Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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L h und hr una aaogis zum jüdischer Kehrer Deutjchlands C.D-C. Hebräischer Sprechunterrichl als Vorbereitungsstufe für den hebräischen Lesennlerrichk. Bon S MMlvüuni. Der moderne ElemenAmnteMcht beginnt nicht sofort mit dem Eintritt der Schulneulinge Lesen und Schreiben. Mit gutem Recht wartet er zumindest einige Wochen, die er dazu benützt, vorsichtig Fäden zu knüpfen zwischen dem Spiel und erfahrenden Lernen des vorschulpflichtigen Alters und der Arbeit im Schulleben. Diese Ueüergangszeit lasten wir such für das Hebräische Nicht uieifit ' WMM DtiDon, Daß mitwnt« stMsgemäß jüdische Stösse im MMolpuntt ves Gesamtunterrichts stehen, wollen wir den hebräischen Leseunterricht wirksam vorbereiten, indem wir hebräisch sprechen lernen. Im Beiheft zu meiner Fibel habe ich einige kurze Anregungen zur Gestaltung dieser Sprechübungen gegeben. Bon mehreren Seiten wurde ich ersucht, mich darüber etwas näher auszulassen: Grundsätzlich ist zu bemerken, daß dieses Sprechen im Anschluß an den Gesamtunterricht erfolgt. Es ist nicht ZttMZiZ. NL WMW mffi Dem MlMM m Üß'Fipn Unterrichts Herausgunehmen. Wenn wir e-ue jüdische Schule find, kennen mir keine solche Zweiteilung, unser Hebräisch hat im Gesamtunterricht seine Fundierung. So wenig sich nun für den modernen Lehrer der Weg vorschreiben läßt, den der Gesamtunterricht zu gehen hat, so wenig lasten sich daher auch ein für allemal hebräische Sprechübungen festlegen. Nur die Art und SHÜffr S?}? [}? betrieben ruerdxn tönnerr, läßt sich, angeben. Wie ich sie mir beim, zeige ich wohl am ökssen, wenn ich hier praktische Beispiele bringe. Ich entnehme sie meinem Tagebuch, das ich im vorigen Jahr führte. Die Einmaligkeit und notwendige Unmittelbarkeit tritt dadurch deutlicher hervor: Das erste Beispiel ist meine erste hebräische Stünde, das zweite die Auswertung unserer allwöchentlichen sogenannten nrnv-Stunde" für das hebräische Sprechen, also mM% m Jämäftijnttt mos me aommmm fm*r Übungen. I. 15, 4. Ich hatte die- „Hühnerburg" von V. Blüthgen (Schaffst., Bl. Bd. 32) erzählt. Darin wird auch von einem Hund gesprochen. Ich fragte nach feinem Namen (Fläz!). Setzt eure Mützen auf. „O, jetzt lernen wir jüdisch^,— „Ganz recht!" — „Das habe ich gleich gewußtweilman Hebräisch nicht ohne Mütze lernen darf". , ,, , fjat «ucl, einen k-ebrärsck-en 9lnmen!" (Ich vegMM soum bas Brrstänbni? Ue neue spräche als auch eine Sprache anzubahnen. Nicht alle meine Kinder stammen aus Häusern mit jüdischem Milieu.) „Den möchte ich wissen!" — „Gebt gut acht, jetzt sage ich ihn euch: 2t>a- Nachsagen! Ich zeige auf das während der Erzählung entstandene Bild an der Tafel und sage wieder a^a (Verbindung von Vorstellungsbild und Wortklangbild!) „Der kommt gerade und will den schwarzen Mann beißen." Ich deute auf das Bild mi fMi rriJtaö fommi fffi? MifiMdm. »Ich will such auch ^bva^dj sagen- ^l«z kommt. Hört zu! «2 Dabei gebe ich die Bewegung auf dem Bild aniund gehe gleichzeitig. mit auffälligen Schritten. Nun machen es schon einige, dann alle nach aarton,"!« heißt kommt" ruft einer. „Der weiß es schon". Wir gehen auf allen Pieren und sagen jedesmal 82 a*>a. Ich rufe: „Au!" und ziehe mit der Gebärde des Schmerzes mein Bein hoch, „der Hund beißt! Au! ivia a!>an!~ Alle machen das einige Ich b sißs auf meinen Arm und sage: "IMS S7SW' Äü's! RBW &ÜSI! Jetzt - wollen wir ein feines Liedchen singen, an in in K3 aio, 1»aa ato* nK iK iK (Nach dev Melodie von Jdelson's mna ->av!) Erste Zeile bellen,^ 2. auffällig' gehen, 3. in den Arm beißen, 4. Mit Schmerz das Bein \ Hochziehen, Das macht: viel Spaß!' Wir sehen also: 1. Anschluß an den Gesamtunterricht. 2. Nicht nur Dingbezeichnung, sondern Gedankenäußerung auch bei den Sprechübungen, 3. Wevanschanlichung durch -Bild und Gebärde, möglichst nicht -feil .ittMto Weg Des MtmUtm. . 4. Verwendung des Liebes als ein4s LusZszs-lchustön Hilfsmittels zur Einprägung neuer Sprachformen Ich möchte keineswegs sagen, daß dieser Anfang irgendwie vorbildlich sei. Mit jüdischem Inhalt zu beginnen, wäre entsprechender gewesen. Aber ich hatte die günstige Gelegenheit und benützte sie sogleich, so war der Anfang zumindest unmittelbar,- und blieb im Rahmen M WsüMMttM MM^tsorbeit, II. 16, 4. Cs ist Freitag. Ich decke den Tisch für ha», Decke, zwei Leuchter, Becher. Wein, zwei unserer Zigarrenkisten.als Brot zugedeckt. Ich erzähle, daß wir Besuch bekommen. Ka na» (m. u. F.!). Ein Junge darf den niv darstellen. Wenn er zur Tür hereinkommt, empfangen wir ihn mit Ka nav-Jch mache es auch und zeige dann, was ich mitgebracht .habe: onV/pvoaa ,na ,na- Ich zünde an: pton nan. Ich zeichne alles an die Tafel und die Jungens nennen. Sie befehlen mit hebräisch, was IG llMll füll. ZllWk MW M istl mm «Ist «»k B«nke und singen: Bä**» S^v-Siö sollen MMN, wenn sie m auch nicht verstehen. Ich will vielen meiner Kinder das Elternhaus ergänzen. 18, 4. Wir erzählen nochmals, wie der na» zu Hause war: -na ,,rton ,vaa ,p' ,ont> 30, 4. Wir rufen Ka rav- Ich stelle alles nacheinander «us und lasse benennen. Ich fasse den Tisch an tmh sage scheinbar unpädagogische Auswahl des Lernstoffes, die ln>v> Ich h^bc aük «rrb stelle sie j(i3QufQ[nöün BemeooiiMst Des Sörpcni; DßflO sf&mnsfö hin. Dabei sage ich w-vn to usw. Wir singen wieder, lernen v'i' n^va by> K'rrivn, indem wir na» spielen. 7, 5. Wir stellen auf!;nt>»n to nan usw. Ich nehme na ,Dn*> ,p' und frage nr rr>? Ich rufe einen geweckten Jungen, halte ihm den Leuchter hin und sage:nnia»n m np- So alles nacheinander, np heißt „nimm!" weiß einer. Alles steht nun auf dem Klassenschrank. Mit entsprechenner ütwmuns MWH W in>™ b&ftli HeDfttt Büro. »nap .na» na» ha» aus der nnaav-Fibel. Nach dem Waschen und »'Kann mit der' Gebärde des Essens oni» i-aiK >aK So haben wir jeden Freitag etwas Neues hinzugelernt. Wie ich es betrieben habe, geht aus den Angaben über diese drei Freitage hervor. Es erübrigt sich daher noch weiter auszuführen, was ich in den weiteren Wochen geübt Habs. Nochmals möchte ich darauf binu,c»hvens> t»er- 83ochs imlü^ü Alls Ntt? ®ßiamtunierficQt fußend, hebräische «sprechüöungen betrieben wurden, im Sinne des Beispiels unter I. Beispiel II zeigt vor allem auch, wie die wirklichen Gegenstände und das Tätigsein mit ihnen zum Sprechen Anlaß gibt. Ich hoffe, daß diese kurzen Anregungen genügen, den Weg zu zeigen, den ich gegangen bin. Ich möchte zum Schluß den Wunsch ausspvechen, daß diejemgen, die schon ähnliche Wege . gegangen sind., oder sich ZN gehen ÜNichick?n> OT blefer «Sieffe aus ier 5lüAUi UHS Anregung zu geben; denn dieser V? hebräischen Unterrichts ist für uns in Deutschland zumindest pädagogisches Neuland. produktiveren Lernen wahrzunehmen. Dieses Streben erkennend, sind bereits um das Thorajudentum besorgte Männer in der jüdischen Presse mit mancherlei Vorschlägen zur intensiveren Gestaltung der für die Jugend bestimmten Schrurim hervorgetreten. Bei aller Anerkennung und Dankbarkeit, die wir diesen Männern für die neuen Wege, die sie uns weisen wollen, schulden, glaube iflj övly ttlMWkll OH VHFfffTj f!?^ so mancher LGiM Mm beginn bes Mischnnnnb Inlmubnmei, richts ratlos sich die Frage vorlegt: Von welcher Uferstelle aus ist es ratsam, mit den ihm anoertrauten Kleinen die Fahrt zu wagen hinaus auf das unübersehbare wton c,'? Welches ist der kürzeste und sicherste Weg, der unsre Jünger durch Wogen- und Wellengebrause hinführt zu dem ersehnten Ziele, der sie seetüchtig werden läßt im Kampfe gegen des Sturmes Toben und nach vollbrachter F!nhrt gesestigle üits AälllAW 8ÜSAA bereits der Vorschlag gemacht wurde, die beiden wichtigen Abschnitte mva und rpna vom Schulunterrichte der Jugend fernzuhalten, so gestatten wir uns, darauf hinzuweisen, daß gerade diese Abschnitte im Dsten mit Vorliebe an die Schuljugend herangebracht werden. In Wirklichkeit müssen wir unumwunden zugeben, daß der „Lamden" bei uns vorerst noch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine seltene Erscheinung ist. Um so mehrdürfte es angebracht fein, eine Untersuchung darüber angr^teüen, rvorum \m }"Mjijen Bfie« £er „üaltt. den" in so zahlreicher Weise zu finden ist. Wenn wir uns darüber klar geworden sind, auf welchem Wege die östlichen Lamdomm entstanden sind, dann werden wir erkannt haben, daß alle die „pädagogischen Manieren" des Ostens, die unserem westlich orientierten Empfinden nicht zusagen, wie das übermäßig laute Lernen, die .Lamdonlm" Mittel und Wege sind, UM ÜUS „LüUMdiM" werden zu lassen. Wenn es uns ernstlich darum zu tun ist, die Produktivität des Taurohlernens zu fördern, ist es vorerst vonnöten, zu nachfolgenden Fragen eine klare Antwort, zu finden: Welches ist das Hauptziel, dessen Erreichung der Taurohlehrer in und durch seinen Unterricht^ ins Auge zu fassen hat? Auf rnelcher Altersstufe ist mit lieber Möglichkeit und Wege, die Produktivität des Taurohlernens zu steigern. Von Ben Joseph. Lehrer. In der letzten Zeit ist in den Kreisen unsrer Jugend nicht nur ein eifriges Taurohlernen festzustellen, sondern sogar eine unverkennbare Sehnsucht nach einem besseren, Um IMerrity in mSß uttZ M ztt ßWMM? ' NM welchen Grundsätzen ist die Stossauswah( vorganehmen? Welches ist die den Lernenden und dem Lehrstoffe am besten angepaßte Lehrform? Welche Mittel stehen uns zu Gebote, um die Lernlust und den Lerneifer unsrer Schüler zu heben und zu fördern? Und endlich, welche Instanz ist am berufensten, die Aufgabe, deren Lösung wohl des Schweißes des Edelsten wert ist, der Lösung nahe zu bringen? Der Beantwortung dieses ziemlich -lAlljDllllMii mwm Den NMli WM?!7 n«^fc.lgen- Ls» Ausfühkungm Dienen. In drei voneinander geschiedenen Zeitperioden ist es des Taurohlehrers Aufgabe, den Lehrstoff an die vor ihm sitzenden Taurohjünger heranzubringen: In. der Zeit, da der Jünger im schulpflichtigen Alter steht, sein Herz noch weich und empfänglich ist, in der Zeit, da die Kinder der Schule bereits entwachsen sind und allmählich in ihren bürgerlichen Beruf hineinwachsen und endlich in der Zeit, in welcher der Lernende Gründer eines Haufes, Aller Familie gcnwiMn, Mä SkundlegenDe, Darum fchmiMWe unv veranmortungsvollste Zestperiode ist die Schulzeit. W? 9V hpl33. Am Morgen vertraue den Narben des Ackers deinen Samen, sagt darum der weise König. Trägt doch der jugendliche. Schüler den Zukunftskeim eines jeden Hauses, der Familie und der gesamten Volksgemeinschaft in sich D’rn.i’s.D«a3 pK dk- Dem jüdischen Menschen in der Zeit seiner Jugendblüte gebührt darum unsre - rühriaste Mimt M AMU Serben «in die Schulzeit süv mm nvm m möglichster Äraftemyattung richtig ausgenutzt, dann ist der Weg hinan zur Höhe des Taurohwissens und Taurohlebens gebahnt. Welches ist das Ziel,, das dem Lehrer im nasm- und nan^n -Unterricht stets vor Augen stehen muß? Wie aus Aeußerungen der jüdischen Presse und der Handhabung