Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1927)
- Date
- 1927-03-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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s, Nr, 31. Mär; 1927 Sri äJSig fff? "H Nr. 13 Begründet von Dr. Lehmann tn Mainz. ■ -««LÄLSt. UkSSMllk 1SM DMs««mr i ahrpretsö (sutspreKend Dem veulMkn Jnumdsp^ attbcs) Deutsch-Lfterreich: Schilling -rankreichW Fr itauen 7.80 Lit. Älotv r Sdtoeix Cin>elnummer^vrEä GoÄpfei llrs8l mon>uü: _ „.„.c ollar; EntzlUttd 4 sh>; Obi. JuN Amerika en 3.50 Sttowtn. ettütgr. DK 0lf8ÖÖ Sl9fÜ? V^, Ja?,?en KJ StelilsssjlinBS_ _ Dis 78 MU TttNWe iS ItL; DDHl Thiffregebähr in Höhe eines dopp. JerubMfvartos. ««San na Jnferataufträge» tarrfm. Preiserhöhung jeder Berlag des Israelit T. m. b. H., Franks, a. M., ft»*. »i^» , sow. durch sämtl. Annoncen'Deped. des In- und Auslands. Alleinige Jni Geschäftsanz.; Jul. Schmidts Langestr. 7, n, Tel. Hansa 4841. Platzvorichr. ohne Verbindlich DlMs. Bei taufenbc» auf Pöstfchecklonto Frankfurt (Main) Ar. 10802. ZurtWr. Vlll 7^ - Snkasso-Bank Rotterdam^ direkt an den Verlag . . -raxsLmrNr. 180757. — Postscheckamt Zur.-.,... - „ w _ SlffÖTÖTjTÜjSjf JfJ Wiener < (Bert (fr tsftttttb f Sr <tUt , , ..._ _anca Marmarosch Blank & Co. in Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Vielfachen Wünschen entsprechend, werden wir vom 1. Iuli an die Abonnementsgebühren für den ^Israelit" nicht mehr vierteljährlich durch Nachnahme, sondern monatlich durch den V v fl ö v i s n ^{{3R.! Iür das zweite Quartal (1. April bis 3 0. Juni) erfolgt jedoch noch wie bisher die Erhebung der Vierteljahresgebühr durch V a ch n a h m e und wir bitten um prompte Einlösung. Frankfurt a. M.. den 25. Marz 1927. Verlag des „Israelit" G. m. b. H. Das Problern des Deutschen und des Inden. Bon Dir. Dr. Was in Kurth. Seitdem die deutsche Verfassung in Kraft ist, Ua Msttz Die ©ßmiitsr so skvr kkWti ist kein Gesetz so problemastsch geMWkeH, MS Bag Reichsschulgesetz. Der Kamps um die Schule wogt hin und her, schon mehr als einmal schien wie jetzt eine Entscheidung in unmittelbare Nähe ^gerückt, dann loderte der Kampf leidenschaftlicher empor, bis die Entscheidung wieder verschoben war. Seit Jahren wird so der große Unbekcmlnte vmmut Der mit Dem neuen MiiAgesetz dorr unbegrenzten MLglrchkeNstt m CnDe macht oDer ein weiteres Feld eröffnet. Deutsche wie Juden haben das größte Interesse daran, daß diese Frage aus dem Jntereffenkreife der - Politiker in den Blickpunkt der Pädagogen und Weltanschauungen, wohin sie gehört, gerückt wird. Liest man freilich die liberale Presse, so könnte man meinen, als ob vom erzieherischen, religiösen, weltanschaulichen und nationalen Standpunkt aus nur ein e Lösung möglich, und die konfessionelle Schule nur ein xvMschos MstmmM in Don HönDen gewisser Parteien sei. Düs gerade Gegenteil ist der Fall, und eine Vergegenwärtigung der für und wider sprechenden Stimmen zeigt die Stärke unseres aus jüdischem und deutschem Empfinden heraus begründeten Standpunktes. In nichtjüdischen Kreisen lassen sich drei RichjMgs» untorschewen, deren llM AkM mente in dem nun solange währenden Kampfe so deutlich zu Worte gekommen sind, daß wir aus ihüen allein schon erkennen müßten, wo unser Weg ist. ' In hinreißender Spräche gibt das Haupt der entschiedenen Schulreformet, Oesterreich, in seijjjy ^^jprcit^e mH Pater Thrasott seine Losung gKgött die konsessmneüe D^)u!s aus, Däöri rollt er. aber die ganze WeltaüschäUMg eines modernen, durch kein positives BekenNMS gebundenen Menschen aus, ohne auch nur im entferntesten auf die Sorgen und Ideale eines gläubigen Christen oder Juden einzugehen. Er redet daran vorbei mit der Freude eines durch Schlagworte berauschenden Menschen. Er redet von seinem Unvermögen, sich unter ein Dogma zu Beuaett, toas tttetnmtb t>OH ihm verlangt. Er reo« von Dem MkkMkchi, iüt ZUWMMM Pflichtbewußtsein di« Kinder zu Baumeistern in dem Reiche Gottes auf Erden zu machen, als ob es über dieses Reich nur eine Auffassung, und zwar die seine gäbe. Die Kinder seien nicht dazu da, die Eigensucht der Eltern zu befriedigen, sondern den Willen des Ewigen, das aus ihren Anlagen spricht, zu vollenden. Nach chm gibt es Mlk ßine gfOti UND wMk Mulk:?*re gc{caschaWche Schrchstmß, tkllVMMöllö Fest' leguNg, ohne konfessionelle Verkrampfung (Konfession im Gebiete der Schule ist chm immer Verkrampfung), und er denkt dabei an eine Schule, die nicht ist und nicht sein wird, aus dem einfachen Grund, weil sich die Schule nicht aus dem Leben herausnehmen läßt und, wie er ielDer fügt) ML WE rn alle S^ulftirbsn hinsinpedöl, durch Zsituvgm, von Der Straße) aus der Luft, per Radio." Während Oesterreich gegen die konfessionelle Schule kämpft, bekämpft er auch die weltliche wie sie heute ist. Dem vernichtenden Bild, das er in seipen Werken von dieser Schule entwirft, hält er die ideale Gestalt einer Anstalt entgegen, wie er sie sich denkt: Offene Schule, Erziehungsgemeinschaft von Schülern, Eltern und Lehrern unter Mitwirkung beider Geschlechter, vor allem Produktionsschule gegen Hirnschule, Lebensschule gegen Wenn er diesem Betrieb zuliebe,J der heute nirgends in größerem Rahmen verwirklicht ist und von den bedeutendsten Schulmännern in einer Dffemttgjkll SMk für »Erlich gehallan wird. die konsessiESllö Schule llbleyM) so hat diese Ablehnung im Kampf um die Schule keine Bedeutung, solange die von ihm propagierte nicht existiert. Wohl aber ist zu fragen, ob nicht die konfessionelle Schule dem Ideal seiner Schule immer noch näher steht wie die weltliche. Das ist der EßsichtLpUM vllll VkM WS Mkf *** führende Persönlichkeit der katholischen JuZSttdbö-r wegung, in seiner Polemik mit Oesterreich die ganze Frage behandelt. Wenn die Schule MenschbildUng, Menschwerdung zum Ziele hat, so kann der Lehrer nur s o seiner Aufgabe gerecht werden, daß er aus einer ganz bestimmten Einstellung zum Ganzen der Welt und des Weltgeschehens heraus die guten, lebendigen, menschengestaltenden Kräfte zu entbinden sucht. Die sofiemmme MlrHMsHM — eht — ist ein pädsgsgjsHer Popanz, Dem Die Sonder- oder Eigenartschule entgegenzusetzen wäre, in der Boden, Ort, Religion und Volkstum lebendig wirken können. Der Staat, der alle Kinder tm die Schule zwingt, begeht Gewissenszwang und Vergewaltigung, wenn er das höchste Recht und die höchste Pflicht der Ettern, die Sorge für dis Wsltanschauung der Kinder nicht achtend, für Dis fö? Diß EMM gelischm die evangelische und für die 8uöen bU jüdische, für andre die freie Schule nicht sicher stellt. Im Gegensatz zu Oestereich hat Thrasolt Verständnis für das Ideal der anderen: „Was euch heilig, will ich achten, was mir heilig, laßt es gsltsri" bittet er nur. Der starke Eindruck dieses Stundpunitts fvftd rxo§ üMjßfi, ffißim man liest, wie sich einer seiner Gesinnungsgenossen, der katholische Hochschullehrer Fr. Schneider, in seinem Sinne mit. dieser Frage weiter ausem« andersetzt.2) Geleitet, wie natürlich, von den Gesichtspunkten seines Glaubens, behandelt er die ganze Streitfrage so objektiv und so gemäßigt und gründlich, daß uns Juden zu seinen Ausführungen für die konfessionelle Schule gar nicht mehr viel hinzuzufügen bleibt. Für MöMLern Dik, freuDig und Mstbe-r-uht an .ihrem Glauben hättgött sbllSN, ist Diö Veru trautheit mit ihrem religiösen Kulturgut eine i) Zeitschrift: Die neue Erziehung (Verlag Schwetschtze), Jahrg. 7. Heft 9. 2) In der Einleitung zu dem von ihm herausgegebenen Werk Katholisches Kulturgut als Bildungsstoff" (Paderborn, Schöningh 1926). 1