Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1927)
- Date
- 1927-04-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Frankfurt a AI./ den 14. AM 4997 127 Nissan f»«H7 Ein Centralorgan tfir das orthodoxe Jodentom Begründet von Dr. Lehmann ln Mainz. Nr. 15 Abonnement ab Januar 1884: Deutschland 1 Toldmart monatlich; Ausland: Vtertel- 7 Zloty; Schweix 5 Fr.; TsHecho-Stbwatki W Kronen; «naarn & Pengö.; Dänerrra^I 5 Kronen; Norwegen 5 Kronen; Schweden 3.60 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der /Israelit erscheint jeden Donnerstag. Nonpareille-Zeile. Inserate 40 Gold: .. für die stebengespaltene famtlienanzeigen nur 30 Pf. e. Slbonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familiei _ Die '75 mm breite Rellamezeile: letzte Textseite 1.80 Mk., vorletzte Textseite 2.-r- Mk.; cs^iffrcacfciHjrr i» eines Fernbriesvortos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden uam. tBretierfiDBuna ftlm ootfiiSaKi ssi fflidÄS ues Siraött ffl: m. v. s«. grantn a. M» ffir, sow. durch sämtl. Annoncen-Exvev. des In- und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt, Langeftr. 7, II, Tel. Hansa 4641. 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Jabne (von ,122s war der erste Grundpfeiler, in den Boden gesenkt, den uns die Feinde unter den Füßen entzogen zu haben glaubten. Es wurde weiter gebaut in den Schulen von Sura und Pumpedita, und es wird ffieitff gg alten SEßaffem^ in allen Weliteilsn, Biß in Die lßtzlß Elle, wo ein Jude an Sabbat- und Festtagen sich, bar aller irdischer Gebundenheit, seelisch mit der Gemeinschaft eins fühlt, wo jüdische Väter und Mütter Woche für Woche am Freitagabend bei Sang und Lichterglanz die Gottesnähe finden und die. Kinder mit dem Höchsten beschenken, was Eltern Kindern mit auf den Lebensweg geben , können: Licht, Freude, EwMMSkVkstt, rftm 2$auJteine für ben großen Brück^bau vom Einst zum Jßtzr unv Spüler häufen* wir mit jeder Sabbat- und Festesweihe und erziehen, zugleich unsere Kinder zu tüchtigen Baumeistern für die Zukunft *]’2ia- T22- Am Feste, das ganz der Familie, ganz dem Kinde gehört, ganz, im Zeichen des großen Künders steht, der der Söhne Herzen denen der Väter naMriM, im wir NM ^rdam'V fondein «1 r bauen am unsichtbaren Väu der Ewigkeit UND — was damit eng verbunden ist — der jüdischen Zukunft. Am Sabbat, an dem wir den Monat der Erlösung mit besonderer Weihe verkünden, sprechen wir von vier Baumeistern.,im»22 p'tnn nyn*n* Der Paitan spielt hier auf eine Stelle im Talmud, „Sukztt m ali «iß*» Saumaiftßr ausgözätzll sind: Moschiach Ven David; sein Vorgänger, Moschiach Ven Josef; Moschiachs Schrittmacher, der Prophet E l i j a h u und dann M a l k i Z e d e k. Mit dem letzteren hat es feine eigene Bewandtnis. Er ist, nach Midrasch, identisch mit S ch e m, dem Sohne Noachs, und er war es, der zuerst einem Abraham Gefolgschaft leistete, ihm Brot und Wein entgegenbrachte und ihn im Namen des höchsten Gottes segnete. Man sollte meinen, daß, wenn von Bauleuten die Rede ist, die am Heiligtume bauten, in erster Reihe der eigentlichen Tempel- Qtöami aoöacöt MM' saroim US des ersten Tempels und Csras und Nehetlliüs, die"'den zweiten Tempel erstehen ließen. Allein nicht in den heiligen Hallen aus Holz und Stein und Marmor will der Gebetdichter den jüdischen Bau l i gründet sehen, der ihm Anknüpfungsfaden gibt für bcn Vau ber Zukunft. Die Vier find alle geistig ö Bauherren, die beiden $e{ö&i«n, wl? der ihnen vorauseilende Elijahu. Aber nicht minder Malki Zedek-Schem. Vater Noah war erster Baukünstler der Geschichte, er hat eine Arche, ein Schutzdach für Mensch und Kreatur gebaut, zur Rettung desLeibes, zurErhaltung der Art. Schern, sein Sohn, baut anders, baut in die Höhe, baut in die Weite, errichtet mit seinem Qehrhause(^2Ni ö» bt» v»*V7»rr>:i,e,m Schutzdach für Die in Ber §lwt der wordenen guten Geister, ohne die eine bessere Welt, ein neues Leben nicht denkbar ist. Er zählt zur Kategorie der Baumeister für die Ewigkeit, die mit Moschiach als Abschluß und Krönung aus den Ruinen neu den Tempel erstehen lasten, den letzten: durch uns — die wir unter der Fuchtel her Golusgefchicke immer noch Stroh suchen, Ziegel brennen mtb bauen — durch uns für alle? Cs geht großer Äusöcm NN der S3&«n? vor sich. Westen Herz wollte nicht höher schlagen in Jubel und Freude und Hoffnung? Aber vergessen wir nicht das tiefe Weisenwort in Anknüpfung an den Vers des Hohenliedes: •72 nnötpjn ,1^22 nin 12.1 „Und brächte mich der König in seine Gemächer, ^nb jubeln tatII icf^ bocf> nur mH Dir?" Cs gleicht einer Königin, denen königlicher Gatte, Söhne und Schwiegersöhne in den Krieg gezogen sind. Nun war wieder Friede auf Erden und die Krieger kehrten sieggekrönt heim. . Man kündete der Königin, ihre.'Söhne wären da, sie sprach: „Mögen sich meine Schwiegertöchter freuen." Man sagte ihr, ihre Schwiegersöhne seien heimgekehrt. „Das m frohe Kundlk für meine Löchtkr," fxrllch die Königin. Zlllcht übsrbrachks man ihr-Me Kunde von der Heimkehr des Königs. „Die Freude ist meine", brach die Königin in Jubel aus und zog ihrem könig-lichen Gemahls entgegen. ,. Was nützte es uns viel, wenn die Söhne kämen und sich in der alten Heimat zum Bauen sammelten, so der König selbst, der mit in der Not geweilt hat (ns^wnnibri, nicht mit dabei wäre? Wenn die Söhne und Töchter bei ihren Bauten, Schöpfungen und Errungenschaften, bei der Arbeit mit Spaten und Leuchte des Geistes den königlichen Vater in der Golusfremde gelassen hätten? ^SGßo kas Syau& nicht baut, da haben stch umsonst die Baumeister QU {{pn afcge5 müht." 12 ibvV NN7 v'2 ,122' yh n v«. In vollen, ehrlichen, lauten, ungetrübten Jubel wird die Königsgattin — ^x*w nojD—erst dann ausbrechen können, wenn es heißen wird xi2' vv'pbx ,121 „Siehe, Euer Gott kommt!" Nicht der königlichen Mmächzv Prunk und Prachl, NW Man» dat, Parlament, neue Länderstücke und leuchtende Fassaden großer Lehr- und Kunsthäuser machen es. „Unsere wahre Freude gilt Dir!" •p nb'22 i'*nn '2X'2n Der vier Baumeister einer beherrscht unser Fest, führt uns die Hand, beschwingt uns den Geist. Er, der auf dem Karmel dasv'p^x.i Hin n uns als einzige Losung für das jüdische Leben nnd als DkönnungszkiMn für die versprengten Brüder in der tausendjährtgett ZerstbSUUng £}£=* prägt hat, er, der in diesem Zeichen Väter und Söhne in Liebe und Verstehen zusammenführt, ihm. gilt unser fünftesGlas. Daß wir an diesen Abenden und immer — nach seinen Plänen — gut bauen! lvochenrundschau. Dar piiußlschv MüMgesstz. Der Entwurf eines Judsngefstzes, das der Rat. des Berliner Landesverbandes ausgearbeitet und der Delegiertentagung unterbreitet hat, ist von dieser, wie in der vorletzten Nummer im einzelnen dargestellt, schließlich mit einer liberalen Mehrheit gegen die starke zionistische Minorität angenommen morben. Konservative unb 0JliüeIpartßi fpielten dndei Die Rolle Des nermittetnBen Zwischengliedes, ohne — abgesehen von der Frage des Frauenwahlrechts — Ausschlag gebenden Einfluß ausüben zu können. Die Hauptursache des zionistischen Widerspruchs sind die Zugeständnisse, die die Liberalen der "G e m e i n d e - A u t 0 n 0 m i e machten: sowohl die Regelung des Frauenwahlrechtes als die Wählbarkeit der Ausländer in den Gemeinde-