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Der Israelit · 1927-12-01 · Heft 48 (1.12.1927) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 48 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt n. 2T1., den Dezember 1927 Nr. 48. 7. Aislew 5688 kill Centralorgan tfir das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. §cßmann ln Ätölüj. AstOllllKUikiN av idSL: De«tschl»«d ©oibmart monatlidb; Ausland: Viertel ffiw"e oc« mit mm Minm§ mtrnnmr taubes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika l Dollar; (Ettfllftttb 4 sh.; aß 1. JllU __ _ .. _ ,5 Fr. .. . . Pengö 5 ab 1.Juli 1927; Dänemark 3.80 Krön.; Norwegen3.50 Krön.; Schweben 3:60 Krön. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 40 Goldos. für die stebengespaltene Nonpareille-Heil«. aboimcntcn zahle« bei Stellengesucben und Familienanzeigen nur 30 Pf. Äe M m-n UrMiiiiii! im mmitnaimj mim *&?*■ t * Thiffregebühr in Höhe eines dopp. FernbriefpEdL. Rabatt nach Tarif. Bei laufrnorn Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jede«. Vorbehalt. Inferatenannahme durch de« Verlag des Israelit <S. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa o8ä sow. durch sämtl. Annoncen-Erped. des In- und Auslands. Alleinige Jnserarenann. für Frankf. Geschäftsanz.: Aul. Schmidt, Langestr. 7, ll, Tel. Hansa 4641. Platzvortchr. ohne Verbindlich!. tfcOt an litt MW gus WMMkLvLkMM m--1980a- ~ ^°Kr",^..^°ktspa--asse.Wte« Warschau Nr. 190737. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7W4 — Jnrasto-Banr Noneroam — Poftschecka-nt Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Vom 5. Dezember an befinden sich unsere Geschäftsräume Rechneigrabenstratze 7 M ZtzWllMW!2! in nächster Rahe der hermon-Druckerei. Frankfurts. IN., Gr. Efchenheimerstr. 23 j VkkW des ^Israelit" G. m. b. H. Der heutigett Nummer des ..Israelitliegt Heft 2 der Jüdischen Jugendblätter Del: Neue bedeutsame Feststellungen über die Schechsta. Der alte Satz unsrer Weisen:ä*j»a,vnpDfr mp» nsa ' daß der Angriff der Leugner auf Uf Crtzädäiihött hu (BattmmavtQä leiten Endes immer zur Offenbarung ungeahntes „Antworten". zur Erschließung neuer, erhebender Erkenntnisse führt, hat sich mit besonderer Eindringlichkeit an der Mizwas Schechito bewährt. Jahrtausknäetang NI NZ M'.M ]m «$» toö ihm vorgeschriebenes Schlachtversllhren geübt, ohne sich über die physiologischen Zusammenhänge zwischen den nv?nv und den Borgängem'im- Bewußtsein des Tieres Gedanken zu machen. Es fehlten dazu ja auch alle WiMMstsichen Voraussetzungen. Für den Juden stand SS ohnedies fest, daß unbeschadet der tiefen religiösethischen Bedeutung des Schächtaktes für die Reinsrhaltung der jüdischen S s e l e beim UebergaNg tierischer Nayrungsstoffc m den ^rganiEMÜ^s äüH für das Tier selber die religionsgesetzlich vorgeschriebene Form der Tötung sicherlich die humanste sei. Erst die Angriffe der Schächtgegner erzwangen dann die wissenschaftliche Erhärtung bU\?v ^sligissM teteauen m wachsenen Ueberzeugung. Die Arbeiten von D e m b o und alsdann die große Reihe der von Dr. Hirsch Hildesheirner gesammelten Gutachten der ersten Myflologen der ökSchten die Tatsache ans Licht, daß der Schächtakt selber die mildeste und sicherste Methode der Betäubung fei, weil Blutleere des Gehirns und Empfindungslosigkeit ebenso rasch eintreten, iL ein liitfi! öllch flffl i/mimnm Messerschnitt die Leitungsbahn der sensorischen Nerven durchlaufen haben kann. Demgegenüber kamen die Schächtgegner mit der Behauptung, das Gehirn werde trotz des Halsschmtics durch die im lisgsnds Sktükia vertebralis mit Blut versorgt. Schon die hier vor mehreren Jahren mitgeteilten scharfsinnigen Liebenschen Versuche zeigten die Brüchigkeit der Ve^cru^tung, die trotzdern bis heute die Unerläßliche So'rausje^ung fiir öesi Kampf der deutschen Tierärzte gegen die Schechita war. Nun aber liegt das Gutachten der wohl anerkannt erstenAutoritätder.deutscheN tierärztlichen SB^i ^5i1, Diköktllkö der Berliner tierärztlichen Hochschule, Prof. Dr. I. Bongert, das der schächtgegnerischen Theorie jede Grundlage klltZlkht Mb das als Ganges in feinern ruhigen, objektiven Zeugnis für M rituelle Schechita (und nur für diese) einen wahren irnnp ötwr bedeutet. Wir geben den Hauptteil des Gutachtens nach der „Berliner Tierärztlichen ffiofißuMnfr (Nr. 43, ©.• 725) im fklgenden wieder: „Unter tierärztlichen und ärztlichen Sachverständigen herrscht kein Zweifel darüber, daß unmittelbar nach vollzogenem Schächtschnitt infolge des plötzlichen Aushörens der Blutversorgung des .Gehirns durch die Karvtiden die Achirnfunktion unterbrochen wird und Bewußt- und Gefühlslosigkeit eintritt. Eine große Zahl Schlachthoftierärzte^Amt aber an, daß die alsbald auflkktklldkll ^HMstgen des Körpers, das Heben und Anziehen der Beine, Heden und Niederschlagen des Schwanzes, Ausrichten des Kopfes und des Körpers aus liegender Haltung bei nichtgefesieltem Tier, sowie der Kornealreflex und das tiefe, rüchelnZe Stimm auf m WiMrauftretell üts Bewußtseins und der Empfindung zu beziehen find, das durch die kompensatorisch erfolgende Blutversorgung des Gehirns durch die Arteria vertebralis herbeigeführt werde. Bor allen Dingen Mt man in tieräMliHkn Kmskll «ls sicheren Beweis für das unterbrochene, aber zurückkehrende Bewußtsein und die Schmerzempfindung die Feststellung an, daß Tiere, bei denen nach angoblich orNullgsmätzigkr schWtMg die Hessel sofort gelöst wurden, oder welche die Fesseln gesprengt hatten, sich erhoben und versucht haben, zu entfliehen. Demgegenüber betonen mit allem Nachdruck eine Reihe der hervorragendsten Phyda^ die errvähnten scheinbaren „Oualsymptome" nach dem Schächtschnitt nicht als Ausdruck Ungestörter Hirnfunktion und des Bewußtseins zu deuten, sondern rein reflektorische Vorgänge sind, wie die zahlreichen Versuche an enthirnlkn Tauben, KüllillOkll, Katzen and Kunden lehren. Außerdem hät MäN an VersuchsNeren in der Aethernarkose nachgewiesen, daß die viel feineren sensiblen Rindenbezirke des Gehirns vulnerabeler sind als die motorischen Rindenzentm unD sich bösüMrs SNWIMH sät MsM° gen der Blutversorgung und der Sauerstosszufuhr zeigen. Auch läßt die beim Menschen durch psychische Erregung infolge der eintretenden unzureichenden Blutversorgung des Gehirns plötzlich kinttklknbk LWMW und Bewatztseivsstörung mit Sicherheit darauf schließen, daß auch beim geschachteten Tier infolge des plötzlichen Aufhörens der Blutversorgung des Gehirns eine sofortige schwere Störung der Großhirntätigkeit mit'Belast des löEßstsin§ und bös EllchfiNZ dungsvermögens verursacht wird, die nicht mehr ausgeglichen wird, da die dauernde Bolumabnahme des Gehirns nach dem Schächten beweist, baj^ keine kornpensatorische Blutzufuhr zum Gehirn gustandetommt, Änch die «insächs Ueberlegung führt zu demselben Ergebnis. Rach physikalischem Gesetz flieht eine unter' Druck in einem Röhrensystem stehende Flüssigkeit nach dem Ort des geringsten Widerstandes ähf llttd %sv glüfjigMteMfl fällt De! BruO eines größeren Zuleitungsrohres einer Wasserleitung bedachtet man deshalb gar nicht selten, daß die höheren Stockwerke eines Hauses keinen Tropfen Wasser erhalten. Bei einem geschächteten Tstr flitzt dä- Mut Ln ds? duxchschnittöngn Stelle der Karotiden unter starkem Druck ab, und gleichzeitig fällt der Blutdruck in der aus der Armkopfarterie bezw. linken Schlüffelbeinarterie ab- Tkrtebralarterie und tiefen .Nacksnarierie, ss daß der Bluldrull in letzieren Gefäßen nicht mehr ausreicht, die Reibungswiderstände in den Wundennetzen im Rückenmarkskanal mit ihren vielen Anastomofen zu überwinden und dein Gehirn arterielles Blut.zuzuführen.

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