Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1927)
- Date
- 1927-02-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 10 Nr. 7 Der Israelit 17. Februar 1827 rvrllig verlassen, und ich erhalte kein Lebens- Brachten's Aaron, der auf Mosche hoffend, sich ans Wert seichen von ihmuni) xd) roelfj nltfji, wo er „ . . .. . sich aushält. Vielleicht ist er wieder nach Po- $ «s i,eEnkt' t,n **>"« im %«»' len zurückgegangen. Meine Kinder schreien „Aus Aegypten führten diese Götter dich, o Israel!" nach Brot und rufen nach dem Vater. Wenn Also riefen die Betörten, Aaron aber, Gott zu Ehren, er nicht bald zurückkommt, weiß ich mich nicht Baute^einen Altar, kündend: „Woll'n G o tt morgen mehr am Leben zu erhalten.^ Wer schreibt Doch am anderen Tage frühe opferten sie schon-dem Bilde mir seine Adresse? Der Lohn für diese große Prassend, schlemmend — ach, ausschweifend sündigte das Mizwoh wird nicht ausbleiben. (Es folgt Volk, das wilde, genaue Personalbeschreibung.) n Fr-au Särä Blum, Näwusi'k, W» m Ss? hskliss» HM. ws tzss Dsl8ss Füh«, «Älts. - Wo Goü ih-u- » r ■ * * direkt. erteilte, Diese Annonce erregte das größte Aufsehen. Sprach der. Höchste nun zu Mosche: „Gehe rasch zum Berl, der „Amerikaner ,. wurde mit^ Drohungen Denn-das. Volk, dasdu geführet, wich schon von dem verfolgt, wo er sich sehen ließ, und m der Nacht Wege ah, wurden die Fensterscheiben des Häuschens mit Den ich ihnen anbefohlen: machten sich ein Götzenbild, Steinen bombardiert. Die Verlobung sollte nasteten und^ opferen vor ihm unk.riefen wahnsinnswild: ... «irtvr Aus Aegypten führten diese Götter dich, o Israel! — turlich sofort aufgelost werden. Verl beteuerte Aas hartnäckige Volk, das frevle — ich will's nun verfeme Unschuld. Ihm wurde redoch nicht geglaubt. Nichten schnell." Erst als ein sofort von den Schwiegereltern per Da warf Mosche sich vor Gott hin, fleht' zu Ihm, dem Eilbrief an Frau Sarah Blum geschickter Brief „ .Gnadereichen: als unbestellbar zurückkam und er vor einem 3orn<; 8 ®aner ^lö Din einen Eid leistete, weder anderweitig aßarur« |ott Sffl^ixaim „<£x sie Tod verlobt noch verheiratet zu sein, wurde ihm end- WMM" lich geglaubt, und die Verlobung blieb bestehen. IDenk' des Schwurs an unsere Väter, daß Kanaan uns Man beschleunigte die Hochzeit UNd Verl fuhr Mit Ja bedacht' sich Gott des Unheils, das dem Volk Er semer jungen Frau eilig nach Amerika zuruck. wollte schicken — Der Vater Verls aber kränkte sich sehr Mosche aber wandte sich und ging hinab des Berges über diese Sache. Sein Namen und der Name > Rücken, feines eormes würbe ummlM in Den SHmutz apogen. suje G-lchichttvll>!d<j MM nichi s°! Eine Bllltbeschuldigung im alten schnell vergessen, und noch lange Zeit wurde dar-' ' 7 ” ö über geredet werden. Er sann auf Rache, denn er wußte genau daß die beiden Brüder Riesel die Urheber waren, konnte sie jedoch nicht überführen. Eines Tages erhielt der Pfarrer des Ortes einen geharnischten Brief von der obersten Kirchenbehörde in Moskau. Die beiden Brüder Würzburgischen. Von A. Mannheimer in Dettelbach. Nicht sehr weit von Würzburg liegt der sogenannte I Rothof, in dessen Nähe das unterfränkische Bauerndorf Euerfeld. Am ersten Ostertage des Jahres 1691 nach dem Pfarrgottesdienste vermißte Jakob Essenfelder zu Kl-s-l den Pfarrer bei der Behörde ange'- WL 'tÄÄ. ÄHIS «rzt. Eir zum Lpistsnium MMMm. -uk UL ftgWiilwLM Mmit NrMs. M Lluw der Pfarrer hätte chnen jedoch die Taufe versagt, von Euerfeld, in einem Kornfelde'ermordet aufgefunden. In schärfsten Worten wurde ihm befohlen, beide Der Verdacht des Mordes wendete sich gegen die Juden r«v.r+ rÄ:„Ä(. or' 'M+frtx,J3u Schernau und Blbergau, welche das Blut des unsofort zu taufen, da er sonst semes Amtes entsetzt Kindes zu religiösen Zeremonien gebraucht wurde und noch eine strenge Strafe zu gewarühätten. Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg gen hätte. Dem Brief lag die Beschwerde, in tazu Würzburg ließ alsbald die strengste Untersuchung dellosem Russisch geschrieben, bei. einleiten und warnte zugleich ernstlichst die Untertanen ' i ' » i ' ' vor eigenmächtiger Bestrafung der Juden. Der Erlaß Der Pfarrer war sprachlos. Das war chm des Bischofs hatte folgenden Wortlaut: noch nie vorgekommen. Selbstverständlich war „Von Gottes Gnaden Johann Gottfried Bischofs zu Hm m fiim skichkn MsiH! tUlhm j&T/IJiit'Mi umimmi, « «termun, (sin °inttSgNH°e Ami zu Dip L* m%9fs ,u v„i^n! °'.i> kW lreren, beorderte er sofort zwei Polizeibeamte, I wachen darauff mit vielen Wunden aufs dem sogenannihm die beiden Brüder vorzuführen. Diese be-iten Etzfeld ohnweit dem Rothoff, ermordet gefundenen teuerten natürlich ihre Unschuld, behaupteten, Knäblems gegen , die in Verdacht gezogene Juden zu weder Russisch n7ch Polnisch'schreiben zu können UNd wollten auch von emer Taufe Nichts wissen, nkt an.Tag zu bringen gewesen. Und dahero die Jn- Der Pfarrer tat, als glaube er es nicht und wollte quisition ferneres fortzusetzen, und alle möglichen Mittel sie mit Gewalt dazu zwingen. Mit Mühe und damit solche an den armen unschuldigen Kind verübte mnt Belang m Dent Deinen Mn tm. «gien 1^4« “£ Tü £ «Lfi Augenblick, unter Zurücklassung ihrer Familie! dieses offenen Patents federmänntglichen so Christen als nach Deutschland zu flüchten. Biele Jahre irrten Juden kundt und wkffendt gemacht, daß welcher wegen sie unter den größten Entbehrungen von einem des Thäters sothcmen verübten Mordts die erste ben;-. qrundte Nachricht gehöriger Orthen anzeigen wird, der- Ort zum anderen, bis es ihnen endlich gelang, I^,e feiner recompens also balden hundert Dukaten Amderecke. Wer weiß es? msgsi Welche 5 sagt m/m NM ÄttMLl ltt Jähe? €, ist aurschlietzttch Sache der Leser, dle lm Inserate», keil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren «der sonstige Angaben religionsgefehllchen Charakter, auf Ihre ZnverlSsfigkett zu prüfe«. L.BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CTfiARRFN Tabake iein$te Hamburger tmd Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 T"1*1“ 33,1 Zeil 88 ViiurM Biak □□□□□□□□□□□□□□□□□ Licht - Kraftanlagen BE!N&WEDEMü£R KAISERSTRASSE 40 □□□□□□□□□□□□□□□□□ sich eine neue Existenz zu errichten. D« gsl-rn? Mb. Van David Pineas in Frankfurt a. M. I. In der Lagerstadt Jisroels, ihren langgestreckten Gassen Welch ein Treiben, Schieben, Rufen sorggetriebener Volksmassen! Wie sie drängen aus den Zelten! Immer mehr noch! Männer, Frauen Schreien: „Mosche kehrt nicht wieder! Laßt uns fremde Götter bauen!" Und zu Aaron, dem Priester, stürmt das wilde Volk heran: . ..Auf. und mach uns Götter, welche uns ooransehn! MMN bekommen, falls er aber felbsten darzu geholfen haben sollte, wann er jedoch die andern Eomplioes und Mitthäter an Tag geben wird die zuverlässige Versicherung ÖUjj" er Tntt etnig-er <Stra|j nit - &etegtr.' jontjerrt unD mich als mann tr Daran Eiine ö)«nd «ns«l?8t sdkr geholfsen hätte, gehalten Mrden solle. So hiemll jeder-- männiglkch zur Nachricht bedeuthet wird. Datum Würzburg den 10ten Junn 1692. L. S." Das Eingreifen des gerechten Bischofs tat not; denn die Tat hätte die Landbevölkerung stark empört. Man begann das Grab des Kindesin der Kirche zu Euerfeld wie das eines Märtyrers zu besuchen und dort zu beten. Ein Bild des Kindes wurde verbreitet, mit Reimen, worin ausgesprochen war, es fei von den blutdürstigen Juden mit einundzwanzig Wunden hingerichtet worden. Trotz der Aussetzung von 100 Dukaten für denjenigen, der zur Entdeckung der Mörder verbelfen werde, blieb die Üntersuitzunll oBnö drfolfl. DU MM MM MM klNk tri SINKINS . ifva <«* 7W.-'änl J&fifenhercf&mj u 35- « ßmaMQasherdü von «105» E' U Aß Cr fW AM ESCHENHEIMER •'0/Pm%ai £ C^VwTOR3(STADTGARTEN) von Ur> Mosche, der uns aus Aegypten führte — tväs mit ihm neuie Mahnung,Ätt düs Bslk. dis BestkafÜNg dtt nsbeltäter der rechtmäßigen Obrigkeit zu überlassen. Die Tä- , . , . Und Aaron: „Was ihr wollt, j ter blieben unentdeckt und die allgemeine Aufregung legte >liche Genehmigung erhielt sich allmählich. Eine blaffe Erinnerung an jene Blutbeschuldigung lebt aber heute noch unter, der Bauernbevölkerung von Schernau, Bibergäu, Euerfeld, Effeldorf usw. fort. geschehen, Ach, wir Wissens nicht! " könnt ihr nur sehen. Wenn den Goldschmuck eurer Frauen, eurer Kinder ihr mir -bringt. Will das Gold für euch dann formen, daß vielleicht das Werk gelingt," . - Und sie lösten all ohn' Zaudern ihr Geschmeide von sich ab. lOO Jahren bewährt Mi 11iönen getpg.r>:Ken. Die Mazzenfabrik W, Joseph, Reichelsheim i. y. kann in diesen Tagen auf ihr 80jahriges Pestehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen, ist sie zu eiyHr führenden Fabrik Süddeutschlands geworden und hat sich in unserem Vaterlande eine beachtenswerte Stelle errungen.- Wir wünschen dem Unternehmen weiteres Blühen und Gedeihen. - ... Ml MM,««f öiß WN8NW WM i MWM WirWllfMlhen Urnnenschnle ünf dem Lande in Wolsrats-! hausen bei München aufmerksam, die jetzt schön die staat- Derantwortlich für den allgemeinen Teil und das S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S Schach» «owitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L« Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag ^Israelit", G.m.b.S., Frankfurl a. M. — Druck Kermon Verlags- Aktiengesellschaft,' Frankfurt a. M.