Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1927)
- Date
- 1927-12-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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! ' I - > I •ML * j* © Isenburg. a f? it li ii r fl. EnDMion Bei WMKshn »nd hübscher SonnLagsausflugsorl, ist MS lN SöN letzte- Jahren als liebes Wort des jüdisch en Wohltuns vertraut. Dort unterhält seit zwanzig Jahren der I ü d i s ch e Frauen- D.lIItD am MlörMk M Mm, das m^tmehr und nicht weniger will, als junge, j Ü dis ch e Menschen körperlich und f eelisch retten! Wir sahen uns dieser Tage das gartenum- 8ebene Landhaus an, sahen in die kleinen sauberen, Hellen Räume, sprachen Mit den Hausverwalterinnen und den Damen der Kommission, die ap der Spitze der obersten Leiterin und Initiatorin dieser imü mUv ähnliche [oplen Schölle .'fangen in Frankfurt,, mit hinaus gingen; wir hörten das Lachen, Jubeln und Brüllen von einem guten Schocke zumeist gesunder, frischer, pausbäckiger Kinder allen Ästers, sahen änH die Säuglinge in ihren Wiegen mit den Milchflaschen im Munde, betreut von einer Kinderschwester, der die Liebe jjurrt jcf^roeren Berus aus den Äugen leuchtete, sahen auch die größeren Mädchen bei verschiedenen Hausarbeiten; in einem anderen Raume auch junge Frauen, die infoip nrlßlWr häuslicher DerM? Nisse dieser oder jener Art hier unter ist schön, aber es muß durch Arbeit erkauft werden. Es blühen Blumen, — wenn sie mit mühe- und liebevollen Händen begossen und ge- ^»sle^t werden. Zwölf Pflegerinnen unter der sicheren Leitung des Frl. Krämer und der Frau Haas als Hausmutter, denen eine Kommission aus Ehrendamen des Frankfurter Frauenbundes aufopferungsvoll zur Seite steht. tun Tag und Nacht mit Liebe zutn Rinbe, mll Verständnis fÜÜ das hohe Ideal, aus dem dieses Haus geboren ist, ihren nicht leichten Dienst./Die Kinder besuchen die städtischen Schulen von, Isenburg und werden^ schulentlassen, einem ihren Neigungen ütt! treuer Pflege und fachmännischer Leitung schwere, zumeist Wochen des Ueberganges zum häuslichen oder Erwerbsleben verbringen. Wir sahen das alles imt wurden deü Mällksil Nicht lüS M ÖM Wort, das hier in goldenen Lettern über dem Torbogen leuchten dürfte: rmrr vsn o^psn bD •xbn o^p ' drr->V'» & pnD zur Zkir mefjr ßmn ii®s Mkud jüdischer Seelen — wieviele waren es aber in den zwanzig^Jahren — die, durch eigene oder fremde Schuld aus dem Leben gestoßen, hier denWeg und den Anfa^ ^u einem neuen und reineren Sein fanden. Und zarte Menschenblüten keimten hier auf, strebten ins Licht — das Leben hätte sie mit schweren Schritten am Wege zerstampft und zertreten, hier wurden sie gehegt, daß sie der menWiOkll GksküsHÜft NöH ksivas wurden und gaben ... Kurz und sachlich sei berichtet: Die Kinder jeglichen Alters— vom sechsten Lebensjahre ab nur Mädchen — haben hier ein liebevolles Heim, Logis, DerllMunrn Anlkiwns Md GGkhMgl wie man sie im vernünftig st e n Elternhaus nicht besser und zweckmäßiger Kindern bieten kann. Es ist keine Pension mit komfortablen Einrichtungen; die verwöhnen und verweichlichen und mit tünMcher Lichisüüe Äuge für den Ernst des Lebens blenden, aE auch k e i n e Fürsorgeerziehungsanstalt mit spärtaNischen Abhärtusigsmäßregeln. Es Ist alles, von den Schlafräumen oben bis zu Keller M Kötzk, Mös? und räumen, traui> ernfWch) lieb Md heimelig, gewollt primitiv, die GrüMdee einprägend: das Leben RLllst^iiLutttrMcht iwz&time M NausvSMvkS dem .der Haushaltung. Regelmäßigen Religionsunterricht erhalten sie von Herrn Lehrer Kaufmann in Sprendlingen. Dia: größer«! Mäbchen beschgsttgen W in der freien Zeit unter fachmännischer Anleitung mit Handarbeiten. Eine religiöse Dame in Frankfurt übt die Oberaufsicht über das gesamte Kaschruswe^en ehrenamtlich aus. Als die Kinderchen, daH'nter Zwöijährrgs, beim Vesperlsiche im Chore ihr „Hamozi" anstimmten, war das die schönste Hymne auf den Geist, der in diesem Hause herrscht. Wer zahlt für die Kinder, Zöglinge und Insassinnen das Minimum, das bas Heim für fcfe Selbstkosten benötigt (für die kleinen Kinder werden Mk. 2.— im Tage gezahlt)? Es ist dies ein kritischer- Punkt, bei dessen Besprechung sich das HkkgWr Ssmkll Md der Initiatorin mit schwerer Sorgö füllt. In vielen Fällen zahlen die Ettern oder die Schützlinge selbst den minimalen Betrag, in and'eren sind es Gemeinden und Wohlfahrtsstellen nm ganzen Reiche, die bei gegebenem Anlaß ^lückttlh sind; für ihre Schutzbefohlenen das einzige Heim Vieser AN in Deutschlanb benutzen zu können. Äber es kommt yor,.daß Zahlungen nicht' oder nicht mehr von Eltern oder Annehmern öder der^. Schutzsuchenden auf eigene Fsilst ZsMD Wörden können. Dann gibt es Tragödien, Tragödien in erster Reihe für die Hausverw'älMng und-die. Damen, die sich in der bitteren LaW sehen, aus. geldlichen Gründen viel versprechend^! Arbeit aii einem werdenden Menschön llbMbrechen. Gehl es um kleine, hilflose Kinder, so wird verhandelt, beraten, gewartet, gesucht, gemessen und erwogen, und zuletzt siegt doch das jüdische Herz. . Aber über die natürlichen materiellen Grenzen kann auch der Willst der angeblich Berge verruß unb bie lläH zmsM SBflFtfl öflß HohMiedes auch „vom brausenden Wasser nicht ausgelöscht werden kann", n i ch t h i n w e g. Das Haus ist auch zu klein. Es muß sich erweitern, es muß seine Arme ausstrecken, um die Vielen zu m, dir Einlaß suchon, aßor kam Ml unD kein Plätzchen mehr in den überfüllten Zimmern finden. Es wird zur Zeit sogar etwas gebaut oder umgebaut. Aber es reicht nicht und die Geldquellen versiegen. Es ist eine kritische Zeit, hört man als MMWung MM M Lik Adisift nisse sind groß und vielfältig. Eben drum! Weil die Zeit kritisch und die Rot groß ist und'aus dieser Rot immer neue Fälle dem Heime zufließen, müssen doppelte Opfer gebracht werden, ans baß bas Haus ben gesteigeriell Anforderungen der Zeit Rechnung tragen kann. Cs scheint mir dieses zur Zeit die schwerste SSM &SF ZMMdMN gu sein. Sie ist aber in ihrem Grundwesen Optimistin. Die graue Sorge ist oft von einem goldenen Hoffnungsschimmer überstrahlt. Und fürwahr, die Hoffnung, daß sich jüdische Männer und jüdische Stelfen finDen, Die Dem ®m[e Die @rijßc; Die WM und die nötige Entwicklungsmöglichkeit sichern, nicht hegen, hieße die Hoffnung an den bewährten und in alle n La gen erprobten sozialen und Wohltätigkeiisfinn ber schüft verlieren. Das wollen wir nicht, und darum empfehlen wir allen, die den Willen und die Möglichkeit hatten^ hi^r an einern großen Werke mitzuarbeiten, einen Ausflug nach Isenburg zu machen, nach dem Isenburg, wo in lieblicher Waldesluft im Schatten alter Bäume eine Stätte der jüdischen Menschenliebe nach größerer Weite und Höhe ^rangl. Die Woche. Aufruf un die Aguvislen Frankfurts! Mehrere Hundert (schon nach vorliegenden Anmeldungen über 300!) jugendliche Agudisten und Agudistinnen werden in den Chanukka-Tagen (24. bis 26. Dezember) unsere Stadt aufsuchen, urn an dem Bundes- und Delew MguMi BimUHmmbomnUation Mb zusse-yMen. Täglich laufen Äeuanmeldungen auch auL Österreich, Schweiz und Holland bei dem Unterzeichneten Büro ein. Wir wenden uns an alle Frankfurter Freunde mit der. Bitte, uns für die Gäste Freiquartiere (mit oder ßtjm ÄklMMNÄ m KssÜgiM 0U stelle". (Auch ©oja genügt.) CUmpflicht wird es m. Aguvislen unserer Stadt sein, den Gesinnungsfreunden von auswärts den Aufenthalt fo angenehm wie möglich zu gestalten und ihnen starkq Eindrücke von dem jüdischen Leben Frankfurts zu vermitteln. DLsßsltz MSildLt Oullktlöixs üem Büro des Bundestages der A. A. I: £)., LüNgö - straße 16! (Wir vermitteln gegebenenfalls auch Quartiere gegen mäßiges Entgelt!) VSklkgg SK YM» M\m Z?llWder, Auf Veranlassung der Agubas JisrorbJuMubgruppe sprach Herr Julius Holländer, Mitglied des Geschäfts» •mv