Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1927)
- Date
- 1927-01-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 Nr. 3 Der Israelit weitere bat. Eine solche Riesensumme auszubringen, bedeute für ihn soviel, als wollte man ihm zumuten, zum Himmel hinaufzusteigen. Die Antwort lautete: Wenn er nicht zahle, würde er in Wien und Prag mehrmals öffentlich gepeitscht, damit die Schande die ganze Judenheit treffe. (Schluß folgt.) Ainderecke. Die Predigt des b- Von K. Wachmann in Altona. Keine geistreichen Erklärungen von interessanten MrlMs». such nicht «uMMs Ttsllö» Iffl Ts!.' mub unb Mrbrafch ln überrafchenber, scharfsinniger Weise gedeutet. Nur etwas ganz Gewöhnliches, allgemein Bekanntes, von dem Elemantarsten der hebräischen Wissenschaft, vom Ales-Beth! Man darf wohl «vorausetzen. daß der liebe Leser diese alten Bekannten aus seiner ersten Schulzeit zuweilen in nVsn und wvin oder in einem sonstigen Buche begrüßt und so die Bekanntschaft erneuert und befestigt. Es dürste daher keine zu große Anforderung an das Dorstellungsvermögen sein, sich das einmal im Geiste zu vergegenwärtigen. Da fleyen sämtliche Buchstaben der hebräischen Druckschrift in einer geraden Linie, wie an einem Faden an einander gereiht, unter demselben omm: Nur ein einziger Buchstabe erhebt sich über das allgemeine Niveau, das Was für einen Grund hat das b, sich über alle seine Genossen zu erheben? Ist es vielleicht dünkelhafte Ueberhebung, die es veranlaßt, seinen Schwanenhals über alle feine Kollegen emporzustrecken? Oder ist es Witzbegierde, die seinen Kops in höhere Regionen erheben läßt? Oder sollte es das wohllöbliche Streben sein, als mustergiltiges Vorbild eine erhöhte Stellung einzunehmen, xtttt »an feiner ganzen Umgebung erblickt zn werben «nb in seinem Tun «nb lassen, in seinem Tichien und Trachten Nachahmung zu erwecken? Der Name und die Gestalt des b kann uns Aufschluß erteilen. b heißt lernen, lehren. Dieser einzige Umstand erklärt schon die bevorzugte, hervorragende Stellung des b. Lernen im engeren Sinne des Wortes, ..lernen" mit Anführungsstrichen, lernen nach echtjüdischer Auffassung, erhebt sich eben über alles andere, nimmt eine Ausnahmestellung ein d*>id u:d min Tiatov Thorastudium. Lernen überragt alles. Wer iDtnn Das tz MIM umm W8IMW ausfüllen will, muß es auch den Anforderungen entsprechen, die man an dasselbe zu stellen berechtigt ist. Das Lernen darf nicht durch selbstsüchtige Zwecke veranlaßt sein, es darf nicht das Ziel im Auge haben 21 8lj?rw ^2W2' als Koryphäe am Himmel der hebräischen Wissenschaft zu glänzen und als Gelehrter einen Weltruf zu erlangen. ^Tm.lV niösr Wtfn kV ,12- Es darf auch nicht benutzt werden als aiiip .12 iianV, als Spaten zum Graben iedischer Schätze, als Brotstudium, als »melkende Kuh, die mit Butter versorgt". Vielmehr soll das b> das Lernen, dem höchsten Ideale geweiht sein rvmwVi nawV inVVi TiaVV die ermorbenett Kenntnisse auch anderen mitzuteilen. mid Das MMlM MliW am® ln MlM NIMM setzen, seine Umgebung nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten anzuspornen. Diesen Gedanken bringt die Gestalt des V in stummen, aber doch beredten Zeichen zum Ausdruck. An der Spitze des b befindet sich ein ->, ein Jud, welches gewissermaßen andeutet, daß das V, das Lernen, erst dann seine höchste Vollendung erreicht hat, wenn sein ganzes Hochstreben in dem Begriff gipfelt, ein Jud' zu sein, wenn der Höhepunkt, der hehrste Ausfluß des V ein Wirken in jüdischem Sinn und Geiste ist. Betrachten mir das b noch aufmerksamer, so ge- MW8 Wir m WM FW 8UH M l WW m nidjt eine zarte Andeutung sein, daß das echte V, das richtige Lernen schon vom Grunde aus jüdischen Sinn und jüdischen Geist erbeischt? Gewiß! Wenn auch die Basis des Lernens aus echter Iüdischkeit besteht, wenn nur die lautersten Gründe beim Lernen vorherrschen, dann ist das V nach überlieferter Vorschrift. Die beiden Pole des V, die beiden Angelpunkte, um die sich alles Lernen drehen soll, müssen echt jüdischer Art sein. And wie bescheiden enden die beiden Ausläufer des V! Das •> ist der kleinste Buchstabe des Alphabets; in bescheidenster Weise tritt das V aus seiner Umgebung hervor; gleich dem geringsten seiner Genossen erhebt es sein Haupt, wenn es über den Kreis feiner Nachbarn emporzutauchen gezwungen ist. Anspruchlos, als ganz einfachen Jehudi findet man den Lernbeflissenen an die Oeffentlichkeit treten; sein Wissen läßt ihn. wohl andere überragen und den Höchsten gleichstellen, ma'wn tpsVa p2' aber es fehlt ihm das dünkelhafte Aufblähen; unscheinbar wie das •>, zeigt er sich auf der Bildfläche. Wie das V. welches man umdreht, so daß die untere Seite oben steht und der obere Teil sich unten befindet, auch in der umgekehrten Stellung, ein V bleibt und auch in dieser Situation dem Beschauer denselben Anblick gewährt, so ist auch der vom wirklichen V. von wahrhaftem Lernen durchdrungene ecke hervorragende Gestalt, die sich in allen Lagen gleickblibt, Sein Gleichmut ist unerschütterlich, das bW* OT& Mö *4 Höchsts Ws Mm» Mm» Augenblick eine Regung des Stolzes tu ihm wachrufen, so wenig wie ote tiefsten Schatten des Unglücks auch nur eine Sekunde den zufriedenen Ausdruck seines Gesichtes zu verdunkeln vermögen.. Das V hat eben einen festen Kern, eine unveränderliche Grundgestalt, an die sich ein Jud in höchster Stellung, wie ein Jud in tiefster Erniedrigung eng anschließen soll, um festen Halt zu haben. v"pan V2 m M»» ör, nmm nmfi w» M» am» m ’nyn nVonV isio iwiya minn* Wer in gedrückter Lage seinen anstrengenden Berussgeschäften ein Viertelstündchen abgeivinnt, um sich dem Thorastudtum hinzugeben, der wird in künftigen Tagen des Wohlstandes dieser seiner löblichen Gewohnheit noch besser Nachkommen können, und wer in Zeiten irdischen Glückes kecke Muße für selbstlose Hingabe zur Thorabeschästigung findet, der wird in Zeiten seiner Notlage gewiß kecken freien Augenblick erübrigen können, den er den Geist und Herz ersrischendrn Umgang mit der Thora widmen könnte. Die Gestalt des V ist sogar noch kenntlich, wenn die beiden Endpunkte fehlen. Aber gerade diese beiden abschließenden -» verleihen ihm erü bas «lletzrwärblgy TrprögS Üsiö SittS ästhetisch wohltuende Form. So kann auch das Lernen als ein anerkennenswertes Streben bewertet melden; aber feine Vollkommenheit erreicht es erst, wenn sich ihm die zwei anderen Grundsteine des Wellbaues zugesellen, wenn sich ,-ni2p und rn^aj d'ivn der nun harmonisch anschlietzen. Die min bildet den Mittelpunkt. Ihr Ausläufer ist der erhebende Gottesdienst, ist das himmelwärts führende Gebet, die.höchste Blüte menschlichen Denkens und Fühlens. Während diese Abzweigung den Geist Ulsd pg? in Himmlische Sfhären »erseHH schlägt nach der -anderen Seite nnan nV^m feine tiefgehenden Wurzeln in irdische Regionen, sucht menschlichere Gebiete auf, wo das Materielle eine größere Beachtung erheischt, woraus aber das V fußen mutz nun J’K naj? \>x qk- Körperliches Wohlbefinden ist die Grundlage zu geistiger Leistungsfähig- Wurzelt so das V im Bereiche des Vergänglichen. so steigt es andererseits zur idealsten Höhe empor. Wenn die Bibel die Vernachlässigung der Thora und die daraus eutsvringendeu Folgen mit der DSktMUNg MS DM DäMföjß» ©DlflnDQ MWl. schreibt sie in dem prägnanten Passus Vk OsV^’l .11.1 21112 mriK pK das V in 02Veh auffallend groß, als sollte damit angedeutet sein, daß auch in fremdem Lande und unter ungünstigen Verhältnissen das V seinen erhabenen Platz behaupten soll, daß dem Lernen die größte Aufmerksamkeit und Sorgfalt gewidmet werden muß. wodurch auch das zerstreute Gottesvolk als ein großes V, als ein Lehrmeister der höchsten Ideale, als ein Prediger des reinsten Monotheismus auftritt. Auch aus einem anderen, scheinbar ganz geringfügigen Umstande läßt sich die bedeutungsvolle Stellung des V abstrahieren. Hat man sich mit dem ganzen Inhalte der Thora vertraut gemacht und mmt TM) DM THlMW tzNIM 11 Mtz Dll TlBHI sich Im letzten Buchstaben des letzten Wortes nnssrsm Blicke ein V dar, als wollte es die Mahnung aussprechen : Glaube nicht, daß du die unergründlichen Lehren der Thora erfaßt, sondern V, beginne von neuem zu lernen, suche dich noch weiter in den unerschöpflichen Inhalt der Thora zu vertiefen, bedenke maat? ’a2 kVk na”j?na nrxiIfV .iwii' nrK .iiin.i .tVj? las». Daß du nur durch Eigenerwerb die Thora in deinen Besitz zu bringen vermagst und nur durch ununterbrochene Wechselbeziehung zu ihr an dich fesseln kannst. In diesem Sinne verdienst du erst den arifiobratiWen 0iamen Kämpfer für Uv $£vv fp ipW Wiw’ vvfl Wfl) das V am Schluffe vollständig ist, fo bist auch du erst dann ein vollkommener Israelite wenn deck ganzes Wesen zu dem Endziele hindrängt: V, lerne! Familiennachrichten. B a rmiz w o: Fritz. Sohn des Herrn Dr. Semmy Natüansen und Frau geb. Engel, Würzburg, Ludwigstratze 24. tmwa rums ump rmw. Verlobte: Johanna Strauß, Hardheim mit Heinrich Spatz, Großeicholzheim, Baden, Verlobte. Gestorben: Frau Clara Grünebaum geb. Neumann, 4« Jahre, Wenkheim/Baden. 2Ö. Qatiuat 1837 €f ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Daren oder sonstige Angaben religionsgefehlichen Charakter» auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von Havana«Gigarren und -Cigaretten ' Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 Telefon Haasa 3391 Zeil 88 Versand nach auswärts □□□□□□□□□□□□□□□□□ Licht - Kraftanlagen BEIN&WEDEMEIER KAISERSTRASSE 40 MSWWW00000000 SENKING Oefen vonTfC lO.-an J&hlenherde von » 35- » (Smai/lQasherde von " 105.- n E ÄJ ESCHENHEIMER © fl ÄUIII Qbiy^T0R3 (STADTGARTEN) JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Originalpreisen ♦ Frankfurt am Main Langestrasse 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurtmain 142353 ♦ iinügo msoroion-Ännanmo für Frankfurter ßesclilfis-lnserale des »ISRAELIT« ♦ Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter .♦ JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Originalpreisen Die Gemeinde Thüngen (Bayern) bittet Gemeinden, die selbst keine Verwendung dafür haben, ihr für r\"n n’aaw zu überlassen. Siehe Inserat. Beranttvortltch für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz, Franffurt a. M.; Inserate i.B.:SSchach' nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag .Israelit", G.m.b.H., Frankwrt a. V. — Dmck Sermon Verlags« Mtiengesellschaft, Frankfurt a. M.