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Der Israelit · 1927-02-24 · Heft 8 (24.2.1927) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 8 (24.2.1927)
Date
1927-02-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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a 2 21 Sranksim a m, von -ikiLM Nr, 8 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar ISA: Deutschland IGoldmart monatlich; Ausland: Merteliahrpretse (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Berandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1. Juli krankreich 2S Fr.; Belgien 7 Belga; Holland s fl.; Italien 30 Lire; Jugoslawien 56 Din.; »tauen 7.50 Lit.; Rumänien LM Lei; Polen 4 deutsche Toldtnark zum Tageskurs ^ooer 7 Zloty; Schweiz 6 Fr.; Tschecho-Slowaket 35Kronen; Ungarn 50000 Kronen; Dänemark 5 Krönen; Norwegen 6 Kronen; Schweden 3ü0 Kronen. gluacluuuimef breiBia (gowyfcimtgc. - •(* I I 'IT X »» / tl . '••it'HiNMHNMMWMMMMHIMIHHiHHMI Der Israelit erscheint leben Donnerstag. Inserate 40 Toldvf. für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Famllienanzetgen nur 30 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile r letzte Textsette 1.60 Mk., vorletzte Textseite L— Mk.; Chiffregebühr in Höbe eines dopv. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Jnferataufträgen tarifm. Preiserhöhung leben. Vorbehalt. ~ " Verlag des Israelit G. m. b> - " '' ' sow. durch sämtl.Annoncen-Expe . i 3«i, Sttitac ftr. 7, ii, geL gaitfft 4641. Dlubvornbr. obne Verbindlichk^ . . , dtrett an den Betrag auf Postscheckkonto FrLnkfü^ Ag. 188vL >-'MöJlMIl ft»! MtMUllssS WEN Ult. 78 «0. —'PoMllrlMvNlllM BllVWSst «ii lÜtlt» ~ larschau Nr. 1S0787. — Postscheckamt Zürich Nr. VUI 7W4 — JllkassoMank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34888 — Böhmische Nmonbank tn Prag — oanca vLarmaroscd Blank & co, fw Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der tSerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. An unsere Abonnenten! Das Inhaltsverzeichnis für 1926 ist im Druck erschienen und steht auf Wunsch unseren AbonkvstenlVS Verfügung. Frankfurt a. M. Verlag des «Israelit" G. m. b. H. Varuch Spinoza. Zur 250. Wiederkehr feines Todestages. Die Kulturwelt Europas und Amerikas feiert JDießer einmal ein MßilSum -tif .deni Cenlöttttät'tUM Psst a I o z z 1 s, des lwvör-eichen, gottesfürchtigen Menschenerziehers, die zweichundertfünfzigste Wiederkehr des Tages, an dem vereinst. Baruch. S p i n oz a, fechsundyierzigjährig, sein kurzes, kampfrOches Leben beschloß. Haben wir als thoratreue Juöen> als ihrer Sonderheit bewußte ,-Träger der Geräte Gottes" .Recht und Pflicht,, diesen Gedenktag mitzufeiern?- Dnsofsrn sicherlich als auf der grüßen. vorn Ed eu zur ä r l ö? ung^ührenhsn gelsthzön Ärrfahrt, die man Kulturprozeß nennt, der Rache des von . seiner Gemeinschaft ausgestoßenen-jüdischen Glasschleifers von Amsterdam einen MMr kffte in voM' Unvergänglicher BedeiMyg- Gildek - Seich dem welthistorischen Werk des « k u s v oti Ta r fas., gleich Inf in anu e l K an ts unsterblicher DöbensleWUW;' 7 .! MenschhettsLs uNd Menschheitsaufgabe ist UNS dss EnHsn nnch K.llii! ln ver Weltfülle: m! dem westgesteckten, aste, seelischen Kräfte zu vielseitigster Betätigung freilassenden Rcchmen . der stehen Noachidischen Gebote, soll Generation nach Generation unter den Völkern der 'Erde den Flug in die Uri* endlichkeit des D>en k- und F ühl bären "in WifsenfEa^t un^> Te^rrrk und Wölker- 'göstallung umsrMhmM/ kiis Daß nach lansenv Irrfahrten die ganze Fülle des Erdächten Und Erfühlten, des Bezwungenen und Gestalteten in höchstgesteigerter Kraft zum Throne der Gottesherrlichkeit sich vollenden Des jü d ifchen Volkes Aufgabe kann nicht die Teilnahme an diesem WettlaUf der Kraftsteigerung sein; um des Ziele s willen, dem diese m enschh eitliche Kräftentsaltung züstrebt, und das nicht verloren gehn darf, hat es Selbstbescheidung zu üben und,: in treuer Einordnung seines Denkens, Fühlens, Wollens in den Gottesplan, G e - fäß der reinen Gotteswahrheit zu bleiben, bis ihr erlösendes Licht über die auf anderen Wegen zum gleichen Ziele wandernde Brudermenschheit .hinausstrahlt. ^pj?int>ga nidjt von füdi fchen Eltern gezeugt, wäre er nicht von der göttlichen natura naturans, Me dem Keim seines physisch-geistigen Wesens die unablösbare Lebens bestimmung ausgeprägt, in die Schlachtordnung der „Gotteskämpfer", in Israels Reihen gewiesen worden — wir dürften uns seiner als eines erlesenen Trägers der geistigen Entwicklung der Menschheit freuen. Denn was er in überkonsequenter Intellektualisierung des E i n h e i t s - Triebes für die CmmMnna des MlaWljiMn Smttns w leistet,, was ek ätt geistigst» Kraft aufgebvtsn hat, um die verwirrende Fülle des..Seins in einem Netz logisch-mathematischer - Begriffe aufzufangen und zu bezwingen und, darauf fußend, alle blinde menschliche Leidenschaft, frellich samt'allem Freiheitsbewußtsein, in die selige Ruhe einer lächelnd hingenommenen Notwendigkeit zu. lösen — das altes. zusammen ist eiste Ehrfurcht gebietende .ßetfiuitg1 fottgenlrteften Förschsns und Suchens nach autonomer SSafjxijett, We auch a!s Srrlwm ihre ewige relative Geltung in der Geschichte des menschlichen KeMes bewahren wirh. . Aber/Spinoza war Jude. Ueber feinet Wietze war nun einmal der kategorische Imperativ des ubrähamitischen, des sinäitischen Offenbarungsrufes. erklungen und — er blieb diesem Rufe taub; aus den heiligen Büchern leuchtete ihm die Wahrheit des über seiner Welt waltenden, aß mm) in ißr mirnnßin. r r k itn ® o nesßer Geschichte entgegen, und irrend bekschMähtS er sein Licht. , Cr ward zum Abtrünnigen. Nicht nur die Inhalte seiner Weltanschauung gestaltete erals gäbe es für den Juden keine göttliche Zielweisung, n a ch e i g e n e m W ä h n e n, jottberre er. rvar einer der ersten, bte bem Thok«rtoort s e f ö e r Den göttlichen Charakter absprachen und damit die Duelle verschütteten, aus der allein dem jüdischen Volke ewige Belebung, der Menschheit die einzige Gewährder Erlösung sprudelt. Nicht unsre Aufgabe kann es heute sein, über die Führer der Amsterdamer Gemeinde zu Gericht, zu sitzen, die das imp» snn nSsrm an dem in Lehre Und praktischer Lebenstat Abgefallenen, an dem Verächter seines Volkes erfüllen zu müssen glaubten — selbst ein radikaler Reformer wie Berthold Auerbach hat bekanntlich in einem Schreiben an Jacob Auerbach bekannt, daß er bei genauerer Kenntnis der Akten den Rabbinen von Amsterdam in ihrer Weisheit und menschlichen Größe weit mehr gerecht geworden sein würde, als er es aus Unkenntnis in seinem Spinoja-SRomen geiem hat. ' Je höher man — trotz K ü n t und trotz Hermann Cohen — die Einwirkungen der spinozistischen Philosophie auf die Geistesgeschichte der Menschheit einschätzt, desto gerechtfertigter erscheint objektiv die Härte der Amsterdamer Rabbinen, die — ohne daß es ihnen zum Bewußtsein kommen konnte —den Kampf der durch die Offenbarung und durch die Geschichte des jüdischen Volkes gewährleisteten sittlichen Freiheit flßößn M Msmlosß Bon! f reiße ii in einem Raturmechanismüs führten, den Kampf des freien Gottes der freien Menschen- T a t gegen die trostlose Naturgebundenheit der spinozistischen Pseudogottheit, für die nimmermehr ein ganzes Volk zu leben und zu sterben, wahrlich kein Märtyrer den Scheiterhaufen der spanischen Inquisition zu besteigen vermocht hätte. Wenn die zionistische und die liberale Presse sich zur. Feier des , Jubiläums krampfhaft abmühen, Spinozas Gedankensystem „in! die Thora" hineinzustellen, d. h. an den Methoden und Ergebnissen seines philosophischen Denkens spezifisch jüdisch e Züge aufzufinden, so ist das vom wissenschaftlichen Standpunkte aus eine —. heute allerdings aus naheliegenden Gründen äußerst ßklikSik — TMM, Wir rnnüM ro mr hsifchig, «ach disssr insSssondsre auf Wnistischer Sette gern geübten Methode bei jedem beliebigen arischen oder semitischen Denker oder Künstler solche angeblich jüdische Wesenszüge nachzuweisen. Weil die Klarheit und Bestimmtheit der jüdischen Weltanschauung fehlt, soll die Rasse, ssllsn. Vlut und Nervenstränge spezifische Ideen g?öar?n, Hs? MSN hsnn «f? „Hrrderrttrrrr" «rrrs^richt. Im Falle S p i n o z a brauchen wir uns nur auf die Höchste Autorität des liberalen Judentums, auf Hermann Cohen zu berufen,, der sich in der Bekämpfung spinozistischer Ideen vom Standpunkte des Judentums gar nicht genug tun konnte, und der noch im Greisenalter Blitze wie Bannstrahlen sprühte, wenn Spinozas Name als der eines „jüdischen" Denkers genannt wurde.

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