Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1927)
- Date
- 1927-11-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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©«tu 10 Nr 46 Der Israelit 17. November 1927 die Hilfe geschickt hatte. Seine Verwendung er gab sich von selbst. In Posen hatten sie irn Vertrauen aus Ämlpora, auch aus Frankfurt, den großen Rabbi NastoliHakohen um Riesensummen aus . der Gefangenschaft ausgelöst, damit dieser sich schon an den Feiertagen der Freiheit erfreue Die Gelder hatten sie mittels Darlehens aufge ßküHf. NUN iste!)esen öie 83r!ese von!iort, ^>atz die Gläubiger drängten, und angesehene uneitzen nützlge Männer der dortigen Gemeinde in Gefahr waren, in den Schuldturm zu kommen. Das durfte nicht sein. Frankfurt wollte seiner Dankes MW einen Teil dem MIN der. Welt llbtragsn 'indem es. das ganze durch das Wunder ersparte Geld nach Posen zum Zwecke der „Befreiung der Gefangenen" übersandte. „Dem Zorer war es nicht beschieden, seine Gefangenen — seine MMAl — 3« Bsfreitn, mir wollen im[m Es fttigenen, die Frommen und Gerechten, dafür befreien." Kein Wort des Widerspruchs erhob sich. Alle waren freudigen Herzens einverstanden. Aber damit war dsr Ksrnpunkt dsr Verhandlung noch nicht berührt. (Fortsetzung folgt.) Sie Synagogen in Mtzsgkm. Jerusalem verfügt über viele hundert Synagogen und Bethäuser, die sich aus die verschiedenen Gemeinden verteilen. Alle orientalischen- Synagogen haben einheitlichen Ritus, mit Ausnahme der jemenitischen, deren Gebetbuch ein wenig von dem der Sefardim abrnsichr. (B'.re -Unzahl aller 6rnc|ojen hat QCO^e histv rische Bedeutung. Viele vyg ihnen nennen sich „HaUptr synagoge" no».F N'3- Damit soll aber nur gesagt sein, daß die Synagoge die größte im betreffenden Viertel ist. So nennt sich in der Altstadt die Churba Vinn v'3 im Gegensätze zur großen Synagoge ’?x-)vr’ mssn- Die erste Synagoge im neueren Jerusalem dürfte von Nachmanide 2 erbaut worden sein, an der Stelle, wo sich heute die Synagoge des Rabbi Io cha,n an den Sakkai befindet. In diesem Bethause fanden sich lange Jahve Sefordirn und Aschkeuasirn, bis Ire von der lMmitischm WstlichkLit Ä Brschlaß gs- NVMttten und in eine Moschee umgervandelt wurde. Später gelang es der angewachsenen sesardischen Gemeinde unter großen.Opfern, wieder in den Besitz der Schul zu kommen und von neuem auszubauen. Es ist dies die große angesehene Synagoge des Rabbi I o - chllllli'N den Zükkal Aon Mtzem KuMwM ist die geschnitzte heilige Lade. Das Almemor in der Mitte des Rahmes ist aus Marmox und von herrlichem Säulenwerk geiragen. Der großen Synstgoge sind noch drei kleinere Bethäuser angeoaut Und Mit der großen Synagoge durch Korridobe verbunden. Der Bau ist vor i ili klkUiei WMn. Zn dieser altehrwürdlgen Synagoge werden die befonderest Gebete bei traurigen oder freudigen.Anlässen verrichtet, je nachdem mit Slichaus und Schofarblafen oder Mt Haleltzefängen, Die ersten Rabbiner pflegten ^ier wervxg MH fcj| gsMsxM PW yigten abgeyalien, Die Wahlen der Mitglieder für das yHrräbbiygt gehen in. diesem RauMe vor sich. Hier sind stuch Könige upd Fürsten empfangen worden, u. y. Kaiser Franz Joseph im Jahre 5630. Die Synagoge gilt als die erste oder „Hüuptsynagoge" der heiligen Stadt. Dis größte Synagoge bet Afchkenasirn, bi« jagenarnnte (E u r fe ä r hat ebenfalls fav? <5\C war von Aschkenasim erbaut worden kürz nach der Beschlagnahme der gemeinsamen Synagoge des Nachmanides, wurde später von arabischen Schuldherren gepfändet, verwüstet und zu einet Stätte für Schuttabladung degradiert, daher heute noch der Name „Churba". .Andere nennen sie VtH -Jfg Ugßßs I c h u d a Hachassiv, wiederum andere: „Beth Jakauw-Schul" ode.r 'iinm norvn Der Bau in der heutigen Form stammt aus dem Jahre 1864. Hier ist der Sammelpunkt der Peruschim-Gemeinde, indes die aschkenasifchen EhüssiVim sich in der großen Synagoge mssn finden, die auch die Nissen-Schul, nach d«m Ramm ÖQg vMjMsn AgvsitzsMn li* Wblhynier Kolel, Nissen Veck, genannt wird. Hier hat auch das chafstdijche „Bes Din" feinen Sitz. Im Judenviertel in der Nähe des Hofes „Beth David" steht eine alte Synagoge, die schlechthin Smani nw2n nn genannt rotrb; sie ist um etxoa vier Jahre älter als die ..llhUrßä' Ustd dient als Betl^aus für §esarhqm, Eine wunderschöne Synagoge besitzen die Sefardim auch außerhalb der Altstadt im Viertel „Jemin Mosche". Die Synagoge ragt aus einer Anhöhe weitaus sichtbar empor und zeichnet sich durch besonders schöne Ausstattung von innen und von außen aus. Werter« Svnaßogs# WndM sitz irn Amt«! „Nächlättz Zion", erbaut von Einwanderern aus Aleppo, und im Viertel „Schaar Schecherp". Eine ganze Reihe von prachtvollen Synagogen sind von den Bu.charen erbaut. DieJemens t« n erhielten ihre erste eigene Synagoge im Jahre 1640. Bieter, Synagogen sind noch TasMUg Jeschiwah, Asyl, Versammlu.ngshaus ufw. angegliedert. Einen angesehenen Platz nimmt auch die ungarische große Synägoge ein. W ^sllkilisis tzöüfÜZäsi im Äanzen ui>er weil mehr als 200 Synagogen und Bethäufer, von denen 20 den Ehrentitel vinrn noian ma ragen. Die älteste Synagoge, die in Wahrheit Anspruch auf diese Bezeichnung hat, ist unstreitbar die bereits genannte große Schul des Rabbi Jochanan den Sakkai. Zudenstedlungeu in der Wachau Von L. Moses. Die wenigsten von den Touristen, die der Fremden verkehr alljährlich durch die schöne Wachau führt, wissen drrtz vies? ffuft sg jtiite GeMß eint nichi tuijp Nibsluagen und Kreuzfahrer, Römer und Magyaren, Hussiten und Schweden mit dem Schwerte durchzogen Haben sondern daß hier auch Juden ihre friedliche und oft leid' volle Rolle spielten. Schon zur Zeit der Kreuzzüge waren Juden in Krems ansässig, in einer aus dem Jahre 1160 stammenden hebräischen Urkunde .wirb Hedreiwsvorf, das i.. f t » I 5 1 X i j I I, hElg? Hgdersoorf bei Krems genannt und im selben Jahre erwähnt auch der jüdische Reisende Benjamin von Tudela den Namen des Ortes Mautern. Aus der zeit genössischen Literatur sind mehrere Kremser Rabbiner be kannt und der Grabstein eines dieser Rabbiner ist noch heute an der Außenseite der um die Mitte Des sUgf zehnten Jahrhunderts renovierten Pillristendirche. zu sehen. Sonst sind in Krems nur mehr zwei hebräische Grabsteine aus dem 14. Jahrhundert erhalten und auch eine der vielen Stufen der Frauenber-gstiege, die steil zur Piaristenkirche hinanführt, entpuppt sich bei genaue- UrrleHuchung als Mggmxnl MkZ MWen Glllklstcmcs. Im Jahre 1293 gab es in. Krems eine grausame Judenverfolgung, die dort ebenso wie in Rastenvelden (Rastenseld bei Krems) im.Jahre 1338 und in KreMs, Stein und Mautern im Jahre des „Schwarzen Todes", 1349 ihre Wiederholung fand. Die Msmorbüchsr von LW. Mainz. MÄ und Nürnbsxg. dis aus dsm uierzehnten Jahrhundert stammen, haben die Namen dieser und stoch vieler anderer Gemeinden in Süddeutschland, deren Mitglieder ganz oder teilweise den Märtyrertod erlitten, der Nachwelt erhalten. Auch die Namen der Krsmssr .Judenrichters aus , bem vierzehnten und fünft tM IsßHujidel.l fmb bekannt ünh fa, ein FtttMsirnI )ebrörfcher Handschriften aus Krems (14. Jahrh.) be- 'indtzt 'sich in dek Wiener MtiönäWibliothek und im Kremser Museum. >; Zur Zeit der „Wiener Geserah", des. Jahres, 1421 als mit itest, Scheitesthause.n ln t^rdbtzrg bei Wiest «ßrsche Heben in öcftvrrcich stusgrlilgt wurde, verchwanden auch die Juden aus.Krems und Ibbs, wo sie - 'bienfalls im 14. und 15. Jahrhundert in Urkunden er cheisten. Auch .in Langenlois Waren. bereits. .im Jahre L245 Juden angesiedelt, die ebesisttlls 1337 üstd 1347 geplündert und gemordet rvurbenftund isif ftchjs?hnfM teliz^nien Jahrhundert, yachdMl die Wunden .des Jahres 1421 langsam geheilt und vergessen waren, finden wir nicht mehr in den Städteri, sondern in kleineren Orten Niederösterreichs, wie in Gobelsberg, LaNgestiois und Grafenwörth verhältnismäßig bedeutende Jüdenge meindsn. Dl« Nubolf^asse in Qangenlöis hei^t im Volks Wi^!lvä) Iisule „^ullengasie" 'und. in Ser rellgiöM Lkterätür der Juden des 17.. Jahrhunderts stöhtsten Männeb aus Lantzenlois als Äütoken Ünd Mäzene einen Ehrenplatz ein. In Mautern und Stein finden mit im ftebzehnten WrjnnwL sßMftllr Ek Zü^st, ök,st« jemals wieder zur Bildung einär Gestteinde gekommen wäre> und M Spitz, wo die Jüden gleich den Christen urkundlich.,als „Bürget" erscheinest, sollest' infolge einer Eingabe der gesamten Fleifchhacke.r von Niederösterreich gegen die jüdische Konkurrenz (1660) nur die Juden „dos Omfö pfnBt WM": Auch in SchönUW l)W Mönpichl bei Melk wohnM im Jahve 1652 Juden und auch ein hebräischer Grabstein, der auf eine Gemeinde schließest läßt, wurde dort gefunden, und schließlich gab es auch in Losdotf und ist GäNsweid dei Persestburg zstr selben Zeit einige jüdische Familien. Seit 1638 forderte die Stadt Kretns von jedem Inwn. öor auf dM MsrM «inen Damals wohnten: ca. dreihundert Juden in Krems und auch in der. Vorstadt Höhensteist, die datnäls Esflstaist hieß, woljstten einige Judensamiliest. Der „Esslstein" diente übrigens im sechzehnten Jahrhundert, auch den Wiedertäufern zum Aufenthall. Im Jahre 1671 mußten aber alle Juden nicht nur Mxsi. ssnökkn gllnz Nikßer; öflerreily verlassen UNS es RWen ist Krems außer den bereits erwähnten Grabsteinen nur die Jüdengasse und eine an dem. Hause Untere Landstraße- Ecke Täglicher Markt, angebrachte Figur die einen jüdischen Marktährer darstellt, an jüdischen Erinnerungen übrig. Von iyr§n nrmn mWiMen DkimMemeinM ans SesUlhlM aber auch Mch 1671 viele Juden die Kremser Jahrmärkte und hielten: dort Goldschmiedwaren, Bettebern und ähnliche Bedarfsartikel feil. Einmal befand ich unter diesen Marktbesuchern (im Jahre 1700) ein Dieb, der denn auch gehängt wurde. Die Juden mochten aber nicht genZgerf^Z ZMkSllkN zur KlMser Justiz pflege deWen hüben, und so beschlosien sie denndie Kremser Märkte nicht mehr zu besuchen. Aber dieses Verhalten möchte damals: umso, unerhörter geschirstim hähenr alp es ja. auch heute kaum zu erwarten wäre, und 0 erklärte die Stadl Krems, in einer Eingab« an di« ZönikalstLllünr „Döß M Schrd^ Är sch-.n M gelitten, sehr groß . . . und wir bittest, .daß die Juden bei Konfiszierung ihres Hab und Guts kötnpelliert werden, auf unferen Markten gjj MMeN " Heute wohnen in Krems und llmgebstng Weder ungefähr vierhundert jüdische Seelln üstd es gibt dort wieder eine schöne Synagoge. Im übrigen ist aber Krems wie überhaupt die ganze Wachau als besonders judenfeindlich 'verrufen. Was würden nun . wohl die Kremser Antisemiten dazu sagen, rnenn sie Erführen, daß ihre Aimm ßint öiß Hiisä stä^^deu in Anspruch nehmen mußtest, um Juden nach Krems zü bringen? Die wenigen Juden, aber, die heute ist der Wachau wohnen, können aus eine Bodenständigkeit ganz eigener Art verweisen, die die Bürgertugend stillen Fleißes mit. dem Adel blutbesiegelter Treue. zur überlieferten Religion zu vereinen mußte und meifj, (Ein Bühnenstück mit jüdischer Karikatur verboten.) Die Berliner bekannte Pisdatorbühne hat die UrauMHrung des Dramas „Rasputin" angezeigb Das Drama ist aus dem Russischen übersetzt und schildert gewisse Vorgänge aus der letzten Zsit bet Zarenherrschaft. Es tKtffl in BOT, SW piSttiii M fe inronU In Ruß. fanb . eiste Rolle spieltest: das Zärenpaär, die Minister, der bekannte Beichtvater des Zarenpaares, Rafputin, usw. Unter Anderen erscheint auch unter voller Namensnennung der gegenwärtig in Paris wohnende Generalkonsul Dr. Dinritpi'. Nubinstein, eia früher ver- Uiällünßök KauflstÄkist ist Sßll|iini( der Äiigens Eeistrs» Wests eine polltische oder historische, der Zeitgeschichte astgehörige Persönlichkeit war. Man hat nun in dem Stück „Rafputin" diesen Namen herausgegriffen, um in ihm den Typus des jüdischen Kapitalisten zu kennzeichnen: Er rnird m feem Stück als gemeiner Verbrecher hin^efllllt, es mirt behbupie^ w«v6 tm Spivn. eistr ganz minderwertige Persönlichkeit, eist Abenteurer schlimmster Arft Dr. Rubinstein hat nunmehr durch dest Berliner Rechtsanwalt Dr. Gronemann heim Landgericht II ist Berlin im Wege der einstweiligen Versügüntz der Piscatorbühne bei Vermeidüstg einer fiskalischen Strafe von 19.000 Reichsmark für jed?n M gtzr ZnwMrUnUWg untersagen lassen, bei der Ausführung des Dramas „Rasputin" nur Stellen zur Darstellung zu bringen, in denen Rubinstein auftkitt öder vüst ihm die Rede ist. Die Frage gestaltet sich zu einer prinzipiellen, juristisch sthr Mteressanten, da im weiteren Verfolg des Msrfcchrsus WrM MM 'Mß, ob Md wis.Mst öiM WvMLilftst ditz keine der Zei^esch'tchte angeljprige Personüchrelt ist, sch ein Cingrtifen in ihre Nechtssphare davutch tzsfallen lasten muß. Saß sie Ms die Bühne gebracht und ist erster bestimmten Weife charakterisiert wird. JULIUS SCHMIDT ANNONGEN - ANNA HM6 zu .♦ rrankfüit am Main Länge^tfasse 7 Telefön Hänsa 4Ö41 Postscheck-Konto Frankfurtmain 14235SI Einzige inseralen-Annahme für Frankfurter Geschäfts-Inserate des »iSRÄELif«; Ännahme von inserateh für s ämtli che filesiga ünd auswärtige Tageszeitungen, Wochan> u. Fachblätter JULIUS SCHMIDT ANNONOEN; - ANNAHME Zil OflSHidlBtelteen . Ilifg g§ örmitl "lM'wMF KLilWNQÄDM