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Der Israelit · 1927-03-24 · Heft 12 (24.3.1927) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 12 (24.3.1927)
Date
1927-03-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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'#‘L‘iJiv>"HSr-'¥f ^'‘•“^Vr^l!' n" *'*’&" ■f-*“ 24. März 1927 roc Nr. 12 Seite 18 >Me LniWietzüng des Amerikanijlh-IüÄschen ••.. Lrongresies gegen die Iudenverfolguttgen .7 irr Rumänien.;T Washington, 24. Februar. 7 Die von dem Amenkanijch-Jüdischen Kongreß ein stimmig angenommene Entschließung in der Angelegen heit der Judenverfolgungen in Rumänien lautet: „Dia MnTmßriiomreti m iiDtuncnen fgsit fltm stfi seit kurzem aus die Gefchehnifst rn NurüältiM, 11)8 öiß Hubert Mißachtung und Verfolgung zu erdulden haben Die von dorr kommenden, wiederholt beglaubigten Berichte bezeugen, daß ein starker Terror , gegen die Juden in diesem Lande geübt wird, daß sehr häufig Angriffe auf ihr Leben und Eigentum unternommen werden, daß die ruchloseste und schändlichste Propaganda gegen sie S??fYt?^?fT unb öct|| i^re tmrct? einen feierlichen,. non bßt* rumänischen Regierung unlerzeichnelen Vertrag garantierten Rechte ignoriert und verhöhnt werden. Da die rumänische Regierung es unterlassen hat, dieser Lage durch Bestrafung der Schuldigen und durch Unter- . drückung der verbrecherischen Propaganda, die aus Anstiftung von Ausschreitungen direkt ausgeht, zu begegnen, hat der Amerikanisch-Jüdische Kongreß in seiner am 21. Februar 1927 in Washington abgehaltenen Tagung MMon m Mmn m mm m?ritas fcieriicv Protest gegen die rumänische Negierung ZU LvhebM wegen ihres Versagens in dem notwendigen Schutz von Leben, Eigentum und Ehre der jüdischen Burger und wegen ihrer Weigerung, die Bestimmungen, des internationalen Vertrages betreffend die Rechte der jüdischen Sßiirget m IRumänien, bie im Jahre 1919 von dem rumäMschcn Volke ängrnpmMstr »wU, Zefotzeskräfi . langen zu lassen. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß appelliert an die zivilisierten Völker der Welt, ihrer Empörung über diese Verletzung dev elementaren Grundsätze von'Freiheit und Recht Ausdruck zu geben. Der Kongreß ermächtigt seine Leitung, jene Schritte zu unternehmen, die sie für ratsam erachtet, um der vorstehenden Entschließung Wirkung zu verleihen." Die Schlußsitzung des Kongreffes. W zshl h ö ton; 2ö. pDruar. Der Amerikanisch-Jüdische Kongreß wählte in seiner Schlußsitzung die Leitung. Präsident ist wieder Dr. Stephen S. Wise; Vizepräsidenten sind: George Hartmann, Louis Lipsky, George Mack, Dr. A. Rongy, Carl Sherman, Max D. Stewer, Mrs. Archibald Silvermann. Sekretär der Exekutive ist Bernard G. Richards. Dr. Wise erklärte, er übernehme die Präsidentschaft für nicht iÄn0?F gs? ssiN Ben^umin Winter erstattete den Finsnzböticht. Das Budget für das Myr 1937 vetristt 60 000 Pfund. Sehr viel wurde über das amerikanische Einwanderungseinschränkungsgesetz debattiert. In einer Reihe Resolutiönen wurde gegen das jetzige Einwanderungsgesetz als barbarisch, unamerikamsch und die industrielle Entwicklung störend protestiert. Ferner beschloß der Kongreß, sich an der Reor^uni^ierun^ des Komitees der jiihifchen Delegalionen in Dam zu lMMiWN und ein? isglirrng? Abordnung zu der Konferenz für den Schutz jüdischer Rechte, die im kommenden Sommer in einer europäischen Stadt abgehalten werden wird, zu entsenden, ferner eine Kommission zur Erforschung der Einwanderungslage in verschiedenen Ländern zu ernennen. Die nächste Sitzung des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses wird spätestens Januar 1928 stattfinden. Diesem Kongreß wird das Statut einer Vereinigung sämtlicher imm MiMWjWll w!^tionen iu atnteritaf 1°° wie ein Plan der chäÄtLtiv'ön, kutturellm und nalwMlkll Wohlfahrtspflege in Europa und Amerika, vorliegen. Personalien. Rothenbürg a. Tauber, 16. März. Am 11. Adar — 13. Februar —. wurde hier Frau Babette Sonn i-"i im gottbegnadeten Alter. von - über 88 Jahren zur letzten iftHfrf gk-El. Mit i^r ge^i in, die gesegstel mar nüt dkn E'lminMrMm tfnf* -«M*» 4a'*- Sie hatte den Geist, den sie schon in früher Jugend im Elternhaus und in andern traditionell-jüdischen Häusern in sich ausgenommen ihr ganzes Leben hindurch zur Tat werden lassen. Die vielen auf sie einstürmenden Wechselfälle des Lebens hat sie mit unvergleichlichem Gottoertrauen standhaft ertragen. ' Nach verhältnismäßig früher Zeit würde schon der Gatte von ihr genommen und sie sah sich vor die schwere Aufgabe gestellt, welche D-te <äprjjie^un-g un& bi-e t^r^aZtung einer großen üflmilvf stv Mrr «sich im 'Ginn« gerecht wuE' .Pipses - Gvtwertraüen ließ sie auch den yerben Schmers üher den Verlust ihrer aüesten Tochter eköstldM^ ^s'dotoh ßu üben. war ihr neben andern Tugendäußerungen-Wes Stieben/das sie bis an ihr- Ende oxtätigte..! - Wir all«, dE wü Zeuge wären ihres schönen Lebens, werden/ihr ein. ehrendes' Andenken bewahren, rraxan. i Altona. 14. Marz. Herr Jsaac L e o y teilt uns mit, daß er sein Mandsil als Abgeordneter zum Preußischen LLandesnerband fuhifcher. Gerneirrhen kr«nkHeitsyaU»er ncelrsr^sle^l hat, utti ^crsfelsis jet nim lstzchszs^sr A!lf der Wayluste, Herrn Dr. Julius M ö l l e r, Alrona, übertragen worden ist. Lappienen, 10. März. In unserer Jsraetttifchen Kul tusgenteinde Seckenburg-Lappienen starb der frühere langMhrige Vorstand, Gutsbesitzer Nathan Ben d i t, im 70. Lebensjahr. Er hat viel in der Gemeinde gewirkt, und Wohitallgkeit geübt. Am 7. d. M. fand in Tilsit aus dem'alten Frieohos die Beerdigung statt. Rabbiner Dr. Rösel hielt die Gedenkrede und schilderte in wlllMll Wimen WZ LcUn m MWßHsWSirmni zahlreiche Persönllchkelten aus der christlilyen Bevölkerung waren anwesend. n"aLM Aandegg, 20. Februar. In fast vollendetem 95. Lebensjahr wurde vor kurzem uns nach kurzem Krankenlager unser lieber hochgeachteter Mitbürger Emanuel M. D i o ch durch den Too entrissen. Der Verstorbene war zeitlebens ein guter Jehudi, fleißiger Synagogenbesucher und ein treues Mitglied der Gemeinde und so sind auch dessen Kinder ihrer Muttergemeinde noch sehr anhängiicy und unterstützen diese stets fort in nobler Weife. WäS WIMM: MB BÖII öUm BSUW ffiffflHiti m Sit i!änüle, auch viele anderen Konfessionen angehörend, darunter auch der Bürgermeister, herbeieilten, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Herr Lehrer Weil entwarf in schönen üef zu Herzen gehenden Worten ein getreues Bild des Entschlafenen und wurden oie Anwesenden von dem Schmerze schwer ergriffen. Das Andenken dieses Frommen wird stets zum Segen strnnjriL Nürnberg. 3. Mürz, unter reger MMllgung ist heule Sigmund Lehrn-ann im Wer von 56 Jahren zur ietzien Ruhe geleitet worden. Ein edler, ehrlicher und seibstlofer Charakter ist mit ihm dahingegangen, einer jener seltenen Männer, die neben reichen Geistesgaben stetst em gütiges Herz und eine hilfsbereite Hand hatten. Er war Berater und Mithelfer vieler Familien, ein Mitfühlender in Freud und Leid. Ein sonniger Schein strahlte aus seinem immer gefälligen und freundlichen Wesen. Wie das frühe Ableben in seiner Familie eine empfindliche Lücke hinterläßt, so reißt sein Heimgang eine nie vernarbende Wunde in jeinem großen Bekanntenkreis. Äon Ugmunü ibdioi qqii Dos Mw im s]?im /rann Cr ging die Wsgs Uv Wahrheit^ M PfadL des ReHtes und des Friedens. Herr Rabbiner Dr. Klein entwarf in seiner ergreifenden Trauerrede ein treues Bild des Berolichenen und seines segensreichen Wirkens. n-asar- Borken, 19. Febr. Einen schweren Verlust erlitt der Metzgermeister Abraham Appet dahier. Im Alter von j.9 Jahren verschied nach langem Krankenlager im Roten Kreuz zu Kassel sein einziger Sohn Jakob. Dem so früh Verschiedenen folgte eine große Menschenmenge nach dem ö^o|. Syevr We^rer ft-ai) hob in {einer Grabrede hie grpßk uni) ^r-eun^ftc^?®« Bersiortzllllll yervor. n-asan- Kassel, 9. März. Einen 80. Geburtstag beging heute Herr Jacob R o s e n b a ch II im nahen Hoof in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Er erfreut sich sowohl in israelitischen wie in christlichen Kreisen größter Achtung und Beliebtheit. Der Jubilar war 15 Jahre Gemeindevertreter und 9 Jahre Gemeinderat. Seit einem Menschenalter gehört er auch der Humanität in Kassel als Mitglied an. Reuenhain b. Zimmersrode. 6. März. Seinen 83. Ge- Mmtw MM vor mm Min dm MMMl Kstzi gebürlrg von hier, jetzt iii 88ästh?iUi kö8hUhüsi. Rüg Ifl Kriegsveteran von 1866 und 1670—71. Witzenhaujen, 6. März. Im 76. Lebensjahr verschied hier Frau Fanny Kugelmann, die 20 Jahre den Borsitz des Israelitischen Frauenvereins führte. Sie hat viel Wohltättgkeit geübt und manche Not gelindert. Göttingen, 6. März. Sein 50jähriges Bestehen beging der hiesige Israelitische Frauenverein. Vormittags -and in der Synagoge ein Festgottesdienst statt, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Auerbach die Festpredigt hielt. Außerdem hielt der Stadtverordnete Herr Jakob eine mimßt. . Mtzlor. 6. Mürz. Im 83. Lebensillyre vcrsGttv hier der Großkaufmann' Moritz Mannheimer. Bei der großen Beerdigung, wie sie unsere Stadt noch selten geehen, zeigte sich, welch hohes Ansehen der Dahingechiedene in allen Schichten der Bevölkerung genossen hat. Auch die Behörden der Stadt und des Kreises waren in dem Leichenzug vertreten. 30 Jahre hatte er als Stadtverordneter und zum Teil als Magistratsmitglied die Interessen unserer.Stadt wahrgenommen, namentlich auf hem Gebiete her Finanz« erwaltung. Fast 25 Jahre war er ffiemeittyÄIUflll 2Sl> SflU dök NMM SlMglW ist fe-in ÜÖjer?. Sein stark MsMÄöltöA süAiÜlöT Mitgefühl liehen ihä Armut und Elend lindern, wo sie hm entgegentraten. Sein Rat wurde von vielen gesucht und blieb kemem versagt. Herr Lehrer Krön hielt ihm am Grabe einen'warmen Nachruf. Außerdem sprach noch der frühere Lehrer der Gemeinde, Herr Neuhaus, auf besonderen Wunsch des^ Entschlafenen. .-rasan Seidenn. Girn-HandelsgGS.in.li.il. 47 Bleidensiralie 47 (früher: Grosse Eschenhelmerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh-und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art Vermischtes. Wallertheim, 2. März. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Wallertheim erläßt an die Mitglieder der Gemeinde folgendes Rundschreiben: „Ich habe Veranlassung als Vorstand unserer Kehilla Ihnen folgendes zu unterbreiten: Schon verschiedene Male mußten wir an Samstag Vormittagen die Pforten unserer Synagoge schließen, ohne unsere heiligen Gebete verrichten zu können. Ganz zu schweigen von den Freit«8°AkkM?n, irr Sil schrn iMgk f?in Milijiiii mm bekommen. Die einst so blühende jüdische Gemeinde Wallertheim scheint demselben Schicksal verfallen zu sein, wie ihre Schwestergemeiyden in Rheinhessen. Angesichts dieser betrübenden Tatsache ist es mir Bedürfnis, ein ernstes Wort in letzter Stunde an Sie zu richten. Wollt Ihr, daß Eure Kinder unserer heiligen Religion erhalten bleiben, daß die stolzen Traditionen unseres jüdischen Volkes hochgehalten werden, dann besinnt Euch auf Eure Pflicht! Legt ab die Gleichgültigkeit und gebt mm Kimm m MM m mmm m m ^ftr big ihrer Ahnen zeigen. Heist mit das Werk erhalten, aus das wir Wallerlheimer immer stolz waren. Cs ist ja nicht viel, was von Euch verlangt wird. Die paar Minuten, die der Gottesdienst erheischt, kann jeder opfern im Hinblick darauf, daß er einer großen Sache dient. Ich bin sicher, daß es nur dieses Hinweises bedurfte, um eine Aenderung der seitherigen Zustände eintreten zu ififlfU HU$ W jxüryf NÜH rvenn mein Ruf nicht un®eD0n orryallt.'"'—"(Cs ist 'tiesträung, daß' es so weit kommen kann, und auf der anderen Seite erfreulich, daß es noch Männer.in der Gemeinde gibt, di« so energisch zupacken, bevor noch alles verloren ist. D. Red.) Sontra, 13. Febr. Am Sonntag abend sprach hier Herr Kreisrabbiner Dr. B a ß f r e u n d aus Efchwege über das Thema: „Die Völkerbundidee in der Bibel". Er wies auf diese Idee bei den ältesten Völkern, sowie bei ben Völkern der Gegenwart hin und ließ seine Ausführungen .in den bekannten Wunsch ausklingen: 0^2 ->mv vn« mus. An den Vortxag knüpfte sich eine rege Aussorachs. Mövlllkl (AllvMj. 13. Marz. M 81. M8kg man* lallet der B. z. W. („MMN zur Wahrung Her Interesten >es gesetzestreuen Judentums in Baden) hier eine Zuämmenkunst, die eigentlich als Roschchodech-Nistan- Kundgebüng gedacht war, und nur aus technischen Gründen auf' den 27. März anberaumt worden ist. Aus diesem Anlaß werden in einer öffenüichen Versammlung, die um 2 Uhr nachmittags im „Hotel zur Traube" stattfindet, Herr Bezirksrabbiner Greilsh e i m e r - Mosbach über die „Rüsttage zum Peßachfest" und ' Herr Prof. K. D a r m ft ö h 1 e r » ßahen&urg Über tzHK führt uns jujatwneni® Die Veranstaltung, die besonders für die Gemeinden des badischen Hinterlandes gedacht ist, soll den Auftakt bilden zu einer Reihe ähnlicher Zusammenkünfte, die im Laus des Jahres in den verschiedensten Gegenden Badens anberaumt werden sollen. Berichttgung. Um ein Mißverständnis zu verhüten, muhte es in Ihrem Leitarttkel „Tierschutz . . ." in Nr. 11 Satz — Im Talmud Sabbat (S. 128 . . . heißen: Kühe melken a s s e n; unb <B-eftügei füttern . . . •« I | * i IO I * (M l Briefkasten. P. S. Janstelowitz, Bunde. Abonnement bis 1. April 1927 bezahlt. I. in Plauen. Mk. 3 — am 5. Februar und Mk. 3.08 am 18. März eingegangen und zu dem angegebenen Zwecke verwendet. v. K. in Stuttgart. Geld eingegangen und betreffendem Zweck zugeführt. M. M. ttSgM, HB ßfi m DMMIllstB over auf dem Tontinent GösöllschäftSksPn mit streng koscherer Verpflegung gibt. Uzrs ist darüber nichts bekannt, und bitten wir unseren Leserkreis um Auskunft. Familiennachrichken. Barmizwo: Leslie, Sohn des Herrn Simon lYoraiDeiiiiiFj WMgvNg, il-?mn t - Benno, Dohn vki Man Bcna DkiH Wwe., TltzmMm ' T., riLv. Synagoge Schmitten i. T. Silberne Hochzeit: Isidor Dreifuß und Frau Hedwig geb. Levi, Frankfurt a. M., Bornheimerlandstratze 21 am 27. Mär.z — Konrektor I. Speyer und Frau Martha geb. Möddel. Frankfurt a. M.. Im Trutz 29. am l> April 1927.

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