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Der Israelit · 1927-09-15 · Heft 37 (15.9.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 37 (15.9.1927)
Date
1927-09-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 37 Der Israelit 15. September 1827 «Eer es wäre unsere^!, von einer 8n!^ t ä u s ch un g zu sprechen. - ii.iW-jiWklW.ik.il li. Erneuern 8ie sokort Von der Wirtschaftslage Ln Palästina sprachen einigermaßen beruhigend nur Kolonel Kisch und Dr. Kuppln. Sie mtffert es am fcefie« beim Postboten die Bestellung aut den „Israelit“ iür den Monat Oktober! Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Verlag des Israelit fi.m.b.H., Frankiurt a.M. §?? fünfzehnkk Nrmstknkrngrrh, unt w!r mäfsrn ihre tlnzsöcn glauien. Was sie aber daraus folgern, kann subjektive Hoffnung, auch ein „Opium fürs Volk" fein, in beiden Fällen der Nachprüfung wert und bedürftig. Sie sagen: Wenn einige tausend Menschen der Arbeitslosigkeit verfallen sind, so ist das keine Kliskj 8!k m ökk iiMlkn mtm 8kk LWk gr boren ist. Man muß warten, bis sich die Lage bessert und die Leute Arbeit bekommen. — Das stimmt recht wohl für Paris, London und Berlin. In Palästina hatte man aber auf die „Alijah" gebaut, sah man in ihr die Voraussetzung des Aufbaus und Aufstieges, Fundament und Seele zugleich. Ws»» SsZ üs»s zinzy umvschutz SS» Man hat die fünfzehnte Zusammenkunft in Basel einen „Jubiläumskongreß" genannt. Es gab welche, die ihn einen Krisenkongreß hießen, und dieses gewiß nicht aus bösem Willen, sonborn als KMstatMUNg von Tgtsachökst sük Dia nicht der Zionismus allein verantwortlich gemacht werden kann und die die vieltägigen Kongreßverhandlungen im Ganzen bestätigt haben. Die Krise ist eine innere und äußere. Aeußerlicher Natur sind die aus der wirtschaftlichen ÄVeltkrists gekorenen GSrjc^eirmngen, unter denen unvermeidlich auch die Finanzlage des Zwnlss mus und die von seinem finanziellen Können abhängigen Institutionen schwer zu leiden haben. Von äußerer Art ist auch die Wirtschaftskrisis, die Arbeitslosigkeit in Palästina, die sich wie ein schwarzes Vand durch all die Verhandlungen Ws»srtt. sll &ii mit Musilichru; üitztr softes rosigen Farbentöne in den Hintergrund drängend. Aus i n n e r n Tiefen der Idee und Bewegung heraus ist aber d i e Krise gewachsen, welche in der Parteigruppierung innerhalb des Zionismus und in der Oppositio^ftfUung großer Test? gxgxsi KttUNg ihren bedrohlichen Ausdruck findet. Der Kongreß konnte mit dem Vertrauensvotum für Weizmann und seine „Regierung" diesen nur bescheinigen, daß sie den krisenhaften Zuständen richtigen Ausdruck geben und ihre Wirkungen für Gegenwart und nahe Zukunft im Strahlenlichte einer ferneren Sufvmfi «iw«s evk«g[lvl)et für das Auge gemacht haben. Daß er, die Leitung und der Kongreß', dieser Zustände Herr werden, konnte schlechthin von Freund und Gegner des Zionismus nicht erwartet werden. Dl»? h^t IlilU Hilfe, feine §ntfsiännnnß^ feine rettende Tat, kein erlösendes Wort geein paar tausend Menschen nicht tragen kann und der Zionismus, dreißig Jahre nach dem ersten Kongreß, zehn Jahre nach der feierlichen Erklärung des Nationalheims durch die Balfournptß, in mohrjährioom fjßifmm ütroßon na# einer jüdischen Bevölkerung, die im Wachsen die Tragbalken der Idee mehrt und stärkt, wenn er heute den paar tausend von ihm ins Land gebetenen Menschen einfach hilflos gegenübersteht, so ist das nicht nur eine wirtschaftliche Krifis ln Palästina, sondern auch eine Krisis des Zionismus', die ihn im tiefsten geistigen Kern trifft, ein Zusammenbruch, der mit dem in keinem Verhältnis zu den Plänen stehenden Budget und dem auf Stimmung berechneten Beschlüsse, eine „große Volksalijah" zu arrangieren unb tausende Ehaluzrm ins Land 311 bMgW. »»? »8# tzSlMHZY HLS88Vgekehrt wird. Die Innen- und Außenpolitik des Zionismus, die von der Opposition für die Lage haftbar gemacht wird, kann nur zum Teile und nur dem auf das Nächste gerichteten Auge als Schuldfaktor erscheinen. Die Gründe liefen tiefer^ und wir fja&en nicht erst bis zum Jubilnumskongreß - geroartet, um diese bloßzulegen. Nicht aus dem Wüstensande dieser äußeren Krisenzustände ist die Schlange des Parteigezänkes, das die zweite, innere Krise bezeichnet, hervorgekrochen, Dis Parteizersplitterung un Zionismus war immer schon da, — weil naturgemäß verschiedene Landsmannschaften und Interessengruppen ihren eigenen Zionismus haben. Aber es war zu erwarten, — und es ist auch so gekommen —, daß die Oppositions- Vporleien die mißliche mirifcherfiftch^ Arbeitslosigkeit in Palästina, dis Schulkrisis, das 47Bleidenslraße47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh-und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen Jeder Art sehr magere Budget als geeignete Basis für ihre Operationen nehmen werden. Nicht minder ver- M sinsi ihnsn ttttm Bio Mittöl, mit Denen Die Leitung die wirtschaftliche Hilfe und Entspannung zu bringen gedenkt. Die Erweiterung der Jewish Agency, die letzten Endes ja nur auf den „reichen Onkel aus Amerika" absieht, ist dem Hauptteile der Opposition, den Radikalen und Revisionisten, sin fchmafiLjcher Verrat am Eelsie ^es Zionismus. Man verflieg sich auf dieser Seite sogar zur absurden Forderung, den Einfluß der Nichtzionisten nur auf wirtschaftliche Dinge zu beschränken: mit anderen Worten: ^alsien, arbeiten und Mund hcrften. Weizmann bezeichnete diesen Gedanken als töricht. Aber er selbst sagte in der Politischen Kommission, die Erweiterung der Agency würde ihren Zweck verlieren, wenn das „finanzielle Resultat" ausbliebe ... £i? SxxssMLN W M in m WMsllTr w sammen aus Revisionisten, RavikalZionisien und der Arbeitergruppe in Palästina unter dem Namen „Poale Zion". Mit seinen Hauptgegnern, den Radikalen und Revisionisten, hatte Weizmann wahrlich leichtes Spiel. Dem tapfern und mutigen Minoritätskämpfer G r ü ni a « m hrawtljie man nur Palästina um mehr als um ein Minoritätsrecht geht, um ein historisches Recht nämlich, das zu seiner wirksamen Geltendmachung ein anhaltendes Vertrauensverhältnis zur Mandatsmacht erheischt. Die schöne, kräftige WellM imD Monsromantit Des Herrn Iabd 1 lnsky zerstießt und zerstiebt wie bunte Seifenblase angesichts der realen, harten Tatsachen und Notwendigkeiten, denen der Chemieprofessor Weizmann der bestmögliche Interpret ist. Auch zionistische Politik ist „die Kunst des Möglichen", und Herr im Lande ist bei Engländer, nicht Jabvtinsty. Man ist diesem weit genug — für unsere Begriffe allzuweit — entgegeygekommen, mit der Annahme einer Resolution, die London und der Palästinaregierung Säumigkeit in der Einlösung des Valfourmortes oorws^st, t§wnJJ örschwTNTn sich über unterschiedliche Behandlung von Interessen- Glossen. Pon flenn StaDtiinor Dk. Mil Kant« in zmtltau (Mähren) erhalten wir folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung: Aus meine in Nr. 29 des .Israelit" unter der lleberschrist „Glossen" veröffentlichten kurzen Notizen erhielt ich von verschiedenen Seiten Zuschriften, von denen die besten und rvicbtigsten hier in aller Kürze *»le&ergegel>e:rt werlen mügep. VI? §108? 81V" belangt, daß zu lnizra nnk nipbrr ib'i in Berachol 61a Raschi überhaupt keine Stellung nimmt (im Gegensatz zu Tossaphot. der diese Frage als 171217 erklärt), während in Erubin 18 b das Umgekehrte der Fall ist, was ich als eine Art Verwechslung der Rollen bezeichnete, meint Herr MPVMr WLlf Dsgmgnt m Hamburg, dllst es die Art des TosMhat in der Regel ist, eine von ihm an einer Stelle gemachte Bemerkung an zweiter Stelle nicht zu wiederholen. Deshalb unterblieb die Bemerkung des Tossaphot zur Stelle in Erubtn. „Was nun Raschi betrifft, so hat ihm augenscheinlich die Lesart des x''iznn», die aus dem vipb' stammt. Vorgelegen. Raschi war es DUM nur zu mu. ulllMMMn. m Mann Bern ölf war. Nascht also hat ebenso wie Tossaphot nur an einer Stelle Notiz von der Frage der mm genommen, u. z. erklärt Tossaphot diese Frage als imtp, was Raschi, dem die Lesart des vip^ vorlag. nicht tut." Herr Emi! Breslauer in Breslau meint, dost Rascki in Berachot 61 a diese Lesart "iäi nnya «V«) hlAl liasie, was «uA aas dem 2,7V klar ersichtlich ist (vergl. aber rrnon o"wnju (Btubin 18 b). Herr Breslauer verweist auf eine ähnliche Stelle in Sota 33 a 'ui uaa bn und aus die Parallellen in mm» 53 b und 15 b (vergl. Tossaphot s. v. 'ipn hrr). Herr Rabb.-Ass. Bl. Glllskk m Brünn m kDMlllls Der MMl; vast Raschi nur darum zu tun war. den Nachweis zu erbringen, daß Elkana kein pan ay war. Was nun die Tossaphot anbelangt (Hin Vimr>), findet er es umso unbegreiflicher, als Tossaphot selbst in Megilla 3 a s. v. j^i ausdrücklich bemerkt, nspb v"irm inti IN' Hiif’i aTitan* mm ®sis RlldNUöi Glaser. Bann hier von einem nicht gut die Rede sein, da es doch ausdrücklich heißt imn bn rnpbrr n^i und unter imn gewöhnlich die Frau zu verstehen ist (mVU n imn). - Was meine Bemerkung zu b'rnv und himv anbelangt, teilt mir Herr S. Gausdorff in Rotterdam mit. dast diese im tzöM,vürtzSWWt. Herr» verdästke ich noch einige andere geistreiche Bemerkungen, laus die ich an dieser Stelle rt"'ii noch zurückzukommen hoffe. — Herr I. Zoller in Berlin nimmt aus meine Frage im ^Israelit" vom 22. Juli 1925, betreffend den Passus in dem Einleitungsgebet awbb ’jyn ’aan» Bezug, wo der Satz vorkommt mbv'Ni nvrr.rn isnrr. Auf meine Frage, was dieser 6q| bedeute und in welchem 8uiammenhangc er mit dem genannten Gebete stehe, meint "Herr Zoller mit Recht, daß er den Schluß des Verses in Sacharja 8, 19 bildenvrr.ii m nnat^i tiww*? 'in ■’jpain M2 lanx Di*?^ni. Die Maatzerlasse. Von Ar. Vor 35 Jahrn lebten in meiner Gemeinde zwei Geschäftsleute in gleichen Verhältnissen. Sie waren beide in gleichem Alter, übten den gleichen Beruf aus, betrieben 'ihr Geschäft annähernd in gleichem Umfange mti) mit QlQißom ffirfolpe unD MxsüaiöN ÜUH liWöfghl über bas gleiche Vermögen, bst war ich genötigt, sur durchziehende, verschämte Arme, für wankende Brüder in näherem Umkreis u. a. auch bei beiden Familien Unterstützungen zu erbitten. Bei aller Gleichheir oder Aehnlichkeit der Vermögens-, Erwerbs- und Familienr>seh<i.ltnr'sss mar her (Erfolg meiner Sammlungen in keltert em en!gegenge|ei^fe^r. die Frau des einen zumeist abwesenden Geschäftsmannes mich oder die Schulkinder mit der Entschuldigung abwres, der Mann sei nicht zu Hause, ging die Ehestau des Kollegen an ihre Maaßerkasse und fand fast immer einen einigermaßen ausreichenden Betrag, den sie mir zur Verfügung stellte. War bie Muasterkasse einrnal <tixsnafjmsvoet^e leev^ |o legie sie aus Jjau&ljatis* gelbe einen angemessenen Betrag vor, mit dem sie die Maaßerkasse einstweilen belastete. Mit Hilfe dieses Wunderkästchens war die eine Frau stets in der Lage, mit vollen Händen, Almosen zu reichen, während bie andere Frau, die pflichtgemäß ill gleichem Umfange spenden mußte, die hochwichtige nprs ms» vernachtäjjigte — a«| Kosten der Armen und 3SedärsA^err. Wohl zu reiner Zell sind größere' Änsorverungeu an den Wohllätigk-eitssinn unserer Glaubensgenossen gestellt worden, als in unserer jetzigen, durch Krieg und 9

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