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Der Israelit · 1927-08-04 · Heft 31 (4.8.1927) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 31 (4.8.1927)
Date
1927-08-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ijcmgi and l>el? rzic aqe zum OrgM -es K«n-rs gesetzestreuer E.D-CX. Hs hsk -K Lehrer zu w«. um die Mnber zum fleißigen Besuche des Gottesdienstes anzuhalten? Von Konrektor 2. Speyer in Franffurk a .Al. (Fortsetzung). ffits lafi§iöHsuntei|t M;li8S W mmn will/ darf freilich nicht in bloßem Wörterlernen bestehen. Dadurch wird ja eben die Religion so vielen Kindern verleidet, daß der Lehrer es im Unterrichte nur darauf absieht, religiösen Wissensstoff den Kindern anzueignen, den sie zu einem großen Teile'nicht verstehen und der darum nicht nur das Herz kalt läßt, sondern der Unlust und Abneigung gegen den Religionsunterricht' überhaupt in brn jungen ©ewütern ermeeft unb großzteht, Als Revls!pns- Prusungsgsgenslan8 sguka Är MBÜßißRSUUi terricht darum von vornherein ausgeschlossen werden, sonst wird es immer so bleiben, daß der Lehrer im Hinblick auf die Revision oder Prüfung es mehr auf Einprägung und Befestigung der religiösen. Gedächtnisstoffe als vielmehr auf Befruchtung des Gemütes und auf die Entwicklung religiöser Persönlichkeiten absiöhi. Erbauung muß VV^Un^tjT tle ßo jung Jper^ert, H4 Me von Anfang bis zum Ende durchzieht. Man vermute in diesen Ausführungen keineswegs eine Feindschaft gegen die religiösen Memorierstoffe überhaupt. Wohl muß das jüdische Kind die heiligen 10 Gebote im Kopfe haben; wohl muß es auch eine bestimmte Anzahl der herrlichsten und schönsten unserer biblischen Poesien und der Aussprüche der Heiligen Schrift, die chm zum Trost im Leben imD MMN MllM sch haben; aber dieses Aneignen darf niemals m Hauptaufgabe des Unterrichtes bilden, sondern mit ihr mutz eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Besprechung verbunden sein, die den Verstand erleuchtet, das Gemüt erwärmt und den Willen für das Gute begeistert und stark macht. Wenn die Schüler in jeder Religionsstunde in dieser Weise beeinflußt werden, wenn sie den M N MP f8p; vk Wk JSS IMS 2SSTÜ schwebt, dann werden diese Stunden ihnen lieb und wert werden, und es wird ihnen eine Freude und ein Bedürfnis sein, vom liebreichen und gütigen Gott immer mehr zu hören und zu, lernen, immer tiefer in seine Erkenntnis einzudringen und immer fester in seine Liebes- und Lebensgemeinschaft hinein zu wachsen. Dann wird ihnen auch der Sabbat keine schönere und reinere Freude öiein als MM Watt in M MMEuny 5« ^en und in Gemeinschaft andächtiger Beter Stärkung und Kraft zu suchen. . Ein drittes Mittel, feine Schüler zum fleißigen Besuche des Gottesdienstes zu erziehen, bietet sich dem Lehrer in der rechten Vorbereitung auf denselben. Diese Vorbereitung erstreckt sich sowohl auf dis ©ebeie, dis Lvsntl. Predigt und den eventl. gemein- WH. M iBfMfffilfflJ DU[ w Wfff besteht hauptsächlich im hebräischen Unterricht. In diesem müssen die entsprechendest Gebete in der Tefilla ausgesucht werden, damit die Kinder in dieser heimisch werden. Dann müssen die Gebete öfters gelesen werden, um die Schüler an ein fliehendes Lesen zu gewöhnen. Die Uebersetzung der Gebete, zuerst der Hauptgebete, wird fleißig geübt, unb bann mtrb ber Inhalt genau bespro- I» 14 U» Wls ss jSW oifittt in AM mit eigenen Worten «ngeben können. Sind die Schüler im Hebräischen noch nicht so weit gefördert, oder haben sie, wie -es in der Großstadt sehr oft ist, überhaupt noch keinen hebräischen Unterricht genossen, so müssen die Gebete im Deutschen vorgelesen und ihr Inhalt daraus gesucht werden. Bei gutem Willen wird dieser Uebelstand sich jedoch überall beseitigen lassen. Eltern und Schüler sinb aus bla Wichtigkeit der heiligen Sprache PüzuüÄftü, ‘üni 4i MS sM Min Lllch Mr jiorrftE Widerstand hinwegräumen lassen. Die Vorbereitung üUf die eventl. Predigt besteht in dem Lesen des betreffenden Wochenabschnittes (Bibellefen), und wenn Rabbiner und H^per $jani> in ^anb gelten unb ber Prediger »telteicht St öetjmT mitteilt, welchen SchUftvers «!s inhalt feiner Predigt zu Grunde legt, kann der Lehrer in 'der letzten Religionsstunde vor der Predigt mit feinen Schülern feine Lehre entwickeln und klar machen. Wenn dies in der rechten Weife geschieht, dann wird in den 'Schülern' jenes „weiterstrebende" Interesse erzeugt, welches 'Mt Spannung der Predigt entgegensieht, um'He' Gedanken' des Wochestabschnittes vielleicht' in anderer JZeleüchtnn-g unb Ausführung zu «rblicken. .1 . r! 1' ♦ > » Was die Vorbereitung im Gesangs andelangt, so wird der Lehrer die zu singenden Teile der Gebete am Freitag mit den Kindern durchproben, sofern in der Gemeinde allgemeiner Gesang eingeführt ist. Er wird mit der obersten Gesangsabteilung seiner Schule die Gesänge beim Aus- und Einheben der Thora, En Kelökenü, verschiedene Stellen aus dem Freltagabendgottesdienst üben, di« dann zu einem besonderen Schmucke des Gottesdienstes wbfm. Muß mu umnrn mmn 8SM8PH die Kinder ber änderest AbMungen hsranMzogen und dadurch zum Besuche des Gottesdienstes angehalten. Hat der Lehrer aus diese Weise seine Schüler auf den Gottesdienst vorbereitet, so wird er es natürlich auch an Ermahnungen nicht fehlen lassen, nun auch den Gottesdienst nicht zu »erfäumen. Dabei, soll sich der leerer fUs K4MW W.!ßF UsllMlMkN Zwan g in dieser Hinsicht niemals ausüben kann Uttd darf. Dieses Bewußtsein wird ihn dazu veranlassen, seine Ermahnungen nicht in gebieterischem Tone, als vielmehr in Gestalt ernsten, aber freundlichen Wunsches zu geben. Geht der Lehrer in dieser Beziehung zu streng vor, so wird es nicht ausbleiben, daß bei weniger religiös gesinnten Eltern der Widerspruch herausgefor- HJIllifl Über J>ie|e Ermahnungen in freunb« lichöM, hsrMlhm 'Tom/ so wird rv nur MMngelt verkommen, daß das Elternhaus seinen Bestrebungen Widerstand leistet. Auch in solchen Fällen tut er gut, davon möglichst wenig Aufhebens zu machen, weil jedes schroffe Auftreten seinerseits den Widerspruch nur verschärft. Ueoerhaupt wird der Erfolg in dieser Hinsicht' in der Hauptsache von dem Takte abhängen, den der Wkl M sn W iS§ Öl SUSI I"R!: (Schlich folgt.) «Schaare Zedek von Abraham-Levy und die alle Äeberseßungsmeihvde". Von Lehrer Schloß in Diersburg. Einen Vergleich möchte ich anstellen zwischen der alten Uebersetzungsmethode und dem hebräischen Sprachunterricht nach Abraham-Leoy. Neues soll auf zerfallenen Ruinen früherer starker Westen ausgebnui merden. jeMr Zeugen wahren, treuen VuoentumK, Die Religion ist in vielen Gemeinden unseres Vaterlandes fast vollständig im Schwinden, man kennt kaum mehr das Gebetbuch und gewiß nicht den Inhalt unserer herrlichen Gebete. Man feiert zwar das vieljährige Bestehen uralter Gemeinden und Synagogen, die aber' schon lange ihren ursprünglichen Zweck fast Wl MF OTfiFfl? M &es!aI-6 Wgönnen werden an vor MuargMisterung von Schule und Gemeinde; unsere Jugend soll in erster Reihe beten lernen und die täglichen Gebete erforschen und kennen lernen. Auch unser Badischer Oberrat ist mit Recht der Ansicht, daß der hebräische Unterricht das Feld ist, auf welchem Pflänzchen und Sprößlinge eingesetzt werden können, die sich später zu reifer Frucht entwickeln, und die ihren Samen nach allen Richtungen ausstreuen. Eine IM ölMMfMfe "‘“t zünden,, worden, »w direkt die hebräische Sprache in lebendiger Art dem Kinde zu übermitteln. Wesen Zweck soll das vorliegende „Schaare Zedek"-Werkchen von M. Abraham und I. B. Ler»y (vorerst 1. Tort) «rfüllen. Das Kind mutz in gemispr 88K ZW WWöM die hebräische Sprache erforschen, ihren Sprachschatz kennen lernen, um dadurch desto schneller und sicherer in unsere Gebetbücher eingeführt zu werden. Auch ich bin als Lehrer rw Grunde genommen ein Bekennet dieser sprachlichen Uebersetzungsmethode, weil durch sie der Schüler schon von vornherein mit dem jüdischen Wort bekannt wird, mit dem er im späteren, eigentlichen Uebersstzüngsbrnterricht' etwas anzufangen weiß. 'Zur föBöföp Sptfjß mM tom jaöfl© fiat WMW nie werden, es bildet lediglich nur die Gebetspräche, das. tote Wort, welches in unseren Häusern in den meisten Klein- und MktelgeMeinden leider nur wenig gehört wird. Und dennoch müßte das häusliche und fynagogale Gebet die Grundbedingung fein, durch welche in erster Reihe die hebräische Sprache eigentlich Leben erhält und durch welches ünseren Kindern schon beim ersten Lallen bekannte Wörter in den Munb gelegt werben können. Das Feuer jüdischer Begeisterung und {iiV^vW Empfindens glimmt fast nicht mehr in unseren jüdischen Häusern, es löst keine Worte religiöser Begeisterung mehr aus, das hebräische Wort ist unseren Kindern im Elternhause fremd geworden. Und nur „die Schule" bleibt, die ihren Schülern in Mllill su MMk UUMN üMMTMMn: fw? von fremden Wörtern, einen ganzen Sprachschatz Mermitteln soll, der ihm die Sprache seines Gebetes bilden, ihm das Wort in den Mund legen soll, das eine Verbindung zwischen seinem Gott und ihm darstellen möge. Unsere Alten konnten beten, ihnen war das Gebet, sowohl im Hause, als auch in der Synagoge geläufig, sie verstanden ihr Gebet und seinen sinnigen Inhalt, es tarn aus ber Tiefs ihrer Herzen unb teilte sich in hsill- STO* %™f\\nlen ÜWk fflfl. M..M" MöltzüW war es, die sich vom Vater auf den Sohn vererbte und sich auf weitere Geschlechter sortpflanzte. Sie hat sich auch in religiösen Schulen und Häusern bis auf den heutigen Dag lebendig erhalten. Durch sie wurden große Männer D->rm in Vsiw einst in die Thora leingeführt. Wie viele große Männer, Fürsten in Israel hat sie hernsrsebrachti Auch die weiften Lehrer unserer Zeit kannten säst nur jene im5 es [mE PI wenige n-nm unter ihnen. Jüngst brachte in diesen Blättern ein bekannter Pädagoge fast die gleiche Ansicht zum Ausdruck; auch ich weiß mit einer neuen Methode nichts anzufangen, wenn das Fundament dazu fehlt. Und ohne solches ist mit „neuen" Mitteln nichts besseres anzufangen, als mit der alten Unterrichtswethobe, troßdew ich abfalut bew „Pefftven" nicht ähhold dm und fern Das ganze heutige Schulsystem versagt, es fehlen die elementarsten Grundlagen für dasselbe. 1. Das Elternhaus, die häusliche Hilfe, das tägliche Gebet in ihm. 2. Die Synagoge, das tägliche Gebet in ihr, das Mitbeten der Mnder, die Beaufsichtigung derselben währenv Gebetes seitens her Eltern. tCItD DCS Otiiiu |.n.i.u . _ . ui ■ 3. Die nötige Zahl von unlerrichtsflunoen. Wenn in gewissen Frankfurter Schulen und Kreisen, ich meine in erster Reihe die gesetzestreuen, der Unterricht in der hebräischen Sprache auf neuer Grundlage bessere Erfolge erzielt, ja sogar spielend bewältigt wird, so kann bei uns dennoch kein Vergleich mit jenen Musterschulen zustanbe kommen, bei denen die genannten Vorbedin- P? WM AMßWlAll. UMMWM WM richt gegeben sind. Die bekannten Frankfurter Thoraschulen haben in der alten Schule Großes geleistet, große Männer in Israel hervorgebracht; eine verbesserte Unterrichtsmethode in ihnen wird und kann ihre Erfolge noch vergrößern, keineswegs aber einen Rückschritt zeitigen, was in unserer Zeit in den Religionsschulen auf dem Lande noch gar nidyt ausgeschlossen ist. - Sie stounenl — Fnst überall km Apr? Zlls m fluRöö ns örniißn M rgionsstunden wöchentlich zur Verfügung. Diese 2—3 Stunden sollen auf die einzelnen Unterrich tsdisziplinen

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