Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1927)
- Date
- 1927-07-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Der Israelit -Seite 2 Nr. 29 finfc im *ftaifrrlcfjrienteit« weben dem in der obigen Depesche genannten Jeschiwagebäude noch viele andere genannt. , Im neuen Jischuw haben Hebräische Universität und einige Verwaltungsgebäude gelitten. Die Obdachlosigkeit von Hunderten — in ÖS? PurWg lüirfien Sie Sbbatfrlofen nacfj Tausenden zählen — in der heiligen Stadt bestätigt sich, und diese Zahl umfaßt Juden und Nichtjuden. Auch den Arabern, die besonders in Nablus schwer gelitten haben und, soweit Menschen ums Leben gekommen sind, wohl die ganze Vertu st l i st e stellen, werden wir unser tiefes Mitfüylkll niöjt versagen, ein MMllWn. das sich auch!N tätigss Mithelsen verwandeln mag. Tie sollen uns im Unglücke als Freunde erkennen, als Freunde, die auch in Zeiten des Friedens Hand in Hand mit ihnen am Aufbau des heiligen geliebten Landes arbeiten wollen. In der Geschichte von Israel und Erez Israel. — beide gleich leid- und er^ahrun^s-- reirfj — gibt es sogar Präzevenzfölls für solche elementare Katastrophen und für die Art, wie das jüdische Herz in der Diaspora darauf reagiert hat. Das letzte Erdbeben wütete in Palästina, und zwar im Norden des Landes, in Galiläa, verheerend im Jahre 1837. Das Unglück kostete damals t a u - [ÖHlU jüdische SJl ensHenIeiien in ben Städten Safed,Tiberias,Schechem und vielen kleineren Städten Galiläas. Ein Schrei des Entsetzens ging damals durch die gesamte jüdische Welt, und aus diesem Notschrei wurde ein Hilferuf, dem keiner sein Herz verschloß, so daß drs total zerstörten jüdi^«^en Gememrvefen in vkrhültniIMüM' kurzer Zelt mieOer aufgeDaut werden konnten. In Preßburg lebte und wirkte damals für Israel aller späteren Zeiten der große Rabbi Mosche Sofer. Die Trauer- und Gedenkrede, die er am Sonntag, den 2. Jjar 5596, in der großen Synagoge zu Preß- «ns vsx „ksWsUUkü Lehrer MH MMnei im Heiligen Lande" und „zur Weckung der Herzen und Gemüter in der ganzen Gemeinde Israels" hielt, ist weit über ihre historische Bedeutung hinaus ein Dokument der jüdischen Liebe und Brüderlichkeit, das heute Jedermann wieder hervorholen soll, um seine jüdische Pflicht in solchen Situationen zu erfassen und zu erfüllen. Zieles nsan ist in der Sammlung w» JWJV (herausgegeben von Schimon Sofer, Enkel des Chatam Sofer, Preßburg 5639) im dritten Teil zum Wochenabschnitte -iiax- Seite 58, enthalten. Schon die Einleitung spiegelt die ganze Größe und Schwere des Unglückes wider: by ason wm 'w nwiwn ne Tim r« inn $n 8M8 WiWt irnan ionn:i nrrsrn unrm nab T'a nra msra nnfr pK 'ü22Ni •»m* ami brrn^'a mpsj 'sbrt 'TT3D'‘ ws 'lavbnba ntPbizn nmivini 'nab winm „Abhandlung und Trauerrede aus Anlaß des Todes der Frommen und der Zerstörung der Provinz Galiläa im heiligen Lande, die am 24. 'Temes vor sic^ gtngf wobei dst die Hauser zerstört und tausende Seelen in Israel getötet wurden, darunter Thoragrößen und Weltweise in Menge, und wobei die drei Städte Safed, Tiberias, Schechem vollkommen zerstört wurden. Und ein Feuer stieg aus dem See Tiberias auf, das Tiberias in seinen Grundmauern erschütterte und auch drei Dörfer verwüstete usw." ®e*■ gr?h? «tum Sofer zMeri ln der großangelegten Trauerrede, die wir. in diesem Zusammenhänge im Wortlaut nicht wiedergeben können, u. a. ein Wort des Midrasch, wonach Orkane und Erdbeben auf Vernachlässigung der Maasserpflicht zurückzuführen sind, und er erklärt in seiner eigenen genialen Mt Dik tieferen Mammenhängz öirsrZ Hinweises. — W i r wollen hinsichtlich des letzten Unglückes dem lieben Gott danken, daß er uns in seiner Gnade vor Unheil im Ausmaße von damals bewahrt hat, daß sich hierbei das Wort erfüllt hat: crjiaKn byi D’xyn by inan “|dw- Aber immer^ri fi 8möj iyvlg unD oteine alter jüdischer Institutionen, geweiht durch die Stimme und den Geist der Thora, und viele Menschen, auch jüdische Menschen, haben in einer schweren krisenhaften Zeit, da ohnehin der Kampf ums Brot feine schärfsten Formen annimmt, Obdach und letzte Erwerbsmöglichkeit verloren. Eine Karmina Dat ödtt (Seinem Mh, te* »LtieUjl nicht genügend feine Pflicht gegen Sein Land er-' füllt, gegeben, und Chatam Sofer spricht, wie damals, wieder zu uns: Erdbeben hängt irgendwie mit Maassergeben zusammen. Das Beben, das im jüdischen Herzen durch die Erschütterung der heiligen Erde ausgelöst wurde, wirke sich in itt besserer Pflichterfüllung gegen Erez Jisroel aus. Jetzt ist es Zeit, akuter Not zu steuern. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat auf G.rund der ersten Nachrichten eine Sammlung ein geleitet. Folgen wir ihrem Rufe s 0 . daß nicht allein den Vstrofse- ÜM ÜMf D14 Mt hinaus geholfen rft, sondern, daß wir damit, frühere Verfehlungen und Vernachlässigungen gut machend, am Aufbau Mitarbeiten zur Errichtung des Nächstliegenden, das bis jetzt aus Mangel an Geldmitteln noch hinausgeschoben werden mußte und von dem doch unsere Zukunst, die Zukunft dxz j ü 8 i s O k ll P l!Z läflina, abyängt. 2i: M! ifil Mochenrundschau. r/ZTiL Abwehr. In Nr. 24 unseres Blattes wurde an dieser Stelle die Frage aufgeworfen, ob nicht die Abwehr des Antisemitismus bei ^»romindsi° ten Persönlichkeiten nicEjtjiiDiftDm Tlaitkwns in besten Händen sei. Die moralische Kraft für die Abwehrarbeit müsse von den Männern ausgehen, die nicht unseres Glaubens sind und lediglich aus tiefem Rechtsempfinden, aus der tiefsten Sorge ob der Gefährdung des Geisteslebens ihrer Nation den wenig dankbaren Kampf gegen Die MliMMschg (Ssiufc m\ sich genommen haben. Dazu wird uns von dem Centralvereine nahestehender Seite geschrieben: „Wenn damit zum Ausdruck gebracht werden soll, daß die von diesen Männern ausgehende Kraft eint; ]a DU flörtfte MW im Abwehrkampf ist, so ist dem rückhaltlos zuzustimmen. Wenn aber die Ueberlegung daran geknüpft wird, ob dann die Arbeit der jüdischen Abwehrorganisation, des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, nicht eine unnütze Vergeudung an Kraft bedeute für eins Salve. Die sin fDlchgZ Msß für jüdische Dinge bitter nötiger Kraft und Energie nicht verdient, so ist es nicht nur die soviel Mw und Aufwand erfordernde Prozeßtätigkeit gegen Verleumder, Religionslästerer und Volksverhetzer, die diese Frage verneinen läßt. Eine solche Erörterung könnte nömli«^ den Cinörur? erwe^en, wahrend Nichtsiiden ans Gerechtigkeitsgefühl und sittlicher Empörung den Antisemitismus bekämpfen, begnügten wir Juden uns damit, uns lediglich seiner uns schädigenden Erscheinungen zu erwehren, um möglichst wenig Kraft innerjüdischen Aufgaben zu entziehen. Müßte eine derartige Haltung nicht manchen MHljMn Deranlaffon, sich such m auf seine Angelegenheiten zu konzentrieren? Müssen nicht vielmehr wir Juden auch unsere moralische Kraft einsetzen, um die moralischen Kräfte der Nichtjuden in diesem unerfreulichen und opfervollen Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unmenschlich-- keit zu stärken und zu wecken? Sie moralische Kraft der Juden im Abwehrkämpf Freund und Feind zu zeigen, macht die Existenz des jüdischen Centralvereins neben dem (Nach Rabbi Jakob Emden V^t) Von Dr. A. K. Ueber Rabbi Jakob Emden sein Leben und Wirken, ferne Werke und Schriften sind schon viele Abhandlungen erschienen, die fast eine Bibliothek für sich selbst mm, %uffaämti ist Me Tamm daß nilWlM ferner Mtzenüen Sie&e zu %\m, Mm? hrißrn Söhnsucht nach dein heiligen Lande unserer Väter besondere Erwähnung geschieht. Findet man es bei einem solchen pr» als selbstverständlich und setzt man es bei ihm stillschweigend voraus? Möglich. Doch die Art und Weife, w i e Rabbi Jakob Emden für die Besiedelung von Zion plädiert und was er von einer Niederlassung irn Heilig sn S8IM kuvllMl. urlgnt nwiMtliS irr Ms« AM Llli mehr als mm Grunds Brschtung. Zionisten würben sagen, er schreibt, wie ein Zionist, wer aber seine Herzensergüsse in seinem bekannten Gebetbuche apy na (vergl. seine Abhandlung in der Einleitung '8 rr:i dVio- Seite 20 ff. und nrw zu (a 'v »r'i. kennt fühlt es: hier spricht ein i'vni ii»a> dessen ganzes Denken, Fühlen und Trachten nur v'vv rs-m mxcn nnn ist. Es ist natürlich schwer, Emdens Abhandlungen über Zion und Jerusalem hier wörtlich wiederzugeben, zumal in M8I mm WM und Mmr tjctt nicht fo leicht in einer fremden Sprache Mödergegeben werden können. Deshalb wollen wir uns für heute mit einem kurzen Auszuge aus seinem genannten Gebetbuche begnügen. Es ist bekannt, schreibt Emden, daß wir verpflichtet sind, beim Gebet unfern Bli'ck aus Jerusalem zu richten; es ist dies die Vorschrift unserer Weisen, die sie zur Genüge begründen. Darin allein darf sich aber noch lange ni-ht unsere fileb-e Quxr i^eili'gpen Stätte^ Qgf faßen, erfthypstn. Unsere Pflicht ist es vielmehr. AU! jener Stätte zu gelangen, wo die Gebeine unserer Erzväter ruhen, um dort zu leben, bortselbst zu beten, dort Gott zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Denn wenn auch das Heiligtum emgeäschert und in einen Schutthaufen verwandelt wurde, die ist von dort nicht gewichen; diese Stätte ist für ewige Zeiten heilig geblieben und hat ihre Heiligkeit niemals eingebüßt. es ba^er nur ir^envwfx MMch |f{; Mchle ^«4 Q» grMnssn, um auf mm WM>e MMillgM. das zerstörte und verwüstete Land der Verheißung wieder aufzurichten und es urbar zu machen. Unser größtes Unglück, so schreibt Rabbi Jakob Emden weiter, war es stets, daß wir m jedem Lande, wo uns nur einige bürgerliche Rechte und Freiheiten gewährt rmtrbert, unfere ruj)mr«i(^c f&erc^arv^entjKvt Hgh aa aad &evufaiem' nicht mehr gedacht hallen. 6ll war -es in Spanien und so auch m andern Ländern, wo des Glückes Sonne uns anlächelte und wo wir eine dauernde Ruhestätte gesunden zu haben glaubten. Wir haben die Erinnerung an Jerusalem aus unferm Gedächtnisse verdrängt, seitdem werden wir auf Schritt und Tritt unliebsam erinnert, wer wir sind und was wir find . . . Wir haben aber leider noch etwas vergessen und dies ist das Wichtigste: Israel wird das „Erbe Gottes" genannt, ebenso ratrb «nrch bas HsillAS fianb gertanni. Bai Säm^iniMiel zwis-hen db rnn ist Me heilige Thora. D. h. die Thora kann nur durch Israel im Lande Israels wahrhaft gepflegt, erfüllt und beobachtet werden, •('ui uns aiwm '~i nVna bv '~t aV2 mibn rvvnm) Wer das eine vernachlässigt, vernachlässigt notgedrungen das andere. Daraus erklärt sich auch, daß die Weifen des Talmuds stets bemüht waren, nach ps auszuwandern und sich dort ansässig AN machen, so meit natürlich M MMm BöMlMM M ^fklleLn. HaupWl mt, auf dem heiligen Boden Palästinas sich voll uns ganz dem Studium der heiligen Thora zu widmen. Ueberdtes gibt es bekanntlich viele oiro. deren Erfüllung und Beobachtung nur im Heiligen Lande möglich ist und die in rin nicht im Bereiche der Möglichkeit sind. (i»"ina ' *upds '8V psa msn nam 'a). Man wende aber nicht ein, fährt der Verfasser des 3p^.m=fortf es f/fiiigm fianDc Miele Mül. M nicht im Tinne ller Tyvin NllM mü M nnm Mnfi sl; v'svi bezeichnen könnte. Dieser Einwand, von bn ->"->8o» erhoben, ist bei näherer Betrachtung nicht stichhaltig. Denn '"18N» lebte in einem Zeitalter, wo die Thora in Deutschland in schönster Blüte stand, mehr als in jedem andern Lande des Kontinents. In unserem Zeitalter, wo die Thora von Stufe zu Stufe immer tiefer sinkt, albt e? r?in KMM8 Mittel; Den mm m MliM ÄßM mu gu llmllen. öls auf Mm MhMgtön Vödm vsn p» In der berMs erwähnten Abhandlung in mbv ivv beklagt sich R. Jakob Emden auch darüber, daß die Vorschriften über die Trauer um Zion und Jerusalem so wenig beachtet und befolgt werden, namentlich in der Zeit von rivna r’ bis ata nyiwi, die wir als D'isan pa bezeichnen. Diese Abhandlung verdient schon aus mehrfachen andern Gründen, auf die hier nicht näher vkngegangen werden kann, ein« gQNZ bssonhers Beachtung UND AOMMNg WM LMI «UchxhLst lnenan der Me Verheißung unserer Weisen kennt: ' .'ui rmnrua nsn nair bs bixmn bo