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Der Israelit · 1927-07-28 · Heft 30 (28.7.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 30 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. M Ser äs r a a l ij 28. Juli 1827 In den Schiwoh-Tagen wurden im Trauerhause fast täglich Warte des treuen Gedenkens, der hohen Wertung, der Trauer und des Dankes aus berufenem Munde vernehmbar. Lange zitterte noch die Trauer nach. Das gciNAe Jahr hindurch. kjpm am Sag? hfs <Gchin?-'Ä«U8«NWS fanb eine Trauerfeier im Deshamidmsch, Ostendstraße 18, statt, bei der die Herren Rabbiner Mosche Karpel und A. Saffra noch fast unter dem frischen Eindrücke di-e Größe des Verlustes schilderten. Der Mekor Chafim, dessen Ehrenpräsident der Rabbi 36 Jahre lang war und dessen Programm er durch unvergeßliche Vorträge in all den Jahren Glanz und Werde verlieh, hielt Tißinö IrouorfeiQF am tzMMz, M 8. 9Iu^ufir iie « Gedenkreden des Herrn Redakteur S. Schachnowitz und des Präsidenten des Vereins, Herrn Josef Sänger, bestand. Acht Tage später fand beim Ausgange der o'Lri'v die noch in aller Erinnerung stehende offizielle Trauerfeier von Gemeindewegen in der großen Synagoge Friedberger Anlage statt, mit den grohangelegten Hespedrrn fe*»r Herren fftabbinexr 2>v. Ra^>^a?l r e uer und Dr. Hermann Klein- DerlM. Auch die A g u d a s I t s r o e I Jugendgruppe ehrte den großen Rabbi mit einer Feier am 26. Elul (5. September). Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. C a r l e b a ch aus Köln. Nach Ablauf der 12 Monate veranstaltete die Gemeinde wiederum eine Gedenkfeier lifo der Synagoge Friödberger Anlage, rvobsi Syerr Ravfvinatsaffef for ©erfort Iß 8 [ i It einmal &ie isierjsrreil des Naöbi würdigte und fein Andenken zur Wahrung des Friedens in der Gemeinde beschwor. Der erste Jahrzeitstag wird am Donnerstag jedem Mitglieds der Gemeinde ein Tag wehmutsvollen Gedenkens und Ansporn zu nnnn "tin’7i mns fein. p’inwi* Von der Lehrmethode unseres ai. 2Ius ber Jsschrrncrh nahsstsheni>sa Kreisen n>ir!> uns KSschvUbzlli Unbegrenzte Ehrfurcht vor dem mächtigen Ouadergefüge des Talmud war ein Grundzug feiner Lehrart. Er tastete Stein für Stein sorgsam und mühsam ab, wer von o^nns und d’jipkt ihn auch herboigetragen haben mochte. Aber nicht etwa, um den Ewigkeitsursprung und Ewigkeltsgehatt der Quadern zu prüfen, von denen er von DorniQöoMin MMUZt map. Sondern um mit feinem Eiiefenblick die Beschaffenheit der Steine zu erkennen, den Mörtel wahrzunehmen, der sie aneinander gekittet hatte. Und um mit starker Hand die Quadern sozusagen zu rekonstruieren, selbständig neu aufzubvuen. Das war ein schweres Werk, das langsam vorwärtsschritt. Nicht minder aber ein verdienstliches Werk. Dom K AMW Dor .Mm DnrPMM imö A° wordenen teilte sich unwillkürlich seinen Schülern mit. Und erzeugte Ehrfurcht vor dem göttlichen Worte überhaupt. - Bannte auch jede Leichtfertigkeit und Oberflächlichkeit. Gab Lebenshalt. Erzeugte den Hang, auch in die Tiefe zu' dringen. Und die Talmrdirn würben gkekch^ektr^ der Kleinheit unf» Unsertigöett ihrer Hnttlltgmg imb ihres Wissens inne. Mehr noch naturgemäß, als er, der Raw, der sich als Diener am Wort der Thauro fühlte und doch> zugleich Herrscher in ihrem woitschichtigen Gebiete war, wurden sie demütig. Und wurden wahrheitstreu und mutige Wahrheitsbekenner. Er selbst ihnen auch darin unerrer-Hbanss Vorbild. SBai er üuH kn^^^ zu öaöcn meinte — im AuWnbliL, wo es fsmer eigenen unerbittlichen Nachprüfung nicht ganz standhielt, bekannte er: ich habe geirrt. Wand seinem echten Wahrheitsdrang damit Lorbeer um die Schläfe. Möge das Geschlecht, das er herangebildet, in seinem Sinne weiter wirken und wandeln. —r. Reminiszenzen: W i e mich die Kunde traf. Es war im württembergifchen Badestädtchen. Auf die glühende Hitze des Vortages hatte sich die Sonne in eine graue Decke gehüllt, von der zuweilen kühle Tropfen herabfielen. Stille war es geworden, das laute Leben Dritte fich rvadj 23-aöexmerfceJ J'fj ^tnüttnauem Verzügen, öto war öeMnüm 'vvnr Wir licheu Grund. Die Zeitung war an diesem Morgen ausgeblieben (ich konnte nicht wissen, daß man sie mir versteckt hatte). Ich trug meine Verstimmung in den Wald, wo im dunklen Geäst unsichtbare Vögel einzeln und im Chore sangen. Das andere, besser geschulte Konzert im Kurgarten mochte ich heute nicht hören, einen Tag vor dem neunten Aw. m M M einer ML MMN von mm Blattern alter Baume und las in neuen Platten smss alten Buches über Leid und Zerstörung früherer Tage. Dp fragte meine Begleiterin, die füll mit einer Handarbeit neben mir faß, ganz unvermittelt, mit^abgewyndtem Gesichte: „Ist es nicht doppelt traurig, wenn man in den Trauertagen von einem Trauerfall in der Familie mMm Md Wö SSM m LMkk nn© Mkk ökv neunten Ach Maus tragen ma%r Ich erschrak. „Sprichst Du von einem bestimmten Falle?" „Ich meine nur so, angenommen der Rabbiner in Frankfurt..." Ich stand auf, ich wußte alles . . . „Wohin?"!;2ln Me BalfN un; mch NimlfllR," «CZ ist zu spät. Me DestatttiM hatte heute vormittag stattgissundsu-—“ Man hatte es sich im kleinen Gotteshause der württembergischen Badegemeinde leidlich leicht gemacht am Tage des Fastens um die Zerstörung. Man hatte aus dem Buche der Trauergesänge nur einige wenige gesagt und war früh fertig. Doppelt schmerzte es, so wenig SKcinjeirtenbe hier zu missen, das Alleinsein mit dem frifc^en, w(j?n trtafss -Gefühl. — Sä) fititB Da und betete sie alle, der Reihe nach, und fügte noch ein Trauerlied zu, das hier in Süddeutfchland mir schon beinah aus dem Gedächtnis gekommen war, die Klage um „die Zedern des Libanon, die Mächtigen der Thora." In sernem PrivataernaH. p mar M Jahr ddf loimsm TM, irn Mal, all ich itt einer für mich wichtigen Sache um die. frühe Mittagsstunde zu ihm kam und zum erstenmal nicht im Salon empfangen, sondern in sein Privatgemach im ersten Stock hinaufgebeten wurde. Ein kahles, kleines Zimmer einfach, fast ' ärmlich ausgestattet, daß ich unwillkürlich an die Lernstube des Kownoer Raw dachte, die hinter dem großen Empfangssalon lag und zu der IM HMMW ZllMt hüttM- M sütz öcr MM 011 einem Hvlzstuhl vor einer offenen Gemoro, die fest mannshohe Pfeife m dem Mund, und hielt Siesta. Eine dünne Wand trennte dieses Zimmer von einem Hauptraume der Jeschiwa. Von dort drang lauter Lärm dem Lernen ergebener oder dem Leben zugewandter junger Menschen. Einzeln und im Chore schwirrten Lernmelodien. Jemand schien mit der flachen Hand auf dem Tisch den Takt zu schlagen. Schrille Vlechtöno louolon ddh Mm OMchM. Mmühen mu Bachum, eine Konservenbüchse mit Zangengewalt «ufgureißen. Aus Thermosflaschen rann Wasser in Gläser. Einer sang laut Rosch Hafchono-Melodien, während sich ein anderer gar im Schofarblasen übte. Zwei waren offenbar in Streit geraten — über einen Tausfaus oder ein Glas für den an Ort und Stelle gebrauten Tee. Es war im Lärm nicht zu konstatieren. Ueber dem Klopfen. Schreien. Sinsen. Linsen Mb ZMM schrneMö wie Mssr Much. Ms vergoldend, dis Üsrmnelüdie. „Kann der Rabbi bei diesem Lärm seine Mittagsruhe halten?" fragte ich mit aufrichtiger Teilnahme. „Lärm? Es ist Jeschiwohleben, gehört alles dazu, ist die schönste Mittagsmusik," lautete feine Antwort zwischen dem einen und dem andern Zug aus der langen Pfeife. „Die Jungen lernen, und wenn sie auch ein wenig laut find, sie lernen . . ." 3 m Der llmnsn ZA schm 8. Wenn es in der kleinen Jeschiwa hieß, der Rebbe wird zum Verhör kommen, dann trat unter den Jungen für Wochen so etwas wie Weberzustand ein. Alle hatten sie den Ehrgeiz, dem Herrn Rabbiner zu zeigen, daß sie auch was können. In der Woche oder den Wochen der Vor bereitung hatte der Dozent einen leichten Stand. Die sonst mentger beliebten W ieber^o tun gen m«ll gern «n; wiftig” nnf sich, bvttn „Ausreden" war allcs wach und dabei. Bersänmnis und Zufpätkvmmen gab es m diesen Tagen nicht. Dann kam der Tag. Die Jungen legten zumeist ihre Sabbatkleider an. Jeder riß sich um die Ehre, >den Herrn Rabbiner holen zu dürfen. Der Herr Rabbiner kam. Die Befangenheit der Jungen wich nach der ersten freundlichen Anrede. Erst mußte er jeden bei Namen kennen, nennen, einiges ausfragen. Dann erst trugen ste der Reihe nach chm SnW m. 3aM? mufti1 kem. NaWPn, »sch icfstr Rafchrlesen! Grundbvgrfffe, Wer die bst Jungen beim Ausreden sicher und selbstbewußt nur so hinwegfegten, hielt er an. „Weißt du auch, was das ist: Binjan aw, Klal upmt?" Aus dem Verhör wurde eine freundschaftliche Unterhaltung und sie schloß in der Regel mit der Belobigung und Mahnung zugleich: „Gut, Kinder, sehr schön, aber noch mehr Eheschek, Cheschek, Ehsschsk zum Lernen, das ist alles t" Di? Jungen zzh^ten norJj SQö^-en ^ar-ärt. Als ich einmal einen Neunjährigen fragte, wie ihm das Verhör gefallen habe, gab er prompt zur Antwort: „Au, der hats aber gekonnt'." Er meinte den Herrn Rabbiner. —tz. Die Iahrzeit im Mekor Chajim. Lom DnMM Ms Nkinr Lvaiirn mm uns geschrieben; Zum Andenken an unseren langjährigen Ehrenpräsidenten, Rabb. Dr. Salomon Breuer hat die Verwaltung des Vereins Mekor Chasim eine Jahrzeitslernstiftung errichtet. Das erste Sttstungslernen findet statt Donnerstag den 6. Aw (4. August) morgens nach Schluß des Gottesdienstes im Hörsaal. Um vege Bstsiligung mirb gebeten. Blumen zu ivku Mty- Der Keren Hatorah, lermuntert durch den Erfolg seiner Schowuaus-Blumen-Aktion, wiederholt diese Aktion zum kommenden Schabbos Nachmu. Es ist Vorforge getroffen, daß schöne ansehnliche Blumensträuße zur Ablieferung gelangen. Es werden 14 Tage vorher Probe- MllllU rät M jMMn MWlikv m um mrimumm Gegenden der Stadt ausgestellt, wsselbst Mchzeiflg die Karten zum Preise von 1 Mark pro Stück zu haben sind. Die Adressen der Geschäfte werden noch bekanntgegeben. Es ist zu hoffen, daß von der schönen Gelegenhert, zu Schabbos Nachmu mit der Blumenzier des Sabbattijches eine Stärkung des Limmud Hatorah zu verbinden und dadurch der Zionshoffnung neue Rührung W QipäDTioi — um so miQljr M M Mi ist — reichlich Gebrauch gemacht werden wirb Von der Rokhschild-Vibliokhek. In der „Frankfurter Zeitung" gibt Prof. Dr. Beit Valentin die Anregung, die Rothschrldsche Bibliothek in Frankfurt a. M. zur Bibliothek des Deutschen Reiches auszugestalten. Er führt u. a. aus: London hat das British Museum, Frankreich die ssißl sjj Deutschland besitzt lein« RMvnülbiSMthek, Reichsbibliothsk: kann Frankfurt nicht Sitz einer Reichsblblwthek werden? In der Rothschildfchen Bibliothek in Frankfurt ist eine Jnstitutton, vor langem schon, ins Leben gerufen worden, die gerade für Fmnkfurt den Anspruch begründet, eine Zentrale deutschen Biblivthekwesens zu fein. Cs ist der „Sammelkatalog", der ««. mw öottcitatiaioa ütr rnMnMMHM Des deutschen Eprüchgebjeles; hier werben ja auch alle FraiAekart'en des Berliner Auskunftsbüros der deutschen Bibliothekm bearbeitet. Diese Frankfurter Organisation macht es also erst möglich, das Vorhandensein seltener Literatur auf irgendeiner deutschen wissenschaftlichen Bibliothek festzustellen. Frankfurt körmte hier ein modernes und praktisches System durchführen. verelvskalevver. Verein Mekor Chajim. Samstag vorm. nach^Schlutz der Synagoge.a'j'i Herr Dr. Eliefer Posen. — nachmitt. 4'/. Uhr. in*a. Herr Dr. Willy Hofmann. - 1 Std. vor Nacht im Hörsaale. Herr Josef Sünaet Tvnnlllll lkrämo MMwoW rnorgsm «ach CchlüL Der Gynagvgs, dttst verr Ned. Schachnowitz.— vorm. 8l/i Uhr (ebenso Samstag 1 Stunde vor Nacht). d'Nvs 'bn '»a, Herr I. Soffer. — vorm. QXU Uhr (ebenso Dienstag 1 Stunde vor Mincho) ^h-,n rri?2L. Herr Rabb.-Aff.G.Posen. Montag und Donnerstag morgens nach Schluß der Synagoge. Mitglisdsrlsrnen. — Montag fiwi gjablv. Pr. Jos. Breuer. — abds. &u Uhr (ebenso Donnerstag), xöj? »aa Nim, Herr Dr. Eliefer Posen. r ©Jenstag und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge, mV». Herr Dr. Eliefer Posen. Jeden Abend 8% Uhr im Dereinslokal o-V-- Lernen. Herr H. Halpern. ©anntOB, 31. guli. Moritz Lewiri-SüftimB. 3Itonto8,1-August. Julius Hirsch- und Gertrud Moses-Stiftung. M i ttw o ch. 3. August. Siegfried Weil-Stiftung. Donnerstag, 4. August. Rabbiner Dr. Salomon Breuer h»Lr-Stiftung. Stgubas 3isn>ef-3ngen^|ni|>^j Hisnsrag, ©cntoroO KlvuMm, Herr Dr. I. Posen. Am Tiergarten 42. 8V*—10 Uhr abends (ebenso Samstag i(2U Uhr). — Gemoroh Bowo Kamo. Herr Dr. W. Hofmann. »/49-W Uhr. — Gemoroh Bezoh, Herr Carl Znutz (Schabbos V-5 Uhr) «/4?-10V4 Uhr. — 5U9 llfjr Lustar. Herr H. Rackelfohn. Mittwoch, 1/s9 Uhr. Referat mit Diskussion. Herr G. Schn erb. THgßßSZ, i/zil Ken Louis Kahn. — Schulchan Ornch. Herr Gersvn Schnerb 2/412—^/41 Uhr im Dereinslokal. — Mischnajos, Herr Lehrer Hirsch berg, 12-1 Uhr im Dereinslnkal. — Gemoro Kiduschin, Herr Tarsis, 2V2-3V2 Uhr. — Chaje Odom, Herr B. Pun, 4-5 Uhr im Vereinslokal. - Ehumisch m. Raschi. Herr R. A. Martin Katz. '/sb-V26 Uhr im Dereinslokal. — Gemoroh Sewoci^im^ Aerr Hx Chrmänst, ooi siacm tm Deremsiokilll. (Alle Schiurim wie üblich). Agudas Iisroel-Mädchengruppe. (Alle Schiurim wie üblich). Liwjath Chen-Verein. Somstos UP, nOifmsifiräie BkillMll' (Ovttfsfiuna) ®cn mu. D. GmnrvnoivrZ. Veshamidrafch. Ostendstratze 18. Don Sonntag bis Donnerstag einfchl. allabendlich von 2/48 —9Uhr 1,1212 Do. Herr Rabb. M. Karpel HDJ2 822'Schiur des Herrn Dr. Jfaac Breuer Sonntag vorm. i/29 Uhr, Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr. MR8ÜW. ’sro» ri2V rettag Abend 7.35 amstagmorgen 7.45 Lamstagnachmittag 5.— Samstagabend 9.05 Xü©ct|en^©t±esbieuyt; Ulorgentz 6.19 NachmittsZs 7.19 Tefilin-Legen am Morgen 3.35

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