Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1927)
- Date
- 1927-09-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 37 frieden, die jüdischen Stötten der Bildung in Saloniki, Konstantinopel und Adrianopel und widmete sich mit besonderem Eiferdem Studium der Jad hachasaka des Rambam. Wenige Jahre später verlegte er seinen Wohnsitz nach Adrianopsl, wo ar Mit sainam arstan großen Werü dem Beth Joseph *pr rra begann. Zwanzig Jahre arbeitete R. Josef Karo an diesem Werke, das ein großer Kommentar zu den „vier Turim" dös R. Jakob Ascheri werden sollte. Zunächst hanDalta m sich hier um Dü genaue Angabe Der Quellen, auf denen 9t Jakob hen Sffcfjer sein Werk aufgebaut hatte, sie werden genau angegeben, die Meinungsverschiedenheiten der talmudischen Quellen werden genannt, so daß man einen Einblick in die Entscheidungsmethode des Ascheri timt CnlstllliDcn iss Diesea Werk ms der eifrigen Lehrtätigkeit, der 9s. Josef Kgro in der Jeschiwah, die er in Adrianopel begründete, oblag. Mit dem „Art", mit R. Elieser Aschkenasi und anderen Gelehrten der Zeit stand er in eifrigem Briefwechsel und suchte auch dadurch Dsn Mchssnisngsl zu bshsbsn, untök Dsm 6k Dort litt. Adrianopel sah trotz fleißiger Arbeit die Vollendung des Werkes nicht. Gerade weil es ihm an Büchern mangelte, zog er nach Saloniki, von da nach Konstantinopel, wo es ihn nicht lange hielt. Er beschließt, ms Heilige üättd zu zishsn und führt fsms Absicht bald aus. Etwa ein Jahr währt die Reise. Im Jahre 1536 läßt er sich in Safed nieder, einer Stadt, die viele jüdische Gelehrte ausgenommen hat. Hier wird er Mitglied des Beth- Mll UIW fillM Ml: MglWil MD Zklkgkllr heit, sein Werk zu vollenden und auch zu überprüfen. Er wurde Mitglied des Kollegiums des Jakob Berab und erhielt von ihm die Smichah, das Ordinationsrecht. Er wurde auch sein Nachfolger nach Dem ADleDen Des MoD SeraD. t Nach der Revision des Veth Joseph erschien dieses nun nach mehr denn 30jähriger Arbeit im Jahre 1551 und den folgenden Jahren in Venedig in Druck. Ein Lebenswerk war vollendet, das aber dem Laien nicht in der ihm genehmcn, Dkguemm Form, Die Die Luellen gern vermissen läßt, das Gebäude des jüdischen Gc setzeslebens aufbaute. Eine Frucht ähnlicher Forschungsarbeit entstand hier, auch eine Folge des eifrigen Studiums, das R. Josef Karo dem Rambam zuteil werden ließ: der Kornrnentar Keseph Mischnah niizra ^03 gum Jab hachasaka des Rambam. In diesen beiden Schriften hatte sich R. Joses Karo an schon vorhandene Werke angelehnt und war den Spuren der Großen gefolgt. Sie waren aber vielleicht zu sehr gelehrte Werke, als daß sia Dem SßDürfnis Dar grofjan Manga Man entsprechen können. Das hat R. Josef Karo wohl auch gefühlt. Daher machte er sich an sin gemeinverständliches Werk, das nur das Resultat der Quellenforschung, das Fazit der halachischen Diskussion, die Halacha selbst bringen sollte. Mgsg§ WM ist Dsr> „Et-Mchsn Amch", b$v gedeckte Tisch, der alle Vorschriften und Verhaltungsmaßregeln offen und für jeden bereit darbieten sollte, wie der gedeckte Tisch die Speisen, die auf ihm liegen. N. Joses Karo hielt sich hierbei an die Einteilung der vier Turim, behielt auch die Ciuteii lung der Kapitel und Überschriften bei, fügte nur die Neuerung ein, daß das Kapitel in Paragraphen zerfiel. Die Drucklegung dieses Werkes, für die sich Dar Barsassar mit Müha Dia Mittal vMchasfan mußte, erfolgte in Venedig im Jahre 1564, es. war rasch nach den anderen Werken geschrieben, so gute Dienste leisteten eben die Vorarbeiten zu den früheren Schriften. Wenn man den Einfluß dieses Werkes ^um Matzstab nimmt, kann man es als das bedeu; tendste des N. Josef Karo ansehen. Es war ja auch groß, ist groß bis auf den heutigen Tag geblieben als das bis jetzt letzte, abschließende Werk der Halacha, das feit Abschluß des Talmuds entstanden ist. Es arbeitete das ganze MaUriäl r?jigs?jrn Qf&fTlf, auf, fysttz- __ Der Isrüeilt__ matifierte das Gesetz nach dem Vorbilde des Ascheri, rubrizierte die Gefetzesparagraphen und führte, ja führt den Strebsamen immer noch an den gedeckten Tisch, an dem er kaum die Länge und die Mühe des Weges merkt, der zu diesem (EraaDnü Mühtt ( Hai, glMmü Der kssenDe Mensch der zubereiteten Speise nicht immer die Arbeit und Anstrengung anmerkt, die auf sie verwendet ist. In einem Punkte unterschied sich R. Josef Karo von seinem großen Vorbild MaimMlDks, Darin nämlich. Daß er Die Gesetze MM aufnahm, die den Bestand des Tempels und den geschloffenen Aufenthalt Israels auf dem heiligen Boden der Väter zur Voraussetzung haben, er blieb hierin dem Ascheri treu, dessen Werk ja das unmittelbarste Beispiel abgab. LaZ öürf Kar rin NrfiürfiM in firn näWrn SO Jahren erlebte es an verschiedenen Orten acht neue, vollständige Ausgaben. Es wurde bald zur Norm des religiösen Daseins, und als der gläubige, gesetzestreue Jude konnte nur der gelten, der sein Leben nach dem Schulchan Aruch führ-ts. Das ist auch für» unfsks Tags nach gülttg. In den strittigen Fragen der Entscheidung verfuhr R. Josef Karo folgendermaßen: die grundlegenden Poßkim (Dezisoren, Entscheider) waren ihm der Rif (R. Jizchak Alfasi), der Rosch (Ascher ben Iechiel) und der Rambam (R. Mose bött Msimsn). Jhüö übörsmstimmönds Meinung war naturgemäß entscheidend. Waren sie verschiedener Ansicht, so entschied die Mehrheit. Jmmerhin wurde nur eine Meinung als Norm ausgenommen. Die Verwirrung, die die sritifttn Wim um Btt Der Mllischra AM übung der gesetzlichen Vorschriften anrichten konnte, war nun endgültig behoben, so war das Ziel des R. Josef Karo. (Da er als Sefardi-Spaniole nicht die sog. asMimsischra Bräuche dtrüdrmisl hatte imfi ihm in deutsch-polnischen Gegenden nicht unbedingtes Vertrauen geschenkt wurde, schrieb wenige Jahre später R. Mose Jfferles Ergänzungen und Anmerkungen zu dem großen Werk und führte es dadurch auch in aschkenasischen Gegenfien ein.) In diesem Geiste arbeitete R. Josef Karo sein ganzes Leben noch in Safed, er verließ diese Stadt nur für die Zeit, da sie von einer epidemischen Krankheit heimgesucht wurde, blieb aber auch da in der Nähe. Er verfaßte noch andere, bedeutende Werke, 'o Das Buch Redet habajis win pii' das eine Ergänzung des Beth Joseph sein sollte, es zeigt, daß er das Studium der Quellen für den wahren Forscher für unerläßlich hielt. Er neigte wohl etwas zum Mystizismus, MchalD man ihn auch Dar KaDDalah sWban glaubte. In feinen halachischen Werken ist Davon freilich keine Spur zu finden, und es ist wohl möglich, daß diese Nachrichten mehr Legenden sind, wie sie das Leben der großen Geister gern umweben. In Dam Buchs MsgßiD Msschsvim (biv Wahrheitsverkünder), das erst Jahrzehnte nach I. Karo erschien, wird sogar von seiner Vision erzählt. Auch in Safed saßen zu Füßen des Meisters große Gelehrte, und ein ausgedehnter Vriefü^schssl v>erföa.ttb tfjn mit crllsrr Gsssssh^j^U Im Jahre 3335 am 13. Nißan (1375) starb R. Josef Karo im Alter von 87 Jahren. Ein reiches Leben endete, während der Geist seiner Werke fortdauert bis in unsere Tage. §r WtkklW pri §mt; Dir Den rafifiis mfchött Beruf ergriffen und bedeutende Männer wurden. Bei aller Gelehrsamkeit war er äußerst bescheiden. Sein Grabstein zeigt nur die Worte „Der Rabbiner R. Josef Karo, der Verfasser des schulchan Aruch^. So mar und lebte der Beth Joseph. Ihn und seine Werke zu kennen, sei unser Streben! 15. September 1927 Such-Riitfel: Den Wörtern: Gemara, Allwissend. Mannn, Chiskija, Etsch, Megille, Benjamin, Mikwe, Wassermann, Manaffe, Mendelssohn' Mnimonides^ LMsrachi, Dettchean, TiWN. Neyabeam, Kulms, Mb ie zwei aufeinanderfolgende Buchstaben zu entnehmen, die zusammengesetzt einen Ausspruch Shyloks im Kaufmann von Venedig ergeben. Gewinn ist Segen, wenn man ihn -nicht stiehlt. E» ist ausschließlich Sache der Leser, die lm JnfercSe»- teil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren vd« tfWge 2tnga&en fe[lgipn9geje|fi<^en <£^«raf(ec» mi| f^?c Zuverlässigkeit zu prüfen. Studienreise nach den Vereinigten Staaten. Das Meßamt Frankfurt a. M. veranstaltet unter Mitwirkung der Hamburg-Amerika Linie in der Zeit vom ZO. DftOBer Big 27. NlMIllBA B. 3. AM Mlwöchigö StuSiöN- und Gssöllschaftsi'öist nach den Vereinigten Staaten. Das Programm sieht den Besuch aller kulturell und wirtschaftlich bedeutenden Städte des amerikanischen Ostens vor. Es werden u. a. Newyork, Philadelphia, Washington, Boston, im Innern Milwaukee, Chicago, Detroit . und die Niagara-Fälle mit ihren grvhen bernhri. An «lten ^tö^en ist für Unterkunft in erstklassigen Hotels gesorgt. Für die Bahnfahrten werden, soweit es sich um längere Strecken handelt, nach Möglichkeit Plätze im Salonwagen reserviert. 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