Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1927)
- Date
- 1927-03-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Der Israelit Efr Seite 10 Nr. io 10 März 1927 sich in jedem Orr^.noch viele jüdische Finsterlinge finden, jedoch war die Kraft des Redens ihm nicht gegeben. In! zu bestimmen. Jedoch nur die Stunden, nicht aber die die da glauben, daß es ein wichtiges Gebot wäre, am der sechsten Morgenstunde, als wir uns nach Haufe be- Teile derselben. Pessach Christenblut zu benützen, denn so hätten sie es gaben, sagte ich während des Weges dem Golem: Wisse, von ihren Vätern tradiert erhalten und selbst wenn ihr daß wir dich aus Erdenstaub geschaffen haben, damit du Rabbiner das Gegenteil predigen sollte, würden sie ihm die Juden von allem Bösen und Unglück beschützest, die sie von ihren Hassern und Gegnern erdulden müssen ~ ' nicht glauben und nicht gehorchen. Und wie dürfte ich auch die Verantwortung für diese jüdischen Finsterlinge übernehmen, deren Erkenntnisstufe sehr tief ist. Und unserer vieler Sünden wegen blieb mir auf diese Fragen ein meberfämpfenbes SIrgumeni verhohlen. Nachher txmrbe etn großer Ueil her Sispulaü o rt ni e &-ergefc^rreben und unserem tugendhaften Könige Rudolf, sein Glang mehre sich, eingefandr. Meine Worte fanden mit Gottes Hilfe Gunst in seinen Augen und er ließ mir den Befehl zugehen, daß ich mich bereit halten möge vor ihm zu er- Dein Name sei: Josef. Mit mir wirst du wohnen, dein Platz wird in meinem Beratungszimmer sein, du wirst Diener des Bet-Din fein, meiner Stimme wirst du gehorchen rvas irnrnsr ich dir auch befehlsn wsrde. ins Fsuer zu im MßMZtt urMWtc-Mru. »ZU Tusmr hrnabguf^ringen, bis bu jeden meiner Äefehle oollftänbig ausgesührt hast. Hieraus nickte der Golem mit seinem Kopfe, wie einer, der den Worten seines Nächsten zustimmt. Ich inspirierte ihm den Geist des Dämonen Joscheinen. Am Rosch-Chodesch Schewat des Jahres 5333 fef, der im Talmud erwähnt wird, der nämlich halb Mensch nach E. d. W. wurde vom Könige, sein Glanz mehre sich, ein bespannter Wagen geschickt, der zwei Fürsten zu mir führte mit dem Aufträge, daß ich mit ihnen reisen möge. Ich fuhr mit ihnen in das Königsschloß, wo ich Gottlob mit großen Ehren empfangen wurde. Der König sprach mit mir eine ganze Stunde, nachher wurde ich nach Hause entlassen, ebenfalls in großen Ehren. Diesmal ist es mir iOttlOD WIM, Bit WWWBWIIg glll Mit Bll' Nichte zu machen. Aber ich hoffe, baß es mir mit Gottes Hilfe gelingen wird, das Unglück ganz hinwegzuräumen. Nach Verlauf von zehn Tagen erging ein Befehl des Königs, sein Ruhm mehre sich, an alle Gerichtshöfe, daß bei allen Fällen von Blutbeschuldigung Nebenpersonen nicht verurteilt werden sollen, sondern bloß jener Mann, dem die Bluttat nachgewiesen wurde; ferner, daß bei jedem Vlutbeschuldigungsgericht zur Verhandlung der Orts- JÖbilWl' SSLl> SllM MH hm UllDflH hgkMMZlMN HJflFÖOn muß, ble bie Parnaffrm ber Gemeinde sind. So aucl), daß das Urteil, welches vom Gerichtshöfe gefällt wird, zur Sanktion dem Könige vorgelegt werden muß. Jedoch das Unglück der Vlutbeschuldigung ist noch nicht gänzlich zur Ruhe gekommen. Wenn einer aus der Bevölkerung einem Juden gehässig ist, da stellt er Fallen auf, um den unschuldigerweise beschuldigten Juden dadurch loszuwerden. Ueberdies ist die Furcht vor dem Pater Tadäus groß. Er ist ein Feind Israels und Bedränger der Juden. Er ist ein Zauberer, er trägt mir eine große Eifersucht und einen großen Haß nach und hat sich vorgenommen, mich derart zu bekämpfen, bis ich den Ort ganz rrlgffe, stnh wie bekannt, ist in dem betretenden Geistlichen ein Funke des Philisters aus Mob. In mir jedoch ist ein Funke vom König David, Friede über ihn. Bekannt ist, daß König David von den Philistern arg verfolgt wurde, und daß nicht viel gefehlt hat, daß er in ihre Hände fiel. Dadurch war ich gezwungen, noch mehr Kräfte zu sammeln, damit ich mit Macht gegen den Pater ankämpfen könne. Ich machte eine Traumanfrage, mit welcher Kraft ich ihn bekämpfen könnte. Ich erhielt vom Himmel eine Antwort, bestehend aus zehn Worten. „2Ita kr a golem b-abeP hachöttier7 tgsit^säli s^Zllll gellte! fzllfz Jisroel" (alphabetisch bis Hob!) — Du schaffe einen Go lem, kitte Lehm und vernichte die Frevler, die Bande der Judenfresser. Und in diesen zehn Worten sind Namen - (Gottes) enthalten, mit deren Kraft stets ein lebendiger Golem aus Lehm gezeugt werden kann. Ich rief sofort im geheimen meinen Schwiegersohn Rabbi Jizchak Hakohen und meinen Schüler Rabbiner Jakob Sason Halevi zu mir und zeigte ihnen die Antwort vom Himmel, die ich durch die Traumanfrage erlangt habe. Ich machte sie vertraut mit dem Geheimnis der Schöpfung eines Korpus Zlls Lv^llstzub u«J lssts Ws», daß ich sie Zökangiehen wolle zur Mithilfe bei ber Gchöpfungstätigkert. Denn zur Neufchöpfung sind vielerlei Kräfte aus den vier Grundstoffen: Feuer, Luft, Wasser, Staub notwendig, und ich wußte, daß in jedem einen von uns eine spezielle Kraft von diesen vier Elementen vorhanden ist. Dermaßen wird die Schöpfung in Vollkommenheit zustande kommen. Ich trug ihnen auf, dieses Geheimnis keinem Menschen zu entdecken. Während sieben Tage habe ich sie mit Läuterungen nach meinen Gepflogenheiten vorbereitet. Im Jahre 5340 n. E. d. W.. am 20. des Monates Mar. gingen mir m Mt in Der nierten 6!tlM nach Mitternacht außerhalb der Stüdl ZUM Flusse, der Mdldavka genannt wird. Am Ufer des Flusses suchten und fanden wir eine weiche, lehmige Stelle. Auf dem weichen Lehm zeichneten wir eine Menschengestalt, drei Ellen hoch, wir zeichneten auch Hände und Füße, es war wie ein Mensch, der am Rücken ausgestreckt liegt. Nachher stellten wir uns drei zu Füßen des Golem. Ich befahl meinem Schwiegersohn, Rabbi Jizchak Hakohen, als erster den Golem siebenmal zu umringen, beginnend von der rechten Seite bis zum Kllsise nnD Dann auf Der linken Milk vom Kopse bis zu den Füßen. Ich ÜderZüb ihm dis Buchstabenzusammensetzungen, daß er sie spreche während des Umringens. Er tat also, und als er die Umkreisungen vollendet hatte, wurde der Körper des Golem rot wie eine Feuersglut. Nachher befahl ich meinem Schüler, Rabbi Jakob Sason Halevi, daß er ebenfalls die gleichen sieben Umkreisungen vollziehe und übergab ihm andere Buchstabenzusammensetzungen. Als er die Umkreisungen vollführt hatte, da sah er (der Golem) aus wie ein behaarter Dreißigjähriger. Auch Nägel entstanden an den Spitzen seiner Finger. Hierauf machte auch ich sieben Umkreisungen. Nachdem ich die Umkreisungen vollendet hatte, ißjltierion mir zu Drill gomeiniam einen löers aus Dtr biblischen Schöpfungsgeschichte. Hieraus ervffnete der Golem seine Augen und stierte uns an wie ein überraschter Mensch. Hieraus ries ich mit energischer Stimme: Stelle dich aus deine Füße! Und der Golem stellte sich plötzlich auf. Hernach bekleideten wir ihn mit den bereitgehaltenen Kleidern und auch Schuhe zogen wir auf seine Füße. Er war ein Mann wie andere; er sah, hörte und begriff, und halb Dämon war. Dieser bediente die Talmudweisen und errettete sie oftmals von vielem Ungemach. Ich sagte dem Golem, daß, wenn er auch durch das Feuer gehen wird, werde er sich nicht versengen, kein Strom werde ihn wegschwemmen und kein Schwert werde ihn umbringen können. Meinen Hausleuten sagte ich über den Golem: als ich frühmorgens in die Mikwah ging, da bem» m »ui [fiiimn Win m M i$ W daß er ein ehrlicher Mevsch stt, erbarmte ich mich seiner und brachte ihn ins Haus, damit er den Dienern des Bet-Din zur Hilfe sei. Jedoch befahl und warnte ich meine Hausleute, daß sie ihn zu keinerlei Verwendung und häuslichem Dienste benützen. Seither sitzt er immer, wenn man seiner nicht bedarf, im Zimmer des Bet-Din in einem Winkel am Ende des Tisches, den Kopf gestützt auf beide Hände, wie irgend ein lebloser Gegenstand, ohne Miüßoii. aöfiß ffiornunfi. ahne narDinDonfon liDer irgenD etiväs. Dafür nanntsn ihn bU Leuts; Jsffsle, Uv Gslsm. Seine Vernichtung, wenn er einmal nicht mehr gebraucht werden sollte, wird genau nach derselben Prozedur vor sich gehen, nur in umgekehrter Reihenfolge Wer in der angewandten Kabbala bewandert ist und das „Buch der Schöpfung" gut kennt und begreift, der begreift auch die Methoden der Schöpfung und der wird auch das Geheimnis der Vernichtung der Schöpfung wissen. Es genügt nicht die Buchstabenzusammensetzungen aus dem „Buche der Schöpfung" bloß zu erlernen, um mit ihrer Hilfe einen Menschen r^er ein Lebewesen zu erschaffen. Der Mensch, der die Zusammensetzungen nur au? dem Buche erlernt^ be^i^t nodp feine Krcc^t etwas zu erschaffen. erstens weil das Buch sehr fehlerhaft ist und vieles daraus fehlt, ferner weil die Hauptsache das Vonselbstdaraufkommen ist. Auf die Frage Euer glorreichen Ehrwürden, ob der Golem verpflichtet ist, die Gebote zu erfüllen und ob er Minjan zugezählt werden kann, scheint mir, daß dieser Mann von allen Geboten frei ist. Auf die Frage Euer glorreichen Ehrwürden, ob ein solcher Mann einen freien Wille besige. ob er die Kraft hat. geistige Dinge Zll eMen., in mMsr> KrMvMg ß^gofäjaffon wllM. rote weil seine Kraft in bte Höhe unb in bte Tiefe reicht, ob er irgend einen Jntellgenzgrad besitzt, und warum ihm die Kraft des Redens mangelt, ob er eine und welchen Grad einer Seele besitzt, ob er über Zeugungskraft verfügt, ob ihn welche Schwächen beherrschen, ob er die Zeitabschnitte des Tages bestimmen kann, ohne den Sonnenstand oder die Uhr zu besehen, warum ich ihm gerade den Geist des Dämonen Josef einhauchte, ob seine Reste nach seiner Vernichtung verunreinigen, ob sein Geist bei der Wiederbelebung der Toten auferstehen werde ob ök, Aniöil amiT fünftioen MM Daöo, will itf) (Euer glar: reichen Ehrrvürben ber Reihenfolge nach antiNärteU. Meiner Ansicht nach und nach meinen Prüfungsergebnissen hat dieser Mann weder einen guten. noch einen schlechten Trieb. Was immer er tut, tut er zwangsläufig aus der großen Furcht heraus, daß er nicht sofort aus dem Dasein verschwinde. All sein Handeln ist rein mechanisch. Meine Erprobung erwies, daß er eine besondere Kraft besitzt, bis zehn Ellen in die Höhe und zehn Ellen in die Tiefe. Nichts ist ihm zu schwer und nichts kann ihn in seinem Tun hindern, innerhalb der Grenzen seines rüumnann KrMkiiMlungsMkWs. Er hat das Vermögen, primitive geistige Dinge zu sehen, das ist etwas mehr als bei der Tierwelt und etwas weniger als bei den Dämonen und Geistern. Hingegen der Mensch, der eine Seele und einen freien Willen hat. kann die geistigen Dinge nicht sehen, selbst wenn er auf der Stufe eines Zadiks steht, außer, wenn er hierzu eine besondere Kraft vom Himmel erhält. Dieser Mann wurde in einer speziellen Kraft geschaffen, daß keine Waffe ihm anhaben könne, daß er im fraurr Ml aerskiM. Daß er im TDaffcr Ml vcrstntt, Sein Lebenegeifl ist nur untergeordneten ®raDe§, daher konnte er mit der Kraft des Sprechens nicht ausgestattet werden. Nichtsdestoweniger konnte man Sabbat eine schwache Verklärung in seinem Gesichte beobachten. Der Mann mußte ohne die Kraft des Zeugens erschaffen werden, weil niemand stark genug gewesen wäre, ihm Widerstand zu leisten. Darum fühlt er auch nie eine Schwäche oder Krankheit, weil er absolut keinen Trieb besitzt und alles nur mechanisch tut. Dieser Mann kann die Zeitabschnitte feststellen, ohne den Sonnenstand oder eine Uhr zu Rate zu ziehen. Und zwar: aus dem unterirdischen Gan Eden wehen in jeder lagtsftunDc anörrt WWiMWk mit MM BMlMW dis der Atmosphäre ihre Gifte entziehen und ste reinigen. Diese heilsamen Gerüche werden von den verschiedenen Pflanzen angezogen, wodurch diese ihre Heilkraft gewinnen. Wo diese Wohlgerüche keinen Zutritt haben, entstehen die fürchterlichen Epidemien. Und nun dadurch, daß die Geruchorgane dieses Mannes nie gelitten haben, besitzt er die Fähigkeit, die Gerüche zu jeder Stunde Dieser Mann wird meiner Ansicht nach auch vom Tode erwachen. Aber in einer transformierten Konstitution. Er wird auch am künftigen Leben teilhaftig sein, wohl nicht wegen seiner Erfüllung der Gebote, der er nicht unterliegt, sondern weil er oftmals die Jstden von großem Leid errettet hat, ohne welchen Lohn hierfür zu empfangen. Und wenn er dies auch zwangsläufig getan hat. so gebührt ihm hierfür doch eine Belohnung, wie Dü? HM DM gskMUN KnMö mit einem wMgMlliWn Blicks begegnet. Gegeben zu Prag (j. I. A.) im dritten Wochentage des Abschnittes Wajera im Jahre Geschem (5346) .der Schöpfung. Der Geringe Jehuda Löb, Sohn des Raw Bezalel s. Z. l., wohnend in der erwähn- , ten heiligen Gemeinde. Ainderecke. •nr n Von IR. Meinreb in Ludwigshasen a. Rh. ftn ams tmn 'rrnnn n■»uw wrn nm -ipin n*?ayn py nx 'rrnnn m niznn Vn ns nori ^>on V8-> nrri tPio ns sj np h"in nhn wsi orrw ns v'w ■jnDS1?» n'°?2 nns; l^ip ns sj w>mn ms O’WS '2IS Qä n«T D’Qira tm k1? ZM2 «^n V'S nns nns? im sa *nn Zu dem jüngsten Rätsel sandten noch nachträglich (vor Veröffentlichung der Lösung) richtige Lösungen ein: Walter Kahn. Frankfurt a. M.: Leiman MoL. ©ion; Ma mmn, fialomiaDl; üttd Mikjäm Ksh», Lödsür; Bezion und Chajim Ungar, Trnawa; Alex. Looß, Frankfurt a. M.; Max Weinreb jr., Ludwigs Hafen; Henoch Kornfeld, Bedzin; Wefolowsky, Düsseldorf. Wochenkalender. vom 12. — 19. März 1927. vom 8. — 15 Ädar 6^7 Samstay «5 12 ns 8 SIP’I tdt nens Eoftttia^ - i 13 0 Montag 14 10 Dienstag 15 11 Mittwoch 16 12 Donnerstag 17 13 inos n’iyn Freitag 18 14 d ■» n s 5amstaa 19 15 IS nposn Dma Ls ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseraten. keil enf^alfenen <6in^ef)tungen ritueller TBavsn ober sonstlze Angllbcn rcligionsgkskljlichLn «uf I&tc Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten Tabake feinste Hamburger ü&d LfStüSf Fafewlfäte Import von Havana-Cigcirren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Telelon Hansa 3391 Kaiserstr 81 Zeit 88 Versand nach auswärts Wir verweisen auf die Annonce des Vereins zur ^örderuu^ ritueller <= p .e r f-e S u f e r e. SB-, Hamburg 1» laut «slchrr für bi'? Errichstmg Restaurants in Wildbad Interessenten gesucht werden. Berankwortlich für den allgemeinen Teil und Das .reutlleto« S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i.B.: S Schach» nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). Verlag .Israelit", G.m.b.H., Frankfurt a.M. — Druck Sermon Verlags» Mtkengefellschaft, Frankfurt a. M.