Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1927)
- Date
- 1927-08-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450475--74258-2531719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
era arte t.D-a. Wege und Irrwege zum Ewigen. Line Bücherfchau von Dr. B. Lohen. Unser ZMlM ist, b?- nrude. auf dem Wege des tastenden Euchens nach dem m? gründe alles Seins. Von einzelnen Etappen dieses Weges — sind es auch zum Teil Seitenpfave und Irrwege — sei hier die Rede. ' Da ist „Die Alköholfrage im A. T." 8öli ^ons Si|mtb t, Prof. a. D. 11. Gießöll, Hamvurg (N tu ia nb thesen und Konjecturen' muten teilweise grotesk an. So wird van zu Traübenmüs. «av (Des. 1, 22) zu „einer besonders edlen und schweren Weinart" und p zum „ursprünglich nicht semi- ‘r*v,s "gleich David ersannen, sie sich. Instrumente" wird, du Sch. eine solche Kunst Lei trinkfrohen Schlemmern, als die unsere Väter hingestellt werden, ungereimt findet, ein „besserer" Text: an1? 12VN 7'1 72 i'W'. „Krug und Faust erachten sie als Musikinstrumente". Trotzdem rückt die Broschüre deutlich ab von all jenen jetzt modernen Konstruktivnen. Wl beiren fce* KUltU« ÜNs« WüMtkM gvttes eine der vielen llrgiastischen Mysterien des Altertums war, — stellt das Judentum in-wohlerkannten Gegensatz zu jenen und gipfelt in der großen Erkenntnis: „Dort der Rausch als das Mittel der Vereinigung mit der Gottheit, hier das lutegorWr -®#&r $£§ Ä ÖflF DfllH MM auch der leisesten Weinnarkose freie Mensch „den inneren Vorhof" betreten, d. h. der Gottheit nahen darf." Sympathisch berührt es auch, daß Schmidt, obwohl sonst Kritiker, den schwierigen Zusamruenk-ang zrvischen öSini^V imb '131 fl V’*nnV in mpT nicht ausgezeichnet passend" findet. Schmerzlicher als gewagte Entstellungen unseres religiösen Schrifttums durch andersgläubige Forscher empfindet man solche Mißdeutungen bei jüdischen sogenannten Wissenschaftlern. Das gilt von B erdi-czewski jun. (Emanuel Hjy seiusm Vortrag „V omU v - spruttg d e i i S r a e l I i ischenRkll 8' v n" auf Grund des Werkes feines Vaters „Sinai und Garizim". Er operiert mit liturgischen und talmudischen Scheinargumenten, deutet z. B. an, daß die Akeda-Erzählung auf einem die v o l l - f ü Ij ri e Gierung Isaaks abnehmenden Volks- Urglaubsn deruye und daß der Rrrg Gipfel der Offenbarung fei. Die Sinai-Offenbarung ist ihm „.überkultiviertes Spätjudentum", das schon deshalb späteres und nicht anfängliches Judentum fein muß, weil es schriftliche Ueberlieserungeu ^at. Die Gestalt Moses ist würdelos wweiwäNig grzrichuei. Dhrs stellt er freilich, nicht ganz in Abrede. Errfeulicher, obgleich auch nicht gänzlich vorurteilsfrei, sind die Veröffentlichungen einer sich im. Wesentlichen der Religionspsychologie widmenden Forscherschule unter Leitung BeThs (Braumüller, Wien-Leipzig). Namen wie Otto, Marburg, Schulz: Görlitz und S e l b i e, Oxford versprechen Gutes. Die Aufgaben der Schriftenfolge umreißt der Herausgeber im ersten Heft. „Äuf welchem Grunde Religion, dieses zarteste ZcwLchs. las MMWchM ont[pri«|t. fi® erhebt, das ist die Frage, welche durch Einzeluntersuchungen ihrer Klärung näher geführt werden soll"; oder zu unterscheiden „Zwischen Religion als Massenerscheinung und als Jndividualerscheinung / . .. zwischen Religion als Ausfluß mmrnm JnssiMtion und als MgkMlsnp m Tradition .... zwischen Religion als der eschäls- Mchen Einstellung des jenseitsgerichteten, und Religion als universal-kosmischer Einstellung des diesseitsgerichteten Menschen, zwischen Religion sbeide vom Herausgeber verfaßt, als Stsigerung normalen Lebensgefühls ... oder ufs SutflrnUinj ■ stWllw PryZSsik usw." — Eine „religiöse Ontogenese" wird gefordert, die der einseitig historischen Forschung die gegebenen Tatbestände Öeutew helfen soll. Schilder (Wien) beleuchtet die Zusammenhänge zwischen dieser Wissenschaft und der Psychoanalyse, und erörtert die zuweilen psychiatrischen Aus- Wwklfllllgkll m 5?!Ms?N Filsensdie Gegensätze der Ungebundenhört des religiösen Erlebens beim Geisteskranken und der Zurückhaltung des Normalen geben gute Handhaben für die Religionspsychologie. Die Beziehungen ni ed er er Religiosität zur-Epilepsie kennen wir aus Raschi M Dsf „rein ^c^ologrsche. förmlich naturforschöklschö Cinflellung" Der Religion^ Psychologie betont auch JE leve, der folgende interessante „Arbeitshypothese" aufstellt: „Ich behaupte . . , daß die Zahl der ... Religionstypen mit der Zahl der möglichen Charaktertypen Mlammwfülir, unü dort e! n I n n e r e r K ä Ni pf i st k r i i 1, w v U11 Charakter des Menfchen mit der üb erlief erten R el-igi0n ni cht üb er e i nstim m t Nur innere Beeinflussung des Betenden durch den Gottesdienst, ohne die Wirkung a u f G 0 t t überhaupt in den Gefühlskreis einzubeziehenj fordert P r a t t. In eine Berherrlkchunß .Dior unwmaimtm Uirx%i Wunder l e s Veiirag aus. Es wirkt dagegen nicht unsympathisch, wenn W. die gar zu scharfe Typenzwerteilung der Menschheit (Inwärts- und auswärts gewendete Fromme) durch den Hinweis auf einen Ekstatiker bekämpft, der „die Wonne der fflDttwrftntuns VMM eiitem Armen Varmherglgkeit zu wm\]mr ' Schön ist auch Wunderles Unterscheidung der Religiosität, der Demut, der Furcht, der Liebe, die alle einander nicht aus schließen. wie überhaupt die ganze religionspsycholMM JRitfjtima tim JBorm vor ötr ktMschm Schule hat. daß U\ ihr eine grShörs Amrkon>niung und Ehrfurcht gegenüber der Religion waltet. Selbie spricht von der Erziehungsmacht des Religiösen, syweit es in gesunder, lebensvoller und furchtferner Art dem Kinde dargeboten wird, Schultz-Böklin VM einm Falle aggravierten reiigiöfen Irreseins, Schultz-Görlitz über Sagengefchichtliches, B a l r 0 d t über die Entwicklungs- Möglichkeiten der religionspsychologischen Disziplin, R. O t t 0 in Einzeldarstellungen über „Religwfk Hochmteressant insbesondere für Röligionslehrer, die vor nicht gteichgearteten Schülern stehen, ist die aus der Erfahrung entnommene Zusammenstellung „Kind und Religion" von F e l d e n, die auch statistisch über Gläubigkeit der Kinder gutes Material Den tüürbtgen Abschluß des ganzen vorlützenvm Hsflss bllökl dir Äufgetchnung gionspfychologifchen Prinzipien am Werdegang einer Einzelperson und eine Literaturübersicht, Alles in allem ist die Zeitschrift „Religionspsychologie" durch. Düs MllMllk 8M fllfirg obfekttve Aufttetövdhrer Mstarbester eine äußerst erfreuliche, für Die Reinigung der religionswissenschaftlichcn Atmosphäre geeignete, und, im Gegensatz zu den etwas engen Versuchen K. T. Oesterreichs, erfolgverheißende Zeiterscheinung. Eine zugleich geschichtliche und seelenkundlicbe Deutung des Werdens religiöser Komplexe gibt UNS Die „Ernsü^rüng ist Diö Istkjlls n p men 0 l 0 g i e der Religion!" von G. v. d. L e e u w (M ü n ch e n, E r n st R e i n h a r d t 1925), welche die Universalität und Gründlichkeit der historischen mit der taktvollen und die Gesüylstatsachen rospektlerenden Art der psychologi- _> I I D lainn svbänaschen Schule vereinigt 8, WllkwZ menologie, wie sie bei Erkenntnistheoretikern vorkommt, sondern Kunde religiöser Einzelerscheinungen. Er akzeptiert die unbedingte Richtigkeit des Entwicklungsfchemas „Erst primitiv dann - historisch abgrenzen ... sollte uns Das Wort „ursprünglich" entschlüpfen, so weih man, daß wir nicht vorgeben, den historischen Ursprung eines Phänomens entdeckt zu haben,, sondern nur eine Erscheinungsform desselben, welche wir in unserem Bestreben, zu ordnen . . . voranstellen." er ^eTt Ablauf der Darstellung, wo nötig, Durch einen - wenn avktz hypothetisch seelenkundlichen. Als gläubiger Christ vermeidet Leeuw jede unnötige Parallele zwischen primitiver und alttestamentlicher Religion. Die Stufen des Reliemem Armen gionsob^ektes, fortschreitend vom Kaum-Unkörperlichm Vis zum üebersklsilgen Wrkrndg. Tao, Moire, Charis und Dynamis) zeigen Überall das Abweichen des Denkens vom Prinzip der alleinwaltenden Gerechtigkeit? Interessant ist L. manchmal sogar in seinen Jrrtümern. So, wenn er bas stark ausgeprägte jüdische Gottesbewußtsöiu fklbsl Da auerltznui, w? tT Dseglsich Gsktes zu anderen Göttern in den Psalmen Polytheismus erblicken zu können glaubt, oder wenn er Pesiach mit heidnischen Frühjahrsreinigungen, Chanuka mit Wintersonnenwende in Verbindung