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Der Israelit · 1927-12-08 · Heft 49 (8.12.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 49 (8.12.1927)
Date
1927-12-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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De r Israe l i t Nr. 49 Tettk 8 8 Dezember 1827 Mmpsnaenrev » Dacdricdten. Deutscher ' Berlin, 29. Nov. Der Bildungs-Ausschuß des Reichstages lehnte in seiner heutigen Sitzung einen sozialdemokratischen Antrag ab,' der darauf hinzielte, Eltern ausländischer das 2Iniragsr.etf)t ouf Errichtung von VekenntmsschulöN zu gewähren. Darüber hinaus beseitigte die Kommissionsmehrheit noch die Bestimmung des Gesetzentivurses, die den -Länderregierungen das Recht gab, Ausländern in Ausnahmefällen das Antragrscht ZU verleihen. Die Beschlüsse bedeuten einen Wwrr°n W«« ßr WtKW« W 3lllfflt tums, weil sie in zahlreichen Großstädten die Errichtung jüdischer Bekenntnisschulen erschweren oder unmöglich machen. Hinsichtlich des Privatschulwesens wurde bej(i^p|jieTy üaj3 bestehende private Volksschulen aus Antrag der'Eltern als öffentliche anerkannt werden müssen. Einer neu zu gründenden privaten Volksschule wird eine Bewährungsfrist von fünf Jahren angewiesen. liK&ttttt. Plötzlicher Tod des Präsidenten der Pester Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Lederer. Budapest, 29. November. Der Präsident dar Psstsr neologöN KultuSgemeinde Dr. Mexander Legerer Ist gestern spät Mtzmittags an den Folgen eines Herzschlags verstorben. Er kam gerade von einem Besuch beim Unterrichtsminister. In dem Korridor seines Hauses brach er zu--' sammen und starb bald daraus. Am NsHMiW «Mienen PrWmt Dr: NkWSA Lederer und Abg. Dr. Desi beim Unterrichtsminifter Grafen Kuno Klebelsberg, um die Stellungnahme der ungarischen jüdischen Studentenschaft und der offiziellen ungarisch-jüd-rscherr Körperschaften ZUM Numerus El>0UfusrStrett barzülegen. Dr. Lederer no^mäU Gelegenheit zu erklären, daß die ungarischen Juden eine Einmischung auswärtiger Faktoren, auch des Völkerbundes, in dieser Angelegenheit ablehnen. Daraufhin erklärte Gras Klebelsberg, er werde die Lernfreiheit der MWen (Menten zu WllUn rniWr m smrrrbefand sich vor und nach diesem Besuch in einer erregten Verfassung, die offenbar seinen Tod beschleunigte. Sein letzter Weg im Leben galt einer jüdischen Sache. Dr. Alexander Lederer hat ein Alter von 76 Jahren erreicht. Indische Vertreter in den Prager Stadtraten. Prag, 25. November. BÄ. der vorgestern (stattgefundenen Sitzung che3 Stadtverordnekenrollegtüms voll ÄN. flUÖi wig Singer zum > Stadtrat gewählt. In den Ortsrat von'Prag-1—7 wurde in der vorigen Woche Dr. Angela Goldstern, in den Ortsrat von Karolinental Herr Emil Rosenberg gewählt. . , . l Indischer Emigräntenschutz. i . - G euf . 24. Nov. Ist örefdn Eugen wurhe w «n<> Srhllng dösE^Lkutiv-Komitees der Internationalen Konferenz privater Gesellschaften zum Schutze der Emigranten, die mit dem Internationalen Arbeitsbüro des Völkerbundes zusamrnenarbeitet^ cib^el, alten. SSeraten rourde üfcer bi« Frage üe* VtzMNtwvrttichMk der SchiffSMfellfchaften gegenüber den Emigranten, denen die Einreise in das Ziel-Land verweigertmrird. Herr-Z. Äberson, der Vertreter von „Emigdirekt", der als Berichterstatter fungierte, unterbreitete eine Reihe Vorschläge zur Ergänzung des internationalen AbtsNMZüZ ützsv As Dnkchksise von Emigranten. Ekiilk Vorschläge waren bereits von einer Sachoerständigen- Kommission des Völkerbundes gebilligt worden. Smrrtt«, Iahresversammlung des American Iervish Committee. Newyork, 18. November. SIm letzten Sonntag wurde unter dem Vorsitz von Louis Marsljäll Ui 81, Lshrmsgi-simimlmig Des Amer rican Jewish Committee im Hotel Astor abgehalten. Mehr als 50 Mitglieder des Komitees aus verschiedenen Die Woche. Berlin. Der Jüdische Verlag feiert I?in -.l8f|F!8?S Jubiläum. <Sv wurde im November 1902 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung von Martin Vuber, Verthold Feiwel, E. M. Lilien und Dawis Trietsch begründet. — Wiederum hatten gegen die Aufnahme eines Diplomingenieurs H. S. in den preußischen Staatsverband Bayern und W ü r t t e m - Dero Mklittn MMm m MMitir fmtg des Nerchsrates beschloß, dlSsö BüdöNkM für unbegründet zu erklären. — Am 1. Dezember 1927 abends fand in Berlin eine Beratung jüdischer Persönlichkeiten statt, in der Herr Dr. Leo Motzkin, MitMh öee Exskntms Des Snnpnftes Der vatwnalen Minderheiten und Vorsitzender des Council on the Rights of Jewish Minorities, über die Gründung eines Komitees für Schutz der jüdischen Minderheitenrechte referierte. Halbsrsiadt. Vor dem erweiterten Schöfseng^itzt fitz Ur 8m HsMMDtek LanD; gerrcht tötige Gerichtsreferendar Lange wegen Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft zu verantworten. Bei einer Straßenkundgebung der Hitlerpartei in Quedlinburg hat er Bilder einer völkischen Zeitschrift, die die Ueberschrift „Ritualmord" trugen und die Abschlachtung eines Gymnasiasten öärstellten, an einem Baum befestigt. Das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe oder drei Tage Gefängnis. Crefeld. Zum Nachfolger des in Pension gegangenen Rabbiners Dr. Levi wurde Dr. Arthur B l u h m ge- MM MIR» m W«8?8kn^mernde Dcnmstüdt bsriöf Herrn Dr. Erich B1 e n - heim- Berlin zur vorläufigen Verwaltung des Rabbinats, aus dem Rabb. Dr. Italiener mr 1. Dezember ds. Js. ausscheidet, um einer Berufung an den Israelitischen Tempelver- DmD in ßamöu rn Mat m fette M». Auf -einer großen Kundgebung dös HilsS- Vereins der deutschen Juden wurde das Kulturprogramm des Hilfsvereins in Rußland besprochen. U. a. hielten längere Referate Herr Dr. Wischnitzer, Berlin, und Rabbiner Dr. L. Rosenthal, Köln. Brünn. fcnUz (4mn MMMnstäßs Mischen deutschnationalen und jüdischen Studenten statt, bst üenm es auf beiden Seiten viel Verletzte gab. Budapest. An der Hochschule sind die jüdischen Hörer nach längerer Abwesenheit wieder erschienen. Es herrscht im Ganzen Ruhe. Der Großindustrielle, Syevv Oskar Ko hu, flsime dem „Ork' em Landgut von 48 Morgen, das zu einem Lehrgute für jüdische Landwirte äusgestaltet werden soll. Bukarest. Solomon Israel, der im Jahre 1925 unter der Beschuldigung, eine bewaffnete Räuberbande organisiert zu haben, zu mehrjährigem mm DimMU woma NM U.NM mehr durch Urteil des Obersten Gerichtes, nachdem sich feine Unschuld herausgestellt hatte, befreit worden. Jerusalem. Aus Initiative von M. U s s i s ch k i n, dem Leiter des Jüdischen Nationalfonds, erschien.soeben ein Werk: „Book of the Land", das auf 600 Seiten LIN Vlld VVM '-^ande Israel erstehen fäjj>L Es enthält Aussätze und Dokumente über das Land Israel feit der Zeit der Bibel bis auf den heutigen Tag. .TeMtz -der Dere'migten Staaten hatten sich zu den Mratungen' eingeftinden. Zum Präsidenten des American Jewish Committee wurde Louis Marshall wiedergewähtt. Vizepräsidenten sind Dr. Cyrus Äfdler und Mm dtaHjunaU), SkMmMkr ist 8fm M: Ulb man. Louis Marshall verlas den Bericht des ExekuUv- Komitees, der Aufschluß gibt über die im Berichtsjahre seitens des Komitees unternommenen Schritte zur Abwehr der antijüdischen Propaganda in den verschiedenen Ländern d«r Welt, lieber Henry Fords Umkehr sagt« Louis Marshall, Fords Schritt werde sicherlich Ser anüsemltifchen Seuche entgegenwirken, aber doch nicht alles Uebel gutmachen, das Ford und sein Organ „Dearborn Independent" in die Welt gesetzt haben; immer wieder werden antisemitische Verleumder aus Fords Schriften Anregllöz 8t« sngemsins« stellt ller Bertst fest, daß eine Besserung in dem Verhältnis der nichtjüdischen zu der jüdischen Welt fortschreitend platzgreift und daß vorübergehende Rückschläge an dieser Tatsache nichts ändern können. ßßuis Marshall besprach Dann Die ZnstnnDk in Kn? mänien und erörterte den Stand der Einwander u n g s b i l l in Amerika. Newyork, 22. Dezember. Ans Der jnhMchen MrtiDit Mi MM MDmr jüdischer Gemeinden von Amerika wurde Rabbi Dr. Leo Jung vom Jewish Center wiederum zum Präsidenten des Rabbimschen Rates gewählt. Zu Sekretären wurden die Herren Rabbi H. R. Gold-New Orleans, Rabbi Nasenblnam-Nkninart uns NMi?n ernannt. UäsiSfrt««*. Oberrabbiner kuk und der Dezalel. ZLknsaleni, 18. lllnn. In hiesigen Blättern wird folgendes interessante Sendschreiben von Oberrabbiner Kuk an den Leiter der Bezalel-Schule veröffentlicht: Sje rrn ^proplJor B. S ch a tz. „Ich halte es für richtig, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß ich den Ausruf zu Gunsten des Instituts Bezalel seinerzeit deshalb Unterzeichnete, weil ich Mitgefühl empfand für unsere arbeitenden lu lpL8 EMM nMieren mtirDen, roenn Der Bezalel nicht weiter bestände. Auch schmerzt mich die Schande, die darin läge, wenn ein jüdisches Kunstinstitut, das sich in der Welt einen Namen erworben hat, aus Mangel an Mitteln zu Grunde ginge. Nunmehr j-e&odj tarnen jjUDerlä|pge Persönlichkeiten gu mir und führten Beschwerde über die Art der Führung des Institutes und über die Führung feiner Mitarbeiter in religiöser Hinsicht, und zwar in Betreff Entweihung des Sabbats und auch in der sonstigen Lsbsnsführung. Auch beschwert man sich, datz das Institut fwfj nül Uv Herstellung . menschlicher Figuren beschäftigt in einer Art, wie sie uns durch das Thoragesetz verboten ist. Sie werden begreifen, daß ich meine moralische ÜMkrWtznng n.i.cht einefff Institut gewähren kann^ in dem die Neligiöll ölliwöiht w'lkd. Dölhlllb bitte ich Sie als Leiter des Institutes, diese Mängel abzustellen, das heißt, dafür zu sorgen, daß der Sabbat vorschriftsmäßig gehütet wird, und daß auch die sonstige üsbsnsführung aller im Dienste des Instituts befindlichen ^crson-cn so w!r!i» wi« es hräüen Lehudim geziemt. Die Kunst muß auf eine Art und Weise ausgeübt werden, daß kein Thoragesetz verletzt wird. Nur dann kann ich meine Unterschrift unter dem erwähnten Aufrufe belassen. M HW, W m W DietnüDen incröm, n» gerechte Forderung in jedem Falle zu erfüllen, auch dann wenn es sich nicht um meine Unterschrift handelet. Dann wird das Institut sich zum Ruhme entfalten." ^vk^ak^Mn^svoll gez. Awrohom Jizchok Kuk. Man weiß nicht, was man zu diesem Sendschreiben sagen soll. Der Oberrabbiner von Jerusalem hat also nicht gewußt, was in Palästina jedes kleine Kind weiß: 0s6 MM im §WM rnA;ssi jöbi{f RellgiüNsgesötz Rücksicht zu üöhmen. Und wie ist es möglich, daß Herr Oberrabbiner Kuk glaubt, durch einen solchen Brief nun plötzlich -eine jahrzehntelang geübte Praxis aus der Welt schaffen und grundsätzliche Gesetzosmrämr in fromm? Mn mwmMln zu tmmnim Ende weiß Herr Oberrabbiner Kuk auch nichts von dem, was in den vom Keren hajestod erhaltenen zionistischen Schulen vorgeht; sonst würde er wohl auch dem Keren hajessod seine Unterstützung entziehen. Personalien. Rabbiner Dr, Emanuel Larlebach Köln, 5. Dezember. Groste Bestürzung bemächtigte sich aller Gemüter, wett Über Köln hinaus, als sich <svnnt«J Mittag Hk«, Kunde vom Ableben unseres Raw und Seminardirektors Dr. Emanuel Carlebach hier und mittels des Telegrafs und Telefons in der weiteren Umgebung verbreitete.

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