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Der Israelit · 1927-03-31 · Heft 13 (31.3.1927) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 13 (31.3.1927)
Date
1927-03-31
Page
– (sequence 16)
Language
German
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ick ’i iY ' I 1 Seite 16 Nr. 13 Der Israelit -31. März 1927 Korrespondenzen u. Nachrichten Ü » * Fortschrittliche Äudentenschast. s •r.• ■H>a m b uMg,,'..LL-. März. 1 tei cor turp stoil^MSeire» WHen p Allgemeinen S t u d e ntenausschuß (Asta) erhielt Skr sklllsgjk s i.» 8i n iln j's ii im Wkjllhl'ö. Den fünften Sitz nimmt ein WiWr Student orthodoxer Richtung, Herr Hermann Butten - mieser, ein. Aeberfall aus ein jüdisches Wahllokal. Köln, 14.; März. Bei den gestrigen Wahlen zur Repräsentantenversamnftung der Israelitisches Kultusgemeinde Köln stürmte eine Gruppe Hakentreuzler das Wahllokal., Cs MWM M tmt MM MWMft W MWl Si nzehr.ere.Verletzte gab. Insbesondere wurden zwei jüdische. Pürger.. durch .je. zwei Messerstiche nicht uyerheblich verletzt. .Die Polizei, welche unter.persönlicher, Führung des Kölner Polizeipräsidenten schnell zur Stelle war und chehrere Hakentreuzler verhaftete, wird auf Grund eines Erlasse^ d,es^ Po.lizeipxäsibenten jm nächsten Vierteljahr., alle öffentlichen Umzüge, und Kundgebungen der sogenannten.^Vaterländischen Verbände in . Köln, rücksichtslos unterdrücken. — Der Ueberfall hat in weiten Krsrssn Kölns, fiarte EmpSrung tzsrvokgsrufsn. Nordosldeulscher Rabbinerverband. - - ,;j Allenst-ei m--25: -März. Kürzlich traten die ostpreußischen, Rabbiner im Gemeindehaus, in. Allenstein zu einex Konferenz.zusammen. Der Vorsitzende, I a k ob o w i t s - Königsberg, begrüßte die.Amtsbrüder und hielt dann einen. einstündigen Vortrag ,jcher.das,Thema: »Die. religiöse Erfahrung als Zentralproblem der modernen Religionsphilosophie". Er zeigte an der Hand zahlreicher Literaturproben, wie die MlllliU limitmiuTifi Hl WWZsvisWAM N testen Ähhxzehnt hie einseitige Herrschaft der ratlona!isUsch-mai-erchlistjschen.Denkweise gebrochen und die Philosophie und die Religionswissenschaft bis in die Fundamente hinein ungestaltet hat. . Sodann entwickelte er die psychologischen Grundlagen der religiösen Erfahrung^ die heute im Mittelpunkt der philosophischen und religions-wissen- Jd^up:Hd^en |jor|c^üng-pe^erij unD rotes - D-arauj- ^in, bap im gegenwarngm Statmim öpr rnissenslyllsmiyen enn Wicklung in. immer deutlicher werdenden Umrissen ein neues Weltbild hervortritt, von dem auch das religiöse Judentum eine Bereicherung erwarten darf. Sodann wurden religiöse und rituelle Interessen der ostpreußischen Judenheit besprochen. Es wurde allerseits mit tiefem Schmerz festgestellt, daß die Heilighaltung selbst der höchsten Feiertage nicht mehrals Ehrenpflicht der jüdischen Gewerbetreibenden angesehen werde. Im Schächtwesen wurden gern Verbesserungen anerkannt. Zm tstörruna D?§ mm\m Mim. in Dtn Aovinz? gemeinden wllrde die Schaffung mindestens eines neuen Bezirksrabbinats gefordert. An dem vom allgemeinen Rabbinerverband eingesandten Entwurf eines Normalvertrages wurden mehrere die rechtliche Stellung des Rabbiners berührende Verbesserungen > vorgenommen. Der bisherige Vorstand (I a k o b o v i t s als Bor- Ntzsubsr. Sß s u f s[b als (Sie Tin er treuer) ro u r be röieber« g^ähtt, fiSrigm Punm r5flg?m&mtng mußten aus Mangel an Zeit nach achtstündiger Beratung übgesetzt werden. Oesterreich Der Wahlaufruf der Jüdischen Liste in Oesterreich. Wien, 17. März. Am APM fmösn m WllhlW m m Mnsnnum imi bm Mslläi' Gswsrndst>sk statt. Die jüdische Zentralwahlleitung erläßt nun einen Wahlaufruf an die österreichische Judenheit, in welchem es u. a. heißt: „Die beiden großen Parteien, welche die Herrschaft über Staat und Stadt unter sich geteilt haben, gehen rücksichtslos über die Interessen der Juden hinweg. Die christlichsoziale Partei ist grundsätzlich antisemitisch und ihre Funktionäre üben ihre Macht in diesem Sinne aus. Diese MMi um anläßlito Der BeDorjieBenDen MMn e;n JBünbms mü ben rohesten Pogromhetzern, mit den nationalsozialistischen Hakenkreuzlern, geschlossen. Die WMrWMk, m ssH öioifaö) Ms jüdische Stimmen stützen,-, und in deren Programm der Judenpunkt fehlt, huldigen den antisemitischen Instinkten der. Massen. Ueberall sind also die Juden.- der leidende Teil/. Auch Pta 3uta durch die WtaMW und das österreichische Gesetz gewährleistete Minderheitsgesetz wird ihnen-vorenthalten. Die österreichische Judenchch mufe Maudüiüll in die irt«tapfi>r))tr e»ienden, die rücksichtslos der herrschenden., auf die mora- Mi MMMW Mtz noliliW ffnimDtuno llMWlkn Tendenz, ^ntgegentreten füll.- Studentenkrawalle an der Wiener Hochschule für . .Welthandel. - jsi:;iUu;r:: ß I « K , 14. MäkZ. Heute wiederholten sich in verstärktem Maße die von den deutschvölkischen Studenten, bereits Ende-der vorigen Woche-inszenierten Krawalle an der Hochschule für Welthandel. Etwa 60 Studenten und Frontkämpfer nniBi .jBr. SüDruno M -vUlWiWn - WDüMllMs Korber versuchten- IN. die Hochschule für Welthandel ein-. zudringen. Es wurden Reden, gegen den Rektor Gruntzel gehalten und völkische Lieder gesungen. Da .die Tore der Hochschule gesperrt werden mußten, hielt Professor Schmidt notgedrungen seine Vorlesung unter freiem Himmel, in dem .an die Hochschule angrenzenden Währinger, Park .ah. .Schließlich räumte-die . Polizei die Rampe des Gebäudes. .. Ein Teil der Anhänger Körbers hatte aber die Aula besetzt -und begann in der Vorhalle bjszr n-oirtonafJÖieber 311ftttgen. lln^r ben ij^wVfn hinaus" smg?n yi? Keiltet an und,, verprügelten sozialistische und jüdische Studenten mit. Selbst gegen den Rektor, dersich in die Aula begab, nahm, die völkische Studentenschaft eine drohende Haltung an. Seine-ruhigen und-eindringlichen Worte wurden.niedergezischt,, so daß Rektor Guntzel sich entschließen mußte, das Haus zu sperren und die. Vorlesungen einzustellen. Gegen eine Reihe von Studenten werden Disziplinaruntersuchungen geführt werden. Rechtsradikale bulgarische Studenten haben sich gernkinsM mit m DkÄMMMn llü n iramim beteiligt. Polen. Die Juden in der 'Wirtschaft Polens. V ’ iU ’ W a rsich« u,11: Febr. In der gestrigen Sitzung des polnischen Sejmj bei Be- FQtnnfl M SuDQßtn Böe ßantMsminifMiimi orariff M Abgeordnete Wiszlicki als Vertreter hes bübischen Klubs das Wort und führte aus, die Bevorzugung des landwirtschaftlichen Clements gegenüber dem industriellen Element in der Wirtschaft Polens fei ein schwerer Fehler; Polen sei kein Agrikulturstaat, sondern ein gemischtwirtschaftlicher Staat. Man hat die jüdische Kaufmannschaft von dem Export ferngehalten; dies aber ist Polen teuer zu--stehen gekommen. Die sogenannten „Exporteure" exportierten eigentlich sehr wenig und mußten sich immer wieder an uns um Rat wenden. Die Kaufmannschaft srhstzs ölüsprü<^ äüs ^rllsAli^A Bevorzugung. Der Industriellen ist von Uebel. Es ist die Tragödie Polens, daß man überall den Juden wittert und darum bestrebt ist, überall den Juden zurückzusetzen. — Nach Wiszlicki sprach der Abgeordnete Prilucki, der insbesondere sich gegen die Zwangssonntagsruhe wendete. Bei dieser scharfen. Krisis zwingt man den Juden, zwei in £>er ÄVschs gu rufj-ert. iDer jiibifcfje ,£?<t«bti>er£er Darf an önnmagen rnttji einmal Dmttr gefajmntncn Ln° ren arbeiten. Wie kann solch ein armer Mann seine wirtschaftliche Existenz aufrecht erhalten. Sein Zusammenbruch aber belastet das Land. Es besteht bei uns eine Ideologie, die gerade den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Juden predigt. Es existiert die Losung von der Entjudung des Handels, des Handwerks und der Städte. ürtäiLöii. starke jüdische Auswanderung aus Litauen. K 0 w n 0 , 16. März. 220 jüdische Landwirte aus Litauen traten gestern die Reise nach Brasilien an, wo sie auf dem Boden der Jewish Kolonisation Association (JCa.) seßhaft gemacht werden sollen. Die jüdische Auswanderung aus Litauen wächst. Durch üiß lomnoor MMung non MEnMirm wurden vor kurzem Böö jüdische Auswanderer nach Südafrika befördert. Ein kleiner Teil der Auswanderer MB!! W NH HI vorher sprachlich mud sachlich «usgebildest - Cs wurde «in Auswandererkomitee geschaffen, dent Vertreter von Hias- Cligdtrekt, Ort, Hechaluz,. Handwerkerverein und Landiric-Mrfli! onflöRii. ln ertcarW für disiiliW Monateeine--verstärkte Auswanderungaus Litaueüi- 2 . t*>e:Xcf>erin iwr ssinsn FÜWr NeuIUndei: ist nach schwerer Krankheit in Heidelberg, wo er Heilung suchte,.am verschieden- Mit-ihm hat -Uns ein Mannverlassen,' welcher wegen seinerliebenswerten Persönlichkeit, seines zielbswußten Handelns im Sinne unsererdurch sein großes jüdisches Wissen und sein« vornehme Gesinitung prädestiniert,-erschien, ein -Führer in Israel zu werden. Heroorg-egangen aus dem - -traditionellen- Kreise der badischen G.emejn.de Königsbach, wandte,er sich. frühzeitig dem - Lehrerberuf-e zu, den.!«r, - -allerdings - nurkurze Zen, in Gemmingen.in Baden ausübte. ^Hter v«rstssti? u ff mfiMMsi) m FWfiM M m IW «rn oerrrauw Jugend in gesetzesireuem Mune: den nuchhuitigen.Einfluß. auszuüben.,, Der.Lauf der Zeiten veranlaßte ihn, sich dem kaufmännischen Berufe zuzuwenden und auch in diesem gelang es ihm, sich durch die wahre Tvm, durch die wahre Redlichkeit und Großzügigkeit feiner Handlungsweise als' Chef eines Handelshauses höchste Wertschätzung und allseitige Achtung >zu erwerben. Doch-, nicht hierauf.^beschränktesichfeine - Vileseitigkeiü Mit Geschick und-Klugheit verstand -es -Siegmünd Reut- , linger,. in der hiesigenliberalen- - -Gemeinde? auf - exponiertem Posten die Fahne der n-n hochzuhalten. Lernend? und lehrend wirkte er hier, und: eswarseiner iiy&eXienurrb - n=rciterreü£ert gu. xjerixinfejx, n>enn' stn Iegten dhe?? yr? A-vß -TeschuFan Ihr? neue und würdige Synagoge "einwelyeN konnte.- Es war vielleicht.der. .Höhepunkt feines, Lebens, als? er bei dieser Gelegenheit mit wahrer- «r-*,. »nw.bte. rvnnr sprechen durfte. Bald darauf erkrankte er, er konnte die. vielen Pläne, welche er-im Interesse eines wahren jüdischen Lebens in. hiesiger Stadthegte, nach Gottes Ratschluß nicht mehr vollenden. Er . ist im 35. Jahre seines , segensreichen Lebens abgerufen worden. Bei der ti-.i-s'. m Königsbach rühmte Herr Rabbiner Dr. M i ch a l s k i - Karlsruhe den edlen Menschen und echten /nn' und gab unserem Schmerze, beredten Ausbxin^/ feerfj ctr in fo jungen aus einem - jQeben, für f^in? ydmM?, ftzine .17-.'?-' . und , erwarten ließ, abgerufen wurde. Ferner rühmten den Verstorbenen Herr Bezirksrab.biner Dr. G rz y m i f ch - Bruchsal, Her Lehrer Jos e.p h - Königsbach, Herr Lehrer Mar x - Pforzheim, Herr Jacob W,o l f - Pforzheim und Herr S. Puder im Namen der Adaß Jeschurun Pforzheim. Eine nach Hunderten zählende Menge gab dem verehrten Manne b<s4 < £D£og-e fä-tn XBeifi Xsbenbrrg erl^allenun^- [ein Setjpiel, Jorimtrlen. , - . <8redenste!n. Seinen?0. Geburtstag beging jüngst. Kaufmann Salomon R 0 f e n b a u m, dahier, der bei! Juden und Christen in der - ganzen Gegend beliebt und .' geachtet ifk Trotz? seines hohen Alters ist er noch früh und spät im Geschäfte tättg. ..Er bekleidet.viele Ehrenämter.So wirkt er .als. Stadtverordneter sehr segens-' reich. Seit vielen Jahren ist er auch Kreisvorsteher des Kreises Hofgeismar. ' Meimbressen. Ihren 80. Geburtstag beging Fräulein Hannchen. G ol.d.w e i.ninbester Rüsttgkeit uüd Geistesfrische., ,,, - Gudensberg. Der Israelitische Frauenverein dahier kkgMtzfkMM Kl FlMntz?ms> Kfü Miicie , Lcyrer Perlfmu. Der Berem Mlr- 41 Mltt - glleder. Trotz, der schlechten Zeiten konnte er imvergangenen Jahr 500 Mark für. die verschiedensten humanitären Zwecke verteilen. Geisa, 20. März. Ihren 75. Geburtstag beging hier Frau Ernesttne Stern, die einzige noch lebende Mit-? begründerin des Jsraelittschen Frauenvereins, der in diesem Jahre sein 50 jähriges Bestehen begeht. Die Jubilarin war in!h-rsr langiährigsn Tätigkeit Armen unfc Itafi« 4iHi tai Psl4mr>!tt. Lis mimt sich tzgher all fertiger üi-ede und Wertschätzung auch der d-eü Christen der Stadt. Sontra, 20. März. Seinen 70. Geburstag beging heute in größter Rüstigkeit Herr Simon Lev instein. Er leitet noch heute das von seinem Vater übernommene 1830 gegründete Geschäft. Seine Fähigkeiten lenkten nichtjüdifche Kreise auf ihn. So betraute man ihn mit Vormundschaften ohne Unterschied der Konfession und viele Jahre war er schlichtender Beisitzer bei cNsroerbsstrsitlAZsitsn. Das WsrtrclULU. bsr Wehörbe k»s-. j l{jn In bert t?!akr>mrr>^rrstsusr»llsusscdust und fc'i vorigem Jahre ist, er auch zum Gewerbe- und Sonderausschuß bestellt worden. , Vrieflasten. Kantor in Gr. Wartend erg. Betrag eingegangen und Ihrem Abonnementskonto .gutgeschrieben. D. L. und Fröre in St ratz bürg. Betrag 8Mg8g«N8M Mtz Aller Avonuenl £. m. Wir mützlen MMt, was dagegen spricht. Bedenken werden nur bei' Fenstern gellend gemacht.

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