Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1927)
- Date
- 1927-03-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10 Sk. 12 Der Israelit 24. März 1827 Was endlich das Verlangen der ersten Dienstherrin anlangt, daß ihr die entlaufene Dienerin ersetzen müsse, was sie der neu eingestellten Magd mehr an Lohn geben müsse, so sei diese Frage nicht so einfach zu entscheiden. Nach jüdischem Rechte ist der Arbeiter und Bedienstete jederzeit berechtigt, das Dienstverhältnis zu irnum unD Die mröatt ntckmulM«. smsmsmau« ßiHS Arbßrt, bereit Gsgenfwktb . zugrunde gehen würde, wenn man ihn nicht weiter bearbeitet, ober eine Arbeit, die unbedingt in diesem Augenblicke getan werden muß, und die keinen Aufschub verträgt. Ob nun aber die Arbeit einer Hausmagd zu dieser Art Arbeit (deren Gegenstand zugrunde gehen würde) gehört, sei nicht entschieden, da die Meinungen der maßgebenden Rechtslehrer auseinander gehen; ferner auch geltend gemacht werden könne, die in Rede stehende Hausfrau sei ja bis dahin auch ohne Magd ausgekommen usw. Man könne oaher. sagt R. Joir Vacharach, dl« entlaufene Magd nicht mr Wlung kW HM MirsHmiu Mehrkosten anhalten. Dadurch aber, daß die Dienstherrin die Kleider des Mädchens noch in der Hand habe, sei die Sache wieder anders und gerade entgegengesetzt Der Zweifel betreffs der Mehrkosten komme jetzt der Dienstherrin zugute, da man diese nicht zwingen könne, das strittige Geld, die ihr erwachsenen Mehrkosten, dem Mädchen (in Form von dessen Kleidern) herauszugeben. Allerdings, wenn das Mädchen der Frau eine ausreichende ©r|«^bienerin pelltf roelc^e vem n(f if stlbfl btzkvmmM chänc.mmi M Mfktz das Recht dazu. - Alle diese Erwägungen seien bei der Entscheidung dieses Falles anzustellen. Eine solche trifft aber der Rabbiner von Worms nicht; einmal aus seinen grundsätzlichen Gründen^ die oben angeführt sind; andererseits, weil er ja die Ortsbräuche in Mannheim, auf die es ankommt, nicht kennt. Er verbreitet sich aber noch ausführlich über den Grundsatz, daß der Mietling und Mgcslclllk mchl in so ffltim DöMtiiig mm Sirfieiu gedei und Dienstherr Mt. mit man erwarlen sollte, nd zwar darum, wert Gott der erste und hauptsächlichste Anspruch an den Menschen zukommt, und dieser möglichst frei und unabhängig bleiben oder doch wenigstens feine Freiheit möglichst leicht wieder gewinnen solle. Wenn wir tiefer Nachdenken, so lassen sich aus' diesem Zuge manche Eigentümlichkeiten des jüdischen Wesens, des jüdischen Sozialempfindens und der jüdischen sozialen Verhältnisse erklären. Doch dies gehört nicht zu unserem Gegenstände. <• M. K. in M. Mcherbesprechungen. Arthur Landsbergek: Emil, Der Roman eines Hochstaplers. Georg Müller Verlag München, 1926. Geistreiche und kapriziöse Einzelheiten. Ein verblüffender Wirbelwind von Ereignissen. Kokette, manchmal ins Saloppe ausartende Selbstgefälligkeit des Stils und der Darstellung. Aber, alles in allem, doch mehr Effekthascherei als Erfassung der Psyche des Hochstaplers. „Mehr Selbstzucht und Einschränkung!" möchte man dem \üjönen EWWni 3tt Kelten (Zeloten). Roman von Joseph Delmont. Verlag Fr. Wilh. Grunow in Leipzig. ,; Es liegt ein Stück Tragik darin, wenn ein Autor mit blanken Waffen für Recht und Menschenverbrüderung zu kämpfen wähnt und in Wirklichkeit mit unlauteren Waffen für Unrecht und Menschenentzweiung ficht. Und es ist für den Referenten ein wenig schmerzlich und doch unbedingte Pflicht, dieses tönerne Gebäude, in das sich Gutgläubigkeit eingemauert hat, zerschlagen zu müssen. ^a£|c^e 5j3rämt||e imb üatjev nntnr^erng^ [fffjffj? Schlüsse — das ist der Gesymieinvruck des Romans von Joseph Delmont, einem Schriftsteller, der vermutlich östlicher oder östlich angrenzender Provenienz ist. Sein Problem? Ein doppeltes. Einmal, den Titel wörtlich genommen, die Ketten, in denen die sibirischen Gefangenen schmachten. Und dann, bildllch, die Ketten, in die die orthodoxen Juden, die „Zeloten" die reine Menschlichkeit in all ihren Spielarten angeblich legen. Zur Durchführung dieses Doppelthemas konstruiert er eine Schauermär, deren buchstäblich zu nehmender Teil die Farbe des Lebens trägt und sich in der Schilderung tmtr MM aus öiwritn zu munDsrBaror lMWNUM steigert, deren symbolischer Teil Ausgeburt einer krankhaft irregegangenen Phantasie ist. Hier in Umrissen die Handlung: Ein jungverheirateter Jude aus einer russischpolnischen Kleinstadt.der Zarenzeit wird als Mitglied einer Petersburger Studentenvereinigung revolutionärer Umtriebe und Handlungen bezichtigt. Man sucht ihn in seinem Heimatsort, ein russischer Hauptmann, Tier unter den damaligen Tieren, vergewaltigt bei dieser Gelegenheit seine junge, im Hause ihrer Schwiegereltern wohnende Frau trotz deren verzweifelter Gegenwehr. Als sie sich infolgedessen Mutter fühlt — ihr Mann ist ö« mmmf MMMNMil in Mimn 8ßlMM ~ treibt sie das Bewußtsein des Geschehenen und Kommenden zum Selbstmord, der im Augenblick der höchsten Lebensgefahr vereitelt wird. Als das Kind da ist, gerät die Judenschaft des ganzen Städtchens in hellste Empörung. Die „Sündenfrucht", der „Scheigetz", der „Christ" muß aus dem Haus und aus dem Ort, verkünden olie (tönbiö in den Mim Tönen. leibst die (Sc^roiegermutterj trog&em |ie iss MM Einsclhcirm rmm. Der Rabbiner "gibt diesem Mud geheul die sakrale Weihe, indem er in tiefster Wertschätzung seines Wissens und seiner Würde salbungsvoll-feierlich erklärt: Dieses Kind darf als Christenkind nicht der jüdischen Gemeinde und Gemeinschaft angehören, man dürfe ein derartiges „Geschwür" „am Körper Israels nicht dulden." Mit Verlaub, verehrtester Herr Delmont, woher flammt 3i>nen öiefe Wifssrlschcrft? 2tus bem oon 3^nen [o.grurtklos urtb ^eftig «trg?g^ss?N?N iUlÖ DfH jüdischen Gesetzcodices gewiß nicht, denn .sie erklären ausdrücklich das Kind einer jüdischen Mutter als Juden! Und damit wird der Grundton des Fanfarengeschmetters über jüdische Unmenschlichkeit zur leeren — Blechmusik. Und mit fernerem Verlaub, Herr Delmont, wo in aller Welt haben Sie. eigentlich das Modell zu diesem angeblich talmudtundigen, in der Tat aber grandios unwissenden Rabbi Esra Loeb aufgegabelt, der als ideale^ Lebenszweck, .für den ihm alles feil ist, einzig und.allein kulinarische Genüsse betrachtet. Aber psychologisch und £tmfl£ertf<f> ist es «tterbings erflärticff, toenn eine Jatjd^e auch mit unmahrhllsttgen und trer» zerrten Gestalten bevölkert wird. Denn unwahrhaftig und verzerrt ist nicht nur dieser Rabbi Lveb, sondern auch die Schwiegermutter, die die . Frau ihres Sohnes aus „Eifersucht" hart haßt und schließlich dem eigenen Kinde gegenüber zur Megäre wird. Unwahrhaftig und verzerrt ist, von einigen Oberflächenzügen abgesehen, die ganze johlende. Menge,, die statt der jüdisch eindringlich gebotenen und oieltausendfach von . Juden betätigten MlWenliM Mll MlMnbM aus dm Kchlllr Lkböbt. Wk m Skhsls brr dllM zlÜhLllden Zornes — die Schale der Gnade aber wird ausgegossen über den Repräsentanten der edlen Menschlichkeit, dendem Judentum entfremdeten „goldenen" Onkel.. Wolfs, dem nur „ä Stückerl Kurasche" fehlt, um-sich taufen zu lassen. Das Buch' ist. eine bedauerliche. Erscheinung, denn solche Darstellungen mit dem trügerischen Anschein, des tiefen Wissens um jüdische Dinge können unberechenbaren' Schaden tun. ' . —r. GRADO der beliebteste Strand Pension Händler - Villa Lydia An der Adria Haus I. Ranges - Neu eröffnet - Streng “jt2Ö - Bezüglich Verlässlichkeit beste Referenzen - Gute ungär. ti, Wiener KücLe —. 5. Mai-15 Juni bedeutend ermäßigte Preise- Prospekt -Ißd Amderecke. Wer n-eltz es? Frage: . 1. Wie Kann ein jüngerer Knabe vor einem älterenritt» in werden? 2. Wie gibt es ein Jahr ohne naüji »tnsw?. 3. Welch ,1212 wird in derselben Form beim Hören, Sehen und Trinken gesprochen? 4. Zu welcher Zeit darf man weder milchdig noch fletschdig essen, ohne fasten zu müssen? - Zu dem jüngsten .Rätsel sandten noch nachträglich (vor Veröffentlichung der Lösung) richtige Lösungen ein: Ernst Grünglück, Frankfurt a. M.; Manfred Oelbaum. Frankfurt a. M.; Isaak Tempelhof, 'Saarbrücken; P. Schneeberg. Kassel; Rosa Leisner, Halberstadt; Sally Kaufmann; Karls-; ruhe; I. Löwin, Duisburg: Kurt Rosenthal, Gxlsenkirchen; Willy Weiß, Gelsenkirchen; Menachem Iaffe. Gumbinnen; D. Bloch, Hamm i. W.; Sam. Kornfein, - Zürich I.;. Rabb. Dr. A. Posner; Hannah Heifelheck, Lezajsk (Klein-Polen). 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Wir verweisen auf das Inserat genannter Firma in. unserer, heuttgen NuMmer^' Eine technische Neuerung lag uns vor: kurzem vor, auf die unsere Leser aufmerksam zu machen wir nicht verfehlen wollen, besonders da diese die neueren Ergebnisse einer uyserer jüngsten Wissenschaften. in den Dienst unsres ältehrwurdig'sn Thaurogosstzss zu stellen., gejMßt, m .Wüött sitz um iu »sMmrnD ÄiMM elektrische Schabbosschaltühr, die.nicht nur das Löschen aller angeschlossenen Lampen am Schabbos und Jomtow überstimmt, und dadurch, jeden Haushalt von. fremder Bedienung , unabhängig macht, fondrrn die auch in der Lage ist, das Licht wieder angehen zu lassen. Es handelt sich hier um einen automatischen. Mechanismus, dem der Mensch, seinen Willen aufzwingt und. der die ihm mechanisch eingeprägten Befehle viele Stunden, .später aüsführt. Die Verwendung. eines solchen. Apparates wird von den orthodoxen Rabbinaten allgemein gebilligt tote mir fiöxren:; fo* bat autb,. bie; SmTaaooe;ber hiefiffcn Z! Jl!|l I H J| |. lT )• I I B H ’ : I li I U! ^sr^stbschrn RrfiglonsU^ttschast M MMN Wochen mehrere solcher Apparate in Benutzung genommen, woraus besonders auch wegen Maris Äjin hinge wiesen sei, falls jemand in dieser Hinsicht Bedenken haben könnte. Der Apparat funktioniert einwandfrei und. hat gefälliges Aussehen. Die. Apparate, des Herrn Dipl.-Jng. Wilh. SterN, Darmstadt, haben natürlich erst den Rabbinaten an den verschiedenen Plätzen .Vorgelegen.^ Genannfer ist zu jeder» weiteren. Auskunft gern tiereit. Etwas über Sekt (Schaumwein). . Die Spitze einer jeden Festesfreude wird, so hat es sich nun mal sinssonrprt, mit Mm ffliaa .. Wz» W die gut bekannte Firma.Jakob Kohn in München nach Ueherwindung vieler Schwierigkeiten, . eine Sektmarke „Jka Kabinett" in reicher Flaschengärung auf den Markt gebrächt, die streng koscher ist und was vor allen Dingen nach Urteilen von Kennern, gesagt werden Muß, eine in Qualität ganz bervorragende Leistling daxstellt. höl* Wöls ailch mach hoher ist wie mr irgend eine uiiötr? Qlltl MNllM N WüL m W WMM M fttulich zu konstatiM» M wird gewiß auch dä^ti beitrügen, daß dieser Köscher-Sekt bei keinem Feste fehlen wird.