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Der Israelit · 1927-11-03 · Heft 44 (3.11.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 44 (3.11.1927)
Date
1927-11-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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MMWHMkM WWMWSM 3. November 192? e t r O S X « « Flli ti TW 7 Zunächst spricht der Advokat W i l l m von der Zivilklage. Er scheut vor antisemitischen Ausfällen nicht zurück und geht im Ganzen darauf hinaus/ nachzuweisen, Üllß MMWütt M MM der rüsten Somfets gehandelt hätte. Cr stellt die Verteidigung Schwarzbarts als eine Mische Propaganda hin. Die Juden hätten allzuoft gemeinsame Sache mit den Sowjets gemacht. Es spricht dann der Vertreter der Witwe Petljuras, Advokat Zgmp in-hi, ki m WM ML» ZMn zu Schulden kommen läßt und sich lediglich an Petljura hält, den er frei von Schuld und Mitverantwortung spricht. In gleich gemäßigter Weise spricht der Staatsa n wa l t. Petljura fei kein Antisemit gewesen. Wie £>fjn aber auc^ |ei^ Mord bleibe Mord! sprechen, meine Herren Geschworenen, weil er die Lei- > ten, daß ihr Name in der bayrischen Judenheit einen den seines Volkes gerächt hat, dann müßten Sie auch guten Klang hat. Seine Friedensliebe, seine selbstverden Bruder Betliuras sreilorecken wenn er den Mörd erliche, anspruchslose Bescheidenheit, sein goldner Huoen Vrüder ^tljuras freisprechen wenn er den ^toroi gerDannen [l)m bie Herzen aller. Wie fühlbar die seines Bruders an Schrnarzbart rachen lnrrd. Wer kann! Lücke ist, die sein Heimgang bei UNS hinterlassen, das eine Bürgschaft für das Leben Schwarzbarts ühxrnehmen, geigle fich ällch tzsl bök ökistbÜllbM irQjkrjßilL wenn er als freier Mann heute abend in feine Wohnung Am Stadteingang von seinen Gemeindemitgliedern zurückkehrt?" empfangen, wurde der nw in unser schönes, im vollen T >1 bM «*K: Mufrßßunüon m Dinzefses sehr ßnwiftm Qcßunfl; ömmiSF Si? der Beerben u^> ber Wie es heißt, beabsichtigen jüdische Kreist ist Pckkis, Stadtgöistllchs, M groWr Kreis von Drrwanvtrn un!> eine Zusammenkunft mit führenden Ukrainern abzuhal-! Freunden, hatte die Synagoge überfüllt, als die Feier ten, um zu versuchen, bessere Beziehungen zwischen 2»-1 den und Ukrainern herzustellen. — ...... - .ttif-ünson unseres verehrten Herrn Distriktsrabbiners Dr. Bamberger, Bad Kisstngen, eröffnete den Reigen der Redner. Durch Verleihung des ID sIMs OM M V?n irommen SiTin Heimgegangenen, feine Liede zur nmv, feine Verdienste um die Gemeinde. Im Namen derselben sprach sodann Herr Hauptlehrer Gundersheimer und zeichnete in kurzen Strichen einige Momentbilder aus dem reichen, fruchtbaren Leben Nathan Grünebaums, den Hinterbliebenen Schals m Schwarzbart. Maitre Torres. Darauf ergreift der Verteidiger Torres das Wort zu ferner meisterhaften Rede. Er dringt in die pfychv logischen und seelischen Httmrgründ? W <mir llstsiu alle Entlastungsmanöver für Petljura überzeugend zurück und erklärt die Tat Schwarzbarts nicht allein als Racheakt, sondern zum Teil auch aus Furcht vor Wiederholung dor Schandtaten, da sich Petljura schon wieder Ms km WW m MufBm Btfmih gi WM) ven tieferen Sinn des Prozesses fälschen, wollte man den Angeklagten verurteilen. In seiner Freisprechung würde eine Verurteilung der Pogrome liegen, wie sie der Gesinnung Frankreichs entspricht. Die Beifallskundgebungen im PMikUrn,- MUM mch der Neve Torres mare« so stark, daß der Vorsitzende im Saal räumen ließ Mit Rechtsbelehrungen entließ der Vorsitzende gegen 6 Uhr die Geschworenen in den Nebensaal zur Privatberatung. Nach einer knappen Stunde erschienen sie wieder im Saale und der Juryvorsitzende erklärte unter äußüWx WMNllW Ser ZllWMMfk ME: „Die Geschworenen haben nach bestem Wissen und Gewissen und nach tiefster Ueberzeugung, in vollem Bewußtsein ihrer Verantwortung vor Gott, einstimmig erkannt, bajj Schrnarzbart nicht schuldig sei." Darauf verkündest der Präsident Me Mcisprcchung Der Jubel im Gerichtssaale, der sich bis in die weitesten Straßen fortsetzte, war unbeschreiblich. jpautftina. Jerusalemer Brief. ' Jerusalem, 28. Okt. Daß sich dieses Jahr bei verstärktem Besuche die Ge an öör BßfUnauir an Btn bkiiigkll |üum Sr°[te' ben G^rneinbeangehörigen zum aufmuntern- Festtagen glatt und reibungslos, ohne die geringste Stö- 2lnspornM-isn i"li,nrr . Cu„8, abmitfefn tonnten, ift ber, P°li- WT» 3«t 3u verdanken, dre den Wachdienst übernahm und m lisraelitischer Gemeinden dem Tagungsmitgliede und bester Weise auch durchführte. Man sah wieder einmal, Fraktionskollegen R. Grünebaum einen letzten Scheidebntz Unrnlstn unmvalick sind, wenn die Abrninistragrüß zu, würdigte die wesentlichen Charakterzüge desiion nicht will. Wäre es nicht Möglich, baß auch «. W« »AW«» M> wmr «klkMM- Ortspolizei ohne Hilfe der Engländer es fertig Im Namen "der Familie nahm nun Herr Hauptlehrer brächte, ihre Pflicht in allen Fällen voll zu erfüllen? N. Ehrenreich, Nürnberg, herzlichen Abschied von dem Der Besuch des Oberrabbiner Jakob Meir beim Onkel, dem väterlichen Freund und Berater. f Ü f f i f fti E n Kks 8 ndte n muckt hier den besten Nach Rezitation des Psalmes 23 verließ die große Eindruck. Der Eindruck liHtt MrkllNg M UM so M** «*8?*W®» IflUHfla DM MMMUZvi-l aröster gewesen wenn die Audienz eine oder ei nia e Der Herbstwrnd riß die verwelkten Blatter der Ziermel großer gewesen, wenn me /lumenz eme ooer et n 19 e pf[Qnäen an der mattgrau getünchten Außenwand unserer Wochen früher stattgefunden hatte, denn mzwrschen Synagoge zu Boden — die Zierde unserer Gemeinde, war schon, wie bekannt, fast volle Beruhigung in Konvom Lebenssturm jäh getroffen, sollte nun der Erde stantinopel singetrsten. Es ist zu hoffen, daß nach Be-1 wiedergegeben werden ftingung der »ißakrftgnimlslu» Sing, bi i» W« l M Up A«ik Pat'n "“t”“* ifrt früheres sri-dlich«- «chch. «mqme«. Die Schulkrisis hält infolge der Reduzierung des ten Herzens für die dem Vater gewordene 1122 Echulbudget durch Kongreß und Ek-Iut>« m «rschärs. bankt« und gelobte, in bellen Sinne weiter zn leben. 5«nn an. Di- F.ri.n s-b-n zu Ende, doch loll mit Mög-^dad-s ch-- ein -u-n> pdo sein für feine der Wiedemusnuhme des Untkmchtt? in ven ziLllMschM - ßd,ukn bfe zumersten Saflunt »erben „Bmir I Haiom ch ungehalten, daß drei volle Monate, die für iWelt sandte, trug man in Karlsruhe einen Mann zur den Unterricht am besten geeignet sind, auf diese Weise ewigen Ruhe, welcher, geliebt von den Seinen, betrauert verloren gehen und ruft die zionisttsche Leitung wie den von einer Gemeinde, eine große Lücke in dem ^eise der ßebvervevbartb zur Abhilfe -an. Die QefyrGv mürben sich g^setzestreuen Judenheit in Karlsruhe hinterlassen hat. I v Liebmann Str«uß, besten N«men roert über die Grsnmit 75 Proz. ihres GeyüMs bcgnüMn, zen Vieser Mavt als m ßifiHHt daß ihnen diese sichergestellt werben. war, wurde im hohen Alker von 65 Jahren aus brejer Die Eisenbahndirektton in Haifa bestand darauf, die Wett abgerufen. Gebürtig aus Külsheim, einem kleinen, Monntsgebiilter -n die Beomten om zweiten R° 1 ch. aber heute noch gut jüdischen Städtchen in Baden gelong tzjschgii.»tLSt>ailWMiii«. immUtii to trte MW Kankbirk -- in'dkm^NMsiiit simfrn zahl bildenden jüdischen Arbetter und Beamten. Cs ist — zu erweitern und zu dörttöföN. So war er, wie lein eine Kleinigkeit, jedoch von grundsätzlicher Bedeutung, anderer dazu geeignet, bei ber Gründung der Jsraeliti- Die Goldene Hochzeit des Barons Edmond von RGW». Paris. SS. Okt. Der „Univers Jsraelite" schreibt: „Baron und Baronin Edmond de Rothschild haben diese Woche im engsten Kreise ihre Goldene Hochzeit 86° feiert. An sich föme es ber Presse nicht AU, Über SM Ereignis zu berichten, zu dem das Publikum n!«^j zngezogen worden ist. Aber die Indiskretion ist weniger schlimm als die Undankbarkeit. Man braucht nicht daran zu erinnern, was die jüdische Gemeinschaft von Paris, das französische Judentum, das jüdische Palästina, die Mß ZMllM. MMllM- Sik Humanität, die Wissenschaften^ und Künste, dem Jubelpaar verdanken. Selten hat ein Ehepaar, so viel Glück verbreitet. Möge die Vorsehung noch lange Zeit den verehrten Jubilaren ihren Segen spenden, damit ihr eigenes Glück auf ihre Um- Aach dem Freispruche. Paris, 28. Okt. Schwarzbart wurde sofort nach dem freisprechenden Urteil «us ber Hast entlassen. Die Mitteilung, baß Sv erst am Nächsten Tage Den JuMpawst verl«sikn würde vom Gericht aus Gründen der Vorsicht gegeben, da man Akte der Petljura-Partei befürchtete. Der Verteidiger Torres hat es burchUefetzt, daß Schwarzbart nicht gleich in feine Wohnung zurückkehrte,, er brachte ihn zumsst an Qimn Mmn Drh M am kt WsWM befürchtete. Die Besorgnis war gerechtfertigt, wenn tUM an die Schlußworte des Ziviladvokaten der Familie Petljura denkt, der jagte: „Wenn Sie Schwarzbart ster- und die Aufregung ist durchaus gerechtferttgt. Zu fluron ginnen» ee KeleWse? «»**>«•« h»chze». Jerusalem, 27. Okt. schen Religionsgesellschaft in Karlsruhe, wohin er seinen Wohnsitz verlegt hatte, in die Reihe der Männer zu treten, welche es unternahmen, den Nivellierüngsbestrebnn^en bes bamaligen Oberrats ber Israeliten und des Synagogenrats Karlsm!j M«{er EiÄttdUN^ ßtlt Paroli zu bieten. Mit ihm hat die rnw my ihren letzten Gründer verloren. So war Liebmann Strauß zu allen Die Judenheit von Haifa sandte an Baron Edmond seines gesegneten Lebens ein Mann der Tat, ein de Rothschild, den „Vater der ftdischn Kolonifatton", zur Mann der treuen Pflicht, und dieses hohe Pflichtbe- Feier seiner goldenen Hochzeit mit Frau Baronin de Rothwußtsein zeichnete ihn nicht nur in feinem Berufe aus. M Lim GlllMunWaWüst. 3n M SonaflOflc MN Haifa wurde aus dem gleichen Anlaß ein Festgottesdienst abgehalten. rnelcher ihm die Sargs für die richtige Erfüllung eines tilgen ite tim für Diele TlMiM in jedem Jahre aufs Neue auferlegte, sondern auch sonst im Leben war 'in nw» ihm alleiniger Wegweiser zu allen seinen Handlungen. Wir erinnern uns an den Brand, welcher im Juni 1871 die Karlsruher Synagoge bis auf den Grund zerstörte, und aus welchem Liebmann Strauß TtnrfimnfiOtt I unter Lebensgefahr sämtliche Nim '180rettete, ohne zu brachttn, {im »M» Nsm brennenden GnMMus Brückenau, 27. Okt. Unsere Gemeinde trauert. Der liegendes Anwesen, welches fern gesamtes Eigsnwm befeit fast 25 Jahren in seltener Treue an der Spitze der herbergte, ebenfalls in Hellen Flammen stand. Der „Js- Gemeindeverwaltung wirkende erste Vorsitzende, Naraelit", welcher damals ausführlich über diesen Brand than G r ü n e b a u m, ist nicht mehr. Die Trauerbotberichtete, würdigte die hohe Tat dieses edlen Mannes imßft Nie nrn vMSNllrNkN DkkNSMg in früher Morgenin geziernenber Weist. Liebmann Strauß war ein Mann ftunL mi WRW 5iS gcianQte; moffieft Wf fo IAIM eü Mvzchniö tzlnburs im Aorims der Verblichene bei einer ärztlichen Untersuchung plötz- und als ihr Präses die pm m Karlsruhe, tztö lich einem Schlagansall erlag, löste in unserer Gemeinde 210. welche sich die hoittgen Pflichten der Nächstenliebe größte Bestürzung aus. Trafen wir doch schon im stillen zur hohen Aufgabe gestellt hat. Jahrzehnte hindurch war Vorbereitungen zu einer Jubelfeier für unseren, von er 1. Vorsitzender der „Frühsynagoge" und hat in dieser jedermann hochgeschätzten und verehrten Kultusvorstand. Zeit unermüdlich bis in die letzten Jahre seines Lebens Am ~J^ st n=>®- mellten mir ihn in unserer, mit sei- [als Spin '3 und p"3 X"!P gewirkt. Gewiß war Liebmann mm Namen eng verinüpftm ftiLöch WSlttSN MkE Durch bie MchkibkNM Mm? Cutters ihm danken für feine ersprießliche Tätigkeit aus allen der Mann hoher Woktr ,üder durch sein Ledeu und Wir Gebieten unseres Gemeindelebens. ich« npb nnjn Nun ken, durch seinen klugen und lebenserfahrenen Rat, welhat ihn Gott uns genommen. cher sich auf tiefes, jüdisches Wissen gründete, war er Er vereinigte in sich wie selten ein Mann alle Eigeneine Persönlikcheit, welche in Karlsruhe eine Stütze schäften, die ihn geradezu zum Muster eines r'nwi 0212 aller derer bedeutete, welche treu zu der Fahne des überitemVelten. Won einer schon im Elternhaufe (im nahelieferten Judentums hielten. Das Leben dieses seltenen Mlegenm JMiersbach forsch ^pfl«nzien. MSNMS ilGt Ullik llWWNffkll m HD?, e5 attett Frömmigkeit beseelt, ausgestattet mit einem klaren, auss denen, welche m seinem Sinne, in dem einzig Nchttgsn Praktische gerichteten klugen Verstände, gepaart mit einem! Sinne das Judentum verstehen, als ein Beispiel fortedlen Herzen, verstand er es, feine Gemeinde so zu lei- [wirken

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