Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 14 (7.4.1927)
- Date
- 1927-04-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 N.. 14 Der Israelit 7. April 1927 nämlrch ein abtrünniger Jude, kurz bevor er die Taufe nehmen sollte, von den Chassidim erschlagen und in einem Kalkofen verbrannt worden. Die Tat wurde ruchbar, die russische Regierung ordnete eine strenge Untersuchung an aber bas 9le|uttat berf-efb-en toar «in rectji *eigenixirrtticfyes Die Werkzeuge des Rabbi wurden gehängt, ihn selbst ließ man nach der Bukowina entweichen . . . Reb Srulze baute in Sadagora ein stattliches Haus, bildete seinen Hofstaat und übernahm die Regierung, er nahm Geld und tat Wunder. Als Reb Srulze starb, hinterstest er seinem Sohn Reb Israel ein sehr ansehnliches Vermögen. Die russische Regierung, die den Ausfluß des russischen Geldes nach Sadagora verhindern wollte, versuchte erst in (Sutem Rabbi Israel zu berosgen. nach Rußland zum jm litt WM iß MM wmv lande zu verrichten. La aber der Rabbi die höfliche Einladung rundwegs abschlug, forderte die russische Regierung die Auslieferung des Rabbi Israel als russischen Untertan. Nun war die Not groß, denn Rabbi Israel sowohl als fein Vater hatten vergessen, das österreichische Bürgerrecht zu erwerben. Aber man half sich — durch Geld. Dem Gutsherrn von Sadagora lag alles daran, den Rabbi bem Ort ju erhalten. Unb f o toucbe ein rounbeTf«mes Manöver in Szene gefetzt', zehn Bauern feiftseten den Cw darauf, daß nicht nur der Rabbi in Sadagom geboren, daß auch feine Familie feit alter Zeit im Lande seßhaft gewesen sei und als weiteren Beweis hierfür nahm der Rabbi den Namen Friedmann an . . . Soweit Karl Emil Franzos. Nun muß man vor allem wissen, wer war Reb Srulze, den Franzos so leichtfertig mit der Ungeheu-erlichkeit eines Mordes belastet, und wer sein Sohn Reb Israel, dessentwillen Franzos 10 Bauern Meineid begehen läßt? Reb Israel ist in der chastidischen Welt unter dem Namen „Ruziner" bekannt und wird als eine Lichtgestalt des Chassidismus verehrt. Der Vater des MW Wllkl Wl Ml Wk Ff« »ffi UM geheißen. Srulze ist eigentlich gleichbedeutend mit Israel -Nd also ein und derselbe Name. Srulze ist nur ein verzärteltes Israel, wie der „Ruziner" von seinen Anhängern auch genannt wurde. Franzos hat also in seiner verworrenen Darstellung die Person des „Ruziners" in zwei Teile, in Vater und Sohn, zerlegt. Man könnte wohl annehmen, daß sich Franzos nur geirrt hat, indem er den Batsr des Rabbi Israel Friedmann „Srulze" ftoti „Schollst" mmi Mnm WM ghK Hat Jimütr, nlfo der Vater des „Ruziner", von Rußland nach Tadagora geflüchtet ist. Tatsächlich ist nicht der Vater, sondern der „Ruziner" selbst von Rußland nach Sadagora geflüchtet. Das Verbrechen müßte demnach der „Ruziner" begangen haben. Wie es aber mit dem Verbrechen des „Ruziners" bestellt war, beweist ein Dokument, das sich im Archiv des Ministeriums d4s Innern in Wien befindet. Unter Fast. 278 IV. T. I des Wiener Archivs befinden sich mehrere Aktenstücke zu dem. Auslieferungsbegehren der russischen Regierung bezüglich des Israeliten Israel ^JrieXxmaTin^ in die idj im &atjre 1922 CEinpc^t men komm. Einige trief er Lokumenlk stnö ingwischen von Dem bekannten Chasswirnforscher Bloch verössenMchi worden. Unter-den Dokumenten befinden sich nun folgende zwei Akte: Bericht des galizifchen Landespräsidiums an die k. k. vereinte Hofkanzlej über den von der russischen Regierung reklamierten Israel Friedmann: Nr. 6246—8361, III p. 434. Hochlöbliche kaiserlich-königliche, vereinigte Hof- Bereits nach Erstattung des hierortlgen Berichtes vom 13. v. M. Z. 4173 in Betreff des von der russisch-kaiserlichen Regierung reklamierten Israeliten Israel Friedmann hat man von dort die beifolgende Eröffnung erhalten, worin der Generalgouverneur o. Podolien und Wolhynien das Ergebnis der dortlandes zu Ruzbn, Pogrebyszcze und Skwira über das Herkommen und die Nationalität des genannten Juden gejjpogenen C£ri,ebungen gur fyierortigert Kenntnis bringt. ■Syiern'Cicfj {jaben gnmr 8 jiibijrf^e ^n|a||en jju 5po-grebi^|gc^e den von Israel Friedmann bei seiner Konstituierung in Sadagora angegebenen Umstand bestätigt, daß er bloß ein Pflegekind des in Ruzyn verstorbenen Rabbiners Szutim Friedmann gewesen sei, dieselben wurden jedoch bei der Konfrontierung mit anderen beeideten Zeugen aus Pogrebbfzcze zum Schweigen gebracht, welche den Beweis herstellten, daß Israel Friedmann wirklich zu Pogrebyfzcze geboren fei. Nach dem allgemeinen Rufe und der Bestätigung der Lokalbehörden hat derselbe unter den dortigen Einwohnern stets für einen leiblichen dkhll??? pyi'ejmann gegolten uni> nadj den PopullNivnbbülhern Der gcikirintTi ' 'Ortschaft rammen in dem Famistenbestand des letzteren zwei Söhne vor, der ältere namens Abraham, welcher im Jahre 1813 gestorben ist, und der jüngere Borke Srul oder wie es in den späteren Revisionslisten heißt Srul: Israel, welcher im Jahre 1834 mit seiner Gattin Sara nach Skwira übersiedelte. In der obigen Zuschrift wird daher als erwiesen angenommen, daß Israel Friedmann, der von der Familie Sonnenfeld in Sadagora herstammen will, der zu Pogrebyfzcze gebürtige Sohn m gsivfifiifn Mgyms iftminm sei unD vast Die oDgtDadjten 8 Juden durch ihn gewonnen, zu seinen Gunsten ausgesagt haben, wobei abermals das Verlangen auf die schleunige Auslieferung dieses Individuums, als eines kaiserlich-russischen Untertans mit Berufung auf die Artikel 11 und 13 der Konvention vom 21. April/3. Mai 1815 gestellt wird. Obfchon hiernach die Zuständigkeit des Israel Friedmann nach Rußland außer Zweifel gestellt erscheint, *) Aufsatz eines zwölfjährigen Knaben aus zumal laut der Beilage 2, die durch einige hierländigeAgudaschule "hrriv rvnNP" in Tel Awiw. Insassen im Privatwege inzwischen eingeholten Notizen mit dem obigen Erhebungsresultate ziemlich übereinstimmen, so vermißt man doch noch immer die Auskunft, was demselben in Rußland eigentlich zur Last g'elegi^ unb n>es^ci!(b er oor bie jen|©Uigen Se^örben gcstellt werden soll, ein Umstand, der auch oben' ad L an* geschlossenen Eröffnung gänzlich mit Stillschweigen übergangen wird, obwohl man um dessen Bekanntgebung hj den an den betreffenden russisch-kaiserlichen Gouverneur gerichteten Zuschriften jedesmal ausdrücklich das Ansuchen gestellt hat. Nachdem nun auch die k. k. geheime Hof- und Staats kanzlei laut dem inzwischen herab gelangten hohen (Bptaff« x>om 9. x>. 3)i. Q 30.852 bae Frrisb- -.-!»> ► ] gmann aus dem Grunde unstatthaft findet, wett me Jnzicht des Verbrechens, auf welche das Ausliese rungsbegehren begründet wird, nicht angegeben ist, so erachtet man, daß dieses Begehren um so mehr abzulehnen sei, als Friedmann nicht aus Rußland, sondern aus der Moldau herübergetreten ist. Die weitere Behandlung dieses Individuums wurde dem k. k. Landes- Gub. anherrnfallen. Indem man diesen neuen Stand Der mm «t gWMWN k! k; M8M m Kenntnis bringt, behält man sich ööt, Nüch HSkablüNgung der Entscheidung über den obigen Antrag die weiteren Einleitungen zu treffen und bezweckt nur noch, daß in der obigen Zeitschrift berufenen Artikel der Konvention vom 21. April/3. Mai 1815, welche die Bestimmungen hinsichtlich der Nationalität der sogenannten gemischten Eigentümer: (sujes mixtes) enthalten, auf den vorliegenden Fall in keiner Beziehung -eine Anwendung finden Unterschrift. Lemberg, am 18. November 1842. * Note der geheimen Hof- und Staatskaazlei. ad 15 702—842, III p. 474. Die geheime Hof- und Staatskanzlei verweilet nicht die Beilagen der schätzbaren Zuschrift vom 10. ds. 37169, den Juden Israel Friedmann betreffend, mit dem Bemerken zurückzustellen, daß es nunmehr außer Zweifel gesetzt zu fein scheint, besagter Friedmann sei kein österf?!E!lÄ^f Jte^e im ruj|i|(^eiT Unter* tMSverWMM,'vll8 ab'ei 'nllyrsDeflomcmMr rein hinreichendes Motiv seiner Auslieferung an Rußland vorhanden fei, nachdem eine gesetzliche Begründung des Auslieferungsbegehrens nicht vorliegt, dagegen steht es bei der diesseitigen Regierung, denselben gleich einem anderen Fremden abzuschaffen, wenn überwiegende Gründe seiner ferneren Duldung entgegenstehen. Unterschrift. Wien, den 24. Dezember 1842. Alltz Diesen Alten ist also rtar p ersehen, daß Vater des Rabbi Israel Friedmann ans Nutzland gar nicht geflüchtet war, aber auch, daß die österreichische Regierung Rabbi Israel Friedmann an die russische Negierung nicht ausgeliesert hat, nicht weil er den Namen einer. Famlie Friedmann in Sadagora angenommen hat und von 10 Bauern beschwören ließ, daß er in Sadagora geboren war, andern einzig und allein, weil die russische Regierung das Begehen einer strafbaren Handlung gar nicht nach- [4 «tfo Js eiri« MMizM MÄ MMMWl Mr Gesinnung entfianbene Fabel. Man mag döllillckch döki Wert der übrigen Schilderungen und Darstellungen Franzos' vom ostjüdischen Leben auf seinen richtigen Gehalt einschätzen. D. G. Ainderecke. •mVis Vs? Vmff’-px p-m**) chrritp'-f-irr'? jnoib onirrn D'xvi Din1? 16 aima B’itini nna rnirn ft ii?n tis 'TtfnYi B^ISB B'HBBBB B*WBB BUH iD’ni D’TiiT .:n»np3 ipns’izn amx 12'N Di^h-, mnna Dnns» onb'n pabymn bnx von mTTOD -o.Tty D’aaicrn ‘ms '2 '^sn tik tim chin “|d-^d nnai osraa D'v'a» naana n^’Va *]Vin 7ns ds oms D’imn r»n nVa’n dhV nn'n a s^ 'D"ii.7 '12» nn2»i i"na nvai» ii's n'i^iDa v^»sa i^"2S 'Vsn ainna i^in nns -bav ^sw-psa Bm B93BUB 73 MM N 7JDD MQ 1JJ7K1 JfiTm •D’DiTii UV mT’T’ ni'inn -ainna hs7L"'finsa naV.7 Di'a D'!?"v»Va rjnn» nmi» bv nsi D’sri tis -nni 7'vn ^ai niniiv 7»a 'NMI» Dl' DI'NV 7'v» 7'isnv I»a '1'vn ^?a by pna i»a sV idth nn1? nin' bi : n»isi tnanff ^av D'sm 'Na^n Di'a ain-ia D'^"v» DSv 'ps^? 7aiV nt 'irnmv bst ma» nr *p m .D'»in mainnn irmia» t'»*' Zu dem jüngsten Rätsel in Nr. 13 sandten noch nachträglich (vor Veröffentlichung der Lösung) richtige Lösungen einr A. Silbermann, Düsseldorf; Josef Epstein, Freiburg Br.; Martin Rosenbaum. Ingolstadt; Selig Nußbaum. Fulda; Isüak Nutzbaum, Wiesbaden; Jakob Nutzbaum ^jrulba; _ <£arlp uitb ©eti^a Jippel, 3B{esbabett; Manfred 'und Johanna Baftanstzst Wiesbaden; Abraham und Moses van Dyk, Amich; Sofie Katz, Babenhausen; Arthur Joelson, Hamburg; David Kohn, Hamburg; S. H. Guttmann, Berlin. L» ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inserate«. tstl rKuel« lBdesti «k« sonstige Angaben rettgionsgesetzlsthen Ltzaramr» auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake leinste Hamtmr^cr trncl Bremer Fabrikate o Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 Tele,on Han8a 3391 Zeil 88 Versand nach auswärts y y x r j l l- T: der noD hy nwD Abgefüllt unter Aufsicht der Ritual-Kommission der israel. Gemeinde Frankfurt a. M. (Rabbiner Dr. Hoffmann) „KRONTHAL Das köstliche Mineralwasser Zu beziehen durch die Hauptniederlagen: Otto Klein & Co., Hauptgüterbahnhof, Tel. Taunus 2171 Jos. 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