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Der Israelit · 1927-06-16 · Heft 24 (16.6.1927) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 24 (16.6.1927)
Date
1927-06-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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16. Juni 1927 16. Siwan 6687 Nr. 24 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar 1884: Deutschland 1 Goldmart monatlich; Ausland: Merteljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ,ab 1. Juli Frankreich 23 Fr.; Belgien ab l. 7. 27. Belga S; Holland 2 fl.; Italien 80 Lire; Jugoslawien 53 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien 800 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty Schweiz 5 Fr. Tschecho-Slowaket 25 Kronen; Ungarn 8 Pengö; Dänemark 5 Kronen; Norwegen 5 Kronen; Schweden 3.50 Kronen. (gittaelttmitttteg breffiifl Goldpse»«1ae. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Nonpareille-Zeile. Abonnenten za" Die 75 mm breite Rettamezette: „„--- ------- „ . . . Ehiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnferataufträgen tartfm. Preiserhöhung Merz. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit B. m. b. H., Franks, a. M., Gr. Eschenheimer Straße 33, Tel. Hansa 68A sow. durch sämtl. Annoncen-Exved. des In- und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Geschäfts«»,.: Jul. Schmidt, Langest. 7, n, Tel. Hansa 4641. Platzvorschr. ohneBerbindlichk. ZählttttgLtt diLLkt Lti dm Beklag auf PoslMcklMw SianMiN lMllln) Nr. 1388. — AllßervM dir. Wslwarlllsse Wien Nr. 788W. — 1ZM. — Warschau Nr. 180757. - Postscheckamt Zürich Nr. VIH 7254 - Inkasso-Bank Rotterdam - Postscheckamt Amsterdam Nr. 34888 - Böhmische «ntonbank in Prag - Co.h* Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. An unsere Leser! Vielfachen Wünschen entsprechend werden wir V9m 1, 3v»fi AüänksüÄs — die Abonnemenksgebühr nicht mehr Vierteljahrlich durch Mchnahme, sondern monatlich durch den Briefträger mit 1,06 Mark einziehen lassen. m M nimmt Die Linziehung Des rinnen Betrages für Juli im Laufe des Ntonats Juni vor» und wir bitten um prompte Zahlung, da wir für jede verweigerte Einlösung eine Strafgebühr von 30 Pfennigen an die Post zu entrichten haben. Auch diejenigen Abonnenten, die etwa die Nachnahme für tfprif öis 5 um nwftf emföffen» wollen freundlichft den Juli-Betrag m i t 1,06 Mark dem Briefträger bei Vorzeigung der Quittung zahlen, sofern sie auf regelmäßige Zustellung Wert legen. In Frankfurt erfolgt die Erhebung wie bisher vierteljährlich durch Quittung unserer ExpedMvNr Frankfurt a. W., 1. Ium 1927. Verlag des Israelit G. m. b. H. Au unsere jugendlichen Leser. . Von der Absicht geleitet, den Jungen und?nnsstkn im FmMMkrM $?f?r eine besondere Freude zu bereuen und ihnen regelmäßig eine für die Bedürfnisse der Kindheit besonders geeignete Lesekoft zu bieten, haben wir mit der Bundesleitung des „Esraein Abkommen dahin getroffen, daß vom 1. Juli ab das Organ des Esra, „MMfche ^llgenvvlanerals Beilage zur Gesamtauflage des „Israeliterscheint. Die Jugendblätter können außerdem von Mitgliedern des Esra, die den „Israelitnicht beziehen, gegen eine Abonnementsgebühr von 90 Pfg. wie bisher unmittelbar abonniert werden. Die Abonnenten des „Israeliterhalten das Blakt gratis. JMfUüf fl. HL. Verlag des „Israelit- G.m.b.H. Religion und Charakterbildung. Von Dir. Dr. Elias in Fürth. - Der soziologischen Begründung der Moral hat Spenssr ble u«iwvwif(so(4)«({ti4)? hmgngefügt, indem er vom ethnologischen, soziologischen, physiologischen Gesichtspunkt aus die Entwicklung und die Funktion des Ethischen darstellt. Eine große Schule hat diese Untersuchungen, gestützt und erweitert, indem sie das Wesen und die natürliche Herkunft der sittlichen Kräfte und AnschllllungM klar zu machM suchto. Angesichts der Spencerfchen Begründung, wie sie erschöpfender nicht sein kann, muß sich auch der Religiöse fragen, ob die Anhänger der weltlichen Moral nicht doch recht haben. Ist es nicht einleuchtend, daß alle sittliche Wertbildung fogiassss ist, und d«ß die fischen Kräfte und Vorstellungen zu nichts anderem dienen, als dazu, jene soziale Cooperation, aus welcher der Daseinskampf unserer Gattung beruht, zu verfeinern und zu vertiefen? Brauchen wir wirklich Gottes Offenbarung auf dem Sinai, um zu wissen, was wir hier auf Erden zu tun und zu lassen haben? Setzen uns nicht Pl? kpkll 8?NMNt?N Wiss?nsH«ften d«s «Nos viel deutlicher auseinander, als dis Religion, vis den Ursprung des Sittlichen.in undurchdringliches Geheimnis hüllt? Und ist es nicht entmutigend, der menschlichen Vernunft nicht soviel zuzutrauen, daß sie auch ohne besondere Offenbarung begreift, daß das Verbot des Stehlens. Tötens und Ehebrechens aus hm GvuudbsdmguugM des Gemeinschaftslebens folgt? Förster geht an diesen Cinwänden der Gegner nicht achtlos vorüber, durch die scharfe Formulierung unterstreicht er sie vielmehr. Gewiß dienen die ethischen Vorstellungen dazu, die soziale Verbindung zu verfeinern, und wir haben allen Gmnd. uns de» ausfiMichsn Feststellung und Begründung dieses Zusammenhanges zu freuen. Gibt es doch noch immer genug Menschen, die die Autorität des Sittengesetzes durch den Hinweis auf die harten Tatsachen des Lebens zu entkräften suchen. Die Frage ist nur, ob diese Kräfte und Vorstellungen nur dazu dienen und ob wirklich alle sittliche Wertbildung sozialen Ursprungs ist. Mtes Hemmet fförfir kiMlMtzkN: M sucht in der Kulturgeschichte und erinnert daran, wie in Zeiten ohne große religiöse Horizonte, unter der Herrschaft einer bloßen Diesseitsreligion gerade die Arbeitsleistung für das Diesseits trotz aller Geschäftigkeit die tiefste Treue einbüßte, wie oft das Streben, schnell fertig zu werden, die Leistung beherrschte und die Frage: rmai nxiPi naaxa zurückdrängte. Sm fitttüijsn Is?r!chi nicht Uö| die Technik des Gemeinschaftslebens, sondern eine höhere Nötigung. Und eine Generation, die ohne Religion dahinlebt, die Voraussetzungen des Sittengesetzes, die in der Religion gegeben sind, die Aufgaben der Selbstüberwindung, der Selbstbeherrschung und der dienenden Liebe mit blasierter GöpmgWtzung mutz mit Dom WM der höheren Nötigung auch die Selbständigkeit des Gewissens verlieren: Die richtige Anpassung an die Natur muß ihr als die einzig angemessene Kundgebung des menschlichen Geistes erscheinen, einen Kampf gegen Natur und Schicksal, gegen ^D^iales Milieu und eigene Triebrvelt tarnt es für Jie nicht geben. Und doch gehört dieser Kampf zu den wichtigsten Tatsachen der Sittlichkeit. Denn all das, was wir Charakter nennen, die Stetigkeit, Konsequenz, Unberührbarkeit, die wir der launischen Natur abringen, alles Unbedingte und Kategorische, das mitten im schwankenden Wesen des Menschen Wurzel gefaßt hat, das kommt nicht aus der bloßen Natur des SDlercjc^en^ nocf> aus Der GöMschastsbildmtg, Die dadurch erschwert wird, sondern ist von Grund aus ein Produkt religiöser Einflüsse. Die weitere Frage kann aber gestellt werden: Wenn die oben genannten Wissenschaften, die soziologische und naturwissenschaftliche Begründung. die menschliche Vernunft nicht ausreicht. few? SiitfnBffsfe m tav Vrnsi taf 8R?nIch?n gn verankern, wie soll es dann die Religion fertig bringen, die den Ursprung des Sittlichen in undurchdringliche Geheimnisse hüllt? Förster hat Jahre seiner Lehrtätigkeit darauf verwandt, die biologische und sozialtechnische Funktion der sittlichen Kräfte im Sinne Comtes unk Aber je länger er sich dieser Ausgabe widmete, desto unerbittlicher drängte sich ihm die Erkenntnis auf: Daß das Ethische nach der Lektüre von Spencers Werken in uns eher entwurzelt als begründet ist. Es erscheint uns genau so nüchtern wie eine Polizeiverordnung oder ein Steuerbefehl, deren soziale Funktion uns ja auch ohne weiteres einleuchtet. Wik rrllllMi n llkrkkj tzsst mir nm MkM Rkk trachtungsart jo ernüchtert sind? Weil wir keine Erklärung, sondern Motive, treibende Kräfte brauchen. Aus der wissenschaftlichen Begründung mmmmmmmmmmmmmammmm

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