemeinde berufen. Fünfzehn Jahre lang vermochte er mit seinen Freunden die Gemeinde ln rh^M ülMMestWde zu erhÄtteM Da traten . KM MvmeMMi M' M' nnmpglich machten. Der Rabbiner, Nabbt Löb Ell'Mger, starb, und es sollte ein moderner Rabbiner berufen werden; die alte Synagoge war baufällig geworden und sollte durch einen Reformtempel ersetzt werden. .Sieven Mlk KLtzM tä Kamfsj da wurde iw ^Jahre 1853 der mit Orgel usw. versehene Tempel mgeweiht und Dr. Aub von Bayreuth (jetzt Zerlin) als Rabbiner berufen. Als Rabbi Samuel lfüh.: Laß ölle seine Kämpfe vergeblich gewesen, dö lät rv, «ie unstr' Baiek Jakob getan; wp »12' ö» 2v»n nnnn -»wb /m tnrn n» fm . «nvchs^ mn»n vm 1N2N1 nn»n N2NQN ..Und er teilte das Volk in Kwei Lager und $v MH» Wenn Der religionsfeinDlichk; Herr? fchende Zeitgeist das eine Lager vernichten sollte, so möge wenigstens das übrig gebliebene Lager errettet werden".! r> M M MMW IBin: pite aßcr nsS hiertanvifchen Gesetzen ihren . Nattt«n ändern.