Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1927)
- Date
- 1927-06-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IS£?b. K-: ll ■.',! -■ l ih ■5,1 il Seite 10 Nr. 26 Der Israelit 30. Juni 1927 auf logW aufgeöaulen SMinen veMen. unD so wie wir bei den Schulen 9t Akibas und R Jsmaels soeben den divergierenden Grundcharakter erkennen konnten, so liegen auch den Disputationen in der Gemoroh stets bestimmte Grundanschauungen der streitenden Gelehrten zugrunde, m% uns -iks die GkMkskh kft Mst geigt, Nmv maamel, sR. lernt so, weil er blesen, Grundsatz vertritt, während sein Baal Pelugtoh, sein Partner schon in dieser Prämisse mit ihm nicht übereinstimmt). R. Jehuda Hanassi hatte, als er die Mischnah redigierte, nicht etwa alle in Mischnaform überlieferten Lehrsätze ausgenommen, sondern unl^r porljcm&ertert ^lschncrscrus eroe gervists Auslese getroffen und nur die allgemein anerkannten und maßgebenden Sätze seiner Sammlung einverleibt; daher genießt auch sein Werk ein so hohes Ansehen bei den. späteren Chachomim, sie ist Mischnosenu, aram.: Masnisin, „unsksk MMllghn Wkshch-kg Ully M M bik vollkommenste Sammlung. Was nun von den vor handenen Lehrsätzen außerhalb der von Rabbi redigierten Sammlung blieb, war eine Mischnah chizaunoh, außerhalb stehende Mischnah, aram.: (Masnitoh) Bora iss oh. Auch diese Borni^o^s mürben gejammeli und wir besitzen sogar eine relativ korrekte und wertvolle Boraissohsammlung, die Toseftoh (beigedruckt). Viele Lehrsätze, die im Talmud zitiert sind, können wir weder in der Toseftah, noch in den halachischen Midraschim Nachweisen, es handelt sich dann um Echemu-aus, Sentenzen., die entweder aus verlorenaegangenen Sammlungen Wammen, ol)er Wctj ofi 8—fi JraStiionsfeilen überliefert wurden, Omar R. Plaune, Omar R. Plaume, von denen wir manche auch in gaonäischen Schriften. Nachweisen können. Wir haben uns bisher einen kurzen Ueberblick über die Zeit bis zum Abschluß der Mischnat, r>erjc£jei|ji urtb t>terbet bte 25erfe kennen gelernt, die in der Zeit der Mischnahlehrer entstanden sind, und die wir daher tannaitische Werke nennen wollen. Auf diesen tannaitischen Quellen baut sich die Gemoroh, der eigentliche Talmud, auf, In zwei Ausgaben ist uns jenes gewaltige TB&evt überliefert und na cf) den b eiben ßänbern r^ert urtb nacfj der Entstehung unterscheiden wir einen palästinensischen und einen babylonischen Talmud. Der in Palästina etwa um 300 n. in seinen Hauptteilen redigierte und vielleicht VA Jahrhunderte spater abgeschlossene Talmud, (sofern wir dort von einem Ab^c^ln^ über^crn^-t reben fönnen) trägt in seinen großen Zügen ven Stempel ves N. Jauchonon (R. I. bar napochoh), des Kontroversisten von Resch Lokisch. Dank dem hohen Lebensalter, das ihm zu erreichen vergönnt war — er lebte von 179—279 — war sein Wirken ein ungemein reiches und fruchtbares. Als. unmittelbarer Schüler der Tannoim konnte er sehr vUU WWß; ml M;Ms;mz;n \m Lehrer persönlich tradieren, und darin, daß er 2 Generationen lang sein Wirken entfalten konnte, lag seine vorzügliche Bedeutung. So ist es auch leicht verständlich, daß er es, war, der dem palästinensischen Talmud seinen Geist aufprägte. Trotz dieser Tatsache können wir bei dem Talmud jer. nicht von einer einheitlichen Redaktion sMAlli M2klN lNMll MM TttlNNi? MM als eine Fkägmenlensümmlung snschen. Zwar enthält er zu manchen Traktaten Gemoroh, wo sie im babylonischen Talmud fehlt, so zu Seraim, was damit Zusammenhängen mag, daß man in Erez Israel selbst mehr als anderswo Ms AlMimierk auf Me DlMmesetze lenkte. Ham trotz dieser lellwerse größeren Rerchhältrtzkelt stehl der Jeruschalmi hinter dem Babli weit zurück, denn im Jeruschalmi werden häufig Fragen auf eine wiederum erklärungsbedürftige, lakonische, rätselhafte Art beantwortet, viele Stellen, ja größere Partien wiederholen sich in den verschiedenen Traktaten und überhaupt der ganze, uns vorliegende Text ist selbst sehr zweifelhaft.und oft ver? rntimm will, mul Zunächst Mist Wpochksm iiMr Mn Wortlaut des Textes anstellen. Ein weit festeres, abgerundeteres Gefüge weist demgegenüber der „Talumudo dilon", wie ihn die Rifchaunim nennen, der bab. T. auf, er ist in den uns überkommenen Teilen etwas abgeschlossenes, vettkndktkjk, planvoll NkdigiMeZ und Geordnetes, Wahrlich, riesenhaft war der Stofs, der zu bewältigen war, und langer Jahrhunderte intensivster Geistesarbeit der babylonischen Hochschulen bedurfte es, um ihn zu meistern!! Wenn wir uns dabei vergegenwärtigen, daß alles im Lehrhaus Vorgetragene von mündlicher Tradition abhän gig roar. so müssen mir immer wieder ob jener Ü?!ftung staunen, 8ö!r W9tt?n un? einmal ein Bild zu machen versuchen von der Entstehung einer Talmudstelle in dem Lehrhaus in der Mesiwtoh. Der Tannoh trägt den Wortlaut einer Mischnah vor. Dieser Tanno, um es in die Terminologie der heutigen Technik zu übertsMNj ist kin Men-MS MWnnWnlnmvphvni er weiß den Text der Mischnah und vieler Voraithus auswendig, kann sie mechanisch hersagen. Diese Tannoim, die nicht zu verwechseln sind mit den eigentlichen Tannoim, den Lehrern der Mischnah, — denn sie sind gemeint, wenn die Gemoroh sn^t; schatanpp-im sNsnMsj ffgsom", p. h. paff bloße Auswendigwisfen von Mischnahsätzen und die mechanische Anwendung dieses Wissens in der Praxis, ohne hierbei die talmudifchen Erklärungen zu berücksichtigen, führt zu Ergebnissen, die dem wirklichen Sinn oft zuwiderlaufen, diese vom Talmud auch Zannvn demolei Sisroh Mcherkörbe) im Gegensatz zu den zurwoh meirabonen. en leiHlänblgen, hervorragenden Ge!ehr1en, he zeichneten Tradenten tannaitischer Lehrsätze trugen also die Mischna vor. An den Wortlaut der Mischnah schließt sich nun die Diskussion der Gelehrten. Auch manche Dinge, die uns selbstverständlich und gar nicht er örierimtjsbebiir^tig erjd^etnen rootten^ rc> erben hierbei in der Form von Frage und Antwort behandelt, um eben den Zuhörern den Sachverhalt mit größter Klarheit und dramatischer kusslon kW von dkl MD« skldsl «Hf f)W| kann diese erst determinieren und ihre Eeliungskraft umgrengert, ober noch mannigfache anbere die Mischnah' betreffende Feststellungen machen. Die im Laufe der Diskussion aufgestellten Behaupungen und aufgeworfenen Fragen pflegen oft durch tannaitische Lehrsätze erhärtet und untertützt zu werden, und den schon genannten Tannaiten fällt nrieber bte Anfgabe 31t, geeignete Mischnusaus oder Vöralssaus zum Beweise der verschiedenen Meinungen zu zitieren, eine Aufgabe, die eine große Gewandtheit und Vertrautheit mit den talmudifchen Diskussionsmethoden und der talmudifchen Dialektik erfordert. Selbstverständlich werden in der halachischen Diskussion tets auch Aussprüche von Amaurö-im herangejnp, nm Dtßfg 3fua[ppüi)ß pp Mlschngh in Beziehung stehen und werden ähnlich wie die Lehrsätze der Mischnah erläutert. Auch neu auftretende halachische Fragen praktischer oder theoreNscher Art geben Anlaß zu eingehenden Erörterungen. Um uns nun ein möglichst getreues Bild vom Wesen des Talmud zu verschaffen, ist es nötig, Mg Kik KkNiMNZ Skk öftt BET AlNlNWINI klNk urze, historische Betrachtung widmen. N. Jehuda Hannassi hatte 220 die Mischnah redigiert und an seine Generation schließen sich die sog. Halb- Tannoim an, deren hervorragendste Vertreter R. Chija und Bar kapporoh sind. R. Chija. der 6d)UM unD ffrouuä DTaDfiis, öatle orafion Anlml an der Redaktion der Voraiffaus, besonders auch des Sifroh. Beide waren sie Palästinenser und ihr Geschlecht leitet zu den Dauraus der Amauro-im über. — Zu den ersten babylonischen Amoräern, deren Wirken etwa in die Zeit von 220— 25.0 fällt, zählen Raw und Schemuel. Raw, der Schüler d. R. Jehuda hannassi gründete das Lehrbaus zu_Sura im^Jahre £19 wrd «erfreute sich als warn*\ unä Crlanülom m yalachoh stets sch Mm, während bei zivilrechtlichen Angelegenheiten die Halochoh nach Samuel, dem Rektor der Hochschule zu Nehardea, bleibt. Diese beiden Lehrer verankerten das Thorastudium in Babylonien und ihnen ist es nicht in letzter Linie-zu verdanken, wenn Meses Land auch m den folgenMu Iatzr- Hunderten ein Kulturzentrum des Judentums bleibt, so daß unsere heutige religiöse Lebensführung sich nach den in babylonischen Lehrhäusern getroffenen Entscheidungen richtet; denn nur die Dezisionen des babylonischen Talmud sind für uns gegenüber jenen des palästinensischen maßgebend. Ainderecke. •n t> n bv. -fbin njKinn mvi nm '•»ansD’ mann bxbx -'imirm nnirr mnb 'iiaVb 'v'->v22 narr 'b .n^Vrr dz 'v'nsLs.nsiv« pns 'nai'h 'k>M2 181X1 'MV MX "iNM hBll’ rS’S Bit '•’ttnjpn pa’V bunvn irr •■w pKi m nm? 'anp npn ük *]s 1'^.nrra nprnr nvbwb -ss.nnrr .nm»bw nnaa n!?arri Wochenkalender. v. 2. - 9. Juli 1927. v. 2. - 9. Tammus 8887. SotnsMj Sull 2 M 2 ipn Sonntag 3 3 Sotilag 4 4 Dienstag 5 5 Mittwoch 6 6 Donnerstag 7 7 Freitag 8 8 Samstag 9 9 p>=i '1 'K PIS naipn f* lst ausschließlich Sache oer Leser, die lm Inseraten keil enthaltenen Empfehlungen ritueller War?n oder onslige Angaben religionsgesehlichen Charakter, auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Rituell >e i n w a n d f r >e i e Zahnpasta. Es dürfte wenig bekannt sein, datz die Lauptbsstandtsile aller IPH BUS M (Bl^Ä »nl tehen. Die Seife dient in der Zahnpasta, um die Zähne mechanisch zu reinigen, und die evtl, vorhandene Säure zu neutralisieren. In der Praxis wird hauptsächlich zu diesem Zwecke medizinische Seife angewandt, die aus Schweineschmalz, Olivenöl, Wasser usw. hergestellt wird. Glyzerin dient in der Zahnpasta, um ihr die Cremeform zu verleihen und vor dem Austrocknen zu schützen. Gl^eria roird bei ber und pflanzlichen Fellen gewonnen. Nm die Benutzung der Zahnpasta zu ermöglichen, ist unter Aufsicht der Adaß Jisroel-Gemeinde zu Berlin eine koschere Zahnpasta hergestellt. Diese Zahnpasta trägt den patentamtlich geschützten Namen „Odozon" und ist erhältlich in Tuben zu 0.60 UIID 1 Mt. Ml .MlWlU'sÄÜIwlW MMN Mi: pllsch reinigende und hebende §uöstanzen und die in ihr vorhandene medizinische Seife und Glyzerin wird nur aus Pflanzenfetten > gewonnen. Sie wird ärztlich empfohlen. Zu beziehen durch alle einschlägigen Gechäfte, wenn nicht durch Dr. A. Rabinek, Berlin N 54, Härtester Hof. Berantwortllch den allgemeinen Teil und das S. Schachnow .JSttilst". iS. Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: euilleto» Schach« ag». tiengesemcha m