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Der Israelit · 1927-07-07 · Heft 27 (7.7.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 27 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 27 Seite 7 t m <£n$tan^ Die Londoner internationale Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels. London, 24. Juni. Stuf ilt* m 1 guHl in HomDoir pfpmmingnrctnni Internationalen Konferenz der jüdischen Gesellschaften zum Schutze der Frauen und Mädchen und zur VekämpsUNg des Mädchenhandels behandelte Generalsekretär S. Cohen die Vorschläge der. Sachverständigenkommilsion des Völkerbundes über Maßnahmen zum Schutze der MMN und Kinder. Der Bericht des Völkerbundkomitees \IM MM «MW AK W AM M » NW chenhandel fest, und zwar sowohl was die Händler als auch die Opfer betrifft. Die Hauptexportländer sind diejenigen Osteuropas und Frankreich, die Importländer sind hauptsächlich das lateinische Amerika und Aegypten. So- MD LWUIWg kkMWk Kim ££2 pv. pÜT ^}fett sichtbar. Das Vöfferbundkonntee berührt in feinem Bericht die Institution der nichfftandesamtlichen rein religiösen Heiraten. Dabei wird festgestellt, daß gefälschte Dokumente, falsche Pässe und' Heiratszerdisikate eine gewisse Nolle spielen. Man müsse zugeden, daß es einen jüdischen Mädchenhandel gibt; ungeachtet der an- <£nt|d^ulöigun'g'eri roie STrmut, Nschtsunglslchhüt, ungünstige WlrtslIasMveMWUNWN usw., geziemt es uns, nicht zu ruhen, bis das Uebel ausgerottet ist. Redner hofft, die Delegierten werden mit neuer Schaffenskraft in ihre Länder zurückkehren und eine kräftige Propaganda entfalten, so daß jede jüdische Gemeinde es als ihre Pflicht erachten wird ,eine Organisation zu schaffen, die jedem jüdischen Mädchen Schutz angedeihen IP m iü 28Wk8 Kronau mit Dem MraMro Der „Jewish Association for the Protection of Girls and Women" in London steht.. Nur so werden die Vertreter der Association in Genf darauf Hinweisen können, daß die Juden willens sind, ihr Teil zur Unterdrückung des Uebels der Unsittlichkeit und des weißen Sklavenhandels SkWWM, ' - Räch mmv längersn Diskussion wurden die fnchcnüen Entschlüsse gefaßt: Es ist die Gründung von jüdischen Gesellschaften zum Schutze der Mädchen und Frauen in jenen Ländern zu empfehlen, in denen solche Gesellschaften noch nicht existieren. Die Arbeit ist nach den Richtlinien der Londoner 2t|jocia±iori for ihe Q3roiecHovt of ©.frfs 90ßomen zu süMnj ade Mse Geskllslyaslm Mv m Zentralkomitee vereinigt. Die Zentralkomitees in jedem einzelnen Lande stehen in direkter Verbindung mit dem Zentralbüro in London, das die Informationen und Statistiken sammelt und sie den verschiedenen Zweig- Ipmffcee;^ |ur SB-ecrr beitung über^tbi. In allen Durchwauvereryllsen uuv Mstnsayngr^ngpunkten sollen Büros errichtet werden, in denen reisende Frauen und Mädchen Rat, Schutz und Beistand finden. Diese Büros hätten auch die Wege der Mädchenhändler zu beobachten und diese zu entlarven. Die Länderkomitees werden die Kosten des Unterhaltes solcher Büros oder Agenten zu tragen haben. Die Eltern und WsMüllN? sind Dur® MUIM MMlMg M 81? ernsten Gefahren. aufmerksam zu machen, die Kindern oder Mündeln drohen, wenn sie Ehen mit Unbekannten eingehen oder überhaupt Ehen, die der gesetzlichen Bindungen des betreffenden Landes ermangeln. Den Rabbinen und den anderen verantwortlichen Beamten der jüdischen Gemeinden wird geraten, wenn iuuga Ust ZMlkL WüWMUUll Der ihnen erscheinen, Dokumente und Legttimatlonen zu fordern, sowie den Nachweis, daß der Eheschließung kein gesetzliches Hindernis entgegensteht. Flugblätter in Jiddisch und in anderen Sprachen sollen unter der weiblichen Jugend verteilt werden, um diese vor Verführung und illegaler j^u. marnen. Die Beschlüsse der fiotl» Döner Konferenz pk Mn jnmschkn Mimmöcn uns bmern mitzu teilen. Bekh Jaakauw in England. London, 30, Juni. Anläßlich des Internationalen Kongresses zum Schutze der Frauen und Mädchen veranstaltete Mr. Lunzer in seinem Hause einen Tee, bei dem der Direktor der Krrku Mlvorlumutiölr m Wirri, Sr- Heo De u t s ch länd e r, die Anwesenden üben Zwecke und Ziele der Beth Jaakauw-Bewegung unterrichtete und Zur praktischen Arbeit für das große Werk der Mäd- - Ser Israelit chen-erziehung im Osten aufforderte. Eine große Anzahl von Kongreßdelegierten war der Einladung gefolgt und zeigte starkes Interesse für die von Herrn Dr. Deutschländer entwickelten Zusammenhänge zwischen der Hebung des Bildungsniveaus der weiblichen Jugend und den Arbeitszielen des Kongresses. Die Damen Frau Dr. Mayer cuis, isi iA W. » Plfi?SIIY«lIII aus Frankfurt a. M. begrüßten die Beth Jaakauw-Bewegung in warmen Worten und unterstützten die Aussührungen des Nesmuten. Es wurde dann- -ein Beth Jaakauw-Komitee gegründet, das sich vor allen Dmgen bemühen wird, die Mittel zur baldigen Ausführung des in Krakau zu errichtenden Belh Jaakauw-Seminars zu gewinnen. Personalien. Gelfenkirchen, 27. Juni. (Unlieb verspätet.) Am stststj ^PWM«HS tj-aürfjite nad£ tur|er afuier Sranfheil der Dlelerarts" öeräniitV 'und geschätzte ©aiiiratsrat Dr. Rubens seine reine Seele aus. Der allzufrühzeitige Heimgang des Verblichenen läßt eine große Lücke zurück. Er war nicht nur als Arzt sehr beliebt und lange Jahre hindurch als Stadtverordneter geschätzt, leutselig gegen jedermann, ehrlich und tiesreligiös, wußte er überall Gegensätze auszugleichen und verstand es, versöhnend zu wirken. Von Jugend aus war er eifrig und lSMgM, §l NM lMsi ul* ©emmarfft auf fern Kölner Seminar sich durch sein ernstes, destyewmes und ruhiges Wesen viele Freunde verschafft. Als Lehrer in Beuel bereitete er sich auf das Abiturientenexamen vor, das er als Externer bestand, um dann die medizinischen Studien zu absolvieren. Mit seiner gleichgestimmten Gattin aus dem Haufe Mayer in Schwelm errichtete er ein echt jüdisches Haus, von dessen Geist die meist erwachsenen Kinder das beste Zeugnis oblegen. Seine nrri' mar ihm Herzsnsfach-s. Jahrzehnts wirkte' sr als Kuva- W U» ffilai[cUl}äu[^;u iDMiMsR, ms m.bbSI fortan eine Sitzung versäumte. Ein grader, ehrlicher Charakter war er, ein treuer und aufrichtiger Freund. Das erfuhren die Herren am dankbarsten, die das Rabbinät des Vereins zur Förderung der Interessen des orthodoxen Judentums in ber Provinz Westfalen bekleideten. Jahrzehnte lang war Herr Dr. Rubens Vorsitzender des Were-irrs. b.ert er mit Liebe, in Würhigung feiner Bshsu- Wg, förl-erie. Sie ULI Urr flUrpMftg, Ul Mg Fgktführung der Wirksamkeit biefes Vereins unmöglich machte, bedauerte er tief. Möge das Andenken an feinen langjährigen Führer den Verein zu neuem Leben erwecken, damit die ausgestreuten Saatkörner aus den früheren Jahren der Tätigkeit des Vereins nicht völlig verdorren. Möge ein neues Geschlecht aufblühen, das dem alten feine Sorge dankt und stets mit Verehrung die Namen barer rt-ertrr.i, bie oorbtfbftcffr tm jQ-öben Uttb QSirfen gS-- Eberbach (Baden), 1. Juli. Herr Abraham Frohm a n n wurde auf fein Ansuchen aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand versetzt, nachdem er uns mehr als 25 Jahre in seiner Eigenschaft als Vorbeter und Lehrer unvergeßlich wertvolle Erziehungsarbeit geleistet hat. Dis zmsi Schüler-Generatkonen sehen ihn mit fehlte AMUM UM DM Miß MllLlll m W.U Heren in ihm ein Stück froher 3ü^ttÜWJ!tmWl!UHfl UND bester Tradition. Er war und wurde ihnen Sinnbild rastloser Pflichtersüllung, sich selbstbescheidender Hingabe an die Idee des Erhabenen und Gewaltigen, eines religiösen Allgefühls, das ihn in ttefster Seele erfüllte. Der pädagogische Grundakzent seiner religiösen Haltung, wie seine seelsorgerische Uebung lag nicht so sehr im Methodischen, wie im Gemüthaften. Und das ist das ^^dxfvoUere bet unjerer fteirten ©erneirtbe. Nach <mfyen Din von MfMlloscr Zurückhaltung, Gürüe l>e^ Judentums überzeugend repräsentierend und für es Achtung heischend, nach innen ausgleichend und überbrückend, zusammenhaltend und klärend, ruhender Pol in der Erscheinungen Flucht — so steht sein Bild vor unseren Augen. Seine Freunde und Schüler vereinigen sich in den heißesten Wünschen für ein langes Leben an der Ssits seiner Gemahlin und im Kreise der ihn Berehren- §. L: tjaiqertoä} (Hohengollern), i. Au!!. Am Sienslag, tzäll 21. Juni tt'v rr"2 wurde hier unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise und Konefssionen unserer Stadt und der Umgebung eine der Besten unserer Gemeinde zu Grabe getragen, Frau Klara L e v i. Im 50. Lebensjahre hat der Herr der Welt sie abberufen in.jene andere Welt sin Dks Betsillgung schon zeigte die allgemeine Werts^tstMZ MkLhxuna. DiQ Dro ltnWMM. Ui ihren Ätrtöürgern unb Bekannten zäNössttz hktk. Stö hat sich diese Zuneigung voll und ganz verdient. In Tagen des Wohlstandes bescheiden und hilfsbereit, in Tagen der Not geduldig und ergeben — so konnte sie vielen ein Beispiel sein. Dabei war sie eine npis ni>jn im wahrsten Sinne des Wortes, und kurz vor ihrem Tode hat sie noch ihren Kindern das Versprechen abgenommen, auch nach ihrem Tode in gleicher Weise .ipis weiter zu üben und vor allem nie einen,Armen hungrig aus dem Haufe gehen zu lasten. Am stärksten zeigte sich ihre nam« aber im öeib-ert. Seit Jahren mar sie wm schwerster Krankbest geplant. Ihre oft baaken erkrü§ sie ohne Murren und Klagen im Aufblick zu ir»,i dem sie voll vertraute. Der Tod war ihr Erlöser von schwerstem Leiden. Möge ihr Beispiel weiter wirken! ii-asan- Frankfurter Berichte. Das ran m zum Andenken an unseren Heimgegangenen Raw st- Anläßlich bes -S^efpeb auf Unseren h eimgagangensn Raw wurde ein von Verehrern i>es Äaws gMifletes Ner Tomid der Gemeinde übergeben und feierlich angezündet. Wir bringen heute eine Abbildung des kunstvoll geockiteten Br lom-iös, das sich in seiner rnhtzen, not« nehmen Linienführung harmonisch in den Rahmen unserer Synagoge einfügt. An drei Ketten hängt der Kor- Das „Rer tomid" zum Andenken an Radbiner Dr. S. Breuer in der Synagoge Friedbergeranlage. pus der Lampe, die ganz in moderner Treibarbeit ausgeführt ist. Auf dem oberen Teil der Lampe ist in drei Schildern verteilt die umfangreiche Widmungsrnschrift mmum. Der unters Ml ist mit MMMkMn NM Ornamenten verziert, DU vött flÜgkSNakligeN lSWörMn umrahmt sind. Das in vergoldetem Silber hergestellte Kunstwerk wurde in den Werkstätten der Firma Lazarus Posen Ww. entworfen und ausgeführt. Zur ersten Fahrzeit von Vrofestor A. Weyl gretiäg sich Ul TSM^jUtz? UN NkUWur Weyl Wt, Als Lehrer, Hekehrfer und Mensch gleich hochtehend, lebte und wirkte er unter uns, für uns, und wir verden seiner nie vergessen. Die vielen Freunde misten -chmerzlich seinen väterlichen Rat, Schüler und Hörer sein weises, belehrendes Wort, das, auch nachdem er sich in den Ruhestand begeben hatte, im Rahmen des Mekor Chajim allsabbatlich an sie erging. Von der Art, wie er MMffor N. Wem Tin ein Lieblingsthema, die „Sprüche der Väter", lehrte, zeugt auch der Aufsatz aus seinem Nachlasse auf Seite 2 unserer Nummer. Proben seines abgeklärten Denkens bieten die sich anschließenden Aphorismen, die wir in der Folge noch fortfetzen werden. Der treffliche Mann wird in unserer Erinnerung bleiben, sein Bild im gastlichen Hause, das die gleichgeartete Gattin in Gemeinchaft mit den Kindern im Geiste des Gatten und Vaters merterführt. fortmtrf.en. p’ix 'w nbw SyumMer des Das Iaumu Eine Wonne war es, mit anzusehen und anzuhören, mit welcher 'n rnn!--?,göttlicher Begeisterung der onv nach

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