Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-06-23 · Heft 25 (23.6.1927) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 25 (23.6.1927)
Date
1927-06-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450467--74137-2531589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 14 Nr. 25 Der Israelit 23. Juni 1927 mc m üügtr MIM mumn. m mmmor fingt, einstimmig, kräftig und harmonisch. Langsam leert sich der Raum. Di-e Menschen hier lieben ihre Synagoge wie den Nerv ihres Lebens, den Puls ihres Herzens. Eine Stunde später sind die Männer der Gemeinde in einem Hause, das gerade an der Reihe ist, beim Lernen des „Kizzur". Nachmittags wird in einem anderen Hause Mischna gelernt. Am Sabbat ist noch •ein b-ritter Stfjtur für die 3 ug« n b ■emg-etegt. ätuci> «m Eonnrag wird gelernt. So hält die Gemeinde ihr Wochenende. Es wird nicht vor ge lernt, sondern jeder kommt an die Reihe, um tätig mitzuwirken. Aelteren Männern, die von Kindheit her noch etwas gelernt haben, schließt sich eine junge Generation an, die schon etwas gelernt hat. Wer zum Lernen nicht kommt, ist gezeichnet als einer, der „nicht beigeht..." Eine Chewroh läßt sich alle vier Wochen vom Herrn LaWMUöl einen BnMg Alien. Eine AMM Mroe! Mädchengruppe ist mit der Esragruppe aus der Lauer, um „Prominente", die zur Kur im Orte weilen, für Vorträge zu gewinnen ... * * * Es wäre vielleicht dem noch anzufügen, daß die Kur in der Badestadtgemeinde nicht einzig im Beten unb fierrtert besteht, bafj jte manches pr vtemen, Rubeln und erkrankte oder geschwächte Organe bietet; daß Brunnen und Bäder ihr Heilwasser spenden und Lüfte und Düfte ins Freie locken, wo am Hange sanfter Berge und im Schatten dunkler Wälder kristallklare Bächlein, reizvoll überbrückt, mit den Amseln und Lerchen im Lobsingen der göttlichen Schöpfung wetteifern; daß im Orte ein modernes jüdisches Hotel vorhanden ist, in dem man bei mäßigen Preisen sich bester Verpflegung und liebevollster Aufmerksamkeit er- §ci) fennle b{efe§ uni netb vieles anbere i/mgufügen, dann aber wäre es ein R e k l a m e a r.t i k e l f ü r B a d- Stadt-Brückenau. Das sollte es aber nicht sein. Wollte ich doch nur zeigen, wie heute noch eine Kleingemeinde sein kann, wenn sie nur will. In te? latenten Nrvälitst zwischen' Stadl und V ä d (daß in Bad Brückenau sich zwei erstklassige jüdische Hotels befinden, ist allbekannt), hat sich erstere in jüngster Zeit, wenn auch noch inoffiziell, das Prädikat „Bad" - angehängt und nennt sich, noch etwas schämig, Bad-Stadi-Brückenau. Wenn dieses ein Zugmittel für jüdische Gäste sein soll, so wollen wir üiejer 33reieinije-it noi^ ein Wort ^ingupigen uni? von Der JScmeinDt in Daft-Stallt Brüffenair sprechen. —tz. Die Redaküon des Talmud. Von Albert Scheinin n"ST- (Fortsetzung). Sie immer meljr ma$[eniSen Erorlerum gen über Halochaus machten bald eine gewisse Sammlung, Sichtung und Ordnung des Stoffes notwendig und so können wir Mischnahsammlungen bereits in ziemlich früher Zeit Nachweisen. Vor der Mischna Akibas wird uns sogar noch eine Mlschnoh Nschllunoh, eine frühere Mischnohr sarnrnlung erwähnt (Mischna bedeutet manchmal auch Mischnahsammlung; Mischnossau schel R. Akiba), selbst Hillel und Schammai, deren Lehrmeinungen in unserer Mischnah ja nur ziemlich vereinzelt angeführt werden, sollen eine Mischnahsammlung redigiert haben. Die den Diskusstvnen und Erörterungen im Lehrhause des R. Jehuda hanassi und damit auch zu gleicher Zeit dessen Mischnahredaktion zugrunde liegende Mischnahsammlung hat R. Meir veranstaltet, der in der Generation vor Rabbi gelebt hat. Daher ist es auch verständlich, wenn bei Mischnajaus, die von R. Meir gelehrt wurden, der Name Ütytbm vstt N. Zähudä Hcküäfst meist ZLß nicht ausdrücklich erwähnt wurde, und so die Regel gilt (jedoch mit manchen Ausnahmen!), daß jede cmv-Mischnah von R. Meir gelehrt worden ist. Die Mischnah - Redaktion des R. Jehuda hanassi wurde von ihm und seinem GelehrtenyM DM 229 hxfsW, Hfx umfaßt Die une dekanmen juw» nww die die Gesamthalachah systematisch geordnet enthalten; also Seroim-Saaten, Maued-Feste, Noschim-Frauen, Resikin-Beschädigungen, Kodoschim - Heiliges, Taharaus - Bestimmungen über Reinheit. Neben dieser systematisch, nach bestimmten Zachgedieien und Mossgrurwen geordmm Mrschnsh bshsuptsl sich js-sch imm^b nöch die schon oben erwähnte Halachah in Midraschm tzrlLchische MM, SU MSresche halochoh. Diese halachischen Midraschim, deren Verfasser ebenfalls die Lehrer der Mischnah, die Tannoim sind, sind im Gegensatz zur Mischnah nicht nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet, sondern sie reihen sich an den Faden der Schrift und leiten so aus den Vibelverfen die Halochaus ofme lebe sachliche Ordnung ab. Zum Buche Bereischis, das fast überhaupt keine Mizwaus enthält, besitzen wir dementsprechend auch keinen halachischen Midrasch, doch sind uns Midresche halochoh zu den anderen 4 Büchern wohl überliefert. Die Meinungen, was wohl die Ursachen des Bestrebens ffyfTl; MkMW M $P stlmmungen des Gesetzes aus dem Pössuk abzuleiten, gehen auseinander. Es wird als Grund angegeben, daß man um den vom Sinai überlieferten Bestimmungen im Volke größere Geltung zu verschaffen, sie aus dem Poffuk abzuleiten trachtete und damit dokumentieren wollte, daß auch die auf mündlicher Trabxtion beruhenden Gesetze dem schriftlichen Gesetz gleichzuachten sind, da ja diese ebenso wie jene auch in der Thora schebiksaw enthalten seien. Einleuchtender erscheint jedoch die Begründung, daß die Notwendigkeit der Abwehr sadduzäischer Theorien, die ja ihren Stützpunkt in der Schrift suchten, es gebot, dem Femb der Tradition mit der eigenen Waffe, der Vibelexegefs, sntgegenzu- Irelen. ÄIs roefenHicbfles ®o{(d zu liefet Ärl von Schriftauslegung dürfen wir jeooch die mehr und mehr auskommende Neigung zur Schaffung gedächtnismäßiger, mnemotechnischer Hilfsmittel für die vielen Dinim der Thora fcheb'al peh anfehen. Die uns erhaltenen halachischen Midraschim mtftmmm Den Kchnlsn von üt. Akiba, v. N. Jsmaek (b. Cüschah) unb v. 91. Schrmeon ben Jauchoi. Zu Schernaus haben wir 2 Midresche halochoh, die Mechiltah debe (aus d. Lehrhause) R. Jischmoel und die Mech. d. R. Schimaun ben Jauchoi. (Mechilto-Middoh, Ausle- Aindsrseks. Eine Charakterisierung der Völkerpoesie von Abraham iben Esra. ttbrnnm mssns S'ül'NI -NN'M V'NINN •nlKnx nb Frauenlist. (Nach einem Midrasch.) Was falber ft entftcht, Hat Korach ränkevoll erdacht. Es standen in des Führers Bann Sogleich zweihundertfünfzig Mann. Doch keiner der Rebellenschar Wie Dathan und Abiram war. Die, voller Trotz und Uebermut, Nicht zügelten das heiße Blut. V-erführerifü)er Worte Sc^roall Fand flhlieWlh einen Widerhall Selbst bei dem schlichten, graben O h n , Bekannt als Peles' treuer Sohn. Sein Weib vernahm aus seinem Mund, Daß Mitglied er des Aufruhrs Bund. Aus seinen Worten ward ihr klar, Daß die Entscheidung nahe war. (sie [teilte ihm Die Folgen voe; Doch fand ihr kluges Wort kein Ohr, Denn jeden Einwurf wies er fort Mit dem gegebnen Ehrenwort. So blieb ihr in der kurzen Frist Nur übrig sine Frauenlist. gungsnorm, da durch Exsgsfs nach bsftirnrnten Norweul, gu Wffjldr? len Slfve Isis Sfitm? «. I, Schule d. R. Akiba — (Sifroh, das Buch kat exochen, denn mit Wajikro, als dem Buche, das meistens Pflichten für das jüdisch-praktische Leben enthält, begann man den kindlichen Unterricht, so daß es das bekannteste Buch war (ähnlich wie etwa heute Mifchnajaus Brochaus). Die Mibmslyim auf DamMlst llüb Hßwortm Ijiopn dementsprechend Sifre - Plural v. Sifroh, die Bücher. Zu Bamidbor besitzen wir den Sifre debe Raw aus der Schule des R. Jsmael, aus dieser Schule auch ein Midraschfragment zum ersten Teile von Deworim, vorwiegend agadischen WtzLttL. älU wehr halaHWeü Teil' von Deworim ist der Midrasch aus der Schule d. R. Akiba noch erhalten. Einen Teil der fehlenden halachischen Midraschim hat Dav. Hoffmann aus alten Quellen, wie Zitaten der Gaonim und dergl. gesammelt und unter dem Titel „Midrasch hatannorm" herausgegeben. — Gällz öellllrH fassen si^ m )en angesu^pfen fqftnaitischen Midraschim, Mechiltaus, Sifro, Sifre, zwei Lehrmethoden auseinanderhalten, nach denen in den verschiedenen Schulen die Bibelexegese betrieben wurde, auf der einen Seite die des R. Jismoel, der als ein Paschton, sich stets an den Pfchat, den einfachen Workfinn hält mtir nur [eiten andere misiegunasnormeni als Die Ubers lieferten 13 Mrddaus benützt. Er erklärt es nicht für notwendig, jedes scheinbar überflüssige Wort der Thora auslegen zu müssen, denn, sagt er — dibro tauroh keloschaun bene odom, die Thora drückt sich in der Sprache der Menschen aus. Im Gegensätze zu ihm vertrat R. Akiba r weitaus komplizierteres System; denn er nahm leben geringsten Pleomasmus in der Schrift als Anlaß zu einem Drusch, zu einer besonderen Deutung, er war Dauresch kisrei ausijaus, erklärte die Kronen der Buchstaben. (Fortsetzung folgt.) Wehende eilte pe Iprraus^ Bereitere Den besten Sünnaus. Natürlich wars sein Leibgericht: Dazu vergaß sie aber nicht Des teuren Gatten Lieblingswein Und schenkte ihm auch fleißig ein. Des Aufruhrs Geist war schnell gebannt, Vom starken Weine übermannt. Ein tiefer Schlaf ihm Fesseln schlug, Vollend-ets den Siegeszug. Äls 8hn nach langem Schlaf erwacht. Ward ihm die Kunde überbracht. Daß alle, die in Korachs Bund, Verschlungen hat der Erde Schlund. Mit Salomo rief Ohn nun aus: Der Frauen Weisheit baut das Haus. F. Sddimflnit, Altona. $9 ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inserates keil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgefehlichen Charakters auf ihrr Zuverlässigkeit zu prüfen. W erstklassige S Photo-Arbeiten nur Schillerplafz sieben Bad Mergentheim. Die Einweihung des neuen Kurfaals und die Eröffnung der Albertquelle. d-sr stärksten ElüuMsalzMitterslllzliWllö EuMvoZ. mu*M« im M« wen einer angelegten Neethooen-Aeier oorgänommen. Nach der kurzen Eröffnungsfeierlichkeil der Älbertquelle bildete die außerordentlich stimmungsvolle Abendfeier auf dem altertümlichen Marktplatz, wo seltene Beethovensche Bläserchöre und Gesang zu Gehör gebracht wurden, den Auftakt. Als einzige Beleuchtung waren Fackeln vorgesehen, die das romanäfche Bild noch mehr hervorhoben. Ueber den Kursaal ist noch zu sagen: Er?kst rm Archümm EifkMvU UNS PWmgkZiiisi-;nrl im streng movernen Stil öivaut unv fugt sich Manch in die Landschaft und den Park ein. Bewundernswert ist die Jnnen-Architektur des Theater- und Konzertsaals, der in feinen zarten, harmonischen Farben, mit seiner eigenartigen Beleuchtung, ungeteilten Beifall fand. Als Ueberrafchung stellte sich eine überaus gute Akustik heraus. rrantwortlich o«fm«nn In TprpnVUngpn WF- SffkNhach), — »et»“» SsracWt", D.nr.b.H., Frankfurt ». M, — Druck Sermou Brrlag«- 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.