Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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«eite 14 Nr. 6 vieler Lehrer zu entnehmen ist, soll die Schule im und durch den Talmudunterricht eine Stunde der Weihe bieten. Sie soll den Kindern die Pracht des snpan w3, die n*my des insdie Herrlichkeit untrer o'aie 0'»» zcism. (is (oll ln dis UW ln MU L-- bens einführen. Cs soll also der schulgemäße Mischna- und Talmudunterricht sich zur angenehmen und anregenden religionsgeschichtlichen Unterhaltung gestalten und auf diese Weise mit den Gesetzen des jüdischen Lebens bekannl machen. Wenn wir uns talmudisch ausdrücken wollen, soll also das schulische „Lernen" mehr ein poiy als ein mwa bny sein. km <I egen faß gu dieser Meinung fleht dm des Nsrsaflers des -nv^nrvi ibo. Er sagt in der Einleitung gu seinem Buche: das Hauptziel, das die Mischna- und Talmudlehrer sich setzen müssen, ist, die Kinder noch während der Schulzeit zum selbständigen Lernen zu bringen. — Die Heiligkeit der min wird sie schon zu guten Jehudim machen. Erreichen wir das gesteckte Ziel, haben wir viel erreicht, wenn nicht . . . dann haben wir erbärmlich erreicht- 2*efeS ff* W Grenzen der Möglichkeit. Die nnw ist nicht mehr im Himmel, sagte einst -21. Eine jede der beiden soeben charakterisierten Richtungen verlangt die ihr eignen Mittel und Wege. Es drängt sich also uns die Entscheidung auf: Welche der gekennzeichneten Richtungen sollen und können wir einschlagen? Wenn wir uns vergegenwärtigen, welches Gewicht der Talmud einem produktiveren Lernen beim ißt. merken Al W81I «8WH «Ist, uns mit m mwM WL aus: n ron zufrieden zu geben: '12t v"n- Beides sind die Worte des lebendigen Gottes. So sagt auch der Talmud in s"3 »nro iwa, nadjiem er die möglichste Rücksichtnahme bei der materiellen Konkurrenz gefordert, ungefähr folgendes: ss’ki onrr Kpir -np» n*n '2v on.n sinn p’amm p’p^on rrra »au onn sanriK Diese Ansicht ist auch im 'o um nie pob n&v-an, ssa ss »M Darum i« uwt %% WM; '& siche Rücksichtnahme gegenüber der Forderung eines produktiveren Taurohlernens. Geht es doch um die Erhaltung der .. t, , um das Sein des jüdischen Volkes. «frn qip ww nn» psi D”p»rt 73 sagen unsre Weisen, was sicherlich auch in qualitativer Hinsicht zu verstehen ist. (£& frage s^ch haljer ein jeher Leiter «einer “ochule-. pOM *>»** *.* ■- I * * .;»*** «MjCtCC} «er ein min«? m sein will: Habe ich den besten mir zur Verfügung stehenden Lehrer mit der Erteilung des Taurohunterrichtes betraut? Ein jeder Lehrer: Habe ich die beste Auswahl des Lehrstoffes getroffen, die beste Unterrichtsform mir zu eigen gemacht? Und wir alle harren mit bebendem Herzen der bestmöglichen Lösung dieser Fragen, um -rn uns nicht mit einem AJicra mm 'n 713*60 nvw -im zu beladen. Eskönnte mancher Fachmann der Meinung fein, daß ~ ft o» sss in M (WWn Srußiin W Wort zu ergreifen, da in Berernsverfammlungen und Zeitschriften schon oft genug darüber geredet worden sei. Es ist daher angebracht, solcher Meinung gegenüber hier die Worte eines bekannten und ebenso berühmten Religionsphilosophen anzuführen. M. Eh. Luzatto sagt in der Vorrede seines anr 76'os 120 folgendes: vman rr> nrn -m’nrt las d?6 yii'.i m dtot.i!» *6x asi' -ipk nn cnxn ’jai» iruwa»!» ’S bsf rjM-1 BJs-iois all -’abty txbx Una btotb oo-nsm -*ibS ab-i nnacai aüa ’isa ans? Bt’STin?2V fTlVÄ „Dieses Werk hat nicht den Zweck, den Lesern etwas Neues mitzuteilen, sondern ihnen etwas Altbekanntes in Erinnerung zu bringen. Man findet hier ausschließlu <n ^-imfen, die fast jedermann bekannt sind und deren - 'teil niemand anzweifelt, die jedoch gerade deshalb "Ott melen Menschen übersehen werden und darum in Vergeii-Nhsit geraten. Ein einmaliges iörrrc^-fejen öi-ejer tonn ka^er nicht Dort a>e|eüt(Nutzen fCt’U) welk es möglich ist, daß der L-eser hierbei nur wenig Neues erfährt; hingegen kann er aus denselben Belehrung schöpfen und reichen Gewinn ziehen, wenn er sie häufiger durchlieft. Die mehrmalige Wiederholung prägt das Gelesene seinem Gedächtnis tief ein, ermahnt ihn an feine Herzenspflicht, für die er oft nicht das richtige Verständnis besitzt." Es ist zu hoffen, daß unsre namhaften Taurohpädagogen vorn Gsists unsres ersten Leiters und Geijrers, Dom MW M mm js s* fe7m«-füllt filch und ihre Meinung über bas behandelte Thema kundgeben, im Interesse und zur Förderung des Taurohlernens und somit der lernbeflissenen jüdischen Jugend. TV r; jiiuriCüüi' ' Robert Hirschfeld. WMvH für Geschichte. Erschienen bei Poppelauer 1926. Besprochen von k. S. in Köln. Aufgabe dieser Zeilen ist es lediglich, auf die rein fachlichen Jrrtümer des Verfassers hinzuweisen. Auf Seite 9 schreibt der Verfasser: „Um die Gesetze der Thora zu erhalten, baute inan sie tnwne« t» eitet aus itnD annsafi Ha NÄ L8?WrMtz. hutrtt sölllen. Wenn z. V. «i der ächora das Feuieranzünben am Sabbat verboten war, fo war bestimmt, daß man auch Angezündetes nicht berühren sollte." Diese Begründung ist nicht zutreffend, denn das Anzünden hat Der Israelit mit dem Anrühren nichts zu tun. Vergleiche Maimonides: Hilchoth Schabbath 8 27, 12, der als Grund für das Nichtberühren angibt; damit der Sabbat nicht gleich, fei bsn Wochentagen, und darnit man dadur^ wecle, eine Ärüett zu verrichten. Auf Seite 12 schreibt V. :„ . . . Septua ginta, damit wollte man wohl sagen, daß es die Ueberfetzung für die 70 „Völker sei". Das stimmt nicht, denn Septua ginta bedeutet hier: von 70 herrührend. Nach der Tradition in b. Megilla 9a versammelte König Ptolemäus 72 Gelehrte, um sie die Bibel übersetzen zu lassen. Daher de- Name Mg, Nach dsm Bvtss des Arrstäas würbe Ptolemäus II. Philadelphus vom Bibliothekar Demetrius veranlaßt, die Bibel übersetzen zu lassen. Aus seine Aufforderung hin schickte der Hohepriester Eleasar je 6 Männer von jedem Stamm, die in 72 Tagen auf der Insel Pharos die Uebersetzung vollendeten. Seite 13: „Zwei Angehörige dieser. Familie (des Hoheprlefters) Jason und ®en*laus, traten he-oo- «nb »NgM Mn kchmM SU. »«q Aegypten zu fliehen." Nach Makkab. 4, 23 ist Menelaus aus dem Stamme Benjamin, also mit dem Hohepriester nicht verwandt. Dem widerspricht Josephus, nach dem Onias, Jason und Menelaus Brüder waren, was aber nicht wahrscheinlich ist, denn in den Kriegen 12, 5, 1 sagt Josephus: Onias nahm dm Namen Menelaus an. Dann würden zwei Brüder den Namen Onias getragen haben, unwahrscheinlich ist. §eik 15: „Einmal übernahm nach dem Tode eines Fürsten dessen Mutter Salome Alexandra die Regierung und führte sie unter allgemeiner Zustimmung des Voltes 6 Jahre lang." Dieser Satz klingt wie ein Märchen, das in einem Geschichtswerk nicht Vorkommen sollte, dmn es ist unverständlich, warum der Verfasser den Namen des „Fürsten" nicht zitiert: es war Jannar Alexander (gest. 76 <z. E ). ber a&er nicht Fürst, fonbem König war, i n | o< ) o I i oieil'S toäti benu Juda ANfloöolus hatte schon im Jahrs 103 den Königstitel angenommen. Es war nicht die Mutter des Jannai, sondern seine Frau, und sie regierte nicht 6 Jahre, sondern 9, nämlich von 76—67 a. C. n. Seite 17: „Die Sadduzäer trugen ihren Namen von Zadok, der in der Geschichte Davids erwähnt wird." Hier wäre wohl einfacher zu sagen: der der erste Hob-eeä m WttMWli m. Seite 20: ..Hillel lebte ca. 70 vor E." Das ist eine recht dürftige Zeitbestimmung, denn er starb ca. 5 nach E. und hatte ein hohes Alter erreicht. Seite 21: „Der Gegensatz zwischen Schammai und Hillel lag wahrscheinlich in ihrer verschiedenen' Weltanschauung. Das drückt sich besonders in der Art und Weife aus, wie sie die Bestimmung über das Anzünden der Ehanukahlichter trafen. Schammai befahl, zuerst 8 Lichter r ru: LLNN M r AkSUMW. AP rend nach der Meinung Hrllels mit einem Licht begonnen und mit 8 geendet werden sollte, um anzudeuten, daß das Gute in der Welt immer zunimmt." Ein Kommentar zu diesen Ausführungen erübrigt sich. Seite 22: „Sein (Hillels) Sohn war Gamliel I., fein Enkel Simon ben Gamliel." Irrtum: Hillels. Sohn und Nachfolger war R. Simon, fein Enkel Gamliel I., fein Urenkel Simon ven ©tontteT, fi'ffjf A, FMfUg UflD Mattlwmvcs» Einleitung zu Jaü Hachasakü. Seite 25: „ . . . Vespasian rückte vor und begann die Einschließung Jerusalems". Vespasian' kam aber gar nicht zur Einschließung Jerusalems, das tat Titus zu Ostern 70. Auf derselben Seite: „(Mit Bezug auf die Einschließung) — so fiel Sacharia ben Baruch ihrer Wat. zum D>4 CMbkdUtttz Cacharras geschah aber während des Blutbades, das die Zeloten gemeinsam mit den Jdumäern in Jerusalem anrichteten, also Jahre vor Despasians Vorrücken. (Siehe Josephus Kriege, Kap. 5.) Seite 28 bringt der Verfasser die Parabel vom Fuchs und den Fischen, welche R. Papa seinen Schülern erzählt haben soll Hingegen erzählt der Talmud, Rabbi Akiba habe dies dem Papus erwidert, als er ihn fragte, warum er wage öffentlich zu unterrichten lBerachottz 6) nsbsnbsi \t\ »rrr; Dag 3t WM ca; M ANS Wsm MM vlll. als vor Mwunkt, m dsm Crer'gnrs sich zugetragen haben soll. V. schreibt ferner, als Papa hingerichtet wurde, habe er gesagt: „Ich sehe, wie das Pergament verbrennt, aber die Buchstaben fliegen hinauf zum Himmel." Das sagte aber nicht Papa, sondern Chanina ben Teradion. (Traktat Semochoch, Kap. 9.) Seite 30: ..Vespasian gemährt b<mt Jochnncrn feett Mlllll. Me Litte. IN Amttlü M AWßLllL zu e^M. m: Schon lllNMö ZM WchSk muß därt ein Lehrhaus bestanden haben, denn Jochanan sagte zu Vespasian: ..Gib mir Jamnia und feine Gelehrten". , (Gittin 5P' Neuere Forscher vermuten wohl richtig^ daß schon geraume Zeit vor dem Untergang Jerusalems ein Synhedrion nach Jamnia gezogen fei. Daraus erklärt sich Talm. Sanhedrin 89a, weshalb Jamnia gesondert neben den andern Städten angeführt wird. Osei-te 30 schreibt 93.; „SRatK Oltib-a vom einer enoeikorken Ofnsfegung ker <8chrr^t^telle^ gCMtgt lM Hegenfatz zu R. Jsmael". Es ist bekannt, daß das Ber-' hältnis gerade umgekehrt liegt. (Menochoth 29.) Seite 36 schreibt V. über den Talmud: „Seine Bedeutung für die in Westeuropa und Amerika liebenden 9. Juni 1927 Juden ist nur die einer geschichtlichen Quelle." Es ist ganz unfaßbar, wie man zu einer so unmöglichen Behauptung kommen, kann. Alle religiösen Juden, imk «ruch m LIMlllkU: ID MMg fiß M0 .8ß 8|&ÄÜÄ Mp chögen. fußen doch auf dem Talmud. Seite 37 sagt der V. über die Amoraim folgendes: „Bon dem Amoraim feien besonders Raw mrd Samuel benannt, die nicht lange nach dem Abschluß der Mischna gelebt haben und Rabina und Rabbi Aschi, die die Gemorah Niedergeschrieben haben." Es ist doch sehr'wenig, was der Verfasser ilher Sfmorä-er zn fägien f^atl 13as Buch enthält isi Teilen, doch Wnützl nm Äöktüre der ersten 40 Seiten um den Wert, oder besser die Wertlosigkeit des Buches zu erkennen. Hebräischer Lesekasten. Öemusg®ge6eit »on 3. <£t(e6a(|)er in „Der Lesekasten muh herein in unsere Schule", ruft Wohlrab in seinem Büchlein zur „Fibelarbeit" den Lehrern zu und mit ihm stimmen wohl alle Kollegen und Kolleginnen überein, die ihre Kleinen am Lesekasten das Deutfchlefen lehrten. Hoeger-Legrün, Gansberg, Zimmermann, Lange und noch andere führende Pädagogen Seinen bie Deutung »jjjj ^UWW YlstÄ», das unseren Kleinen ein freudiges Arbeiten verschafft. Cs ist deshalb mit großer Freude zu begrüßen, daß auch zur Erlernung des hebräischen Lesens ein solch wertvolles Hilfsmittel vorliegt. Kollege Erlebacher, Höchberg, ist der Herausgeber. Der Lesekasten, der mir zur Ansicht ,st auj«f, kIWlIM. W Buchfllchsn sind so klar und scharf in ihren Umrissen, daß sie das Kind geradezu zum Nachmalen auffordern. Die Handhabung des Kastens ist so einfach, daß auch ein unbegabtes Kind ihn ohne Schwierigkeit bedienen kann. Ein großer Vorteil liegt darin, daß die Vokale auf die Konsonanten Aslegt imh bnrcfj einen ©rfff roieber ent* ..( > *« ’ II »'«« sernt merdm rönnen, so daß düs Kmd sich ohne Mühe, spielend, an unpunktiertes Lesen gewöhnt. Der Forderung nach Selbsttgtigkeit im Unterricht kann wohl durch kein anderes Hilfsmittel besser entsprochen werden. Hand, Auge und Ohr werden zu gleicher Zeit betätigt, reiche Abwechslung im Unterricht durch Umstellung der Buchstaben zu neuen Wörtern geboten. Die Schreibweise prägt stck) viel f'&idyi&r ein. Ein »»erterrer SSor^nq ist es. vnN ft ®i i - o--v! «I« «») oasi le Kinder zur „sichtbaren" Mitarbeit gezwungen sind, wovon sich der Lehrer durch einen Blick auf die Kästen überzeugen kann. Auch die grammatikalischen Kenntnisse lassen sich am Lesekasten leicht erarbeiten und immer wieder üben. Das freudige Schaffen der Kinder wird auch die AU57: Elim Di« KW ÄWAl S2?öUU^:f Ui zeugen, daß die scheinbare Zeitvergeudung in Wirklichkeit reichen Gewinn bringt. Darum wäre es sehr zu begrüßen, wenn der hebräische Lesekasten in allen unseren jüdischen Schulen Eingang fände. Der Preis von Mk. 1.70 für den Kasten ist gewiß nicht zu hoch. A. R. Ehemalige Kölner! Die meisten Zuschriften waren für Frankfurt als unferen nächsten Versammlungsort. Zeit, wahrscheinlich 26. Dezember 1927. Laßt das Bundesbuch rasch weitergehen! Bis zu den Sommerferien erwarte ich es zurück. Die letzten Kölner Abiturienten gehören erst teilweise Zll uns. Bitte um Anmeldungen^ FM. Muß! Apt-Pattensen (Leine). An Lehrer und Gemeinden. Der Bund gesetzestreuier jüdischer Qehre-rhat einen ZLWllMlflMM Ns MzKSlltL X AuLu^Le, ■amle amte weiter fungieren wollen, eingerichtet. Lehrer und Gemeinden wollen sich mit entsprechenden Gesuchen an unseren Schriftführer, Herrn Konrektor A. Hirschberg, Frankfurt a. M., Waldschmidtstraße 115, wenden. I