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Der Israelit · 1927-07-21 · Heft 29 (21.7.1927) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 29 (21.7.1927)
Date
1927-07-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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%m 10 Nr. W Der Israeli! 21. 3hI1 182? Henry Ford und die Bialystocker Jeschiwo Zu dem Bußgange des AutomobilkönigsHenry Ford paßt recht gut die hübsche Geschichte, die der JVarsiHauer „Spatnt“ oori ^orb in Verbindung mit einer Bialystocker Jeschiwo und dem „Sokolower Rebben" zu erzählen weiß. Die Geschichte liegt schon etwas weiter zurück und zeigt, daß die untergeordneten Instanzen ihrem Meister nach der Richtung der Judenliebe schon um einige Nasenlängen voraus geeilt waren. Ford selbst hsists stsh Whsstz Zkst gelassen. Cr hat nicyl seinen nenen, Auwtyp für den Weg zur Einsicht und Vernunst benutzt. Hauptsache: er hat ihn gemacht ... Nun die Geschichte von Bialystock: Dort hat ein strebsamer und tatkräftiger Rabbiner, Rabbi Simcho M a l i n , eine neue Jeschiwo auf den fömm to ifFfturfifnni Dwmtti Mlm, MDi Meir Simcho gegründet, die nnnw iirr N2'L"- Die Offiziellen in Bialystock waren aus verschiedenen Gründen gegen die Neubildung, in der Hauptsache deswegen, weil die zwei bereits bestehenden Jeschiwaus sich in größter finanzieller TMföp klMkil. »Di Mlllm gcDört aller zu den tatftühstt Menschen, die eine Idee und ein angefangenes Unternehmen nicht so leicht preisgeben. Er ist übrigens der Meinung, daß eine Konkurrenz dem Thoralernen! recht und zuträglich sei, und daß der große Gaon, der die erste Hälfte seines Lebens in Bialystock zugebracht hat, ss wohl verdiene, da^ \tjm auf diese sinnig? Weise ein Denkmal gesetzt werde. Ader woher das Geld nehmen für das kostspielige Werk? In Bialystock unterhält die amerikanische Ford-Firma eine Vertretung, an deren Spitze ein Ingenieur namens N e u m a r k, ein Deutschamerikaner, steht. Ihm zur Seite arbeitet für DerllrnlMgM WrllrAulos in Men sink) m den östlichen' Randstaaten ein Generalsekretär, namens S i k o s k i, Vollblutpole. Wie es Rabbi Malin verstand, diese Herren für sich und seine Jeschiwo zu gewinnen, ist sein Geheimnis. Kurz, es gelang: er bekam Geld zur Errichtung eines HMses, null lla llie Deziellungen M Leitung zu Vorstand und Nabbinat in Bialystock infolge dieser Gründung etwas gespannte sind, wollte man sich einen auswärtigen großen Rabbi zur Einweihung der neuen Jeschiwo kommen lassen. Die Wahl fiel auf den berühmten „Sokolower Rebben", Rabbi Jizchok Selig Morgenstern. Wie erstctunt mu|te zooljl bey gewesen sein, als er eines Tages auf einem Fordschen Firmabogen einen schönen polnischen Schreibmaschinenbrief erhielt, der die Einladung zur Einweihung der Jeschiwo darstellte. Unterschrieben war der Generalsekretär Sikoski, einer der Bevollmächtigten Henry Fords. — Der Rabbi hat zunächst^ nachdem er sich über ben Husarnmen^ang ori^Wrt httttk, üb gelehnt. Nicht llUS Animosität gegen Ford und dessen Vertreter, sondern aus feinem Takt, der ihn lehrte, eine Klärung der Sache und eine Aussöhnung zwischen Rabbi Malin und dem offiziellen Rabbinate in Bialystock abzuwarten. Wir wollen hoffen, daß diese Klärung unll DersöhnunZ &aß statlsinden, damit die Jeschiwo eröffnet werden kann und Henry Ford bei der Feierlichkeit das „Mifcheberach" bekommt. I e tz t verdient er es ehrlich . . . Der Ger Zedek von Brooklyn. Israel Glückmann ist eine bekannte jüdische Persönlichkeit in Newyork und in ganz Amerika. Getauft \]axo?f.i flffffttfü) M kr tuiT Dtn lumm WüssMlSuöi in einem kleinen russischen Städtchen im Wjatkei- Gouvernement. Heute steht er an der Schwelle der Siebenzig, ein Hüne von Gestalt, aber mit einem goldenen jüdischen Herzen, von einiger jüdischer Gelehrsamkeit und einer Frömmigkeit ohnegleichen. Der Stolz seines Lebens ist sein ältester Sohn, der in einer Vorstadt von Nsmyork afs artg«f ebener jefefe«streu«r Rabbirt°r rJrfi. - ‘ Die Geschichte dieses „Ger Zedek" ist einfacher als alle anderen Profelytengeschichten, aber nicht minder interessant. Einer echtrussischen Familie entstammend, diente er in jungen Jahren als Offizier in der Armee von Alexander HI. und avancierte sehr schnell. Kaum ein Drsrtzrgsr legte ■ er aber plötzlich die Uniform ab^ warf alle Aemter von sich und bekannte sich zum Judentum, das gerade damals, wie kaum zu einer anderen Zeit, in Rußland politisch und wirtschaftlich sehr niedergehalten war. Ueber die Beweggründe für diesen Schritt spricht der Ger nicht. Nach Aussage seines Soh nes, des besagten Rabbiners, fei er durch die Absage Tolstois an dis offizislls Kirche, überhaupt durch die OüOFlfi Diüfßl zum üöer Dinge des Denkens und Glaubens angeregt worden, und er ging den Weg bis zum letzten Ende. Ueber Leo Tolstoi kam/er zum Alten Testament und von dort zur jüdischen Thora. Selbstverständlich mußte er bei diesem Wandel in seinem innern und äußern Leben Rußland verlassen. Er wanderte zu Fuß nach Palästina. Er hatte damals beynmM, kttik Mu uM vier KiiUm. W Mummen Ml dm DerwllMlen. alle reiche GuirMsitzse, sich <üle erdenkliche Mühe gaben, ihn wieder heim und zur Kirche zu bringen. Ihre Anstrengungen waren vergebens. Sieben Jahre arbeitete der Ger als leinfacher Feldar beiter in Petach Tikwah und vermählte sich in dieser Zeit vollends mit jüdischem Geist und jüdischem Wesen, eignete sich auch die primitivsten Kenntnisse des Judentums an Als IN Rusilanb bas neue Gtaubsnsgesetz jur Durch sÜhMllz loHt, cille er Wljm imb bewirkte gesetzliche Scheidung von der christlichen Frau. Auf dem Rückwege heiratete er in Kowno ein frommes jüdisches Mädchen, namens Soro Plot und wanderte mit seinem jungen Weibe nach Brooklyn in Amerika aus, wo er heute nach seit dreißig Jahren in ungetrübtem Familienglück lebt Als seine jüdische Frau mit dem ersten Kinde unter dem Ms, AM ki rin MlliM auf M MnommM. das Kind, wenn es ein Knabe sei« sollte, zum Rabbiner ausbilden zu lassen. Er hat sein Gelübde gehalten. Der Sohn besitzt reiches Thorawissen und ist seiner Gemeinde ein guter religiöser Führer geworden. Der Mann ist jetzt 68 Jahre alt, aber noch ungemein kräftig, arbeitet von früh bis spät und sucht in seiner freien Zeit sein jüdisches Wissen noch zu vertiefen. Seine Frömmigkeit geht so weit, daß er es ans relisiösen MllMn alllekim. W MIMÜMMN W lassön. RsbLi Israel Glickmo«« ist eine bekannte Persönlichkeit, er ist der „Ger Zedek" von Brooklyn. Broschüren und Zeitschriften. ist eint üammiiittQ dmi MY8 M Witz in igung in Jerusalem. (Verlag, der Ver-oinigung). Die Vereinigung will freundliche Beziehungen zwischen Arabern und Juden auf der Basis gemeinsamer Aufbauarbeit anbahnen. Sie erstrebt ein Zweinationakitätenheim in Palästina, bei Verteilung von Rechten und Pflichten ohne Rücksicht auf die numerische Zahl des einen oder anbsren Bevölksrungsteiles. Diesem Qvoecte bienen ßMützischS l^chi»istsii, ^srsn bis!A mll ber obigen Sammlung beginnt. Wir findenl darin 15 zum Teil vortrefflich geschriebene Aufsätze aus der Feder von Ach ad Ha am, Bergmann, Buber, Rupin, Glücksohn u. v. a. Worte von Lord Balfour und Auszüge aus den Her zl'scheu „Altneuland" sind ausgenommen. Mehrere Aufsätze befassen sich direkt mit unserem Verhältnis zu den Araber n. Altem aus stüheren Kongressen und Büchern schließt sich 9leu.es an. InnerliiDifäjQ. insööfonößFß isügiäfi MM, in Hefte unberührt. Der Reoisionismus kommt schlecht weg. Der Friedenswille und der ruhige, objektive Ton bei der Behandlung der Araberftage berühren sympathisch. Das „Korrespondenzblatt des B .I. A." für die Mitglieder der Bereinigungen jüdischer Akademiker-, der B. I. A. vom Juni 1927 dient in der Hauptsacheder Berichterstattung über den Leipziger Bundestag. Er rvar in seinem nristenschastli«hen wie geskhastli^en Kelle, to'xe seiner glÄH llkdeMMd: Die wetteren Berichte und Arbeitspläne ergeben sin erfreuliches Bild über die rege Arbeit der orthodoxen akademischen Jugend. „Hebräische Monatsschrift für Literatur und Angelegenheiten des orthodoxen Judentums", herausgegeben von der „Agudas Zeive Cmune Jisroel in Polen" geigt in Heft 6 mieberum die «uffteigende Linie, Muer vom S)MN9Wder A s Fr levmann folgt ein programmatischer Artikel von Ch. I. E k ß, Zürich. Aufsätze religionsphilosophischer, politischer, geschichtlicher und belletristischer Art wechseln in bunter Folge. Eine eigene Abteilung unter dem Titel ivp *>:n ist für die jüngere Jugend bestimmt und zweckentsprechend hübsch ausgestattet. Gleiche Höhe zeigt Nr. 7 des Organes der B e n oth Agudas Jisroel in Polen, aprfi’ in jiddif dj).s r Sprach« (Lodz STlex«rt bro tt> s f<x 28). Das -S^eft ent= Änffatz? ppn Sr. Nathan Birnbaum, Gutentag, Benzion Feßler, Samuel Radler und gute Belletristik. Die Berichte über die Bes Jakowbewegung sind erschöpfend und erfreulich, die M o n a t s s ch a u vom Herausgeber, A. G. Fr-iedenfohn verzeichnet als größtes Ereignis der Bewegung den Bau des Lehre ri NN en- Seminars in Srofüu, für ben afte Kräfte aufmMm Mräöll.MMn. n . Rübbi Nischen Nedurfnisstn in Amerika dient die halb homiletische, halb belletristische Monatsschrift rrns« (Jonkers R. I. Room 206 Flagg. Bldg.) Auch die letzte Nummer vom Siwan wird mit einer Reihe mehr oder weniger — zumeist weniger — tiefgehender Artikel ihrer Aufgabe gerecht. Briefkasten. $. S. Memel. M. 20.— f. Schaare Zedek eingegangen und weitergegeben. M. L. Gl. In A t t endo r n - L e n h a u s e n wohnen irtt W i rn t e r t> e r 9 jüfetf^e Familiennachrichten. Barmizw oh: Heinrich, Sohn des Herrn Nathan Goldberger in Nürnberg.nviv oar?. —: Jofua, Sohn des Herrn Heinrich Mandel, Antwerpen, Stierstratze 25. 28. Juli vivo -2 viix, mv- Herr Felix H 0r 0 vitz, hier, Rückertstr. 59, 3., feierte am Donnerstag, den 14. Juli feinen 50. Geburtstag. Ainderecke. •firn ■>n nnizn n»x dn •inizn ]ns inbö in i’on dk •i^d m' ’nnxn i:K .nmp> mW monn nn^n ns iy» ^2 •ms; nsnn xV -ixwn Nathan Pappenheim. Lösung des Rätsels in Nr. 27: nua Regen ™ moioen nna ellends 1» bitter Richtige Lösungen sandten ein: Lutz Meyer, Gelsenkirchen, Pepr Frank, Berlin) I. H. Tempelhof, Saarbrücken, Jereinias Elzas,- Apeldoorn (Holland), M. Weinreb irnti., Ludwissbafen «. Rh. Täglich dem Waschwasser zugesetzt, gibt jugendfrischeu. reinen Teint. JULIUS SCHMIDT ANNONCEN-ANNAHME zu onalnalpruttun ♦ Frankfurt am Main Langestrasse 7 Telefon Hansa 4641 Postseheek-Konio Frankfurtmain 142 353 4 Einzige Inseraten-Annahme für Frankfurter Geschäfts-Inserate des »ISRAELIT« . ♦ Annahme von Inseraten mr samtii?h? Wfflgg Wlfl flHiWflrtlQO Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter ♦ JULIUS SCHMIDT ANNONCEN-ANNAHME ^rSglnaliirsiaen BeranrworUich für den allgemeinen Teil und das Feuillew« S. Schach nowitz, Frantfnrt a. M.; Inserate t. B.: 8.Schach« nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L- Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — »erlag gtaulfutt u. SB. — Sntd Scnmm wmmmtfL m.

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