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Der Israelit · 1927-02-17 · Heft 7 (17.2.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 7 (17.2.1927)
Date
1927-02-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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’: :: 17. Februar 1927 Der Is r a e l i t Nr. 7 Sette 7 nis davon ab, daß auch die Schochtim den Gedanken der / Organisation als wichtigen Faktor ihrer weiteren Ent- MlMg MW WM UW m WWWM MMurMM : nrV .nr b»anjr Vkw’ Var m Äuge behalten wollen. Herr Neüstädter, Bad Kifsingen, legte in einem tiefgründigen Referate die Gründe dar, die Heute geradezu zwingen, daß sich alle Berufe in Verbände zusammenfinden, daß dieser Zusammenschluß insbesondere auch für die geistige Fortbildung von unbedingter Notwendigkeit sei. Die in der Versammlung herbeigeführte Debatte klang „einstimmig" in die endgültige Begründung des Schohtimverbandes Bayerns aus, wie auch die in einer früfyerert SJörWraiung getöö^Hen SBorftotbsmitjlteiei!! fJh&U-; jlßDter. DW KWngM, Kurzweil, LreuHllttMll» Lubinski, Schweinfurt, Rehfeld, Günzenhausen, einstimmig wieder und die Herren: Ansbacher, Nürnberg, Lewin, Fürth neu , als Ersatzleute gewählt wurden. Die vorher entworfenen Statuten wurden von der Versammlung mit einigen unwesentlichen Aenderungen > angenommen. Wie uns mitgeteilt wird, befassen sich diese €iaiuien tnti b«r uttfcebtngien §ori>«;ung, dag bie S£us= : ' ' ■ rüi : öiltmnö Der Q^ümir insDelonDcre Die Der Lehrcrschochttm, bisher eine vollständig ungenügende (8—10 Wochen!) war, in Zukunft mindestens e.in volles Jahr dauern . müsse; wie aus den Zuschriften verschiedener Rabbiner , an den jungen Verband zu ersehen ist, scheint diese Forderung ganz im Sinne der Rabbiner zu sein. Ueber Gründung von Schochtimschulen werden zur Zeit Verhandlungen gepflogen. Durch diese Umgestaltung des Schochetberufes können : die v'vniv mit Recht Anspruch auf die lange entbehrte ^Gleichberechtigung mit ihren Kollegen im Lehrerberufe -machen und nachdem dies bereits von einer Reihe Rabbinern «mftnuit worden Ifi wltti es .Derbandsperwaltung sein, beim Verbände baherischer ^Israelitischer Kultusgemeinden nach dieser Hinsicht vör- ' stellig zu werden. /Wir sind überzeugt, daß derselbe für die gerechten /Wünsche der B'tsrw: volles Verständnis zeigt.? Der Jüdische Parlamenlsklub und die PolMI der Regierung. Warschau, 28. Januar.' Im Zusammenhang mit der im polnischen Sejm jetzt stattfindenden Debatte über das Budget für 1927 hielt der Jüdische Parlamentsklub eine Sitzung ab, um feine Haltung bei der Budgetabstimmung zu fixieren. In den Reden kam zum Ausdruck, daß der Klub sich in keiner prinötpicffen öppofUton _ gur Jftcgteruttg S-efirtSei. - ©er gute' Wille Des 'MärfHalls PMDsn sei unzuerleMen. Andererseits darf nicht die Tatsache vergessen werden, daß mehrere jüdische Postulats, deren Erfüllung die früheren Regierungen zugesagt hatten, bis heute noch mnverwirklicht geblieben sind. In der Budgetdebatte des Sejm führte Abg. Hartes laß, der Präsident des Jüdischen Parlamentsklubs, .aus, daß mehr als 50 Prozent der Steuern auf den ^Schultern, der Wischen Bevölkerung lasten. Während .aber für 'das christliche Religionswesen 23 Millionen ..MV im MWt MMköllt ffnö, Mmt Dsr lli für bas jüdische 'NröZMn?w>sssen tm gangen ISS ööö Zkoch. Auf den Kopf, des Ehrksten kommen eineinhalb Zloty, .auf den Kopf eines Mohammedaners ein Zloty, auf den Kopf eines Juden drei Groschen. Hartglaß kam auf den Pries des HußenminMers.ZaleZki an Lucien Wolf Zu sprechen. In diesem' Briefe' versicherte Zaleski, daß die Stastenlofen-Frage in Polen sehr bald gelöst sein würde. Me Mitteilungen des Herrn Grafen Zaleski^ sagte Hartglaß. seien reichlich ungenau. mi WM8 ,$5 iHDM« MDMH M Verhalten des A u ße n min i sters Zal e s k i in her Judenfrage. Aus der Korrespondenz Zaleskis mit Lueien Wolf geht hervor, daß her Minister über die Vorgänge in seinem eigenen Lande nicht informiert sei. Seine Informationen seienldirekti.Wsch ^gewesen. Dr. Reich er-, örterte sodann die Frage, ob Polen einen Freundschaftsbund mit Rumänien, wo die Juden schweren Drang- MMzrll HrMp pr MW Mi M W: gange W RMM^nIhÄHr M-MrDanM zivilisierten Welt eiW Proteststimmung hervorgerüfeh. Am 2. Februar Hält die Liga für Menschenrechte in Paris eine Kundgebung gegen die rumänische Barbarei ab. Rumänien hält die internationalen Verpflichtungen nicht ein, Nachdem Rumänien die auf dem Berliner Kongreß übernommenen Verpflichtungen, den Juden Gleichberechtigung zu geben, sabotiert hat, werden jetzt die auf der SBerjoitter Äonjeneng .ij&errcommenen Sßcrj>|I!t^iungeW gebrochen. Dr. Reich kritisierte das Verhalten der polnischen Konsuln im Ausland gegenüber jüdischen Bürgern Polens. Eine erfreuliche Ausnahme mache hierin der Konsul von Jerusalem Dr. Hubicki, der offenbar die beste Eignung «für sein Amt besitzt. Der Kampf um Cheder und Kabbat. Warf cha u, 9. Febr. Cs ist kein erfreuliches Symptom, daß sich auch in Setelwe Jür Len 8oi>l>ai|<|u^ tllien nut^iäSi. Es ist aber noch schmerzlicher zu verzeichnen, daß-Diese Vereine den größten Feindseligkeiten und Verfolgungenvon Seiten der Religionsfeinde ausgesetzt sind. Das Kalischer Rabbinat macht im „Jud" einige Gewaltmenschen namhaft, die die Delegierten des Sabbatvereins tätlich angriffen und mißhandelten. Die nationale Presse, an ihrer Spitze „Der Moment". jaSen üL er ien §-e jm L-e jp ix liebten Bierratiiner Qctnin well er es gewagt hatte, im Parlamente die ablehnende Haltung der Orthodoxie in der Frage des Frauenwahlrechts zu betonen. Sie nennen das einen Verrat unfeine Entweihung des jüdischen Namens. Wenn demgegenüber G r ü n b a u m und W y g o d s k i im Sejm die Chederfchule als „Schule der Finsterlinge" in Grund und Roden bohren, um die Regierung für die nattonalen Schulen zu interessieren, so werden sie von der gleichen Presse darob als „Retter der jüdischen Ehre" gelobt. In Warschau gehen merkwürdige Dinge vor. Bei der Wahl in der Kehilla haben viele gesetzestreue Juden p 6i« fflf MSi«. tll M Meinung- und Erwartung, daß diese, wenn auch zionistisch eingestellt, doch im entscheidenden Momente für die jüdische Sache eintreten werden. Es hat sich aber leider gezeigt, daß die Misrachivertreter weder -den. Willen noch^ die Kraft haben, sich durchzusetzen. In den elf Talmudtyoraschulsn der Gemsind« ist kein« Spur non* jüdischer' Cr- j « i'; ■! i | o> l'l gichung zu merken. Für diese Schulen sind IM Gemeinde- Etat 800000 Zloty ausgesetzt. Als auf eigenen Antrag der Schulabteilung orthodoxe Kuratoren bestellt wurden, und diese die entsetzliche Vernachlässigung der jüdischen Disziplinen in/den Schulen-feststellten und auf Besserung drangen, setzte ein Wutgeheul gegen die „Finsterlinge" ein, das nicht eher aufhörte, als bis die gesetzestreuen Aufsichtsräte, mit EmwAligung der Misrachi-Vertreter, ab gesetzt wurden. Unter „Jüdisch" versteht man in diesen Schulen hebräische Sprache und biblische Geschichte. Ctzunrisch und s"i im Original ttterben nicht g«terttt. Dis an i < o < i« ii im «i »«i » i« warschauer Kehiffa, dir sich gam a?riiaax grvtzten aus einer gesetzestreuen Bevölkerung zufammenfetzt, hat keine jüdischen Schulen, die diesen Namen verdienen. Me Gemeindeverwaltung, in der jetzt das gesetzestreue Element entscheidenden Einfluß hat, hat zur Zeit keine größere Aufgabe, als die jüdische Erziehung und mit ihr die Zukunft der Gemeinde zu retten. Jüdische Probleme vor dem polnischen Senat. Warschau, 11. Febr. 3n wk ZllkWt? unü MüllUMmisslüll m &mm mürbe öer Beratung bes Vubgets hes Ännenmrn!fter!ums über eine Reihe j ü d i f ch e r F r a g e n debattiert. Senator Rabbiner R u b i n st e i n führte aus, die polnischen Regierungen ändern sich, aber die Beziehung zu den Juden bleibt die gleiche. Sogar diejenigen jüdischen Postulate, deren Berechtigung die Regierungen vor dem Mai- Umsturz zügeben mußten, blieben unverwirklicht. Noch sind die aus der Zarenzeit stammenden Einfchränkuntzsgefetze gegen die Juden nicht abgeschafft. (Innenminister ÜMlM W 88WM: ,W MWKMM mt den nicht angewendet.") Senator Rubinstein: „Sie werden ja angewendet? Man ging sogar daran, sie gegen meine Person anzuwenden. Man wollte mich zur Verantwortung ziehen, weil ich die Aufnahme eines Nichtjuden in die jüdische Religion vollzogen habe. Mich rettete nur der Umstand, daß der Wojwode selbst in die Angelegenheit verwickelt war." Senator Rubinstein besprach die K»p 8» |fflSfi|lf888lSp?ü|lr l\l 88H IffiJ wer nicht gemildert ist, und klagte darüber, daß mit Bezug auf die Aufnahme in den polnischen Staatsverband besondere Schikane gegen Inden besteht. Dabei handelt es sich um Juden, die in Polen geboren sind und deren Staatszugehörigkeit nicht zweifelhaft sein sollte. Senator K ö r n e r hielt eine "großängelegte Revs, in der er darauf hinwies, daß in Posen die Juden unter Ausnahmsgesetz stehen. Der Magistrat von Grodow verbot einem jübischen ^enbrnerfer -aus Knlisch. ttt (Brabam Aufenthalt zu nehmen und bezog sich hierbei auf Dag zarische Gesetz vom „Ansiedlungsrayon", durch welches das zarische Regime zu einer so traurigen Berühmtheit gelangt ist. Innenminister Skladkowski bestritt in seiner Erwiderung, daß bei Aufnahme in den Staatsverband gegen die Juden eine besondere Praxis geübt wird. Er versprach, in den angeführten Fällen eine Untersuchung einzuleiten. Was die Gesetzesbeschränkungen -gegen die Juden aus der Russenzeit betrifft, so können diese nicht durch SlftE 1ÄS83&8UR8 Ml WMSNM sSNMM M Ms,WM: rischem Wege aus der Welt geschafft werden. Dies aber erfordert Zeit. Der TNisrachi in Polen. W a r s ch a u, 28. Jan. In einem „Briefe aus Polen" wird der „Jüdischen Rundschau" in Berlin geschrieben: JDER SßE&tß» ziüMWR MM m Mßll Bitößt ME „Misrachl". Cr ist nicht nur die Partei der religiös-zionistischen Juden, sondern auch — in seinem Auftreten sowohl auf rein zionistischem als auch landespolitischem Gebiet — die Partei des sozialen und politischen Konservativismus. So hat sich in Polen eine Jdentifikatton herausgebildet, welche dem Misrachigedanken insofern schadet, als dadurch der Zufluß junger, intellektuell hochstehender Kräfte gehemmt wird. Dies dürfte unseres Erachtens eine der Ursachen der relativen Schwäche der Misrachiarganisation hierzulande Tom» W Wk UMWMlMlIU 8111 WW W M letzten zionistischen Kongressen war mehr Schein als Wirklichkeit. Im Lande ist die Organisation in den orthodoxen Massen noch wenig populär. Der polnische Misrächi (auch die Zeirei-Misrachi) hat sich eng mit der vierten Alijah verbunden, die er ideologisch zusammen mit dem „Eth Liwnoth" verteidigt, und deshalb bekömmt' er heute, nach Mm MlyruMxüH ZMkZdtirllrrLrllr lii FrlPll sehr hart im Organisatorischen zu fMren. Dies ist vom zionistischen Standpunkt zu bedauern. Der „Misrächi" hat in Polen, wo Hunderttausende gesetzestreue, im Grunde genommen national empfindende Juden leben, eine große Mission zu erfüllen. Der „Agudah", die hier verhältnismäßig stark ist, gilt es energisch, mutig und ehrlich entgegenzutreten. Davon spürt man aber recht wenig. Die am 19. Dezember in Warschau versammelte Parteiratssitzung des „Misrächi" bat sich von diesem traurigen M&sM Npqpst rö;:;:ttn. su U: Mi:. mchi bestätigten. Daß das 'eigentliche Arbeitsgebiet: Die Propaganda des Misrachigedankens zwischen den Orthodoxen, vernachlässigt wird und eine Reihe von Beschlüssen und Resolutionen organisatorischer Natur sollen schon demnächst diese Sachlage ändern. Die bereits beginnende Schekelkampagne wird hoffentlich dem Misrächi neuen Schwung geben." Proteste in Lodz. LsSz. W. Zrr:. In einer Massenversammlung wurde einstimmiger Protest erhoben gegen das Verhalten der Gemeindeverwaltung zu der religiösen Erziehung. Viele Redner kritisierten und warfen den Aguda-Ratmännern Lässigkeit vor, weil sie dem Treiben der Verwaltung nicht genügend Einhalt gebieten. Ratmann Moses Jede rba um bestätigt die Anklagen und wünscht, daß die breiten Massen mit ihren Willenskundgebungen den schwer um ihre Positton kämpfenden orthodoxen Ratmännern mmm s». m gsssps Wwaus stehen, da sie in der Verwaltung keine Stütze finden und im Gemeindebudget unberücksichtigt bleiben, vor der Schließung. Auch Ratmann Benzion Lipschütz wälzt die Schuld von den orthodoxen Abgeordneten auf die Verwaltung in ihrer Mehrheit ab. Von anderer Seite wird verlangt, daß die orthodoxen Ratmänner ihre Mandate niederlegen sollten, so sie sich nicht durchsetzen könnten. 888 m mm is pte Ugstz. Nn der Gemeindestube nach bundiflischem Muster wird von der Versammlung abgelehnt. Es sei Sache der orthodoxen Vertrauensmänner, die Interessen der Gesetzestreuen zu wahren. Der Protestversammlung soll eine zweite folgen. Man darf auf alle Fälle von dieser Aufrüttelung der öffentlichen Meinung Klärung und Besserung erwarten.

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