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Der Israelit · 1927-12-01 · Heft 48 (1.12.1927) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 48 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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UMMMj Silk 10 SIE.« Der Israelit 1. Dezember 18L.7 behäbigen und dennoch behenden Glücket, deren breites Gesicht wie ein Teller voll warmer Güte dampfte, fleißig in die Hände klatschten. Gedula, Bit HsWin, miö man ffa in Der Gaffe teils M* Haft, teils respektvoll nannte, tanzte jeweilig mit der etwas müden Elsbe in den Kreis fyinein, daß die großen Brillanten an ihren Ohren klirrten. Sogar Molchen Reiß lachte.- (S°T'!eBunB f0lg*-/ Semicho. Von Hollerbaum in Mainz. tiofschwarM, stetig unD uneröllllich mtm dernden Schatten, die das grünbleiche Mondlicht in die engen, gewundenen Gassen von Urscho gezeichnet hatte, begannen grau zu werden, geschwächt von der beharrlich aufstrebenden Därn- Wkllng, Dia haimttch üDar Dia verzlllMn Dkrg' kämme im Osten glitt und mit zuckendem Rucken Lichtwelle um Lichtwelle in die finstern Täler vorstieß. Wie aber die dunklen Schattenbilder der niederen Hütten, der schlanken Zypressen, der bshzhigstt OlgallDököüscha, Dar fjDÖjaematfjjenen Palmen mählich an Schwärze verloren, schienen sie sich mit eigenartiger Kraft auszubreiten über die zerfurchten Straßen, die zerwühlten Felder, und schienen sich zu wandeln in den düsteren, fmüntaian Zug aufmnenM UMlschL^en. Von den öden, wie im Schreck erstarrten Steilwänden des Gebirges her schrie krächzend ein Häher seinen Weckruf. In vielfältigem Echo klang aus den tiefen Schrunden des Gesteins das haisara Warnen wiener unö Nst M pik Wummernden Tauben aus den Träumen, daß sie verwirrt in Scharen aufflatternd hochrauschten, um erwachend dann den Morgenflug über die Brachfelder zu beginnen. Der Tag erwachte müde. Wlllstim UND uarsWlg Meie sich Dik mm ftedte Tür eines schmalen, allzeit wie horchend hingebückten Hauses und entließ einen Mann in weitem, das Gewand verhüllenden Mantel. Den gekrümmten Stab, wie die Hirten der Hochebene chn prägen» gieiÄffälst tästMö ffch Zör streckt, ging der Frühaufsteher wenige Schritte bis zur Mitte der Gasse, spähte umher und lauschte mit angehaltenem Atem, griff aber dann, als sich kein Laut ringsum vernehmen ließ, in hastigem Dang äür uns rittr durch das Söwirr der armseligen Hütten nach Süden, dem Stadttore zu. Er fand den Ausgang noch mit dem schweren, eisenbeschlagenen Bohlengatter verrammelt und lehnte fiä,, das Oeffnen durch dis Wache zu erwarten, geduldig an die Wand bes lebten Haines. Geraume Zeit jedoch noch währte es, bis einer der römischen Söldner aus dem Bretterverschläge trat und laut gähnend sich reckte, um endlich dann guälender Langsamkeit die Holzpflöcke zu lösen, die dem Tor Riegel waren. Schon schickte der Harrende sich an, seinen Weg fortzusetzen, als der römische Legionär, vom leichten Hall der Tritte aufmerksam gemacht, sich urnbtläU. gsfl biidte er sich wortlos, um einen gewichtigen Feldstein vom Boden aufzunehmen und ihn wütend gegen den Näherkommenden zu schleudern. Mit behendem Sprung, suchte dieser Schutz vor dem bösen Wurf in einer Alllllk MH, Kl§ er dorthin trat, erschrocken zurück. Im Schatten des Mauervorsprungs stand, selbst schattenhaft an die Wand gepreßt, ein Fremder. „Ksmmt nur hsksin!" rief Diafar, Dia Stimme dämpfend, dem Ankömmlinge zu. „Es bleibt uns keine Wahl; wir müssen hier abwarten, bis der Wächter am Tor abgelöst wird: Dieser dort, den mir in Urscho den „Schleuderer" nennen, weil er noch jsdsm Judsn, den ök flöht. mit (steinen wirft, dieser wird uns nicht unbehelligt aus der Stadt hinausgehen lasten. Aber die Ablösung, die jeden Augenblick nun eintreffen muß, ist weniger gefährlich. Kommt also und märtet." Ein zweiter <stem flog heran, Ser, hem er galt, trat näher an das Versteck. „Ihr seid aus dieser Stadt? schlüssig. „Ja und nein!" gab der andere zurück. „Ja! —' DSlin lH Milk PsMHbnder Geschäfte roe^en feit sechs Monden schon in Urscho. Nein! — denn die Meinen wohnen drunten im Jordantal!" —^ Und leise, kaum hörbar, setzte er, sich der Sprache des zerstörten Tempels bedienend, hinzu: „Ich bin Rabbi Eliefer ben Schammua!" Zweifelnd wiederholte der Frager: „Clieser ben Schammua?" Dann, nach einer Weile des Ueberlegens, fuhr er flüsternd aber bestimmt fort: „Wenn Ihr Rabbi Eliefer ben Schammua ssid, bann habt Hr eure Gaschösta gut wahrge nommen in dieser Stadt: denn keiner meiner Freunde, die mich seit gestern beherbergen, wußte von Eurer Anwesenheit. Euer Geschäft, glaube ich. ist dasselbe wie das meine. Ihr wollt etwas mwbm, Was matt UND örait nur Einer noch zu geben vermag!" „Wer seid Ihr und was wollt Ihr, was wißt Ihr?" fragte zögernd Eliefer zurück. „Ich bin Rabbi Jose! Und ich will dasselbe, du Willst!" „Ich will um Mittag zwischen den Bergen sein, um von Rabbi Jehuda ben Baba das zu erwerben, was du von ihm erwerben willst!" „Die Semicho?" zitterte Eliefer. Mi SMltW" UsMM »Di Wk Mp reichte dem andern die Hand zu festem Druck. „Still jetzt!" flüsterte dieser. Klirrend bogen in die Straße zwei römische Krieger ein, den Speer geschultert; schlaftrunken schlanDatten sie an Dem Lerstell Der WlM m* über und verschwanden im Innern des Wächter- Hauses an dem Stadttor. Wenig später entfernte sich, leise vor sich hinsingend, der Schleuderer. Rabbi Jose und Rabbi Eliefer verließen Urcho. stiegen den zerklüfteten Berg empor und Mlikmlm, nachstM stö aus Dir Wk Der ffltfiirp: kette rund um die im Tat schlummernde Stadt gegangen waren, festen Schrittes ihrem Ziel zu. Zur gleichen Stunde etwa zwängten sich aus einer ^euchien Aeis^pölle» öie M VNdbkW nen Höhle im unwegsamsten Teil der Hochebene ührt, zwei ärmlich gekleidete Männer. Ihr Gewand war zerrissen, ihr Haupthaar verwühlt, ihr Schuhwerk durchlöchert. Dicke Knotenstöcke trugen ffe, an Benen ein üemijffäE H^SstiZj BM, Dök die wenigen Habseligkeiten der scheinbar Obdachlosen enthielt. „Du kennst den Weg von hier aus genau?" fragte der eine und sah prüfend nach dem Stand der Sonne. Der andere schwieg und tat ein paar Schritte durch das Gebüsch. „Kennst du bestimmt den Weg, Rabbi Meir?" forschte noch einmal ängstlich der zweite der Wanderer. Rabbi Meir hob die Hand gegen die jgpgfam sich lichtende Höhe und sapte weich, verträumt und als sage ihm ein Unsichtbarer Wort um Wort ins Ohr: „Sei beruhigt, Rabbi Jehuda! Und wenn es so dunkel wäre, wie alle Nächte des Jahres übereinandergekrellst, dsch müsds ich döll Wsg findsn zu Jehuda ben Baba, obwohl ich nie diese Felsen sah, nie dieses unwirtliche Gelände durchschritten habe. Sei beruhigt, Jehuda! Denn ich sage dir: der Geist des Rabbi Akiba ben Jausef und der ©eist Der laufenDe, Die feine MM whfsh wi? wir und die starben unter dem Eisen der Römer, dieser Geist ist über uns und in uns. Er wird uns führen auch in der lichtlofeften Nacht. — Komm nur, Jehuda!" t SHmeigettD zagen Dann Die Männer m Lkl, fliegen wieder empör, um nochmals hinabzuwandern und abermals zur nächsten Höhe hinauszukeuchen. Plötzlich hielt Rabbi Meir an. Er stand und böllgiö sich vor. als lausche er in Den frischen Mor? gen. Fest sagte er dann: „Bor uns wartet ein Mensch. Er sieht uns nicht, aber er weiß, daß wir kommen. —^ Laß uns denn eilen!" Rüstiger griffen sie aus. Bis sie auf den Erwarteten trafen. Ger Ätäsitt, &&V Äüf Felsstück gesessen, erhob sich und schloß sich den fragte er unbeiden schweigend an. Eine lange Zeit gingen sie stumm nebeneinander her. Dann fragte der Dritte: ^Alles weist ich. Nur weist ich nicht, marum V Rabbr Jehuda schreckte zusammen. „Was wißt Ihr denn? — Wir gehen in Geschäften nach Scheporeom. Was wollt Ihr wissen?" UM! l«HM,?Y den Aengstlichen unterbrach und zu dem neuen Begleiter sprach: „Du gehst zur Mittagszeit zwischen die Berge, zwischen Urscho und Scheporeom. Sage mir nur, wer dort auf dich wartet?" »§frt aller Mann wartet!" will) öer önöre ösis. „Ich habe mit ihm zu reden, weil er mir etwas schenken will. „Heißt der Schenkende Jehuda ben Baba?" läHelte Rabbi Meir. Noch zögerte der Gefragte. Dann aber, mit einem Blick in die Augen Rabbi Meirs, gab er zu: Ich bin Rabbi Schimon und mein Lehrer Jehuda ben Baba ermattet mich. — Doch, eines wm iöi nicht, Mil ich l8!M Zkil Mtzex Landes war: Weshalb geschieht dies alles so geheimnisvoll? Kommen nicht mehr die Aeltesten zusammen, wenn einer geweiht wird durch die Handauslegung? — Ist das Gebot Gottes, dqs Mosche ta^ zuerst an Jo^ua, eine SHände geworden, feit die Römer uns mit dem Schwert knechten?" Rabbi Jehuda antwortete: „Dem Römer ist es nicht genug, daß er Barkochba bezwang und alles erschlug, was ein Schwärt tragan tonnte. Nun will er Den ©(außen ausrotten. Und so hat der Kaiser bestimmt in Juda: Jeder, der eine Weihe vornimmt durch Handauslegung, stirbt! Jeder, der die Semicho empfängt, stirbt! Jede Stadt, in der eine Semicho vorgenommen wird, wird zerstört von Grund aus tm8 iW gfsnp meröon MMW für immerdar!" „Und Jehuda ben Baba?" „Jehuda ben Baba", fuhr Rabbi Meir fort, erwartet uns zwischen zwei Städten, auf daß kern Leid geschehe denen, die keine Schuld auf sich laden gegen das Gebot des römischen Kaisers. — Er aber und wir vertrauen attf höheren Schutz. Und doch ist mir,-als sei dies Jel,uda ben Vabas letzter Tag." Wortlos strebten die drei Männer weiter. Ihrem Ziel zu. (Schluß folgt.) JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Origmalpreisen ■ * Frankfurt am Main Langestrasse 7 Telefon Hansa 4-641 rostSGtieGk’Konto rrankfurtmain 11S959 ♦ Einzige Inserafen-Annahme für Frankfurter Geschäfts-Inserate des »ISRAELIT« 4> Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Taggsismmgm h- JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - AN NA H ME zu OrfginulpreSzeri Herantroortttch für den allgemeine« Teil und da» j$eut -" i tz, Frankfurt o. M.; Inserate t. B.: S.E t .. . , _ . Uctofc 5. Schach nomttz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B. «benba. — Für biepädagogische Beilage: Le lä ümnMtnm (Ir minMüih _ .JZkSkltt«. V.«.b.s.. Frv«ifMt v.M. — Drull Krrwvu Brrlag», «ttüngeiellschaft. Frankfurt a. M.

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