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Der Israelit · 1927-01-27 · Heft 4 (27.1.1927) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 4 (27.1.1927)
Date
1927-01-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14 Nr. 4 Der Israelit leserlich gemacht. Aber man weiß, wer darunter liegt und bewahrt ihm ein ewiges Andenken. Die Mazewaus-Chewra läßt eben den Stein ihres Gründers renovieren: Meir ben Ascher, der |4£<m (Ms öai 17. IllUhuiMM MM nur Mw) sondern auch Vorsteher war. - Ein noch gut erhaltener Stein zeigt uns die Ruhestätte von Wolf Butschatscher, der nach Meir ben Ascher Raw war. mxm jo so nennt die Schrift die sterbliche Hülle, die da in den Boden gesenkt wurde. Wir meinen wunder wie fortgeschritten zu sein, weil uns die Eisenbahn in kurzer Zeit von einem Ende der Welt nach -dem andern befördern kann. Anbxs {fi kajj rrnsere Rlter <üll4 MiSfjl* BAU der Welt gesehen haben,wie wir mit samt unserer Eisenbahn und Luftschiffahrt. Raschi hat Klostereinrichtungen so interessiert betrachtet, wie den Jahrmarktsrummel in Troyes und hat sich gefreut, Stellen des Talmuds aus seiner Kenntnis der Welt und des Lebens um ihn her zu erläutern. Unwillkürlich kommen einem diese Gedanken. men man sieht, wie die Großen Israels zu W Rsistn mU üsbsti^-^sfzhp ölü= Kunden und die Post in den ersten Anfängen war, schon so leicht übersiedelten, wenn es galt, dem Rufe der Thora zu folgen. So ist der Sohn des N"VV nicht weniger als viermal umgezogen: Während des 30jährigen Krieges siedelt er von Prag nach Fürth über, nach 4 Jahren übernimmt er die Rabbinerstelle in Frankfurt, um nach 11 Jahren Rabbiner von Posen zu werden Und endlich, TnU 66 Aahr?n, as? sstabbiner NK<h Wien Hu HehM. Vermittelst ihrer Tauroh hatten diese Männer eine Elastizität und eine Beweglichkeit, die wir heute trotz Coue und trotz unserer Willensgymnastik nur schwer erreichen. So ist auch der Stein von R. Elieser Heilbronn, genannt Leser Charif, der mitten im Krieg von Tomafzow nach Fürth kam, ein Zeichen nicht nur des lebendigen Zusammenhangs zwischen den Iudön Dßr Damalipn HBolt fonDorn auch doiii Mr unbekümmerten Leichtigkeit, mit der sich jene Heiligen und Reinen in die Welt hinauswagten. Wo Tauroh war, da waren sie zuhause. Selbst wenn er gewußt hätte, daß er nach einem halben Jahre bereits „um der Sünde des Geschlechtes willen" -igetan werden würde zu seinen Vätern, hätte er \\m wohl auch nicht abhalten lassen, dem Rufe der!m Westen ^solge Hü lckistzll. Wo wären jene Menschen hingekommen, wenn sie so an der Scholle gehängt hätten, wie wir! Wurden sie doch nur allzu oft daran erinnert, daß die Tauroh ihre einzige Heimat, ihr einziges Vaterland war. So klagen die Steine vor mir von so manchem „Geresch", der sie zwang, von Ort zu Ort zu wandern. Auch Bärmann Frankel, der Nachfolger von R. Elieser Heilbronn, war in seiner Jugend bereits aus Wien vertrieben worden. Nur aus jener irdischen Heimatlosigkeit erklärt sich der Mut, mit der er vor der mit der Bücherkonfis- Mlürn vkllummm Kmumisfwu MlSNs, an weiteren Verhättdlungön mit s'mem getauften Juden nicht mehr teilnehmen, da er bloß Rabbiner der Brandenburgischen Iudenheit, aber nicht der Juden in Fürth sei. Von jener Elastizität der Alten zeugt auch das Leben seines Nachfolgers Baruch Rapoport, den ein "v'piVx mi" von Wilna nach Fürth trug, wo &v auiQmfymt am NüWag zum MrWmmMM noch dazu an einem Freitag, eintraf. Bequemlichkeit war jenen Männern ein unbekannter Begriff. Einige Jahre später machte er. einen Abstecher nach Grodno, um dort eine Droscho zu halten, weil das kein Weg war, von Fürth nach Grodno! Man wollte ihn dort als Rabbiner haben, aber er macht sich nichts daraus, den Weg, der durch die vom spanischen Erbfolgekrieg eben heimkehrenden Söldner und die im nordischen Krieg kämp-, fsndsn Soldaten unsicher genug war, wieder zuer stH nicht StttMchSN kann. Fürth zu verlassen. Es ist, als ob diese freudige stete Bereitschaft den Willen ihres Vaters im Himmel-zu erfüllen, ihnen auch im Tode treu blieb, wenn es galt, vor Ihm zu erscheinen. So erzählt der Stein von R. David Strauß, daß er (2 Stünden nach seinem Tode) noch am Tage seines Todes zur Beerdigung kam. Auch er war schon viel herumgekommen,, als er (mit 68 Jahren) in Stelle in Fürth äntrat. War rr llvH smm m ***' zuletzt in Worms angestellt gewesen. Daß ihn nach Fürth sein dortiges Einkommen gezogen hätte, ist nicht wahrscheinlich. Denn er bekam dort mit seinen vielen Kindern ganze 400 Reichstaler im Jahr! Die nächsten drei Rabbiner sind nebeneinander begraben: R. Jossef Steinhart, der in Bayern geboren und nicht so weit über Deutschland hinausgekommen ist, immerhin aber bereits in Frankfurt, SHmabaH unll tm Elsaß gewesen ««r, bis er nach Fürth kam. Schließlich war seine Jeschiwa ein internationaler Sammelplatz, der ihm die Welt bedeutete. „Die Hoffnung seiner Gemeinde" und das Wallfahrtsziel von Schülern im Range von Mordechai Benet und Wolf Heidenheim, war er die Bescheidenheit selbst, die nichts wußte von anderer Ehre als der der Thora. Ausnahmsweise ist neben ihm auch seine Frau Fveili«^ eins Fraul JDÜ? Krone der Gelehrsamkeit, die ihren Stein wie bei den Rabbonim schmückt, weist schon darauf hin, daß Krönle nicht erst durch ihren Mann „Rebbezin" war. Bis heute ein junges Mädchen sich verheiraten kann und will, müssen schon sehr viele Vorbedingungen erfüllt werden. Daß eine Frau, die in glücklicher Che verheiratet war. sich noch entslhüesti, «rletav gu hylraten, ist «iUw Seltenheit. Die große Rolle, die die imin-Frage früher gespielt hat, zeigt, daß nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen von anderem, härterem Schlage waren, wenn sie auch Muster der Liebe und Treue waren, wie es von Kröndel gerühmt wird, die nach dem Tode ihres Mannes in Preßburg die Gattin Steinharts in Fürth wurde. Daneben ruht R. Hirsch Janow, der fkühver- MMNk, „bei Mr MU r«m rmp Ms ging", der selbst den Berliner ‘ Täufjuden zum Ernste zwingt, und daneben MeschulläM Salman Kohn, dessen Werke der Stein nennt, um das Andenken des frommen, gerechten und bescheidenen Fürsten der Thora zu ehren, der seine Fittiche 30 Jahre lang über der Gemeinde gehalten hat. In der Nähe dieser Gräber liegt auch das Grab bss ^^h<plfohn-§chülers WölffAhll. ÄS? fflflljlU fcheinlich zu dem Gerücht, als ob Hirsch Janow den Bann gegen die Mendelsohnsche Uebersetzung ausgesprochen hätte, Anlaß gab. Langsam geraten wir ins Fürth des neuen (19.) Jahrhunderts hinein. R. Wolf Hamburger, der liebreiche, 3"Nix wie er (nach den Anfangsbuchstaben feines Namens Abraham Benjamin Wolf Hamburg) sich schreibt, hat bereits gegen Polizei und Denunzianten das Erbe seiner Lehrer, ja sein eigen Leben zu verteidigen. Auf seinem Grabstein steht nur sein Name. /Kein Wort der Klage üver seine LkMlli fsin WM über seine Geäste. Abseits von dieser Stätte des Friedens, unter der Leichenhalle, liegen noch die Gebeine eines Denunzianten, der sich bereits im Leben von den Seinen getrennt hatte. Zahlreich sind die Steine, die noch zum Stehenbleiben zwingen. Nur ungern verläßt man diesen stillen guten Ölst. üiv mit söinön öntblattsrten Bäumen, feinen stummen Steinen vielleicht mehr Leben birgt als die Stadt da droben mit ihrem sinnlosen Hasten und Treiben. €f ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenkeil enthaltenen Empfehlungen ritueller Dareu oder sonstige Angaben religionsgefetzlichen Eharakters auf ihr« Zuverläsfigtett zq prüfen. seif TOO Jahren bewährt von Millionen gemunken. 27. Januar 1927 Ainderecke HWWM insan Ein Leser aus Altona stellt uns folgendes Gedichtchen.zur Verfügung, das vom verstorbenen Schochet Eh. Z. G r ü nb e r g stammt und eine gereimte Antwort auf die Bitte eines jüngeren KollkMn. iüm ciiKn LlÄfLSüls pm Ms" blasen der Tierlung« zu verschallen, umstellt. Die Witz und Wohlklang verratende Sprache wird unserer hebräischlernenden Jugend Freude machen. »n f'vn insvn Hin na 'Nin rm V'XQ 'tiVxv-3 xV xin nsxVaV ix -VaxaV dx?nais ix -xin Pivi 1X33 Xin 'Nil V$na Xin nsan kNii nvin tt ihiato'iw iiyvi ^ya -haix bin '’hn staa nipv3n “öst bs ,’n0‘n -mia ab rnnDon wia MÄQU in Vij? -naan m tirsb «Vi Miii ma^ni msab niva'? iiiXl >NiN^ bv ^binn V^XN 'Nsan nx '3v^ nnpni --an 'bix maip a^a -iniini -nynvyiynn naan ^y ^3^ ni'ni? 'Nil rnia^ 'b 'N'i ^nvityn bvzb ai^a '3X'an »na -nisna ^iayi xin .13,11 »nsan nx m'xi ntyxa -N'i ’ajy miyyV m'ip ->a. rnnx -nsiV xin nna tyxai x^ Vax: -nii^ im 'y'3'i 'Vay Vai »nini vap rpyi aa na i»» t» -ma« »ipo« •npVa ’T ViriR 'naTBii Vya MIR 'nariS •»a -mva X3 ivS3 ns liy l'vix xd »Nil XTiai lix niri-'ni .nsana naiyx xVi »mV Vy. rxt - :ni'i tya^a innVxn iV mir» iaiVv Vliin ITT «ihDn jnsnnj '2L D^n . L. BARBAR INO J?r«aLLA a M. 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