Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-06-09 · Heft 23 (9.6.1927) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 23 (9.6.1927)
Date
1927-06-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450465--74092-2531542
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 23 68. Jahrgang. Frankfurt a. M., den | Ein Cenfulorgan für das orthodoxe Judentum (((flI FII Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. \\\ I ■feOAJ-a ÄW W «MS l mm «MMIkttM «W tahrpreise (entstzrechbttd dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Küsten ves Strxtfvand-Bkksandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh. ab 1. Tu« Frankreich 25 Fr.; Belgien 7 Belaa; Holland 2 fl.; Italien 38 Lire; Zugoslarvien 88 Din.; Litauen 7.60 Lit.; Rumänien 388 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 38 Kronen; Ungarn 8 Pengö; Dänemark - 5 Kronen; Norwegen 5 Kronen; Schweden 3.60 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. POeltt' erfCbctnt tei>eit 3)onnerstog. gwfevate 40 C&otbpf. fixe bie taeiii •t|<4*Vi7« :!**♦,; '.5 annnrgn M Zeile. Adonnentm zahlen bei Ttellengekllchen und FamtnrnansriM mir ZV Pf, Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 1.80 Mk., vorletzte Tertsette 8.— Mk.; Chiffregebühr in Höhe eines dopv. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnseratauftriigen tarifm. Preiserhöhung jede Verlag des Israelit G. m. b. H., Franks, a. M.» Gr. sow. durch sämtl. Annoncen-Exved. des In- und Auslands. " ' "" idt,Lang Zeschäftsanz.: Jul. Schmidt, Langestr. 7, H, Tel. Hansa 4841. Platzvorschr. ohne Verbindlich!. Zahlungen direkt an den Berlaa auf Po Warschau 3" eckkonto^^rnkfm:t,(Matn) Nr.19803. — Außerdem an: tarschäu Nr. 190787. — PoitscheckamtZürich Nr. Vlll 7K4 — Jnkaffo-Bank Rotterdam ~ b ®es ®*etter »anloctelns tn Slgram. — 3>ex «eci^tsüanb für <xttc . Nr. 18434. — Postscheckkonto anca Marmarosch Blank & Co. in Zahlungsverpflichtungen ift Frankfurt o. M. An unsere Leser! Vielfachen Wünschen entsprechend werden wir vom 1. Iuli ab — außerhalb Frankfurts — As MMnsmMSMvWr nuitf mm mmwr lich durch Nachnahme, sondern monatlich durch den Briefträger mit 1,06 Mark einziehen lassen. Die ^op nimmt bie Einziehung bes (leinen Betrages für 3uli im Laufe des Monals 3uni vor, und wir bitten um prompte Zahlung, da wir für jede verweigerte Einlösung eine Slrafgebühr von 30 Pfennigen an die Post zu entrichten haben. Stnch hiefcnigen Abonnenten, die etwa die Tlachaahmc für. April Hs Sum nicht?inW^nr wollen freundlichst den Juli-Betrag mik 1,06 Mark dem Briefträger bei Vorzeigung der Quittung zahlen, sofern sie auf regelmäßige Zustellung Werl legen. 3n Frankfurt erfolgt die Erhebung wie bis- Frankfurt a. M., Ir 3uni 1927. Verlag des Israelit G. m. b. h. aietfelp^rlit^ butp Quittung unfetee Exps Nationale Minderheitsrechte. Der „amerikanisch-jüdische Kongreß" und das Pariser „Comite des delegations juives", beides zioni^tif ch-ncrtic»ncllistis che Gründungen nrit unschuMigen Namen und höchst öwsifffcftar Legitimation, beabsichtigen in diesem Sommer in Gens, am Sitze des Völkerbundes, Demonstrationen zu Gunsten der nationalen Minderheitsrechte der Juden in den osteuropäischen Ländern zu veranstalten. Sorveij R ü rn ä n i e n. in Betracht. kornrnt, wo den Juden nicht nationale, sondern Menschenrechte vorenthalten werden und Löben, Gesundheit und menschenwürdige E x i st e n z der jüdischen Individuen hundertfältig auf dem Spiele stehen, darf unsres Erachtens sich niemand dem Rechte und der Notwendigkeit verschließen, mit allen möglichen Mitteln der politischen Propaganda das Gewissen ber Kruilisierten Völker roachzurüttsln Und die Not der Gequälten über!nc gange §r!e Ijm gn verkünden. Anders steht es mit den übrigen Oststaaten, mit Polen, Litauen, Lettland, Ungarn und insbesondere der Tschecho-Slowakei. Mag in den erstgenannten vier Ländern die Lage der Juden auch jetzt noch vieles zu wünschen übrig lassen, so kann man bei objektiver Beurteilung hych behäüxLM, rrß fyn siPKsn MlitiWn Machtmittel und ihr Einfluß auf die parlamentarischen Faktoren nicht ausreichend wären, um ihre berechtigten Forderungen allmählich durchzusetzen und einzelnen Rechtsverkürzungen auf verfassungsmäßigem Wege entgegenzutreten. Angesichts dieser Tatsache aber bedeutet die MmnWung von austcw wik stk öik kM8«v8s?r wähnten KökPöWSfteü UNÜUSgöM piopllr gieren, nichh nur eine Unbesonnenheit, sondern — was schlimmer ist — ein Verbrechen an den Lebensinteressen der jüdischen Minderheiten. Diese mechanistische Politik, die den'Faden der Friedensverträge mit ihrem papiernen Minoritätenschutz einfach fortspinnt, ohne zu überlegen, was damit angerichtet wird, macht die ■Gage fcer S«betx trt her Diaspora unerirägltcJ) unb Nützt nur vöin ziviNMchM' Dogma, dem ro skrupellos das Wohl und Wehe von Millionen Juden opfert. Denn die ohne Not immer wieder aufgepeitschten nationalistischen Leidenschaften der polnischen, litauischen usw. Staatsvölker werden WWW m Akfkll dieselbe Gage ^eraufdeschwören, rote mir sie in Nninnnien schaudernd vor uns sehen. Ganz besonders unverantwortlich ist das Wühlen im „Minoritäten-Schutz" für die Tschecho-Slowakei, wo man von irgendwelcher Zurücksetzung der Juden im politischen Leben ernstlich Nicht wrechm kann. Man rann eZ Der nkcht-gionlstischen Judenheit öieses Lättdös tvtllklich nicht verdenken, wenn sie den zionistischen Volksbeglückern,ein kräftiges „Hands off!" zuruft. In der Wiener „Jüd. Presse" schreibt ein slowakischer Mitarbeiter darüber folgendes: Die Konferenz soll am 18. August beginnen, und glvar in Mlis, Mil iyf? rmd Beschlüsse Dort Möhr mmm haben, Me Ausmcrksamkctt Der inttp nnNünMtt püüüschsn ftattmn auf sich zu lenken. Mt Vorbereitungen sollen bereits getroffen fein und die 28 Delegierten des amerikanischen jüdischen Kongresses sind auch schon mit Namen bekannt: Richter Julian W. Mack, Rabbi Dr. Stephan S. Wise, Louis Lipsky und andere, sehr ehrenwerte und recht angesehene Männer, deren Anschauungen über Juden und Judentum zum Teil wohlbekannt sind. Die Konferenz will sich als Exekutive der jüdischen Gesamtheit betrachten, um die steckengsekcebene psütlsche Slrfeeifc bes Pariser „Deleg«tiorren- SmiW* üsi isstefmm mm und Mittel ausfindig machen, um im Namen des gesamten Judentums die faktische Erteilung politischer „nationaler Minderheitsrechte" an die Juden mancher Länder zu fordern und zu erwirken. Man sieht daraus, daß die Zionisten trotz des unsäglichen Elends, das die unselige Tätigkeit ihres Pariser Komitees auf die Juden Polens und Litauens gebracht hat und trotz der klaren und urrzmerbeutige» Ablehnung, die ihre „Segnungen" de! ber gesinnten nrchi^iönrstischell Sll&ltölj&il haben, an der unheilvollen Idee von der politischen „Minderheitsnationalität" der Juden festhalten wollen. Sie erachten sogar den Zeitpunkt gekommen, von einer jüdischen Zentralstelle aus sich im Namen des „jüdischen Volkes" ungebeten und ungerufen sich in die inneren Angelegenheiten der einzelnen Staaten und in das Verhältnis der Juden der einzelnen Länder zu ihren nichtiüdischen Mitbürgern einzumengen und „Forderungen" GiiM». üDur öeetn wm lllltkk All mm m ü>sffönßM LMdök sölbsi zumwmsr llilyi mu CMigrm herrscht. Das ist abermals ein solch starkes Stück zionistischer Kurzsichtigkeit und gefährlicher Ueberheblichkeit. daß sich das ganze Judentum mitschuldig machen würde, wenn es nicht rechtzeitig feine warnende Stimme deutlich und hörbar erhebt und gegen diesen Versuch der politischen Verelendung von Millionen Juden nicht auf das entschiedenste Verwahrung einlegt. Auch wir tschechoslowakischen Juden sollten während der Friedensverbandlungen» ohne daß wir gefragt mmm mären imD mm Hat mir IM MUNE an sin immer außerhalb her JnstatrZett MUäZ EtSEZ MMlwÄ hätten, zu einer politischen „Minderheitsnationalität" gestempelt werden. Zwei Herren, die außer von den zionistischen Vereinen von niemand eine Vollmacht besaßen, erschienen in Paris als tschechoslowakische Mitglieder des „Lomite de8 delegations iuives“ und inden- Hfföffffcn S8S 8NM!k üM^^rorvakisc^ ^uöentum mit tuen MüonÄMMrn pvMMrn yvrvMmsrn, diesem Komitee aus seiner zionistischen Ideologie heraus aufgestellt wurden. Eine gütige Vorsehung hat damals Minister Benesch größere Einsicht verliehen, als diese „Delegierten" aus eigener Machtvollkommenheit sie besaßen, und wir entgingen mit knapper Rot der größten politischen Gefahr, die wir uns denken können. Unsere Republik brauchte nicht erst irgendwelche Zusicherungen zumAuMhön. Ms M MMM. hm zilmMMn Wllllr slhen und trotz manchZUslUstSöUNgM Äß? PMjsßk „Delegationen" sowohl im Friedensvertrag als auch in der Verfassungsurkunde davon Abstand nahm, uns zwagsweise zu einer politischen und kulturellen „Minderheitsnationalität" zu stempeln. Dessen ungeachtet hören die Zionisten nicht aus, ihre nationalistischen „Minderheitsforderungen" als Anliegen der jüdischen Gesamtheit m ber qchechoslorociklschen Republik zu ketotten unb wahlpalitisch gar Helluug gu br-rugen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.