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Der Israelit · 1927-03-17 · Heft 11 (17.3.1927) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 11 (17.3.1927)
Date
1927-03-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1-27 Lin Universalgenie. Mn Monolog.) Bon Z. AlUviM. Ihr fragt Wich,, was ich kann? Seltsame age. Fraget' lieber, was ich nicht kann., Eigentlich bin ich Melamed von Beruf. Schon!lelt tanM H mW SWWMlllky cr fei nicht zum Guten genannt, meine Mitgift verlor und mir noch'.obendrein die ausgemachte Freikost aufkündM. Damals wurde ich Melamed, das heißt, ich beschloß, mich selbständig zu machen und'eine Chederschule zu eröffnen. „Du und ein Lheöer?" höhnte meine Frau Chano Deborah, einen ausgemachten Schlemihl hält. die Mich r 2£fjo hatte ich einen {Tf)eher, in helft Cl1I(*£ U haben war. Ich haöe fa auc!) länjö lllö Bank im Beshamidrafch gedrückt. . In meinem Cheder konnte, sich jeder nach Wunsch bedienen. Wollte jemand Gemoro, hier Gemoro! Ehumisch mit Raschi? Warum auch nicht? Ein Anderer will gar Hebräisch mit Grammatik, Lesen und Schreiben in allen siebenzig Sprachen. Ich sage immer ja. Nur Mut, anpacken! Es wird.schon gehen. Da tauchte aber pivizüch Slü fMstökM Nacht ein „Herr Lehrer" im Städtchen auf, brachte ein Ding mit, das er . „Methode" nannte, und alles im Städtchen sprach auf einmal von dem „Herrn Lehrer" und seiner „Methode". „Hebräisch in Hetzräisch", „Ibrit be Ibrit!" Er hatte ein glattes Gesicht, eine Brille und einen kurzen Rock an, dasmachte Eindruck. Er sprach Hebräisch in einer ^sjjirö^e »le ei« <&crr«t±e ober Türke ttttb feilte Schüler grüßten. „Schalvm? Eich ^«usr gv Eltern und schlage Lärm: „Was wollt ihr, verbohrte Köpfe/mit der „Methode"; was taugt euch das „Schalom?" Wollt chr, daß „nach hundert Jahren" eureKinder auf Türkisch für euch sagen: „Jithgahal we Iithkadasch scheme rabba?" Wer wird das o den verstehen? „Laßt doch eure Kinder lieber einen Perek Mischnajos lernen!" Sie lachen mich aus. Einige geben mir sogar recht; flößrjos Halle Mvall ömr MMmtarn? Khe-er rvrrd leek, M M Nöst, llÜS llWDlß DvW nusgeflogen sind. ' .; Nun muß es nicht gerade Melamed fein. Ich bin .auch ein wenig Chafen, in der Schneiderklaus nämlich. ' Leicht ist es nicht, mitden Schneidern aüszukommen. Sie wollen rasch fertig sein, und daß ich ganz aus der Melodie komme, Ho wollte ich ihnen doch eine Lektion erteilen und fuhr zu den hohen Feiertagen in ein nahe gelegenes Dorf, um dort vorzubeten. Viel kam dabei nicht heraus. Versprochen Haben sie mir im Dorf viel weniger als in der Schneiderklaus, und g e z a h l t haben sie noch weniger. Aber die Schneider haben doch einmal gesehen, daß es ohne mich noch viel schlechter gehe, das genügte mir . . . Ich bin auch B a a l T o k e a. Den ganzen fßlonat (£tut blass ich mich ein. daß von morgens f’jj tle Siimmc le” fff filß? Nachbarschaft. nicht zum Schweigen kommt. Viele kommen zu mir, um die Kunst des Schauforblafens zu erlernen. Nur am Raufchhaschono selbst, wenn ich auf dem Almemor stehe^-bringe ich keinen Ton heraus, als hätte sich Satan darinnen festgesetzt. Ich schwitze Blut, ich seufze, ich ätttlS Uff Hfl? dürfe mit aller ßungenfrafi, ber Dorsagör ro'ßtat: „Tekioh, Tekioh«^ und wwdrr „Tekioh!" und der Schofar wie zugefrorech D hätten sich alle Geister gegen mich verschworen. W werde blau und weiß und rot und wieder weiß, und öffnete sich eine Grube vor mir, ich würde vor Scham und Schmerz hinabsteigen. Endlich gibt es' Tekioh — nachdem mir ein anderer den Schofar aus der Hand gerissen hat ... pgcrDtm Dm w nm f Unh* einen Tefillmknoten und kann auch «einen Get unterschreiben. Zu Hause schreibe ich ganze Vogen voll, und alles bewundert meine Kunst. Kaum bin ich. aber' im Rabbinerhaus und soll einen Get untsMsibsn/da zittern mir die Wde ll>ie im Schüttelfröste. Die Unterschrift ist fehlerhaft; der Get ist unbrauchbar, der Rabbiner ist außer sich vor Zorn.' Alle Arbeit umsonst . . . Es hat sich sszsv Wn MWvl. m Dur® mein ungmr liches Benehmen ein Ehepaar „üngeschieden" davon ging und sich wieder geeinigt hat . . . Abgesehen von all dem bin. ich Schachet, das heißt nicht von Beruf und das ganze Jahr Über/ nur aushilfsweise vor Jomkippur, da die beiden Schacht« für die Kaxoraus nicht ausreichM. Leider geriet ich mit den Schächtern in einen Ml unD malhe seitdem nicht mehr n«t. so.« af.li« fn au: Ich bin nämlich ein Älenlch, der es nicht Mt, sch 311 nDfireUin. LllnsW, gmi«K eines nach dem anderen. Die Weiber sind aber erregt, haben Eile, stürzen mit ihren Hühnern herbei und überschreien sich: „Mir erst! mir erst!" I ch bewahre Ruhe. Aber die Schächter schreien mich an, ich sollte mich beeilen. Da beeilte ich mich und machte zwölf Hühner nacheinander t r e f e. Nun bricht ein ohrenbetäubendes Weibergeschrei aus. Dazwischen schimpfen die Schächter und Gas- MUNM tarnen, na MM ttMllgMMM ms statt das Schächtmesier mit der Nückeusettö in den Mund zu tun und das geschachtete Huhn hinzuwerfen, stecke ich das Huhn mit der Kopfseite in den Mund und werfe das Messer, weit von mir, daß es erst eines der schreienden Weiber am Fuß verletzt und dann in Stücke zerbricht. Daß sich nicht die erregte Menge wütend auf mich warf, ummi<f> in Stücke zu reißen, hatte ich nur dem Umstänze zn mümim, kW tt von ollen Dis urtten stark blutete. Das Blut strömte mir aus Hals und Mund. Juden können kein Blut sehen und sind mitleidig. .. Zum Glück rührte, das Blut, ich wußte es erst selber nicht, vom geschachte t e n H u h n e her, das ich in den Mund getan hatte. Gott verläßt seine Gerechten nicht. Aber mit dem Aushilfsdienstbei den Schächtern war es für immer aus, obwohl sie'ein über das andermal beteuerte«^ „sie £>räucf,fe« mt<J> auf Kaporans;, Düm hülle üy vemuyc vcrgcfstn gu daß ich schließlich auch noch'S chadchen bin: In Wahrheit gesagt, habe ich Noch keine Partie zusammengebracht, das heißt, einmal ja, aber das Paar ließ sich schon nach einigen-Wochen scheiden, bevor ich meine Provision erhielt. Ich darf sieals verloren ansehen. Aber täglich schreibe und etfmfte tt mm in DMMngklkSkMikkn, Mder habe Ich wenig Glück. Ich staßz SUtwSllß? auf Mädchen, denen kein Schadchen in der Welt mehr helfen kann, oder auf solche, die keinen Schadchen brauchen, weil sie schon die jungen Männer von alleine finden ... Eine neue Welt! Einmal hätte ich schon um ein Haar etwas Rechtes zusammengebracht. Er wollte nicht, sie wollte nicht. Da schrieb ich ihm' meine richtige Meinung, daß er nichts fei und nichts hätte und froh fein sollte, daß ihn überhaupt noch ein Mädchen anschaue. Und auch i h r schrieb ich, worauf sie sich etaenfitt [d MüiM. oll sie nW MW Mk «tt und häßlich sie ser und noch öbän-psi» MchtZ besitze als ihr böses Mundwerk. Da fügte es ein unglückliches Zusammentreffen, daß ich die beiden Briefe verwechselte, er d e n Brief erhielt, der für sie bestimmt war und umgekehrt sie den für ihn bestimmten. Nun erfuhr jeder Tell genau, wie ber anhere mar tmb auefaf), und damit war die Sache «ikbrr Mi§r Aber es ist nicht das, was ich erzählen wollte. Ich wollte mich euch nur vorstellen, daß ihr wißt, daß nicht irgendwer vor euch steht, sondern eich Mensch von vielseitigen Talenten. Für Parnosb reicht es zwar nicht hin. Aber man lebt sich st» durch, macht „Schabbos" und zieht neun Kinder groß, sollen alle leben ustd gesund sein . . ." Mein Msib behauptet zwar, ich fei ein ausgemalter Schleinitz!. SßW MSN MUß NW llllW glauben, was Weiber sagen ... Alescholim. Von S. Vrückheimer in Atarktbrelt. Ein Kompliment. Slrnschel Vär mar ein unbebolfener Mensch.! A i)«l fein Bsuis, UTlD stlns erste Kaloh fügte hinzu: „Und kein Rahm". *) Als ihm der Schadchen ein zweites Mädchen antrug, sagte er: „Amfchel, dieses Mal gehe ich mit auf die Brautfchau. Nit, daß du wieder neben dem Mädchen sitzt und ißt und trinkst und redst kei Wort." Bevor beide am nächsten Sonntag bei Moscheh Leb in ®, eintraten, faBte per Wbtzn dm mfc£>ef am Nockzrpfel und slüststtsi „Ais», fei (ein beim Essen! Schau die Chajeh an! Red' über die Supp', von der Mehlspeis' oder vom Wetter! Und wenn dir die Chajeh gefällt, dann darfst du *das auch sage! Da freut sie sich ganz gewiß!" Amfchel Bär saß bei Tisch der Chajeh gegenüber und sprach kein Wort. Aber er rührte auch weder Gabel noch Löffel an. Der Schadchen stieß tfm einige Male in bie Seite. Doch Amfchel blieb - stumm wir SW Ms«H- - No, Amfchel," fragte da die Chajeh, „kein Appetit? Schmeckts nit?" Jo," antwortete Amfchel stoßweise, „hungrig war' ich jcho. Aber wenn ich dich anseh, bin ich scho satt!" DerAmHoörez. Aber Amschel Bär bekam doch noch eine Frau. Die nahm onm kMkll LSS «n im mn? die Hügel IN die Hart- und schnitt Amfchel M jOer HJleiB nungsäußerung immer kurz das Wort ab; indem sie ihm an die Stirne tippte: „Die Ehochmeh hast du nicht gegeffe!" In der ersten Zeit seiner Ehe versuchte er manchmal noch gegen die Ansicht seiner Frau anzukämpfen. So wollte er, als er den ersten Seder gab, ihr zeigen, daß er mehr wisse, als was in der Hagoboh stehe. Denn ganz dunkel war es ihm «sch m Ektanekllnn. llüll manches darin erklärt werden müsse. Deshalb fügte er Worte an, ja ganze Sätze oft. die ihm aus der Tefilloh oder aus dem Sprachgebrauch her geläufig waren. Als er bei der Aufzählung der zehn Plagen, hielt, tauchte er seinen Finger tief in den Wein,. erl meit in bie «Stribe mtb ff{>rie mit ißiner Mrenftimnie: „Dam, Zefardea, Kinnim ... ... Makes bechoros auf mei ganze Mifchpuchoh! " Lebendgewicht. Merle, die Frau des Viehhändlers Jokef Adler liegt den ganzen Tag im Fenster und ärgert die Vorübergehenden durch ihre neugierigen Fragen. Da sie die etwas beleibte Frau Jette Baum x>otx ber 9fia<ä)bargemetnbe Sy. eben aus ber Post- Tutttc llÜDMsm strich ruft fi? ,W?ff «tt* „Wie gehts Frau Baum? Waren Eie nit jüngst im Bad? Haben Sie abgenommen? No, was wiege Sie jetzt?" „Ich weiß nit," schneidet Frau Baum ab und geht vorüber. *) »m W iftn LsW (??m 5?6r: ««*> fei« ütaom" tft m enritomon auf Dem Lorfr unö Dsf««t von «inem Menschen, daß er weder Geschmack noch sonst was Gutes an sich habe.

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