Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1927)
- Date
- 1927-03-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 'JU. 13 Der Israelit 31. März 1927 all. erltgegerrroehte, rrr fetirer erft-en das 6«t<irtnie ^lro^el:«mDori gtt oarliereHj 'V7V ~ npna^g» n -an mm «sn nv$n 3ilt doch Litauen in der jüdischen Welt als das Zentrum alter jüdischer Kultur, für das Land von Juden und Judentum, für den Hochsitz der Jeschiwoth. Litauen ist gleichsam der lichtspendende Leuchter, der mit seinem immer steigendem Lichte, mit dem m vr die Welt erleuchtete. Es ist das Land, das uns die nnura D'Vrwn die Weltgavnim schenkte. Und jede Gemeinde, die einen litauischen Raw an der Spitze hat, fühlt auch heute einen gewissen Stolz. „Litauisch" ist ein jüdischer Kulturbegriff von besonderer Klasse. Mit dem Begriff Des mmm newlnm man mc sorftciama cfincs ftjjarf; _)mniflßH Menschen, eines geraden. Mise«. ztslbewuhten festen und unbeugsamen Charakters. f 11« °j'»* nx ur oyoi Mit diesen Worten brächte Jehudah Halevi seine Begeisterung für das Heilige Land zum Ausdruck, mit diesen Worten des großen Dichters entbot ich den Litauern den Gruß der Judenheit der Schweiz. Denn was bedeutet uns die an Naturschönheiten so reiche Schweiz gegenüber dem von jüdschem Geist durchtränkten Litauen! m m raum lt AM ßtr. fettnem iöj cuaum um lassen Hüde, und Lennach gestMtete sich die Wiederkehr' in dieses Land für mich zu einem wuchtigen Erlebnis von tiefster Wirkung. Beim Betreten des Bodens dieses geliebten Landes, dem ich im Geiste immer angehörte, traten all die bekannten Bilder und lieben Gestalten mir entgegen in einer Unmittelbarkeit und Lebendigkeit, die mich ganz ergriff. Wieviele Jugenderinnerung und Reminiszenzen wurden da nicht in mir wachgerufen! Als ich dis Schrvslls dsr gvoßsrr vasltkrsrührrrtsrr Jsxtort §lo£>olfa telrrai uni m!(^ «in §jauclj tzes dort gepflegten Thorageistes umwehte, bemächtigte sich meiner ein derart heiliges Gefühl, daß ich mit unserem Erzvater Jakob ausrufen mußte: 'll'rrvn ->sv nn mpt»« rrn orr ’a m r« <ntn öip»n am no „Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort, es ist dies das Haus Gottes, die Pforte des Himmels". Denn welch ein prächtiges Bild bot sich hier meinem Auge dar. An der Spitze der greise Rabbi mit seiner breiten, durchfurchten Denkerstirn, mit seinem scharfen Ä skEMM MW, M lim m WsMj AM 250 an der Zahl. Alles vlasie, matte Gesichter, aus denen sich umso kräftiger, ausdrucksvoller die schwarzen feuersprühenden Augen abheben. So sitzen sie da sinnend vertieft in die großen Talmudfolianten, singend, lernend, singend disputierend, und die bald klagenden, bald ächzenden, bald aufjubelnden Melodien vereinigen sich harmonisch zu himmlischer Sphärenmusik, die den Zuhörer dem Irdischen entrückt. Der erhebende Anblick, den dieses prächtige Bild mir bot. ließ mich die Dichterworte sprechen: fräB mm MN m 0M m ja yan ww,: . Do wird es brr bewußt, baß bstn Auß bhe Stätte betreten,. aus der unseres Volkes Lebenskraft fließt." Ansere Dezisoren. Zehn Dezisoren des Mittelalters leben vor unserer Seele in ihrem Wirken und Lehren im Buche von Schewach Knöbel orri n nnVin (Wien XX Romanogasse 11/13) auf. es eröffnen sich vor unseren Augen W aripn WkWU« pes mtziWW m\\m im sWn und späten Mittelalter, rn denen uns Wehr und Waffe geschmiedet wurden für alle Zeiten, auch für die unsrige. Wir verfolgen den Lebensgang Raschis bis zu seinem Höhepunkte, und es fehlen auch die Legenden nicht, bis auf die, daß der große Erklärer in W 0 rms gestorben sei und begraben liege, was keineswegs stimmt. Wir schauen nach Spanien und Nordafrika hinkkf gim Nsi!mra!58r 8Mk m s8k alle Zeilen gelehrt hat. Nach Deutschland zurückkehrend, eröffnen sich uns die Lebenswege des Rabbenu Osch er Ben Jechiel (Rosch) und seines genialen Sohnes Rabbi Jakob Bal Haturim. Leider vermissen wir hier als Uebergang die Biographie des Rabbi Meir von Rotenburg, die nicht allein wegen ihrer tragischen Momente, sondern auch, für das Verständnis der Lehrmethode des „Rosch", der sich als fein Siegelbewahrer fühlte, von größter Bedeutung wäre. Bal Haturim, Josef Karo und Rabbi Mosche I s s e r l e s, die drei Schöpfer des Schulchan Aruch. folgsn aufeinander und matt kann die Umn *h. Sie sikh zmiW» M m züich» Werke zu verschiedenen Zeiten arbeitenden Meistern spinnen, beobachten. An der Spitzeder Gruppe: Rabbi David, Verfasser des „Ture Sahaw", Sabbatei Hakohen (Schach), Abraham Gumbinner („Mögen Awrohom") und Rabbi Josef Teumim (Pri Megodim) hätten wir gern auch Rabbi Joel Sirkes („Bach") gesehen, wie auch manchen anderen, der nur nebenbei in Verbindung mit den Biographisn anbever Maistsk flenamti tötrh. Dis lfO. Müh. öii tu? äiifi MW sich m zm MM unUe den Abhandlungen verlieren, zeigen erst, welche Ausgaben des kundigen Verfassers noch harren. Unter diesen 140 Namen ist kaum einer, der es nicht ebenso verdiente, in der ausgiebigen schönen Weife wie die anderen behandelt zu werden. Wir können diese zehn Lebensbilder nur als Probe nehmen, der bald andere folgen werden, am liebsten mit Rabbenu G e r s ch 0 m beginnend und bis zum „Wilnaer Gaon" und noch weiter reichend. Der Verfasser schreibt ein gutes, klares, leichtfließendes unj, &ie fe&enöige SJarjtettung madjt ims 2pudj auch fiir bi-e <5<fyixle f«^r ^eei^ivet. Die Lektüre roürde rrn ^terct^su Maste deru r^ebrätfc^ers wi-f T?schiüsi?^ unterricht dienen. Dem tiefer Forschenden bieien die vielen Anmerkungen eine wahre Fundgrube von Anregungen und Anhaltspunkte für weitere historische Exkursionen. Alle Leser werden, wie der Schreiber dieses, nicht ohne Dank für den Verfasser das Buch aus der Hand legen — und nicht weit weg legen, um wieder und immer wieder danach zu greifen. —tz. Rabbimfche Geschichten. Sn filempen, tno Nab bi SsrocI fiatibau a(s Nabbinsr laiig - toaxj lebic eltt 9ie|orm«§ul)«, alle religiöse Bindungen von sich geworfen hatte, sondern dem auch Rabbi Israel ein Dorn im Auge war, und er suchte Rabbi Israel zu schikanieren, wo er nur konnte An Purim bot sich ihm die Gelegenheit dazu. Er sandte Rabbi Israel als marnnvv» eine, aus Zuckerwaren verfertigte i'm-Figur. Rabbi Israel, wohloerstehend, bedankte sich schön und sandte ihm seinerseits als via» n^fr» Süßigkeiten mit dem Bilde eines Rvbbiners. Er MmÄ ihm hinzu? „DsMlb tzrißt 11 jä? e»»« nn? (und nicht einfacher: ''.''»1?' N12« um anzudeuten: Ein jeder sende das Bild seiner selbst als Geschenk seinem Nächsten! An einem Purimnachmittage sahen die Schüler des nmn »na gesellig zusammen und man wählte auch, — wie am Purim üblich — einen „Purim-Raw". Dieser, eben gemährt, gab Jeirre ^Zurirn-Wiste gurn es ehltt Ällch mchl an rlnem Trume- und schlleWch vergaß er sich in seinem stark angeheiterten Zustande so weit, und ergoß die Laune seines Witzes auf den Lehrer und machte auf den 2"a spöttische Bemerkungen. Am nächsten Morgen bereute der Schüler die ihm gestern als „Purim-Raw" entschlüpften Worte gegen einen großen Meister und so suchte er den '"aaa auf, um ihn um n^'n» zu bitten. Gerne oerzieh ihm der '"3ia- Der Sohn des °>"ä'a, der die ganze Sache mitangehört hatte, konnte sich aber nicht enthalten, seinen Vater zu 'MWa. fflio ar öann isinom soWn tu MID dqf? zechen könne. „Cr war doch angetrunken, als er feine Aeußerungen über mich machte, und wußte nicht recht, was er sprach", sagte der mwa viaa- „Du kennst doch, Vater, das hier im Volksmunde gebräuchliche Sprichwort: „Was der Nüchterne auf der Lung', hat der tdip auf der Zung'", und wie konntest du ihm verzeihen, frug der Sohn weiter. Lächelnd erwiderte ihm der nwa ma: ..Das Sprich n»art ist freilich richtig, hoch nur bei einem 3Rett|<ljenr Lei einer «"a tote er l|lj henn wenn das Sprichwort sich auch aus «ine NNN3 bezöge, so brauchten wir die Lunge der nona nach der ntnmp nicht?to zu sein, man würbe vielmehr die nana vor der besäufen und nur die Zunge ansehen, um die Beschaffenheit der Lunge zu erfahren." Ein armer, doch kluger und witziger Mann kam am Purim zum Rom feiner Stadt. Wie er den Raw so be- MrH in jmm ÜZWW \ipn fttz. — m\ Um TisH nebenan standen viele Purimgeschenke — da sprach er zu ihm: „Rabbi! Wohl keiner kann so vollkommen den Anspruch unserer Weisen: Tna*> tan *vnR pa VN' NV ...»irr a"N" erfüllen, wie Ihr, Rabbi! Denn wir armen Leute, die wir am Purim überall 8Mllk MM ans oä finMn; - bob me an MBMk: chm, der doch wesentlich zur Einsetzung des Purim beitrug, sprechen wir: 'a-na-p-o! Die Reichen andererseits, die Purim kaum aus dem Austeilen von Spenden herauskommen, sie sprechen: -m« l»n» Haman ist doch eigentlich Schuld daran. Ihr aber, Rabbi, Ihr werdet Purim mit all den schönen Geschenken, die da liegen, beehrt, ihr gebet auch andererseits mit beiden Händen den vielen zu Euch kommenden Armen, Ihr wißt wahrlich nicht, was zu sprechen, ob f»n mirr oder '211» Y>ia!" mttioflrt; 1. DIö ßölßW sind Im Tchälsiähr gehörettf bec eine etwa in der zweiten Hälfte des 1. Avar, der zweite in der ersten Hälfte des *ns; ist das MLv Jahr ein gewöhnliches mit einem Adar, fo kommt der zweite vor dem ersten zur niL» 12. ob-, wohl jünger. 2. Ein bürg erli ch es Jahr kann ohne ri2v2«' ablausen, da dieser Ende Dezember, oder anfangs Januar sein kann. 3. 2'V!2N1 2lvn wird gesprochen beim Hören guter Nachrichten, beim S ehen eines lang ersehnten!??**?? mimfa Wi IBM OEtm Trinken vesieren Weines nav anveiM. 4. Kat jemand am Lti oder vor Nacht Fleisch gegessen, so kann er vor'Ävlauf der Wartezeit bei Nacht weder Fleisch noch Milch genießen. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die lm Inserate«. teil Enthaltenen Empfehlungen rifueQet Waren ober fonsiige Angüden rssigisnssssshsichs» tymlim äüf chtt Auverlafsigkett zu prüfe». L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. 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