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Der Israelit · 1927-12-15 · Heft 50 (15.12.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 50 (15.12.1927)
Date
1927-12-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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■o '5 lii >%VT‘ Sette 2 Nr. 50 Erneuern Sie sofort beim Fostboten öle Bestellung tut den „Israelit“ für den Monat Januar! Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon?Mll8ni Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. Das unbekannte Heiligtum. Ein Znttksik« mik Ainik IMiect: In der Buchreihe des Heinebundes ist vor kurzem eine deutsche Ausgabe des vor einigen Jahren in französischer Sprache veröffentlichten Bekenntnisses einer der bernerkensroertesten religiösen PersSnuchleittn unserer Zeit, Mme Pallere's, erschienen. Das Buch erzählt die Lebensgeschichte dieses jungen Katholiken aus Lyon, der, im Milieu des strengsten, gläubigen Katholi- Arsrnus erlogen, buväj eine Kettx WjrMkkl flH" fälle dem Wischen Leben und der jüdischen Lehre nahegeführt, mit unwiderstehlicher Kraft von den religiösen Werten des Judentums ergriffen wird und trotz allen inneren Ringens und trotz aller Widerstände von Erziehern, MHixWlll WI& FllMilienmitgliödökN, schließlich so weit gelangt/ daß er den Entschluß faßt, Jude zu werden. Die einzige wirksame innere Gegeninstanz gegen die Ausführung dieses Entschlusses ist die innige Stoße W Mutt», Sil, Ml fföttittW Söijjblltin, den formalen Uebertritt des Sohnes zu einem fremden Glauben nicht hätte überleben können. Da macht Palliere die Bekanntschaft des Livorneser Rabbiners, Elia HrNgMLgkgh (gtt storben 1900), der in einer Reihe von Schriften schon vorher für den Gedanken einer Wiederbelebung des „ N o a ch i s m u s " , d. h. der Gewinnung nichtjüdischer Personen für die Stellung des „Ger Toschab", des die sieben noachidis^en Äeirvie ireoöac^ten!)en reinen Menschen,'Propaganda gemacht hat. Er ist es, der Palliere den Rat gibt, von einem Uebertritt zum Judentum abzusehen und sich als reiner Roachide, als „Ger Toschab" gu fühlen, um aus tzjxsx WM ffiF ÖÜb reine GoLtesbervußlsem und Die Erfüllung der Der Israelit menschlich-noachidischen Pflichten unter Anerkenklimg du MMWkeit der MmufMarMg in der Menschheit die Gemüter anderer zu gewinnen. Diesem Rat folgt Palliere, und er wird darin noch durch Aeußerungen anderer rabbiNischen Instanzen, darunter, wie er schreibt, auch des Oberrab- Hinfro in TkNlfllLkM rrstÜM, r Dies etwa ist, in Kürze zusammengedrängt, der Inhalt des außerordentlich fesselnd geschriebenen Buches, das sich für den religiös interessierten Menschen wie ein Roman liest. METtfflürBtaernjeife ist mattiert morüfiir [ötqn früher Nachrichten veröffentlicht wurden/ in Paris ganz in den Bannkreis des äußersten jüdischen Liberalismus geraten und übt im Rahmen der Pariser Reforingemeinds. sine seelsorgerische Tä- Ürii aus. . Wir haben unseren Pariser Korrespondenten gebeten, Aime Palliere eine Reihe von Fragen, die sich auf seine gegenwärtige Tätigkeit beziehen, vorzulegen, und Herr Palliere hatte die LiL'böNLwükdlgkött, dich WM m VSllzr Ochnheit zu beantworten. Im folgenden finden unsere Leser das Interview, das unser Korrespondent mit Palliere gehabt hat. im Wortlaut. Mitten im Studentenviertel in Paris, mit Blick aus seinem einzigen Fenster auf das »Col- «1« rranssMtegt Lss DMMkskllMklm der interessantesten Figur des französischen Judentums, des Herrn Aime Palliere. Drei Stock hoch, Zimmer Nr. 15, ein möbliertes Zimmer, lange Bücherreihen längs der vier Mauern bis zur!->M Wb für Einen mit aneöem unß Schriften übsrlafisien Tisch und drei Stühle, Groß und schlank, feine Züge in einem glattrasierten Gesicht ohne Schnurrbart, edle Handbewegungen und jedes Wort in best gewählter Stäche Ui[e und doch aufs verständlichste aussprechend: Unter der Kutte würde Herr Palliere den charakteristischsten Typus des rassigen, adligen Priesters abgeben, im Smoking würde es im ffinftin MW MM NW Mallen. Mit der größten Freundlichkeit empfängt er den Korrespondenten des „Israelit". Er weiß, daß sein Buch»ke sancfnaire inconnu« in Deutschland das größte Interesse hervorgerufen hat. Her- „orragentj J|| tzWstzW WMkN W dentums sind bereits an ihn herangetreten und 15 Dezember 1827 beit hält ihn in Paris zurück. - Im Frühjahr vielleicht. ,o; „Wären Sie bereit, Herr Palliere, uns 'etwas Genaueres über das in Jhrent interessanten Buch erwähnte RefpoNsum des Herrn Oberrabbiners in Jerusalem mitzüteilen, odet uns eine Abschrift öll-skZ NtWllsnins. VÄ Wff MM ÄlsftllWsilichem und religiösem Interesse ist, zu überlassen?" „Es tut mir außerordentlich seid, Ihrem Wunsche nicht ganz entsprechest zü können«/ An 5riTtiTfi®cn wm mein§§ MchM spröchö ich von einem Nesponsum, welches von dem verstorbenen Rabbiner Sälant aus Jerusalem einem meiner Freunde, der zur Zeit in Sichron Jakob wohnt, gegeben wurde. Mein« Freund hat pevrn Isiähhjner Galant meine durch Renamozegh bewirkte Bekehrung zum Judentum vorgetragen und ihn gefragt, welchen religiösen Pflichten ich in nreinem Fall unterworfen bin. Salant hat eine sehr detaillierte Antwort gegeben, die sich folgen- Mimapn zusamrnönfsssm W; Die Mztboih sin'd nicht bindend für mich wie für Juden von Geburt; es ist abbr gut für mich, dieselben als überpflichtig, als Werke persönlicher Andacht zu treiben. Ich soll mich jedoch enthalten, den entfpMtchttdstt EegenSffruch, g. V. «der den §alis auszusprechen: Mein Freund hat mir das Responsum brieflich übermittelt. Der betr. Brief ist in meinen Archiven in Lyon. Wenn, Sie dies wünschen, werde ich Ihnen denselben bei Gelegerchell meines nächsten Besuches in meiner Heimatstadt zukommen lasten. Im Uebrigen dürste es Sie interessieren, daß sämtliche Rabbiner, denen mein Fall, sei es durch mich oder durch meine Freunde vorgetragen Äurde, in folgender Schlußforveriing übereinstimmten: Es ist bester, ich trete nicht zum Judentum über. Das Judentum steht dem Profelytismus, wenn nicht feindlich, immer unfreundl!H §llk8k8kll- ES. Mi llD Niß angmaßt, öte „allein selig machende Religion" zu sein. Wer nicht als Jude geboren ist, steht dem Herzen Gottes ebenso nahe, wie der gläubigste Jude, unter der einzigen Bedingung, ein braver Mensch zu sein, an den einzigen Gott ZU glauben und die nvachidischen Gesetze zu befolgen. Wenn das Judentum sich bemühte, Bekehrungen zü bewirken, würde es die Meinung verbreiten, daß es eine Religion wie alle anderen ist.- Im Gegenteil, WM in SW MzWng W Sa- Zudentum weit über jeder der anderen bestehenden haben ihn gebeten, baldigst nach Deutschland zu Religionen." kommen, um in öffentlichen Vorträgen seine Be-1 „Haben Sie Ihre jüdischen Studien in den kehrung zum Judentum zu dokumentieren. Mit > letzten Jahren fortgesetzt, und ist Ihre innere Bebauern muß er &ie[a (fintoimngim für in hm gleichen Bahnen' g«k>lWm Augenblick zum wenigsten ablehnen, Zuviel Ar-iwie bisher?" vom Lichte und Leuchter. Bon Rabbiner Dr. Felix Kanter in Zwlttau (Mahren). An Knüpfend an die Morte der Heiligen Schrift (ll. 25. Äl. KÜß. 27, 21) »Außerhalb des Vorhanges, der über dem Zeugnisse ist" sollen Ahron und seine Söhne das ewige Licht anzünden, bemerken unsere Weisen (Sabbat 22 b): Dieses Lickt legt vor der ganzen Welt Zeugnis ab. daß der Herr in Israels Milte Wyllri:?6ö6ll zeugt hkfrnbers das'Licht ..des Westers" ^3); von diesem Lichte begann der Priester die (andern) Lichter anzuzünden und mit diestm Lichte war das Werk des Anzündens beendet. X'N nny) ‘la.iT m *i»rr ,tti» m’awn» »uaf? litfiMBIH HS»» . - - -s-fx« Das Licht'der wahren Gotteserkenntnis ging bekanntlich im Osten auf (^1 nmv» T>yn ■»») Dieses Licht ist nicht erloschen urd wird auch nie und nimmer erlöschen, festst im „Westen" nicht, wo sor st die ©onue Zergeht, Isxsx LgssMk lfOt WlM llll und für stch Zeugnis ob. botz dieses Licht ein ewiges und beständiges ist. Ein fernerer Beweis für die Ewigkeit und Beständigkeit dieses Lichtes und auch dafür, daß der Ewige in Israels Mitte thronet, ist die Tatsache pHiv ,Y>n naoatf, daß der Priester »von diesem L'cbte die onvern enizÜNdSlKE. bft halle hat es heu Anschein, als sollte dos Licht im Westen" schon gänzlich erlöschen und vollstäng aushören (o^ata rrn ,131). Dann aber erleben wir immer von Neuem dos Wunder ninnw N'N, daß gerade dieses Licht, das schon zu erlöschen drovre, am tzellsfxg ksstW'sk Mill lltS llllS dere enlzünbele. DieseTattoche.deren Zeugm wir selber sind, ist ein Beweis dafür 'ui mw nawiff» daß wir ein GottcsvolK sind und daß nnier heiliger Bäterglauben ewig besteben wird im Osten und im Westen 1N13& nir»».*) Der heillgs fießcnörmtoo f, fs i&fäM dll Thora vor, muß v^tt getriebener Arbeit fein, d. b. aus einem Stück besteben. „Fuß und Schall, Kelche, Knäufe und Blumen sollen aus ihm bervoraehen" lll. B. M. Kop. 25. 33—39 und 4. M. Kap. 8, 4) Zum Q3«fe nniK NVV mno am 122 bemerkt Ralchj: Ein Äi^rär reinen ^vll'es wuräe in dkl Weife zur Anferttgurg des bkillgrn Lerckters verwendet. daß durch Hämmern urd Schlagen alle Bestandteile des Leuckters aus diesem Goldklumpen (Kickm) hervorpin«'en. Diese Bmschrist kommt avßerd m norb ^Iveimot in ver psx; All.' der D1i'n3 über bei Duubvslobe und der Trompeten die dazu dienten, ^die Gemeinde zu versammeln und die Lager zum Ausbruche zu rufen". Don den Chrubim teitzt es rwsm fitrpa vyirr und ferner v'viis.i nrr n-issn „in getHOfiöBS? (SD{t dv die o'usfrbgfN" und „aus dem Deckel sollst du die Cherubim machen' *) Nach dem soeben erichiknenen II. Teil des tfvn.l vipb' von Robb. E ch. I. Lewitan in Oslo. (2 B. Kap. 25, 18 und 20). Rascki bemerkt dazu r Die Cherubim düistn seWstäffyfA llllLktklMt unb Hann künstlich an dem roy® an geheftet (angelöte’) werden, sondern beide müssen ans einem Stücke besteheir. Die Vorschrift über Anfertigung der Trompeten befindet sich im 4. B. M. Kap. 10, 1—10 und auch hier heißt es tmiH nvvn .msp». Wgllllll iBtrD aerobe M bUfm tuet GWMftällds» so viel Gewicht darauf aelegt, daß fte nur aus einem Stöcke b>stehen müssen? Warum gilt nicht dieselbe Vorschrift bei anderen Geräten und Gegenständen des Heiligtums? Die Antwort auf diese Frage ist in der Bedeutung oder richtiger in der Bestim-- IllUNll MiliT dm GMNsrSkdö snihötts« und diese sei hier nur kurz angedeutet. Die Wenora. der goldene stebenarmige Leuchter im Heiligtume. stellt das Licht des wahren, reinen und ewigen Gotte-glaubens und der Gotteslehre brr. Glonbs und Lehre müssen eine Einheit bilden- 811188, fBSS All Aellgiön untz Gsoubeu getjört odrr was man ats gut und gottgesölliq bezeichnet, muß aus drm Glauben selbst hervorgehen und in ibm begründet sein. Nichts Fremdes und Gekünsteltes dms dem Glauben anbasten. Nicht nur der Echast. ols evasis, Träger und Inhalt der rejfgsLssll sunbern auck b'ie »Kelche unD Mumeu", üllch Die scheinbaren Aeußerl ich ketten, die ßl^cfcfc'iTi nur als Zierrat diencn, müssen aus einem Stück fein, mit dem Levckter in innigster organischer Verbindung stehen. Wie -mH twn so soll auch der Glaube an ^n jr iiw??r?9nii — Auch die Cherubim sollen sn gettikbener Arbeit ongeserttgt werdcn und mit dem organisch verbunden sein. Die Cherubim, so btmeiben nämlich unsere Wesen (Sulko4b und Chagiga13b), waren nichts anderes als Kindergestolten. Und es ist ganz

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