Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1927)
- Date
- 1927-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 21 26 Mai 1927 Frankfurt a. ZIT., den «8 Jahrgang. 24. 3jar 6687 Ein Centraioroan rar das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. L «;■&»»«« jjbl aiunwiiiui i EattBtaö «Maffia! luilanö: Mtilkti tahrpretfe (entsprechend Wm ^errischä« AttlattdLpkktK JllJÖQH® StDftCH DBS @tIBtTDttllD*ffiCD Taubes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.! 2b I. Juli Frankreich 25 Fr.; Belgien 7 Velga; Holland 3 fl.; Italien SO Lire; Jugoslawien 55 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien 308 Les; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty Schwei, 6 Fr.; Tschecho-Slowakei 36 Kronen; Ungarn 6 Pengö; Dänemark 5 Kronen; Norwegen 6 Kronen; Schweden 3.50 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. - ^nferate 40 (Solbpf. für bie flebettgefpaliette 5*£iIiiB*S!tiS8& ruu> 10 M. Ml SlIäfJH |«*n irÄHSS,Vwwftm«bl, .-««■ T-'M: Chiffregedühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jedem. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H., Franks, a. ÜJt., Br. Eschenheimer Straße 33, Tel. Hansa 5843 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks. Beschäftsanz.: Jul. Schmidt» Langestr. 7, II, Tel. Hansa 464l. Platzvorschr. ohne Verbindlicht, Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19803. - Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 79005. — Postsparkassenamt «udcwest Nr. 18434. - Postscheckkonto Warschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7W4 — Inkasso-Dank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34869 — Böhmische Nnronbank in Prag - Banca Ickai-marosct, Blank & Cojirt ^utcrceft — ^utate &es astewer ^Scrrttoercirt^ ixt atgeam. — Dev für affe aus Sfeottttemeitts ober aus Stttfttfttett sich ergebenden Zlthlungsverpslichtungen ist Frankfurt ft. M. Ueber den geistigen Nachlaß S. R. Hirschs Vst- Von Rabbiner Ph. Fischer in Sarospatak, Ungarn. III. Noch mehr aber als solches beim wesentlichen Inhalte der 19 Briefe der Fall ist, ist der Chaurew — trotzdem, daß er bei seinem Erscheinen auch apologetischen Zwecken diente, ja, geradezu als die Apologetik des Judentums in seiner überkommenen Form aufgefaßt wurde — in aller SffiirfiidEjfeH g«ng unö gär UttrbHSKglg VON aller zeitlichen Aktualität und Bedingtheit. Der Meister hätte seinen Chaurew mit verschwindend wenigen und geringfügigen Auslassungen von solchen Stellen, da er Verhältnisse seines Zeitalters streift, auch inmitten eines.'wnn» wie z. B. der Generation des «mpn wo weit- WMsle Kennmü' vvll rrsin st säst in jedem besseren jüdischen Hause heimisch gewesen ist, — schreiben können. Und wer da nicht bloß vom Hören und Sagen, sondern auf Grund eines intensiven und verständnisvollen Studiums der Werke des Meisters das gewaltige, ungestüme Sehnen und Lechzen desselben nach Erkenntnis der minn des inneren geizigen Sehälles Zeö Thsvs Umti mm da rvöi^ wie das heiße Flehen des heiligen Sängers: .(v"'p n^TirO *]rrvmn nv'2«i '2'V „Und wenn ich lernend und übend deinem Gesetze näher getreten bin, so lüfte die Binde von meinen Augen, daß ich nicht nur an dem A e n ß e r n deiner Seele haften bleibe, sondern cingudringrn — ***** lLN? aus deinen Tatoffenbarungen Erkenntnis deiner Waltungsgröße schöpfen — so auch: aus; deiner Lehroffenbarung die Wunder deiner Weisheitgröße schauen lerne," *)— wer da nun weiß, wie dieses heißinnige Flehen des heiligen Sängers einen derart gewaltigen Widerhall in der Brust des Meisters gefunden, wie äußerst selten Sei einem artberettj tote in jeder Ze i l s, dis er niedergsschriebm, der züm hetßNmgsten Sehnen seiner Seele gewordene Widerhall jenes Flehens nachklingt,— für den steht es außerhalb allen Zweifels, daß, hätte S. R. Hirsch auch hundert Jahre oder Jahrhunderte früher inmitten eines nzn irr gelebt, daß er auch damals seinen 2->nn — roahrscheinlich ober gerviß aber in der *) Hirsch zu Ps. 149. heiligen Vätersprache — zur Darstellung der minn n i2 s geschrieben hätte. Nicht etwa um das Verständnis zu erschließen für den Religiönskodex,wie wir ihn im Schulchan Aruch unwandelbar für alle Zeiten haben — denn Kenntnisdes Schulchan Aruch und der Quellen war m doch m icncn Zeiten «ügsmem?srhr^llet, sondern um das Verständnis zu vermitteln von dem innerenSinne, dem G e i st e jener im Schulchan Aruch enthaltenen halachi.schen Vorschriften. Die eigentliche Aufgabe, die der Verfasser des min sich gesetzt, besteht darin, auf Grund der aus der Thora und dem Schulchan Aruch AchiUlm MsemnMAiM M Siffsfl Vorschriften zugrunde liegenden Sinn, dett Geist des Gesetzes für den Leser zu beleuchten. In der klassischen Einleitung zum Chaurew sagt der Meister klipp und klar heraus, was er eigentlich mit seinem Chaurew, mit seinen „Versuchen" will: ob nur eine Anregung zum Stubtxtm oort Mist^nah, ©ernoro und Poskim, M0mit aber die Chorebhohe auch bereits voNommen erreicht sei, oder aber auch noch etwas anderes? Nun, hören wir einmal die Aeußerung des Meisters, der vielleicht kompetent ist zu sagen, was er eigentlich mit seinem 2iin erzielen wollte: „Sie (die Versuche, der Chaurew) enthalten jenes doppelte Element, das der M'malhM und das Der WMvh, tW sri innere hier daran, daß m döb Tsrmmolvgie Hirschs Aggodoh nicht, wie landesüblich: Homiletik, sondern „den jüdisch-wissenschaftlichen Kreis" des Nachdenkens über den Sinn und Geist des Gesetzes bedeutet.) Jenes in den ausgezogenen Schriftsteller! und Gesetzansprüchen, dieses in d,kU dklükkl 9U.?g?sf"°chenertAnsichten; und zwar tritt letzteres hervor als die mehr eigentümliche Spende, die diese Versuche bieten wollen-" (S. VIII.) Und wie bitter ernst es dem Meister mit diesen seinen „Ansichten", d. h. mit seiner Deutung des Geistes der Gesetze, also mit dieser „mehr, eigentümlichen Spende" im Chaurew, war, dies beweisen die Watm slMlllM 2Bom: -Daß über Bei Mp stehung dieser Ansichten keine träumende Willkürlichkeit vorgewaltet, vielmehr welche jüdischwissenschaftliche Begründung nach oben angedeutetem Standpunkt ihnen zuteil werden könnte, und wie viel oder wenig Geltung sie für die Fortbildung jüdischer Wissenschaft der SG'mllwM imü ÄMvBöh BflBin dies behalte ich üiii? vöb, f. G. w., in Sösonvören Avyandlungen darzulegen, wo dann das Gange nor^ einmal nach den Quellen durchgeprüft werden fall ufw." Hierzu wurde noch 52 Jahre später, in der zweiten Ausgabe, folgende Anmerkung in einer Fußnote (S. IX) beigefügt: „Die Ergebnisse dieser wiederholten Prüfung sind in den SchAftm Bas Lörsassom insüosonderk in dessen Kommentar zum Pentateuch niedergelegt." IV. Schon aus der bereits mitgeteilten Fußnote zu der Einleitung im Chaurew, die der Meister zur zweiten Auflage desselben, also kurz vor seinem Hinscheiden hinzufügte, ist es ersichtlich, ^aß er in jetnem niin=^ommeniare die veksstküchsnö jüdisch wistmschaftliche Degründung der von ihm vertretenen „Ansichten" über den Gei st der msa und den Sinn des Judentums überhaupt gesehen haben wollte, 'so daß in diesem Sinne der Kommentar (neben den Grundlinien der jüdischen Symbolik) die jüdisch- Wlssenschaftliche Grundlage und der weitere Ausbau bcs in iB WszssWchMM \p „-Jisroels Geschick und Lehre-und das Leben als Abdruck solcher, durch und durch mit Geist erfüllt! — Ein Geist! in allem! von dem Bau der Sprache bis zum Tatenbau des Lebens — ein Geist, — angeweht vom Geiste des Alleinen!" (S. 107.) In dieser Annahme ^dstärkerl rms aud^ die Worte in dem TBormorie zur ersinn Auslage des Kommentars'. „— an der Hand dieser linguistischen Forschungen und der halachischen und agadischen Ueberlieferungen derselben nationalen Vergangenheit, aus deren Händen uns der biblische Text überkommen, d i e Wahrheiten zu schöpfen und darzustellen, aus rnelchen sich die jüdische Welt- und Lebensanschaüung erbaut und bis für «ff? Normen des jüdischen Lebens bilden: das war da sänge strebte Ziel." Und es freute mich unendlich, nachträglich auch in dem in der Bibliothek des jüdischen Volksfreundes erschienenen Vortrage eines solchen feinsinnigen und tiefschürfenden Beobachters wie des seligen Oberrabbiners T. Tal in Haag, der bei all f?in?t gy^TtgerxCoJerx 9Sere^rttng |ür den Meister Nicht ganz unkritisch dm wissMschllstlichön Forschungsergebnissen desselben gegenübersteht, eine Bestätigung meiner Annahme gefunden zu haben, indem derselbe über den Kommentar folgendes schreibt: „Darin legte er den ganzen Schatz seiner religionsphilosophischen Ausfassung von den Worten der „Thora und Mizrooth" nieder. Hier tritt er vor uus hin als der ticsdcuiLnhs,