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Der Israelit · 1927-12-08 · Heft 49 (8.12.1927) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 49 (8.12.1927)
Date
1927-12-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S^ce 14 Är. 49 Der Israelit 8 Dezember 1S27 Lehre ist Menschen gegeben und Menschen angepaßt, daß sie sie halte n. Was frommen den Menschen Lehren, die Engeln angepaßt sind ttnkr Die Die Menschen in Den Unmel prtiftn, um auf Erden nicht einmal menschlich zu sein? Ich meine nicht Euch, hochwürditzer Herr Schudt, und nichts für ungut! Ihr seid ein hochgelahrter und tvohlineinender ganzer Mann. Aber gerade deshalb töi&t Ihr, wie sehr man mu der vielgepriesenen großen Liebe hassen kann . .“ Schudt dachte etwas verstimmt: das sind ihre „ungelehrten Kaufherren und Geldraffer", ihre Gelehrten erst . . . Man wird mit ihnen nie Mg. Aber laut sagte er: „Ihr habt nicht ganz unrecht, Freund Oppenheim, wenn Ihr an die große Menge denkt. Unser Martinus Luther sagt schon: „War er ein Jud, er würde die Christmenschen Mlallen wir Das;.. Aber üieLebre l l i bleibt doch Lehre und die L i e b e die Liebe „Bleibt sie es?" fragte Oppenheim, „wenn sie in dicken Büchern den Haß gegen die Bekenner anderer Lehre predigt, ihnen alle Schlechtig- Mttn nnyöngt» Fürst uns mt gegen sie hem Damit waren sie wieder am Anfänge, bei Eisenmenger und seinen Schriften. Schudt wischte sich mit dem großen roten Tuche, das er am geblümten Zipfel aus der Hintertasche seines MM? äßg; Btt MMcslc non M»B unö Lippenbarte sehr umständlich und mit einer abweisenden Geste, als wollte er damit alle Eisenmengerei weit von sich stoßen. Es war ihm gelegen, die eigenen Unliebenswürdigkeiten, mit Denen tfjm siWlich Die aannffono lSllststmnDschaft schlecht bezahlt dünkte, dadurch auszuwischen, daß er nun scharf mit dem toten Eisenmenger zu Gericht ging, recht weit von seinen „höchst verderblichen Ansichten" abrückte und es sm gnBe fßgar für begrüßenswert erklärte. Daß die Schriften nicht freigegeben und dem „gemeinen Volke aüe die Giftigkeiten ferngehalten werden." — (Fortsetzung folgt.) und Gebüsch und liefen und liefen. Liefen nicht um ihrer selbst Willen und um des erbärmlichen, geknechteten Lebens Willen. Liefen um der Mmicho Willm, Baß Bis lMMzr Mite »sn Mosche her gespannt über alle Zeiten und das heilige Volk, nie ende. Nie! — Und da die fünf Sekenim in Sicherheit «'«reu, ließ sich MM JxtzÄ« KkN Vkhg MeDer auf sMen Stein Mischen den Bergen und sprach laut wie ein Gelöbnis: „Reglos will ich hier liegen wie ein Stein auf einem Stein!" -Dreihundert römische Langen durch- Dolrrlcn 8ehuDa öen Baba. Weiterlebte die lebendige, ewiglebende Kette der Semicho. Kleine Geschichten: Das Problem. Semicho. Von Hollerbaum in Mainz. (Schluß.) Zwischen zwei Bergen und zwischen zwei StllDten saß, gofauort auf einem Mein Des FslDss, Rabbi Jehuda ben Baba. Er hatte in die Hände vergraben die hohe, lichte Stirn und sah nicht auf. Er lauschte nicht und spähte nicht. Und doch fühlte er, daß die fünf zu ihm kamen. Sie kamen von Den ZpjtzW özy tzZi?- nieder um die Mittagsstunde und traten vor den alten Lehrer. Und erst, als sie alle um ihn versammelt waren, hob er das Haupt und fah sie an. Schweigend viele Herzschläge lang. Langsam, wie unsagbar müde, stand er von feinem Nichep!«^ auf. Rabbi Meir war ihm zunächst. So legte er ihm die Hand aus, wie Mosche dem Josua getan und Josua den Aeltesten und Richtern, und roie diese getan ihren Söhnen und Immerfort in einer lebendigen' Kette, ben göttlichen Geist, der auf den Bringer des Gesetzes am Berge Sinai gesenkt ward, weiterzuleiten von Generation zu Generation. Auf daß nie die Kette ende! Dem Rabbi Jehuda legte er die Hüttd aus und dem Rabbi Schimon; dem Rabbi Jose und dem Rabbi Elieser ben Schammua legte er die Hand auf. Und weihete sie zwischen den Bergen, zwischm Ukscho imB ZchWMM zu CMnim, zu Aeltesten des Volkes: — Sechs Männer standen im heißen, flehenden Gebet. Vis Jehuda ben Baba plötzlich die Hand hob UÄ kiss! „Lauft!" „Lauft!" rief Rabbi Meir, „und folgt mir. Denn wir sind erspäht!" Kinmi" fßgte nvch einmal mit Mm der Stimme Jehuda ben Baba. Da eilten die Fünf querfeldein durch Geröll „Wer hätte diese Entartung für möglich gehalten? Ein Sohn solcher Eltern? Die Erziehung ist doch wahrlich ein Problem, zu dessen günstiger Lösung es mehr aut EE als auf M Wx jtyfgl M «Uf Wt rlÖjtiflC Methodik ankommt! Der Mensch kann eben die Weltordnung nicht verstehen!" „Du bist also mit dem lieben Gott nicht zufrieden? Du bist der Ansicht, er hätte dem Menschen die Erkenntnis seiner Gesetze leichter machen sollen?" „So kratz möchte id^ mtd^ doc^ nid^t geüujjejrt HsfbkN Ehrlich gesägt, fehlt mir auch die Zeit zum ruhigen Ueberlegen. Die Familie, das Geschäft, dreimal am Tag die Zeitung; — wie kann man da zu sich selber kommen?" „Ich glaube, daß du dich schon wieder nicht richtig ausgeörüctt hast, Sttdjt MmW, MsHW. ZkitlM: sM dcrn Geschäft, Zeitung, Familie, sind die Reihsnsoige Die Selbsttäuschung, man widme der Familie die erste Sorge, während die Existenz das ganze Denken gefangen nimmt und die kargen Stunden der Muße zum größten Teil der Zeitung gehören, sind schuld, daß mancher Vater ■eines Zages über feine Kinder entßüföl ist.« „Was du sagst, ist Sophiftik. Bedeutet die Existenz nicht die erste Pflicht gegen die Familie?" „Du weißt, daß ich in meinem Berufe tüchtig bin. Ich würde mich aber bedauern, wenn ich mich nicht noch mehr widmen würde. In der Regel betrittst du müde dein Haus, überfliegt die ^eituri^ verfc^lin^ß Vas Afstjh und dein Blick geht über deine Kinder hinweg. Du glaubst, der beste der Väter zu sein, — und dennoch vergehen Wochen, bis du deinen Kindern mal in die Augen schaust und so ihre Seele prüfend vor die deinige 'teilst. Sage: Ist es nicht so?" ,Dn magst recht haben! Es roäre besser, n»enn mir &ie Familie ein freierer Hopf ölieöel Loch ich denke, daß es genügt, wenn ich mich im Hause aus meine Frau, die Mutter meiner Kinder, verlasse." „Nein, das ist zu wenig, — denn die Kinder müssen die gemeinsame, miteinander übereinstimmende Erziehung beider Eltern verspüren! Wie selten findest dn sicherlich Zeit, mit Mrnae g&au i« Nutz; über Kntzer Erziehung zu sprechen?" Die Wege der beiden Bekannten trennten sich. Doch der zuletzt das Wort hatte, bot noch nicht die Hand zum Abschied, sondern sagte: „Ich begleite dich. Das angeschnittene Problem ist so rvichtig. daß ich nicht umhin kann, noch einige Ge- ^an?en zu äußern, 14j mit llßfer zögerung meiner Zeit heute mein bestes Geschäft, indem ich mir einen Kreditposten im himmlischen Hauptbuch verdiene!" „Und einen bei mir!" erwiderte der andere lächelnd. „Also höre zu? — In deinem Getreidegeschäft prüfst &li sükzföNiz &U fÜJÖHli* 5Uf itzre 8-efünbtzeit. §11 überlegst dir auch, für welchen Boden die einzelnen Qualitäten geeignet sind, damit ein gesunder Halm emporsprieße und reiche und gesunde Frucht trage. Obwohl du kein Wissenschaftler bist, hast du so doch eine Ahnung, daß Gottes Wöllgeseß der Eniroitklung eines jeden Orfeiner Art len tzöctzsten §afeinszroeck bedeutet. Beim Menschen nun muß diesen höchsten Daseinszweck die Erziehung geben. Wie der Same schon, bevor er als Pflanze ins Dasein tritt, ein Mehr oder Weniger von Kraft der Qualität und der Quantität in sich trägt und auf diese Weise der Pflanze ihre Entwicklung zu ihrer Vollkommenheit erleichtert oder erschrvert, ist äüch beim kNenfctzen sctzon bie FeN vor ber Geburt von größter Bedeutung für die seelischen und die körperlichen Kräfte, die er mit ins Leben hinausnimmt. Die Selbsterziehung der Eltern ist Voraussetzung für die Erziehung der Kinder. — Erinnerst du dich der letzten Haftarah?" „Du MW, iH§!)» WM i» M w ISttiSl befahl, bis zur Geburt ihres Sohnes weder Allein noch Unreines zu genießen, weil ihr künftiger Sohn von Gott für eine große Aufgabe auserfehen fei?" „Du hast mich schon verstanden! Mit heiligen füllen soll ein Kind ernxfa^, fflU WjM FWUM getragen und mit heiligen Gefühlen erzogen werden! Nur fo läßt sich die Verantwortung für die nächsten Geschlechter erfüllen." „Das Problem erscheint mir erst teilweise beantwortet. Gerade der Fall, von dem unsere Unterhaltung ausging, stimmt bedenklich. Die Eltern dieses jungen Mannes roaren nil^t nur stets in voller hgE beste Beispiel für ihre Kinder, sie waren, nicht nur geleitet von der Heiligkeit ihrer Erziehungsaufgabe, auch der in feinem Berufe vielbeschäftigte Vater fand stets Zeit für feine Kinder. Trotzdem mußt« er nun die Schmach eines solchen Sohnes erleben." ölß ßßf{iü§ fat&jis fstroblerns Ileg! . auf ber Hand. — Unser Stammvater Isaak hatte einen den väterlichen Idealen nach lebenden Jakob und einen ihnen stets fremd bleibenden Efau. Efau verachtete die Erstgeburt, sagt die Thora; er wollte nicht die geistige Welt seines Vaters erben. Isaak hatte nicht bedacht, daß die SnbiD'ibualiiäi, die Art des Efau andere Er^leHun^Smechodcn verlange. Einem Efau hätte gezeigt werden müssen, daß nicht nur der beschauliche Sinn feines Elternhauses, sondern auch das wogende Leben draußen mit den Idealen des Vaters in Einklang zu bringen sind. Den gleichen Fehler hatte auch der Mann gemacht, dessen Sohn heute das Stadtgespräch ist." Sllly Miß. Ainderecke. TAe Hoffnung. Es wäre icu die Erde Und frostig - ere, Wenn nicht Mzenfch begehrte Zu lindern Schmerz und Leid. Und leises Jauchzen klinget Ob Handlungen voll Herz; Ein leises. Seufzen dringet Bet Leere himmelwärts. Z« WR CMräii Herrscht reine Harmonie, Und mutz der Mensch entbehren, Dann Klagen schrillend sie. Und liebevoll umheaen Die Engel unsere Welt^ §Ie gehn auf Gottes Wegen Und tun. was Ihm gefällt. Wir wollen darin gleichen! Dann werden wir sie. — Der Traum ist zu erreichen ÄllrH Energie« Und wenn die Erdenteile Vergehen und verwehn. Dann wird zu unserm Heile Die Seele auferstehn. F. M. PPhFaE BELEUCHTUNGSKÖRPER Mu,"* KT. LICHTu. KRAFT-ßNLfi GEN Vom Kizzur mit punktiertem Texte und deutscher von Dr. V a tn b e r *ge r lp im ^o|m«nns ö^rläg Frankfurt M. bis 17.' Lieferung eislhimen. 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