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Der Israelit · 1927-03-03 · Heft 9 (3.3.1927) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 9 (3.3.1927)
Date
1927-03-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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sk«i»ttsn Wage Kr. Rabbicksche Geschichten. Ein Chassidimrabbi war Gast bei Rabbi Chajim Woloschiner. Bei Tisch kam die Rede aus den Sinn des Verses im bekannten Pismon: rroiK n-»2nrri D’pVH- Rabbi Chajim fragte: „Wart Ihr schon einmal in Petersburg?" „Rein", sagte der Rebbe. Rabbi Chajim: „Aber Ihr habt gehört von Petersburg, eine wundervolle Stadt mit ijeöe«r Lkssßsn. JgFücfßn uns Bursen; Palästen, Villen, kurzum mit allem, was dös Menschen Herz gelüstet! Und auch Warschau ist eine große, schöne Stadt; große Geschäftshäuser, Gärten, Theater, Stadtpark. Aber erst B e r l i n und Paris! es ist gar nicht zu schildern, wie schön diese Städte sind!" „Was sollen diese Redensarten von den Nichtigkeiten dieser Welt, wenn von tiefen Dingen gesprochen wird?" dachte der Gast und er gab üuäj stinrnl ^aunen ieijert Otusbrucf- Rabbi Chajim: ..All diese Städte sind richtet, in Glanz und Größen aufgebaut, indes die h e i l i g e Stadt noch in Trümmern liegt. Das ist der einfache Sinn des Pismon." „Und ich", meinte der Chassidimrabbi, „hole mir den Sinn des Pismon nicht erst aus Petersburg, Warschau, Berlin und Paris, sondern ich schaue in mich, sehe auf und in die Menschen um mich herum und klage: „Ich denke Gottes und erschauere, da ich sehe wie jede Regung '"’Vtf) m-nurnn) I^f4err leibliche und sMNliOör AN hoch empor schnellt. Die Regungen der Seele zu Gott aber (d^k tst) tief unten bleiben." .. Rabbi Salomon Poßner, der Verfasser des „Chemdas Schlaumau", der Oberrabbiner zu Warschau war, hatte viele Gegner, die ihn auf jegliche Art und Weise verfolgten. Cs kam so weit, daß ihm jemand auf der Straße einen Stein nachwarf. Eine tiefe Erregung ging durch die Gemeinde, die die Ehre des beleidigten Rabbi rächen Mille- §r säkk M in bie Sache auf sich Berufyen zu lassen und schloß sich in sein Zimmer ein. Als die Rabbinerin später in' das Zimmer trat, traf sie den Gatten in Tränen aufgelöst. „Warum nimmst Du Dir die Tat eines Rohlings so zu Herzen, wo doch die ganze Gemeinde auf j ämk* Deiner Seite ist?" suchte sie den Rabbi zu beruhigen. „Ich weine", erwiderte der Rabbi, ..aus Stngfi für bert llehettätäif, es könnte ihn durch mich dir verdiente Strast kussion, den Rabbi seine niedere Herkunft fühlen lassen zu müssen. „Mein Vater, er ruhe im Paradiese", Hub der eine an, „pflegte die Talmudstelle so und so zu erklären." — „Und mein Vater", sagte der andere, „sein Andenken sei gesegnet. pflegte die Frage so und so zu beant „orWH — ..Und m i i n Mar. warf MM Jerucham ein, „pflegte zu zu sagen: eine Arbeit, die nicht irgendeinen neue n Schnitt, eine neue Note aufweist, ist überhaupt keine A r - b e i t." Und darauf packte er mit seinen neuen Thoraforschungen aus, daß die anderen geblendet und beschämt dastanden. Rabbi Jossele, der Schwiegersohn von Rabbi EM löHf: Skr WBfgf in [eines SchüllegsWStsj'S auf Dem NaMnßisitz zu Dlonlin war, hatte in jüngeren Jahren seine Freikost im Hause des großen Schwiegervaters. Eines Tages fragte Rabbi Eifel in guter Laune seinen Schwiegersohn: „Wer von uns beiden ist -eigentlich Rabbi in Slonim? Halachische. Fragen entscheiden die Dajanim, das Rabbinergehalt kommt uns beiden gleich zu gut. Woran wäre danach zu erkennen, ob ich der Rabbiner sei oder Du?" Nabbi Jossele schwieg. Cisel seßte && .fäeü ..lSchen wir zusammen aus die Straße hinaus, dann wollen wir sehn, auf wen von uns beiden geschimpft wird ..." Rabbi Nachum aus GrodNo schlug all die ihm angebotenen ehrenvollen Rabbinerstellen aus und zog es vor, als Sch am es der Gemeinde in Grodno Tag und Nacht für die Armen und Bedürftigen zu sammeln und zu sorgen. Er selbst lebte mit seiner Familie in größter Not, aber nUß Wärmten, alle Mtwkn und Mism mm^n ihn ihren Vaier. Er pflegte auch slls Klubs und Cafes zu besuchen und die Gäste fast zu zwingen, daß sie von ihren Spielgeldern, für seine Schutzbefohlenen abgaben. In einem Weinhause stieß er einmal auf eine Gesellschaft von ausgelassenen Menschen, die, statt ihm. was zu geben, ihn Noch verspotteten. Rabbi Rachum ließ nicht locker und suchte den Pflichtvergessenen ins Gewissen zu reden. Da geriet ihrer einer in Zorn Uno verabreichte dem Rabbi eine Ohrfeige. Rabbi Rü- Mm W dem Mann mW mZ MM M fmäji „Das war für mich, wab befotntn ich mm für meine Armen?"... Darob waren die Anderen alle so erstaunt und erschüttert, daß sie ihm zur Abbitte alles Geld, das sie zur Hand hatten, für feine guten jrsffsn." Rabbi Hirsch Michael, einer der Besten und Frömmsten der heiligen Stadt, pflegte den ganzen Tag dem Thorastudium zu obliegen mit* nachts das Mitternachtsgebet an der heiligen' Mauer zu verrichten. Dreißig Jahre hatte er die in MstM NW 7i5l2ss?ll: N? Kaiser Wilhelm Jerusalem besuchte unv sich bis ganze Stadt anschickte, ihn vor den Stadttoren zu begrüßen, war Rabbi Hirsch Michael im Zweifel, ob er verpflichtet sei, vom Studium weg durch das Stadttor zu gehen um den Segensspruch beim Anblick des Kaisers zu sprechen. Er dachte, grübelte und studierte die Frage und kam nicht ins Reine. Da passierte ihm, daß er in der Nacht vor Ankunft des Kaisers in der finsteren Gasse BßF Der DßUiSön Mnusr stMW unö em Bein brach. „Gott sei es gebankt", war Rabb! Hirsch Michaels erstes Wort, „nun ist die Frage entschieden . . ." Rabbi Jerucham Jehuda, der „Minsker Godaul", war Sohn eines einfachen. S ch n e i d e rs. Zwei jüngere Kollegen glaubten in der Disdie ganze Woche im Walde auf. Nun will der Besitzer mich entlassen, und ich müßte dann mit Weib und Kind betteln gehen." „Wohnst Du mit Familie im Walde?" „Daß mich Gott davor behüte. Wie könnte ich meine Familie dahin bringen, wo doch meine mm Wslenz nm für Den lsg pfiöjsrf ist?" „DäM bmU Dich und Bringe auG Weib und Kinder in Deiner Waldhütte unter." Der Schreiber staunte über diesen sonderbaren Rat, befolgte ihn aber dennoch, da nichts zu verlieren war. Mit Beben erwartet er die -Ankunft des Besitzers. Er hatte sich nicht getäuscht. Der Herr war sehr aufgebracht, als er im Waldhäuse auch noch die Familie seines Gehilfen fand. Dann ahev beruhigte er sich, beließ den Mann IN seinem Amte und rrhshi? n?ch {?8«r Als sich später der Schreiber bei dem RabM bedankte, sagte dieser: „Ich kenne meine Juden. Keiner von ihnen würde es wagen, eine Familie ins Elend zu stoßen ..." Rabbi Chajim, der „Brisker Raw", pflegte in seiner Gemeinde für arme Säuglinge, die an der Mutterbrusb nicht genährt werden konnten, auch für mutterlose Kindlein, die Amme aus rig?n?n Mitteln gu jtetten. Da Ictrrt eines Tages eine Amme und fordöttö vom Rabbi den schuldigen Lohn. Rabbi Chajim hatte leere Taschen und bat sie, morgen wieder zu kommen. Da wurde die resolute Frau grob, schlug großen Lärm und wich nicht eher, als bis Rabbi Chajim sich in der Nachbarschaft die nötige Summe borgte. Als die Frau mit dem. Gelde fort war, lief ihr der Rabbi nach, hielt sie an, und bat sie, sie möchte doch, wenn sie jetzt heimkomme, nicht gleich in diesem erregten Zustande das an 1 die fBrufl nehtNZll. Bö is BliH KMBö schaden könnte , . , % Rabbi Hirschel Salanter, einer der berühmtesten Gaonim seiner Zeit, wurde von der Minsker Gemeinde bedrängt, Salant zu verlassen und den Rabbinersitz in der großen angesehenen Gemeinde Minsk anzunehmen. Er lehnte wiederholt ab. Da aber die Minsker Delegation sich nicht abweisen ließ, schickte er sie zu seiner Frau, um ihre Meinung einzuholen. Die bön dem ^öhell GZhÄk llllÜ war einverstanden. Voller Freude begaben sich die Gesandten zum Rabbi und teilten ihm mit, daß die Rabbinerin einverstanden sei, es würde jetzt gewiß auch an ihm nicht mehr fehlen. '„Nun will llch es euch sagen", sprach der Rabbis „mein/Frau ist Wirklich würdig, „Rebbezin" auch ist^.der großem Gemeinde Minsk zu fein, ich aber fühle mich kaum für Salant geeisnet, mir Mtt ich n nad} gro8en Minsk zu schell? Ls ist ausschließlich K»^e der Leset, die im Inserate«, teil enkhalkenek ritueller waren oder Bei Rabbi Äkiba Eger klopfte einst in später Nachtstunde^ eine arnre Wltipe und flehte, sie hätte kein Mot im Haufe für .Mi Kinder und sie. werde morgen äüf die Straße gesetzt, da sie dW Hausmiete nicht zähLM konnte. Außerdem werde ste vüN den GläubgiKtt so bedrängt, daß sie W Tags nicht mehr Mf die Straße traue. _ ... Sofort griff der Rabb'r zst Mantel, Hut uW Ifonfltgc Angaben sellgstrnsKfttzll^en Charakter, auf ihre Stock und sik^ auf d^N' Ge-. s SMöÄfcäfftgfc»!* fu meiiiDßmaönatßn. Don Dißfßii iDar aBßr tßinßi1 daheim, sie hatten gerade Zusammentreffen im Gesellschaftshause. Kurz entschlösse:?, machte sich der R.ahbi auf den Weg zu der Gesellschaft beim Spieltisch. Des ganz unerwarteten Besuches ansichtig, standen die Leute erschrocken auf und wollten die Karten zusammenwerfen. „Halt", wehrte der Rabbi ab, „weiter spielen. Ich spiele mit und nehme die Kasse. Herz ist xrunwf üas iüüusjQ mm..." mmm wnb zog den gangen nicht unbedeutenden Inhalt der Kasse an sich für die arme Witwe. Der Rabbi von. Antipol zeichnete sich auch durch große Weltklugheit aus. Eines Tages kam ein Dorfjude und klagte ihm sein Leid: „Ick bin Schreiber bei einem Waldbesitzer und halte'mich l l e r o.r.d^rüng k!tu . wbmg 1, versandte für , bekannten Verzeichnisses. Bel u.e Wefblatt sofort ins Äutze. Verein zur SperMhäuser e. B;/. die 16& Ausgabe seines dieser Au^rbe fällt das neu Das Titelbild'-^- das auch itt künstlerischer Beziehung eine begrüßenRverte Aenderung bedeut— .ist eine genaue Abbildung^ eines Plakats, . wie man-es . demnächst in allen bem Verein angefchlofsen-e'n Betrieben^ vorflndeu wird. . . Wie bereits frühes'mitgeteilt, ist unter Älltwirkunu vks Iffli in tf n g d b m i L. ölliö mmo Mamma: gsgmnLöl mmmi WMH ist huh au4 i» Ms9%uj*$ (Lahn) eine vom Vereingeförderte meufn academica' errichtet worden. ... _ 2Bir verweisen übrigens -- insbesondere die Herren! Wirte —. auf die in vorliegender Nummer enthaltene' Bekanntmachung des genannten Vereins. Inhaber von ^reng rituell geführten Restaurants, die noch nicht dem Verein angeschlossen sind, werden aufgesordert, sich zwecks Aufnahme an den Verein zu wenden. .

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