Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1927)
- Date
- 1927-10-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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68. IahrgättK. KankstM a. Al., den i, Nr. 43 EinCenfralomaii tflrdas orthodoxe Mntom UlEB S lBttlf: . SBtectcli ^SLuWrMMMWV 1TMNMMMW, A«>. .. . - . jahrpreise lentspttchend dem deutsche«.Inlandspreis rMMh Kvfl«n v«s _ ,, sandes) Deutsch-Lsterreich: Schilling 6.—; Amerika iDollar; England 4 fh.; ab, l. S»rtt, Frankreich LS Fr.; Belgien ab 1.7. N Belga ö; Holland S fl.; Italien ab 1.7.27.18 Lire; Jugoflawien SS Din.; Litauen 7.80 Lit.;. Rumänten ab l. 7. 27.18Ö Lei; Polen 4 deutsche Toldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty.! Schweiz 8 Fr. Tfchecho-Slowalet 88 Kronen: Ungar» Pengö 5 ab 1.Juli 1927; DänemarkSSOKron.; Norwegen 3.80 Krön.; Schweden 8.80 Krön. Steaeltmmmet dreibig Goldpfennige.• if. für die stebengespaltene Janmienonseigen nut SO S^tsUtr 0L_ ffllU ■ nach Tarif. Bei lausenden __„. Jnseratenannahme durch deu , Är. Eschenheimer Straße 83, Tel. Hansa 8Ä8 sow. durch fiimtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks. Geschäfts»»-.: Jul. Schmidt/Langeftr. 7, II, Tel. Hansa 4641. Platzvor,chr. ohne Verbindliche S®rÄM Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der Gerichtsstand für alle aus bonnements oder aus Inseraten flch ergebenden ZadlUitgsdkkPfltchlllNgM ist HtttlUjwtt II» IW’ Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ i«r den Monat November! Wird dies versäumt, so tritt älNs Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Verlag des Israelit Ginrlpr H-, F^aaUfUf t aJVL ■ Der heutigen Nummer des „Israelit" liegt Heft 1 der Jüdischen Jugendblätter u\ Jüdische Bauern auf deutscher Schoüe. Unter der in der Ueberschrift angegebenen Losung hielt öer „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" am jüngsten Sonntag in. Berlin eine große Versammlung ab, auf der so gtsmlich vertreten war, was in allgemeinen jüdischen Fragen mitzureden sich berufen fühlt. Bei der starken Propaganda..für die Ansiedlung deutscher Juden auf dem Lande dreht sich naturgemäß die AlMiNanDöMUNg UM M DüMMN N«K $?Y; Zweckmäßigkeit, Ausführbarkeit und Zukunfts- Möglichkeit des geplanten Unternehmens. Die Ausführbarkeit — um den zweiten Punkt zuerst zu nennen — stützt sich auf den im Reichssiedluügsges-tz« .LäZmMötM AnsvruL Her Front s o l d a't e n, auch der jüdischen, auf St aätsb oden zu Siedlungszweck e rt. . Es wird selbstverständlich bei der Prüfung dieses Verlangens die Frage der Eignung aufgeworfen roerden. In dieser Beziehung kann Dvmäncndirektvr A. 2 y §, Eingeweihter, beruhigende Auskunft geben. Er weiß zu melden, daß die Zahl der jüdischen Landwirte, I Winzer und Großgrundbesitzer in Deutschland weit höher ist als man glaubt. Daß die Zahl picht nodj größer ist, liegt an bcr Tatsache, daß Mö Großagrarier in Deutschland grunhfWch Juden nicht einstellen; leider machen darin auch die jüdischen Großgrundbesitzer keine Ausnahme, eher tun es schon einfache deutsche Bauern. Die Eignung der Juden insgesamt für die Landwirtschaft ist in WMM FUißlftftf nnd irr Südamerika genugsam bewiesen. Die moderne Landwirtschaft erfordert ein großes Maß von Intelligenz, und daß die Juden dieses aufbringen, daran haben auch ihre Feinde noch nie gezweifeli. A ... lieber die Zwe ck m aß i g k eit, das heißt den moralischen Nutzen einer solchen Umschichtung, ist kein Wort weiter zu verlieren. Ein Ziel, fchnlichst gu errvünschen, mar für uns die Beremtorimg eines Dafür geeigneten Seifet ^-mischen Juden in der Scholle, immer schon, lange vordem Kriege, als sich die ersten traurigen Folaen der Landflucht im jüdischen Leben bemerkbar machten. Die Zahlen der letzten B o l k sg llh l 1-l n 8 lttsskN die ©Raffung der Möglichkeiten für bessere BodenstänDigkeit der Juden als einzigen Rettungsanker erscheinen. Franz Oppenheimer hat schon ganz recht, wenn er der Meinung Ausdruck gibt, daß mit. der jüdischen Siedlungsbewegung die deutschen Juden m B i u f [ öf a g Problem iDjen mit Mtzlm auf die allgemeine Abwanderung, zur Industrie und die traurigen Folgen dieser Erscheinung ^— und dabei eine jüdische Tat vollbringen. In den Städten, wo die Geburtseinschränkung System gewB¥&n P, .stiM Mm Äudsntum ofi, mjf bgr Rückkehr zur Einfachheit und AnsprüHMWeit des Landlebens würde das deutsche Judentum in eine Aera neuen Aufblühens treten. Was wir für das religiöse Leben von einer solchen WllkllklMZ ftlisbüs der mit tausend falschen Lichtern lockenden und alle Kräfte absorbierenden Großstadt erwarten, haben wir oft genug ausgesprochen. Im Weiteren sehen die Abwehr- Vereine, die die wenig beneidenswerte Aufaabö vavkll, einen enh- Md MsilMosen Kam^f gegen Dummheit Md VvShest ZU fuhren, in der Idee der eigenen Scholle die stärkste Unterstützung ihrer Abwehrarbeit. Bleibt uns nur noch, einiges über die Zutun f t s m ö g l i ch k e i t e n des Planes zu sagest, Deö umz pfiannlfl ßorr Direftar ©Dur hält — in einem Aufsatze m einer der jüngsten Nummern der „C. V.-Zeitung" — die Schaffung einer S ie d lun g s g e se l ls ch af t zur Vertretung der Interessen jüdischer Siedlungsanwärter für eine aktuelle Notwendigkeit im Jntrvssss öar ööröitg DDrötmDenen jllöisHkll wirte, Gärtner, und vor allem auch im Interesse vorhandener Kleinbauern, deren Ackernahrung zu einer genügenden in sich arrondierten Größe gebracht werden müß, die die Möglichkeit der Existenz für einen Bauern bildet. Solche Zwergbauernwnlschaften völl MisHöN SOfltJOOl flllD in großer Zahl im Süden und im Westen Deutschlands vorhanden. Der Zustrom von Juden zur Landwirtschaft wird, seiner Meinung nach, von der ENtMSklMZ der Dinge stark gefördert. In der neuekett EMwirklimg Des Wirtschaftslebens in Deutschland, das auf der einen Seite zur Trust- und Konzernbildung führt und somit nur wenigen den ökonomischen Aufstieg gestatttb linö 8Uf filf llpderen Seite starke Teile des früheren MlltölstanDss prvleiunsteit, toerbeu die meisten Juden gerade in den kleineren Städten und insbesondere in den Städtchen dör entlegenen Provinzen von dieser Entwicklung betroffen. Kommt hinzu, daß der Antisemitismus sich neuerdings, DofonDers in MommiMkr ^?öi^wn8r auswirkt und das Leben der Juden bis zur Un-- erträglichkeit gestaltet. Bei dieser Entwicklung ist die Existenz auf dem platten Lande als Bauer und Gärtner auch für den Juden in rein ökonomischer Beziehung ein Vorteil gegenüber seinem jetzigen Mkiischcn Lafti». SSZ W Nicht NUI M, letarisiert, sondern vielleicht auch noch zu einem Luftmenschentum zwingt, welches wir mit allen seinen Unerquicklichkeiten, ja Greueln, in den Indenländern des Ostens kennen. Vestehk s o die Möglichkeit, Durch Vearöeitung von Grund und Boden auch für den Juden zu einer auskömmlichen Existenz zu gelangen, so ermöglichen. Gruppensiedlungen unter Berücksichtigung moderner Technik und des Fortschritts, ällch Mm 3uM auf üm Lande Das LkdkN m sozialer und kultureller Beziehung so'zu gestalten, daß eine Befriedigung und Zufriedenheit möglich ist. Auch die modernen Beförderungsmittel schaffen für ine Dorfeimsshuer BsrbiüHuttELmöglichkeit mit der Stadt, die dazu angetan ist, das kulturelle Leben auf dem Lande nicht nur in positivem Sinne umzugestalten, sondern auch so zu heben, daß es auf eine Stufe kommt, bei Dkk Dkl und Gärtner nic^i „perbauert" Und dett Zusammenhang Mit Dem Geistesleben verliert. Die Landwirtschaft muß notwendiger-