Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1927)
- Date
- 1927-06-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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68. Jahrgang. Frankfurt a. Al., -an 2. Siwan 6687 Stt. 22 lsi Ein Centralargan für das orthodoxe Judentoin |(KÄ 1II Begründet von Dr. Lehmann ln Mainz. I AbMneÄvirt av Jktnp'a'r ISA: Deutschland 1 Töldmärk monatlich; Ausland: Vierteltahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich'Kälten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1. Juli Srankreich 25 Fr.; Belgien 7 Belga; Holland 8 fl.; Italien 80 Lire; Jugoslawien 55 Din.; itauen 7.50 Lit.; Rumänien 200 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 25 Kronen; Ungarn 6 Pengö; Dänemark 8 Axonen; Sfloxrroeflert & fttöttan; <Scbittebe.it 3iS0 fltötlftll. nuui&mie »MlgMMWM Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Jnserate.40 Toldpf. für.vie flebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bet Stellengesuchen und Fämilienanzeigen nur 30 Pf. 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' Ebenso finnig töte ireffenb [ingi iev kötttgUchs Sänger in seinem unsterblichen Liede auf die Größe und Erhabenheit unserer min: ]’aa i'ck' *]na*T nns „Der Anfang Deiner Worte erleuchtet, verleiht Einsicht den Toren." Es enthält dieser Satz mehr als ein Bild. Licht war der erste Werderuf Zey LchLpftM/dsr miß Bin Mist das stlllM WlwZ durchdrang, alle Nebel zerteilte und alle Finsternis verscheuchte. Licht verbreitet auch das erste Wort der Bibel allen Zeiten und allen Geschlechtern, einem jeden, der unbefangen an die Schrift herangeht, der mit Herz und Gemüt sie Seinern Verständnis näher bringen will und mit (Eifer danach strebt, aus fiem unversiegbar^ Born des Gotteswortes seinen Durst zu stillen und sich hier Kunde zu holen von Gott, von seinem Wesen und Willen. Welche Fülle von Licht strahlt ihm da nicht gleich aus dem ersten Worte entgegen, das er hier liest: rvWin „3m Anfänge!" ist a^es Seins und Werdsns, daß Er, der ewige Meister und Gebieter, hinausruft fein „Werde". Mit diesem einen Worte rprma ist die einzig richtige Weltanschauung begründet. Da fällen alle Wahngebilde des finsteren Heidentums aller Zeiten in ein Nichts zusammen, und eine Welt ist aufgerichtet, in der nicht Zufall und Willkür herrscht, sondern höchste Weisheit und GW'wÄtet.^MWstenifie 'nur'!omirien, biß fiarfßn '•Stiftes i«i» iösiu« m am ulina (Million »»>- thronen, sie, die den Schöpfer aus der Natur bannen und mit dem Gesetze von dem eisernen Zwang, der ehernen Notwendigkeit das Welträtsel zu lösen suchen. Mögen sie nur kommen-und aus dem Urquell aller Weisheit schöpfen, vielleicht öafc; innert barm, die ^ütle von den Augen..fällt und auch nur e i n Lichtstrahl göttlicher Weisheit in ihr Herz einzieht. Vielleicht daß sie dann doch König David zustimmen: „Schon das erste deiner Wqrte verbreitet Licht". ... In einem finnigen Worte fragen die Weisen: Warum beginnt nicht die Bibel, die doch vor aflejji SBißen bes Sc^L^rfers verkünden mit den 3 e h n G evolen, den Erstlingen aller Erkenntnis und Gesittung? Sie antworten mit einem Gleichnis. Denkt euch, ein Fürst käme ungekannt in . ein Land stnd wünschte von seinen BewohneM Äs Herr und Gebieter anerkannt zu werden, — könnte er dies wohl erreichen, falls er nicht auf ein Verdienst hinzuweisen hätte, mit dem er irgend einen Anspruch auf ihre Dankbarkeit zu erheben berechtigt wäre? So hat auch der Dßrr zunächst Die DelMst skMkk ALstttlM nnd Weisheit, seiner Liebe und Gsrschtiykeit nieder» gelegt und durch sein Wirken sein Wesen offenbart, um sodann seine Anerkennung als Gebieter der Welt zu fordern . . . Das ist der Sinn all der Erzählungen von der Schöpfung und der Entwicklung der Menschheit, von dem Ursprünge des Abrahamsvolkes bis zu seiner ErrvlMung ZUM AiM Dkl MllslMilm M nur d a s e r st e W o r t, die erhabene Einleitung von 'i nmri' vielleicht die Bilderschrift für das Zehnwort . . . Vollends rechtfertigt das erste der zehn Morte jenen Ausspruch Königs David. Warum gibt sich Gott nicht zuerst als Schöpfer von Himmel und Erde zu ernennenwarum er^eini innerung an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft angemessener? Liebe und Gerechtigkeit, wie sie der Herr in Aegypten und am Schilfmeere geübt, sollten die Rechtstitel werden, kraft deren er gleichfalls vom Menschen Liebe und <^ere^>ti^kert als dis Grundlage aller Moral und SMlichMt fordert. Cs soll ein ieber Gott verehren, in dem beglückenden Bewußtsein, daß Er der liebende Vater aller Menschen ist und ihr ewiger Hort und Erlöser und daß die Beobachtung der göttlichen Gebote uns zum Heil und Segen gereicht und die Grundlagen und Stützen der Sittlichkeit schafft. Damit wird das erste der Sinaiworte das herrliche lichtspendende Eingangs-' m ZUM MW Mllflß DOSsllllWN. EllWkitN baues. Eingedenk, daß es ein und derselbe Gott gewesen, der Aegypten gestraft und gleichzeitig Israel feine Liebe und Huld erwiesen, sollen wir in allen Schickungen unseres Lebens Gottes Hand fehen und keine Macht sanft fürchten. Ob Licht oDer Finsternis um uns herrscht, — e s I fit« % Waltendeseinig einzigen Gottes, neben dem es kein Wesen in welcher Gestalt und Form auch immer gibt. Eingedenk der uns gewordenen Sendung, durch die wir auf eine höhere Menschenstüfe versetzt worden sind, sollen nrir uns nicht selbst erniedrigen. — nicht den über alles heüigrn ^^inen Ul Herrn mißbrauchen, sondern Ehrfurcht und Scheu bekunden vor allem, was des anderen Heiligtum ist, vor seinem Leben, vor seiner Ehre und seinem E ig entum. Eingedenk, daß Gottes Arm uns zu Freien gemacht, sollen wir uns nicht selbst zu Sklaven unserer Leidenschaften und Begierden herabwürdigen, sollen wir vor allem Unlauteren und Unedlen unser e r g bewahren und die von Gott geweihten Zeiten «l § § ageder Wonne und Erholung heiligen, daß auch in unser Inneres Weihe einziehe und uns das Bewußtsein schärfe von dem ewigen Teil, der in uns lebt und webt. Eingedenk der größten Wohltat des himmlischen Vaters, sollen wir gemahnt werden, nimmer unserer irdischen 0" üergejjeir urtb urtb in Ehren zu Halts« dis Baude der Familie und der gesellschaftlichen Ordnung. Das 'sirr bringen die Alten mit vielen Stellen der heiligen Schrift in Verbindung, in denen sich dieselbe Bezeichnung für Gott findet. In diesem Worte liegt aller Trost und alle Hoffuung angoöQufßt, \m stk Dem MlM VkMn, in dem der Glaube an das '3ik gündei und immer neue Hingebung und Begeisterung weckt. Wie die Sonne immer wieder Licht und Wärme herniedersendet, so leuchtet in'unendlichen Strahlen und Farben der Glaube an Gott, den Schöpfer der Welt und Erlöser Israels. Ein kühnes Wort Ui SS «»4 »nftre ffiüitt «ursWchm. Mit einem in Aegypten gebräuchlichen Worte hat der Herr die Offenbarung eröffnet. Aus dem ersten Worte soll für Israel und für alle Menschen die Mahnung hervorleuchten, gegen jeden — auch gegen den Fremden mild und teilnehmend zu sein. Kann wohl etwas Höheres und Edleres je gesagt werden? Gott hat in der WiMk M AWssM um Ssr.aeI zu lehren, fernen einstigen, Peinigern nicht mit Haß und Groll zu begegnen . . . Ebenso bedeutungsvoll ist es, wenn wir daraus hingewiesen werden, daß sich an jeden einzelnen der Herr mit seiner Offenbarung wendet und nicht nur an die Gesamtheit. Jeder ist berufen, len WiW MrH zu Ußksßhßm um bßiDß Bundestafeln in gleicher Weise zu Ehren zu bringen, die eine als die Begründung und Erläuterung der zweiten und die andere als die Krönung und Vollendung der ersten. Möge uns allen die große Verpflichtung zum Bewußtsein kommen, die ein jeder hat, für das Priester- \m uns« Eoffoß m Wm,unD flanonma m zeugen. Dann kommt die Zeit, wo allenthalben das Wort des Dichterkönigs Anerkennung findet: Die Offenbarung deiner Worte strömt Licht und Erkenntnis aus. 1