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Der Israelit · 1927-12-01 · Heft 48 (1.12.1927) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 48 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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\ 1 B SSM jmm Der Lhor der Israelitischen Reügionsgesellschasl und sein Aest. Der Synagogenchor ist eine der ersten Schöp- Jirapn Der UMllWn 8ttH8i?n*8?ff“I1<f( neben Synagoge, Schule und allen ersten unentbehrlichen Institutionen deren jüngerer Bruder. Immerhin, dieser Jüngere ist über die Siebzig hinaus. Der Synagogenchor wurde 1856 auf Initiative des großen Rabbiners gegründet, aus dem gleichen Bestreben heraus, wie andere Einrichtungen: der Welt zu zeigen, daß Schönheit Und Form und Ordnung im Gottesdienste nicht eine Errungenschaft der Reform, die mit diesen Worten lockte, ist, daß man all diese SchönheitsmwtDrnfegHJ M inpn haben kann, daß die Kunst in gegebenen Grenzen wohl in den Dienst der nttnp. treten kann, sofern sie bescheidentlich als Dienerin sich fühlt und gibt. Zer CynäZszKGk WöM Die WMIM und die Synagoge in allen Phasen ihres Aufblühens und Aufstieges. Die feurigen Reden eines Samson Rafael Hirsch dursten seine Gefüllt der ^irirei^endsn Andacht eines Äulius Friesländer den.harmonischen Hintergrund bauen, einem gottbegnadeten Komponisten, Japhet, Gelegenheit geben, die prachtvollen MW MG« MM»»'«« l^orm ge^a^l, deV 313ölt. JU |j|)'öltfötl. Denn lediglich aus dem Beimrsms heraus, M feinen Chor die Noten zu schreiben, hatte dieser geniale Dirigent geschaffen und sein Werk zusammengestellt, das heute die süddeutsche Syna- , in Stadt und ßanb beherrscht. Somit hat dsr Synagvgenchor der JsraeÄislhen Religiönsgesellschast indirekt hervorragenden Anteil an der Konservierung der heiligen Töne, die aus ältester Leit in die Gegenwart hinein und in die Zukunft tzUMklistzM. Dreifachen Segen gaben diese Männer, seine drei Erzväter, dem Synagogenchor mit ins Leben, und sein Weg war damit gezeichnet. 1889 fiel Äaphst her Stab aus der Hand, nachdem er in i Zahlen hem ZMWNW Dfl§ WIM M präge gegeben hatte. — Ein kongenialer Nachfolger und Nacharbeiter, übernahm Herr S ch n e r b die musikalische Leitung, die er, ±4 Jahre lang, bis 1903 inne hatte. Zu den Mafien KomPösitirNM SirsU MslmilM MIgenten gehört das Jahresjigdal, für Simchas Thora bestimmt, das sich sehr rasch die Popularität in der Gemeinde erwarb. Es folgten als Dirigenten dis Herren Papparle und Lehrer Reich, letzterer elwa 18 8ä!)re lallI.!88k Jahren trat Herr Max Neuman n als künstlerischer Leiter an die Spitze des Chors. Ein Meister im Reiche der Töne, ein Dirigent von großem Schrvunge, konnte er der sangfrohen Bchar von Männern und sich mit Liebe und Aufopferung uneigennützig in den Dienst der Synagoge zur Hebung und Verschönerung des Gottesdienstes stellen, neue Impulse geben. Der .Synagogenchor zählt zurzeit etwa 25 Männer und 50 Knaben, barurtfer prächtig Männer- und Kinderstimmen mit vortrefflicher Schulung. Ein alter Stamm hält treu zum Chore. Änen §en!or Halle ber (EpS ksi!! Sfflf Isak, der über fünfzig Jahre ununterbrochen mitgewirkt hat, vor etlichen Jahren verloren. Einige Mitglieder können auf 25jähriges Mittun -urütkblitken. In den Vorsitz teilen sich abwechselnd die „alten Herren", zurzei! tf{ Strauß Vorsitzender des Synagogenchores. Gesungen wird in der Hauptsache Japhet, daneben aber auch Letvandowsky, S u l z e r, Naumburg, Schnerb, auch Kompositionen sdst« UmarböltungM von Arrn Nkumsnn und Oberkantor P e i s s a ch o w i t-s ch. An diesem, wie an Herrn Kantor Sie inberg, er findet der Chor Mitarbeiter, die sich ihm mit tiefem Verständnis anpassen. D c» s Fest. Daß im Gotteshause her Kunst Grenzen gezogen sein müssen, daß hier die Andacht und die Tradition das Primat bilden, denen der Gesang .sich .dienend als .Verbrämung und Verschönerung' anpassen und unterorbnen mufs, ist jedermann klar. Ilm so mehr ist 'LS dem §ynagogen^öre zu WM öl WMilkll die Gelegenheit ergreift, im Rahmen eines Festes aus der Bühne zu zeigen, was Küber den ihm von der Synagoge gezogenen Rahmen hinaus kann, und das überaus zahlreiche Publikum, das am Sonntag abend öt!l! »»l ^pveranpalter in das Wolkskrildungshsim gefolgt ist, war nicht zuletzt vom Wunsche Ungezogen, dem Synagogenchor, der ihm jahrein jahraus die Synagoge verschönt, den Tribut seines. Dankes zu zollen. LllS zeigte sich besonders bei dem rauschenden Applaus, mit dm die G (Ifa) chM und pirl »a»!««. öi«. tMuton MlMMde unter dm filteren gl* WMMß M» an wngstllk M Schönheit unübertroffen. Der Sologesang des Herrn Kantor Steinberger kam dabei voll und schön zUr Geltung. Herr Oberkantor P e i ss a ch o w i t s ch sang zwei Arien, schön, sauber und -einnehmend wie. immer. Zuerst und zuletzt und zwischendurch spielte ein ® ü mj ro r tf) fl t r Mir Mvm WllMllkjnatörlich mit vollendeter Kunst: den Höhepunkt dieser instrumentalen Attraktionen bildeten aber die Violinstücke, des Herrn Konzertmeister Hugo K o l b e r g. Er sprach förmlich mit seiner Geige zu den Herzen der Menschen unö fartö begeisterten Widerhall, besonders, als gar chafsiMschö Äolwe erlönlen! 3alll!l N!^8l!b sich siök btsik Teil harmonisch ab; er stand unter straffer Leitung vom ersten Tone bis zum letzten Ausklange auf denkbar künstlerischer Höhe. Etwas lockerer, sagen wir, gemütlicher spielte sich der zweite Teil nach ber längeren Pause ab, beherrscht von fe Ln WiWkM WWßillMiksi mmmm »r rete Wolf, die als „Ansagerm" allerlei Dinge, spitze und boshafte, in allerliebster Form zu sagen hatte und viel heitere Stimmung zu verbreiten wußte. Alles redete sich der Synagogenchor mittels dieses Mediums vom Herzen. Kehilloangelegenheiten kamen neben Jnternis!M dlira in Illlßr 88A deutlicher Anspielung zum Austrag. Dabei ließ wieder das Kammerorchester feine Weisen erklingen und Sänger dienten mit Couplets, vsn denen die Nummern des jungen Künstlers Erwin Offenbacher, die „sechs Niggerboys", der Killefrittler (Heinrich Bornstein) besonders hervorzu- Mn W. M MM ^mern: DOn be.nn rechtlgten Anstoß erregt hat — wir wollen hier nicht naher darauf eingehen, wiewohl es reichlich an der Zeit wäre, zu zeigen, wie ein jüdisches Fest die jüdische Note von Anfang bis zu Ende zu wahren hat — hätte der zweite Teil ohne Not und zum Vorteil für das Ganze llktölAt können. Doch vermögen diese Nieten den EkfSk, den Willen, die Arbeit und bas Junstniüsäu &si Ganzen nicht zu verdunkeln. Das Gute war überwiegend, und dafür wissen wir dem Chore und seinem Dirigenten Dank. Die Woche. rtSiU! Elternbeirat der Realschule und des Lyzeums der Israelitischen ReNgionsgeseUschaft. Am 23. November fand eine Sitzung des.Elternbeirats der Realschule und des Lyzeums der Israelitischen Religionsgesellschaft unter Teilnahme des Direktors und Ver- Mr W LUlllMZ m UWW Wli §!k der Besprechungen dürften für die Gesamtelternschaft und weitere'Kreise der Oessentlichkeit von Interesse sein. Herr ‘ 5Direftor Fink machte zunächst Mitteilung von den Schrit-! ten, die er unternommen hat, um die Erlaubnis zu einem Unterricht in Handelssächern in den obern Klassen der Anstalt zu erwirken. Der Elternbeirat begrüßt freudig Mn« stlche Gmfyuni},Die m Befreiung Der LkUsWk von dem sonst obligatorischen Besuche der Fortbildungskurse während der Lehrzeit herbeiführen 'würde.' Gerade für unsere Jugend, die es wegen der Beobachtung des Sabbat an sich schon schwer hat, geeignete Stellen zu finden, bildete die Fortbildungsschulpflicht bisher ein weiteres Hindernis. Man hofft.' daß sich die Durchführung ö« Surfü Obid kwgWii lassM » - .??r der Anstalt richtete sodann einen Appell an die Vertreter der Elternschaft, man möge vor der Entschließung zur Berufswahl der . Kinder mehr, als das bisher geschehe, mit der Lehrerschaft in Verbindung treten und sich' mit ben . Miteeziehsrn bsratsn. - Er warnte davor Kinder, Wn MUps fci m z«z MM. mM'MMsk anderer höherer Lehranstalten zu schicken, und wies auf die Existenzmöglichheiten hin, die immer noch der Handwerker hat, wenn er eine gründliche Schulbildung mit gediegener Fachausbildung genossen hat. Sodann' wurde 8ib inwieweit bie Schul« Maßnahmen ergreifen könne, uM einem auch in unsere §re!^'eWdr-ungenen Mßstand entgegenzuwirken; es wurde über dje in. manchen Fällen wenig schickliche, dem jüdischen Jfpx durchaus widersprechende Kleidung von Mädchen M Seitens der Vertreter der LchrerP Mrde »us iu Lämiskisksit k!»gm>l>!e>t dtee Alt enreA nerie« reifen »6' st fls HIDH Bit artungen bedauere. Matt suche in den einzelnen Fällen durch direkte Beeinflussung der Schülerinnen oder der Eltern Abhilfe zu schaffen. Das Haupthindernis, das nicht selten einer Aenderung entgegenstehe, sei -die Gesinnung und Praxis mancher Mutter selber, die-nicht piipD MW M MlWMiMN kkMj »ssi l'rrungen der Müde zu widerstehen. Als -konnexer Gegenstand wurde die Lässigkeit der Eltern gegenüber der häuslichen Lektüre ihrer Heranwachsenden Kinder zur Sprache gebracht. Eine längere Erörterung rief di« Frage der EiNschränkung. W Dj?f6 siklll Elternbeirat zu dankende Einrichtung wirkt seit langem segensreich, sie konnte sich bisher durch Schülerbeiträge und freiwillige Spenden selbst erhalten. Heute erfordert sie einen größeren Zuschuß der Gemeinde, dabei ist die es nicht gerechtfertigt, daß aus öffentlichen Mitteln Gelder zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt würden, da. die zahlungsfähigen Eltern zumindest die Selbstkosten des Frühstücks ihrer Kinder zu decken hätten und für die Minderbemittelten Stiftungen eintreten sollten. Man ist sich einig Min- B8B Sir ff?iflin8 ™«fenb ters fortgesetzt werden: für den Sommer werde dann wahrscheinlich Einstellung oder Einschränkung erfolgen. Selbstverständlich kam auch das in einigen Monaten bevorstehende Schuljubiläum zur Sprache. Der Elternbsirat brachte seine Bereitschaft zum Ausdrucke, bei einer BMP LlIWswMg Dtr Mkl ““m*1' nen Beifall fand der an anderer Stelle dereits ausge- "pirochene Wunsch, es möge anläßlich des Festes — wie as auch vor 25 Jahren der Fall war — eine Stiftung ins Leben gerufen werden, die dauernd segensreich wirke. Fest der Aranenchervroh NIL» Nv'NV- Sonmüg, den 8. Kislcw, feierte bU srs» JIJ3B nistt ihr 2. Stiftungsfest im Hörsaal, Friedberger Anlage. — Nach einem inhaltreichen Prolog begrüßte die Vorsitzende, Frau R. Sänger, in herzlichen Worten die zahlreich Erschienenen. Aus ihrer Rede ging hervor, Öi-e Hnhl der Mitglieber irn vergangenen Jahre sich

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